Archiv für die Kategorie 'Rezensionen'

Wo bleibt das Meer?

Montag, 11. September 2017

Sandburgen ergeben sich dem Wind

Sie sind auf keinen Bestseller-Listen zu finden, bei preisgekrönten Büchern sucht man sie zumeist vergeblich, Feuilletons meiden sie und der Weg hinein zwischen zwei eigene Buchdeckel bliebt ihnen oftmals verwehrt: Einzelveröffentlichungen von Kinder- und Jugendgedichten. Zugegeben, es gibt Ausnahmen in der Kinderlyrik wie zum Beispiel „Das kleine Ich bin ich“ von Mira Lobe oder „Der Leuchtturm auf den Hummerklippen“ von James Krüss oder „Und außerdem sind Borsten schön“ von Nadja Budde.
Oder „Wo bleibt das Meer?“ von Ted van Lieshout. Der niederländische Autor, Grafiker, Illustrator zeichnet sich durch eine Vielfalt literarischer/bildnerischer Werke aus: Romane, Gedichte, Hörspiele … Eine Zusammenstellung seiner Gedichte der letzten dreißig Jahre erscheint zum ersten Mal in deutscher Übersetzung (Rolf Erdorf) im Susanna Rieder Verlag. Und zwar als Einzelveröffentlichung!

Wie ist es, wenn man sich auf der Schwelle zum Erwachsenensein befindet? Ted van Lieshout bringt die zwiespältigen Stimmungen auf eben dieser Schwelle in seinen Gedichten nuancenreich aufs Papier. Er zeigt, dass es auch ohne anbiedernde Holzhammermethoden wie liebliche Verkleinerungen, coole Ausdrücke oder Fäkalsprache gelingen kann, Kindern/Jugendlichen anspruchsvolle Lyrik „schmackhaft“ zu machen und zugleich Erwachsene anregt, sich vergangene Kindheitstage zu vergegenwärtigen. Seine Poesie folgt keinem lyrischen Sprachregelwerk, bei dem es ein bestimmtes Versmaß oder strenge Reimformen zu befolgen gilt.
Wie ist es also, wenn einen die Eltern nerven, gleichzeitig sich aber die Sorge breit macht? „Ach, was soll ich nur tun, wenn ich der Erste bin, / der für dich sorgen muss, Mutter, wenn du tot / bist und keiner in der Welt es noch weiß?“ („Mutter“, S. 31)
Wie ist es, wenn man sich seiner selbst noch nicht ganz sicher ist? „Ich schwebe über allem dahin / im Geheimen – denn wie Welt weiß / noch nicht so recht, dass es mich gibt. Ich muss mich manchmal auch noch / an mich gewöhnen, / doch mein Vorsprung ist schon groß. Wer auf dem Fahrrad / an mir vorbei will, muss mit einer Biege / um mich herum. Und eine Biege / ist auch eine Verbeugung.“ („Verbeugung“, S.15)
Wie lässt sie sich aushalten, die Spannung zwischen dem Wunsch nach Unabhängigkeit von und dem Wunsch nach Geborgenheit in der Familie? „So wie Eis aus Wasser ist, aber Wasser nicht aus Eis, / so spüre ich festen Grund unter den Füßen. / Jetzt muss ich hinüber, ehe es taut.“(„Gefrorene Sprechblasen“, S. 51)
Und dieses leidige Warten! „Wo bleibt / das Meer? / Ach, wo bleibt / doch das Meer? … Die Dünen / wollen ins Wasser / gehen und der Abend senkt sich.“

In Brigitte Püls‘ Holzschnitten hinterlässt das Meer und viele seiner Attribute Spuren im Buch. In einfachen Linien kommt eine Angelschnur daher, ein Papageifisch, ein Swimmingpool, im Wasser zeigt sich die Flosse eines Hais; die weiße Silhouette eines Bootes gleitet über Gedichte, die es geschafft haben, ihren Platz zwischen zwei Buchdeckeln zu finden.

Petra Öllinger

Ted van Lieshout (Text), Brigitte Püls (Illustrationen und Buchgestaltung): Wo bleibt das Meer? Gedichte
Aus dem Niederländischen Rolf Erdorf
Susanna Rieder Verlag, München 2017
Gebunden, 64 Seiten, € 15,- (Ö)
Über Ted van Lieshout
Über Brigitte Püls Serge Bloch
Über Rolf Erdorf
Interview mit Rolf Erdorf zum Thema Übersetzen

© Cover: Susanna Rieder Verlag / Brigitte Püls

Fast wie Freunde

Montag, 28. August 2017

„Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.“

Erich Kästner

Angst haben – das ist uncool, feige, lächerlich. Genau hinschauen – das ist anstrengend, unnötig, aufwühlend. Trotzdem zahlt es sich aus. Speziell, wenn alles in Ordnung zu sein scheint. Die Menschen in der Stadt, in der die Handlung spielt, haben alles, was sie zum Leben brauchen, sie grüßen einander, führen ein sorgloses Leben. Bei genauerem Hinschauen sind sie erkennbar: die traurigen Augen, die gebückte Haltung der Mitmenschen. Schleppt nicht jede/r eine Art schwarzen Sack am Rücken mit sich? In so einer Stadt wohnt Sophie. Sie scheint wie jedes Kind. Oder trägt Sophie ebenfalls eine solche Last und ist deswegen alles so schwer für sie? Die Doktoren können ihr nicht helfen; auch sie wollen nicht genau hinschauen und tragen gleichzeitig ihr persönliches Angstpaket umher. Als Sophie schließlich doch einen Blick wagt, entpuppt sich das schwarze Ding auf ihrem Rücken als ihre Angst. Ihre Versuche, den ungeliebten Gast mit Gewalt loszuwerden, misslingen. Warum also nicht die Angst kennenlernen bei gemeinsamen Unternehmungen wie schwimmen oder auf Bäume klettern? Mal ist die Angst näher bei Sophie, mal ist sie weiter weg. Und eines Tages geht sie fort, um nur mehr hin und wieder bei Sophie vorbeizuschauen, wenn diese sie wirklich braucht.

Sich ein Bild von etwas Unbekanntem, Gefürchteten zu machen ermöglicht erst die Auseinandersetzung damit. Mirjam Zels zeichnet ein sehr charmantes Bild dieses Unbekannten. Nur auf dem ersten Blick wirkt die Angst unheimlich, wenn sie sich mit dünnen Armen an den Hals ihres Menschen klammert, als schwarzer Sack auf dem Rücken hängt. Sophies Gefühl, dass etwas nicht mir ihr stimmt, dass sie anders ist als andere Kinder, wird deutlich in ihrem niedergeschlagenen Blick, in der gebeugten Haltung. Sie kämpft mir ihrer Angst. Die körperliche Anstrengung zeigt sich eindringlich in jenen Momenten, als Sophie mit aller Kraft versucht, das schwarze Etwas von ihrem Rücken zu bekommen, das wie festgeklebt zu sein scheint. Als auch die anderen Menschen sich nach und nach trauen, ihre Angst genauer anzuschauen, entpuppt sich diese als humorvolles, hilfreiches Wesen. Es sitzt auf dem Sozius eines Motorrollers, nimmt Platz in einer Handtasche, schaut aus dem Fenster, spaziert an der Hand eines Kindes. Die Veränderung wird auch an den Häusern sichtbar. Sieht man zu Beginn der Geschichte nur kahle Mauern und geschlossene Fenster, so erwachen die Häuser danach zu Leben: Blumen blühen in Fensterkisten, eine Frau winkt und hängt Wäsche auf, Sessel und ein Tisch stehen auf einer Terrasse.

Ausgangspunkt des Bilderbuches war Mirjam Zels‘ Bachelorarbeit an der Technischen Schule Nürnberg/Fakultät Design, für den sie im Sommersemester 2015 den Fakultätspreis für die beste Bachelorarbeit erhielt. Ein Blick auf ihre Homepage zeigt die Illustrationen in der ursprünglichen Form: dicke Augenbrauen und Nasen verleihen den Gesichtern einen düsteren Ausdruck, die Figuren wirken beinahe unheimlich; die Überarbeitung lässt die Agierenden sympathischer wirken und tut der Aussage der Geschichte keinen Abbruch. Die Angst wird nicht besiegt und abgeschoben, sie wird als Teil des Lebens akzeptiert. Die Menschen und ihre Angst kommen miteinander aus – fast wie Freunde.

Petra Öllinger

Mirjam Zels (Text und Illustrationen): Fast wie Freunde
kunstanst!fter, Mannheim 2017
Gebunden, 44 Seiten, € 22,70 (Ö)
Ab 6 Jahren und für Erwachsene
Über Mirjam Zels

© Cover: kunstanst!fter / Illustratorin

Vor den 7 Bergen

Montag, 21. August 2017

Wenn die Obsternte eine Reise verhindert

Es waren einmal 7 Äpfel: Erzherzog Anton, Åkerö, Kanzi, Süßfranke, Hasenkopf, Elstar, Hausmütterchen. Es waren einmal 7 Kinder: die Zwillinge Ali & Uli, Lola, Baby, Paula, Hanno, Fritzi. Es war einmal ein Winter, in dem es immerzu regnete. Die 7 Kinder aber wollten Schnee. Da half nur eines: ins Gebirge zur Oma fahren, denn da lag Schnee. Immer! Und Apfelkuchen gab es auch.

Los geht‘s! Aber halt! Der Untertitel des Bilderbuches – „Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und ALLES schiefgeht“ – deutet bereits an, dass die Fahrt nicht einfach werden wird. Wie im Märchen von Schneewittchen haben auch die alleinerziehende Mama und die 7 Kinder inklusive Hund Lotti 3 Aufgaben übers Jahr zu bewältigen. Statt zu eng geschnürtem Korsett, einem giftigen Kamm und einem vergifteten Apfel gilt es Windpocken, eine unerwartete Apfelernte sowie einen Motorschaden zu überwinden. Schließlich gelingt es ihnen jedoch mit einem Eiswagen die Reise zu Oma, die schon einen Apfelkuchen gebacken hat, erfolgreich zu absolvieren.

Überhaupt die Äpfel. Die Illustratorin Mareike Engelke hat auf fast jeder Seite mehrere davon platziert. Auf einem Bild sogar zusammen mit einem Kamm und einem BH … Und die auf der Titelseite abgebildeten Äpfel glitzern. Der Stil ihrer Illustrationen erinnert an farbenfrohe Kinderzeichnungen mit verzerrter Perspektive und allerlei witzigen Details. Auch Kennzeichen des modernen Lebens sind zu erkennen. Die Kinder kommunizieren mit ihrer Oma via Internet (Tablet mit W-LAN Symbol). Die alleinerziehende Mama arbeitet an einem Marktstand, die unerwartete Apfelernte beschert ihr unvorhergesehene Arbeitszeiten.
Es ist erstaunlich, was alles in ein Auto rein muss: Zum Beispiel 16 warme Stiefel, 1 Kamm, 14 Spielzeugautos und 5 Kilogramm Äpfel1. Wer schon einmal mit Kind(ern) im Auto gereist ist, wird das Jammern und Klagen während der Fahrt (Eisverkäufer Bo schleppt mit seinem Eiswagen den kaputten Wagen über die 7 schneebedeckten Berge) wiedererkennen: „Ist es noch weit?“ „Ich muss mal.“ „Mir ist schlecht.“

Die Journalistin, Texterin und Autorin des Jugendromanes „Nichts erzählen“, Annette Feldmann, erzählt mit klarer, einfacher Sprache, ohne banal zu sein, und sie lässt die Mama auch schon mal fluchen und zetern (siehe das hin und wieder auftauchende im handschriftlichen Stil gestaltete Wörtchen „Mist“). Diese sprachliche Schnörkellosigkeit eignet sich vorzüglich zum Vorlesen; eventuell mit zwei, drei Äpfeln zur Stärkung …

Petra Öllinger

Mareike Engelke (Illustrationen, Cover- und Buchgestaltung) & Annette Feldmann (Text): Vor den 7 Bergen. Davon, wie Schneewittchens Enkel in die Berge wollen und ALLES schiefgeht
kunstanst!fter, Mannheim 2017
Gebunden, 32 Seiten, € 22,70 (Ö)
Ab 4 Jahren

Über Annette Feldmann
Über Mareike Engelke

© Cover: kunstanst!fter / Mareike Engelke

1: Übrigens sind es nicht nur die eingangs erwähnten 7 Apfelsorten. Es gibt noch viel mehr davon zu entdecken auf dem liebevoll gestalteten Vor- und Nachsatzpapier, dessen Motiv kann man bei Mareike Engelke auch als Geschenkpapier ordern.

Jasper braucht einen Job

Montag, 14. August 2017

Wenn Hunde sich amortisieren

500 (in Worten: fünfhundert) Euro. Das sind die ungefähren Kosten im Jahr für einen mittelgroßen Wuff für das Notwendigste wie Futter, Hundesteuer, Versicherung und jährliche Impfkosten. Nicht inkludiert sind: Leine, Halsband, Maulkorb, Extra-Besuche in der Tierarztpraxis, Extra-Medikamente, Krallenschneiden, Hundefriseur, Leckerlis, Spielsachen, Hundebett etc. pp.

Welcher Hundemensch hegt da nicht das eine oder andere Mal den Wunsch, der Vierbeiner möge sein Brot doch selbst verdienen. Welcher Hundemensch schlägt nicht das eine oder andere Mal die Hände über den Kopf zusammen mit den Worten: „Der Hund kostet uns ein Vermögen!“ – mit jenen Worten, mit denen Mr. Cletus die Geschichte von Jasper eröffnet. Und dieser kostet laut Mr. Cletus 900 (in Worten: neunhundert) Dollar was ungefähr einem Betrag von 750 Euro1 entspricht. Jasper ist ein Dobermann, die Kosten halten sich für seine Größe im Grunde genommen in Grenzen. Trotzdem stellen sich Mrs. und Mr. Cletus die Frage: Jasper oder das Schulgeld für die Kinder. Die Lösung für das Dilemma folgt prompt: Jasper erhält das Angebot, in George Bernard Shaws „Cäsar und Cleopatra“ mitzuspielen. Dank seiner Ähnlichkeit mit dem ägyptischen Gott Anubis und ausgeklügelter Tricks des Regisseurs und der SchülerInnen – Spielsachen und Trockenfutter! – bewältigt Jasper souverän seine Rolle als Cleopatras Hund. Und obwohl er eines Abends in die innige Liebesszene furzt („… Schauspieler, Schauspielerinnen und Bühnenarbeiter brachten ihm köstliche kleine Steaks und von Knoblauch triefende Stampfkartoffeln.“ – kein Wunder, dass seine Verdauung außer Rand und Band gerät), landet das Stück einen großen Erfolg und Jasper wird in der Schülerzeitung „ausführlicher gelobt … als die Königin selbst“. Nach der letzten Aufführung endet sein Künstlerkarriere. Der Hund kostet aber weiterhin ein Vermögen. Er braucht also einen Job. Die Lösung findet Mr. Cletus in einer Illustrierten beim Zahnarzt: „Ich werde die Zollabteilung beim Flughafen anrufen.“ Die haben da nämlich ein Hundeschulungsprogramm …

Ein Durchschnittsfamilienhund macht Karriere als Schauspieler, und die Zweibeiner grübeln darüber nach, ob das seriös genug für ihn sei … – das ist nur ein Beispiel für den (Sprach-)Witz des kanadischen Autors Michael Ondtaatje in dieser grotesken Geschichte. Dessen lakonische Formulierungen steigern die Skurrilität der ganz und gar nicht durchschnittlichen Mensch-Hund-Beziehung.
Bunt-schrill, technisch vielfältig, humorvoll, federleicht bringt der französischen Künstler und Illustrator Serge Bloch (er zeichnet u. a. für die New York Times und die die Süddeutsche Zeitung) die Ereignisse um Jasper und Co. aufs Papier. Er illustrierte das Heft (Fadenknotenheftung und Schutzumschlag) mit Original Flachdruck-Grafiken. Und ein Poster gibt es auch dazu!

Summa summarum: Der Erwerb von „Jasper braucht einen Job“ amortisiert sich ganz schnell sowohl bei text- als auch bildbegeisterten Zweibeinern.

Petra Öllinger. Für Brilli und Zwetschke, ihr bleibt unvergessen!

Michael Ondaatje (Text), Serge Bloch (Illustrationen): Jasper braucht einen Job
Nummer 47 Aus der Reihe „Die Tollen Hefte“, herausgegeben von Rotraut Susanne Berner
Aus dem Englischen von Anna Leube
Edition Büchergilde, Frankfurt/Main 2017
32 Seiten, € 17,50 (Ö)
Über Michael Ondaatje
Über Serge Bloch

© Cover: Edition Büchergilde / Serge Bloch

1: Umgerechnet in US-Dollar, in Kanadischen Dollar wären es ca. 600.- Euro – kostet also auch nicht die Welt …

Wolfsbrot

Dienstag, 8. August 2017

Wurst gegen die Angst

Es gibt Winterbilder, die durch Heiterkeit in ihren Bann ziehen: hell, fröhlich, geschäftig; tanzende Schneeflocken, beschwingte Menschen – wie jenes von Luckas von Valckenborch aus dem 16. Jahrhundert.
Es gibt Bilder vom Winter, die durch Bedrohlickeit den Blick auf und in sich hinein ziehen: dunkel, kalt, still; beunruhigende Silhouetten, … – wie jene von Ulrike Möltgen. Sie illustriert die Geschichte des Ich-Erzählers, eines achtjährigen namenlosen Buben, der sich in der klirrend kalten Morgendämmerung im Nachkriegswinter auf den Weg zur Schule macht. Der Weg ist weit und die Hälfte davon führt durch einen dunklen Wald. Das Gute an diesem Morgen: Die Mutter gibt ihm ein dickes Wurstbrot mit. „Wurst war zu dieser Zeit selten.“ Das Schlechte: Er muss alleine gehen, weil die beiden Nachbarkinder krank sind.
Als er im Wald den Fragebaum erreicht, nähert sich ihm ein großer grauer Schatten, der schwere Atem eines anderen: eines Soldaten „Einer von denen, die nach dem langen Krieg nach Hause schlichen …“ Der Bub hat Angst vor dem Soldaten, ist jedoch gleichzeitig fasziniert von ihm. Diesem gibt er schließlich – nicht ganz freiwillig – die Hälfte seines Wurstbrotes ab. „Wenn du dein Brot mit mir teilst, beschütze ich dich vor den Wölfen.“ Er setzt seinen Weg fort, weiterer grauer Schatten schleicht sich an ihn heran. Dieses Mal ist es ein ein Wolf. Ihm wirft er die andere Hälfte des Wurstbrotes hin. „Der Wolf packte das Brot und flog über mich hinweg.“ Der Bub rennt bis zum Ende des Waldes, wo sich bereits die ersten Sonnenstrahlen zeigen. „Die Nacht war vorbei.“ Trotzdem er an diesem Tag „verdammt hungrig“ nach Hause kommt, teilt er seiner Mutter mit, dass er am nächsten Tag kein Wurstbrot mehr haben wolle. Mit einer überraschenden Begründung …

Beklemmung, Alleinsein, Erschöpfung, Kälte, das Gefühl, sich der Angst, dem Unbekannten stellen zu müssen – das schildert der Autor Kilian Leypold in klarem, lapidarem Stil. Es gibt kein eindeutiges Gut und Böse. Parallelen zwischen dem Soldaten und dem Wolf zeigen, dass eine einfache Unterteilung nicht möglich ist: Zwar sind der Soldat und der Wolf gefährlich, gleichzeitig auch müde, hungrig, scheu – vielleicht auch traurig? – und dem Buben somit nicht unähnlich. Bei diesen für ihn lebensbedrohlichen Begegnungen (der Soldat zielt mit dem Gewehr auf ihn, der Wolf droht ihn anzufallen), muss er (rasch) reagieren und entscheiden. Dabei ist er kein strahlender Held, der dem Gegner mit kühner Entschlossenheit gegenübertritt. Im Gegenteil: Der Bub empfindet Mitgefühl. Sogar mit dem Wolf. Es ist nicht Kalkül, das ihn dazu veranlasst, dem Tier die zweite Wurstbrothälfte hinzuwerfen, er weiß einfach nicht, was sonst zu tun ist. Beide Herausforderungen sind gemeistert, erleichtert ist der Bub trotzdem nicht; er rennt die letzte Strecke zum Waldrand.

Ulrike Möltgens collagenartige Illustrationen locken tief in die Geschichte hinein. Wer genau hinschaut, wird erfasst von Farben und Gestaltungsaspekten, die die Kälte, Stille, das Abwarten und gegenseitige Belauern, körperlich spürbar machen. Wie einsam und gleichzeitig bedächtig sich der Bub anhand einer fahlen Schneise im Wald orientiert, wird durch eine textlose Szene intensiviert. Der Bub verschwindet dabei in der Ferne zwischen den Bäumen und erinnert an das Bild des einsamen Cowboys, der in den Sonnenuntergang reitet. Wer genau hinschaut, entdeckt viele Details: den blauen Stoffmantel des Buben (hier genau schauen!), Rehe hinter Bäumen, diffuse Schatten, die sich als Wolf entpuppen. Neben kräftigem Rot und Weiß dominieren gedämpfte, dunkle Farben, die Ulrike Möltgen symbolkräftig einsetzt: Als der Bub dem Soldaten die Brothälfte gibt, zeichnen sich deren schwarzen Silhouetten gegen einen weißen Hintergrund ab, lauert der Wolf bereits vor blutroter Farbe; gegen Ende des Buches, am Ende der Nacht, zeichnet sich zartes Lila hinter der Bergkette ab.

Empfohlen wird das Buch ab 8 Jahren, es schadet nicht, wenn eine erwachsene Person die jungen Menschen beim Anschauen und Lesen begleitet.

Petra Öllinger

Ulrike Möltgen (Illustrationen) & Kilian Leypold (Text): Wolfsbrot
Sonja Müller-Späth (Buchgestaltung)
kunstanst!fter, Mannheim 2017
Gebunden, mit Halbleinen und Metallicprägung, 32 Seiten, € 24,70 (Ö)
Ab 8 Jahren und für Erwachsene

Das Bild von Lucas van Valckenborch hängt im Kunsthistorischen Museum im Wien. Wer es nicht realiter anschauen kann, dem bietet sich hier ein Blick darauf.

© Cover: kunstanst!fter / Illustratorin / Buchgestalterin

Heim und Heimweh. Zur Sehnsucht alter Menschen an einem befremdlichen Ort

Mittwoch, 22. Februar 2017

Schweizer Krankheit – eine Annäherung

„Keinen dieser Menschen mit ihren großen Geschichten zwischen Heimat und Heimweh werde ich vergessen. Sie alle sind Teil meiner eigenen Geschichte geworden, die sich in einem eigentümlich gemeinsamen Muster fortspinnt, welches mir größer und klarer zu werden scheint.“
Der diese Zeilen formuliert, nimmt sich eines Themas an, das speziell in der Psychologie stiefmütterlich behandelt wird. Er widmet sich einer Gruppe von Menschen, die in Diskussionen, Medienberichten etc. viel zu oft auf lästige KostenverursacherInnen reduziert werden: Gerd Schuster, Diplom-Psychologe und Theologe, 15 Jahre in Leitungspositionen der Altenhilfe tätig und nun Mitarbeiter am FIBAD (Forschungsinstitut für Bildung, Altern und Demografie) in Bamberg.
Die Grundlage des vorliegendes Bandes „Heim und Heimweh“ bildet Schusters Dissertation mit dem Titel „Heimweh im Pflegeheim – eine qualitativ-heuristische Annäherung“, die er 2013 an der Tiroler Landesuniversität in Hall/Tirol vorlegte. Forschungs“gegenstand“ ist die emotionale Befindlichkeit von alten Menschen in Pflegeheimen.

Heimweh – eine Herausforderung

Gerd Schuster zeigt mit seiner Untersuchung u.a. die begriffliche Komplexität, die dem (scheinbar) einfachen Begriff Heimweh innewohnt. Heimweh, Nostalgie, Sehnsucht – umgangssprachlich in einen Topf geworfen – werden genau analysiert. Was auf den ersten Blick nach Kleinlichkeit aussehen mag, zeigt die Notwendigkeit, mit wissenschaftlich sauber ausdifferenzierten Begriffen zu arbeiten. Gerd Schuster tut dies auf sehr anschauliche und auch für Laien nachvollziehbare Weise und man erfährt, dass Heimwehforschung bereits im 17. Jahrhundert stattgefunden hat. So beschrieb der Schweizer Arzt Johannes Hofer 1688 in seiner Doktorarbeit „Dissertatio medica De Nostalgia, Oder Heimwehe“ die mit Heimweh einhergehenden Symptome.
Und was ist Alter überhaupt? Jedenfalls keine banale Frage, die mit banalen Erklärungen zu beantworten ist, wie Schuster anhand der unterschiedlichen Altersmodelle und historischen Exkurse zum Begriff Alter zeigt.

Aufschlussreich ist die Methodenvielfalt, mit der die Untersuchung durchgeführt wurde: Tiefeninteriews, Problemzentrierte Interviews, Fotostudie, Dokumentenanalyse. Erhoben wurden die Daten in Pflegeheimen in Bayern, befragt wurden dere MitarbeiterInnen, BewohnerInnen sowie deren Angehörige.
Gerd Schuster gibt Einblick in die Qualitätskriterien einer qualitativen Forschung. Er lädt die LeserInnen ein zu einem kleinen Exkurs in die Heuristik als Entdeckungsverfahren und verweist auf die vier Grundregeln des deutschen Soziologen und Begründer der qualitativ-heuristischen Sozialforschung Gerhard Kleining: wissenschaftliches Arbeiten verstanden als Prozess, der u.a. auch in den Forschenden Änderungen hervorrufen kann und sie somit ein bisschen von ihrem vermeintlich unantastbaren und streng objektiven Thron schubst.

Keine einfachen Schlussfolgerungen

Dieser komplexe Studienaufbau erlaubt folglich keine einfachen „wenn-dann-Ergebnisse“. Exemplarisch sei hier erwähnt, dass bei vielen befragten BewohnerInnen das Gefühl, nicht aktiv in die Entscheidung zum Umzug ins Pflegeheim miteinbezogen gewesen zu sein, die Eingewöhnung in das neue Umfeld emotional erschwert. Sympathisch – auch wenn dieser Begriff in einer wissenschafltichen Arbeit streng genommen gar nichts verloren hat – ist die offene, kritische Sichtweise des Autors auf die eigene Arbeit sowohl in Bezug auf das Untersuchungsdesign als auch auf die Ergebenisse, die nur einen „skizzenhaften Überblick quasi in einer Momentaufnahme wiederzugeben vermögen“. Trotz dieser Limitationen finden sich wichtige Hinweise zur Implikation der Resultate in die Praxis, auch wenn diese, wie Schuster festhält, nicht völlig neu sind bzw. nicht explitzit aus den vorliegenden Daten abgeleitet werden können. Dazu zählen u.a. das Miteinbeziehen der alten Menschen in die Entscheidungsprozesse beim Umzug, Abschiedsrituale beim Wegziehen von Zuhause uvm.

Weitere Studien? Hoffentlich

„Heim und Heimweh“ ist ein brillantes Beispiel dafür, wissenschaftlich und gleichzeitig mit hoher Sprachästhetik zu formulieren. Wenn Gerd Schuster schreibt, dass nach Sichtung relevanten Forschungsmaterials klar wird, „dass eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Heimweh alter Menschen in Pflegeheimen weitestgehend noch nicht stattgefunden hat“, legt er mit „Heim und Heimweh“ ausgezeichnetes Material für weitere Untersuchungen vor. Die sind auch dringend notwendig, um das Bild der alten, lästigen KostenverursacherInnen revidieren zu helfen.

Petra Öllinger

Gerd Schuster: Heim und Heimweh. Zur Sehnsucht alter Menschen an einem befremdlichen Ort
Mabuse Verlag, Frankfurt/Main 2016
313 Seiten, € 44,20 (Ö)

© Cover: Mabuse Verlag

Der Krieg mit den Molchen

Dienstag, 14. Februar 2017

Zeitloser Schrecken durchkomponiert

Die Küste von Port Arthur in Texas bis Mobile (Alabama) wird von einer Sturzwelle überschwemmt. Infolge eines Erdbebens verlässt der Jangtse sein Flussbett und wältzt seine Wassermassen in Richtung Hangtschou. „Die Verluste an Menschenleben lassen sich vorläufig nicht einmal annähernd abschätzen.“ Klingt nach aktueller Klima-Wandel-Folge? Erinnert an einen Katastrophenfilm à la „The Day After Tomorrow“?

Die oben erwähnten Szenen sind die Folgen eines speziellen Krieges in Karel Čapeks Science Fiction Roman „Der Krieg mit den Molchen“, der bereits 1936 ausgefochten wurde. Der satirische Blick des tschechichen Autors auf menschliche Dummheit, Habgier, Nationalismus und Herrenmenschentum lässt keinen Zweifel an dessen realistischen Blick auf das sich anbahnende politische Unheil. Karel Čapek verfasste in seinem relativ kurzen Leben (1890-1938) eine Vielzahl an literarischen Arbeiten (Prosawerke, Theaterstücke, Reisberichte …). Einige davon werden der SF-Literatur zugeordnet wie z. B. das Drama„R.U.R“ oder „Der Krieg mit den Molchen“ (dieser wurde in die „UNESCO“-Sammlung von 1060 repräsentativen literarischen Werken aufgenommen). In drei Büchern wird darin der fatale Verlauf der Verbindung zwischen den Menschen und den Molchen geschildert.
Van Toch (eigentlich Vantoch, geboren in Jevičko), Kapitän eines holländischen Schiffes, und seine Besatzung stoßen vor Sumatra auf eine unentdeckte Molchart.
Die Tiere sind gelehrig und arbeitsam, schnell werden sie „zum globalen Wirtschaftsfaktor: hochintelligente Arbeitssklaven, die an den Börsen in Kategorien wie ‚leader‘ oder ‚trash‘ gehandelt werden und der Menschheit eine Ära nie gekannten Fortschritts bescheren“.
Im zweiten Buch schreiten die Molche entsprechend seines Titels „Stufe um Stufe zur Zivilisation“. Die Diskussion um das Molchschulwesen und welche Sprache sie lernen sollen ist hier nur eine brisante Frage neben jener, die sich der Gleichberechtigung der Salamander oder dem Salamanderkult widmet. Doch der Konflikt zwischen den beiden Spezien geht unaufhaltsam auf sein katastrophales Höhepunkt zu.
Im dritten Buch kommt es zum Krieg mit den Molchen, die sich, hochgerüstet und finanziell unterstützt von diversen menschlichen Investoren und Machthabern, gegen ihre Ausbeuter zur Wehr setzen und unaufhaltsam Gebiete für sich einnehmen: Sie graben den Menschen das Land ab, um u.a. Seichtgewässer, Habitate für die Molche, zu gewinnen. Im letzten Kapitel wird die Idee entwickelt, ob nicht ein Molche-gegen-Molche-Krieg das Unheil von den Menschen abwenden könnte …

Das erste Buch trägt den Namen Andrias Scheuchzeri und Čapek spielt damit auf die ausgestorbene Riesensalamanderart an, dessen fiktive Nachfahren die Protagonisten in Karel Čapeks Roman sind. Dass einer der Akteure den Namen Andrew Scheuchzer trägt, ist nur einer der vielen Anspielungen u.a. zur Wissenschaft, mit denen der Autor meisterlich jongliert. Neben diesen inhaltlichen Merkmalen sind es die unterschiedlichen Textsorten, die das „Schreibratgeber“-Prinzip „Zeigen, nicht erzählen“ (humorvoll) auf die Spitze treiben und originelle Erzählperspektiven erlauben. So wird die Einladung des Centre universitaire de Nice von Dr. Charles Mercier, eines hochgelehrter Molchs aus dem Hafen von Toulon, in Form eines Feuilletons (inhaltlich und gestalterisch) präsentiert.

Hans Tichas zahlreiche Farb- und Schwarz-Weiß-Illustrationen „sind mehr als nur schmückendes Beiwerk“ wie Alfred Ohswald in seiner Rezension 2004 festhält. Der Maler, Graphiker und Buchillustrator setzt Čapeks Text (im Pressetext heißt es treffend „parodistische Materialsammlung quer durch alle Textsorten“) grafisch mannigfaltig um. Die unterschiedlichen Stilrichtungen umfassen eine große Bandbreite, die verschiedenen Typographien gestaltete er gemeinsam mit Peter Birmele: Zeitungsausschnitte, Telegramme, mit einer Schreibmaschine verfasste Protokollaufzeichnungen, Fußnoten, wissenschaftlich anmutende Zeichnungen, Bilder, auf denen Lochstreifen, Fotos und Vermessungsparameter zu einer Collage zusammengefügt werden, Grafiken in Pop-Art. Wenn ein Steuerexekutor an einem Laternenpfahl aufgehängt wird, so findet sich im Roman-Text die Tafel, die der Gelynchte um den Hals trägt, mit den hingepinselten Worten „Fort mit den Molchen“.

Ein textlich und graphisch perfekt durchkomponiertes Werk, dessen Inhalt erschreckend zeitlos ist.

Petra Öllinger

Karel Čapek: Der Krieg mit den Molchen
Hans Ticha: Illustrationen, Typographie (gemeinsam mit Peter Birmele)
Originaltitel „Válka s mloky“
Aus dem Tschechischen von Eliška Glaserová
Gebunden, mit Illustrationen in Schwarz-Weiß und Farbe, mit Lesebändchen
Edition Büchergilde, Frankfurt 2016
Die 1987 im Aufbau Verlag und 1989 in der Büchergilde erschienene und von Hans Ticha gestaltete Ausgabe erscheint seit Herbst 2016 als Reprint in der Edition Büchergilde.
328 Seiten, € 25,70 (Ö)

Über Karel Čapek
Werkstattgespräch mit Hans Ticha
Einblick in das Schaffen von Hans Ticha

© Cover: Edition Büchergilde / Illustrator

Papa ist doch kein Außerirdischer

Montag, 16. Januar 2017

Humorvolle Hilfe gegen verbale Beleidigungen

Wie ist das nun, wen jemand von der ganz anderen Fakultät, vom anderen Ufer kommt? Ein Warmer ist, ein Tempelritter, ein halbseidener Zylindervergolder, ein Torfstecher“, ein Uranier? Und wie ist es, wenn der Papa so einer ist? Zumindest behaupten das die anderen. Die Ich-Erzählstimme (ob Mädchen oder Bub erfährt man am Schluss) führt die vielen und zum Teil beleidigend gemeinten Begriffe für männliche Homosexualität ad absurdum, in dem sie sie mit Esprit und Witz wortwörtlich versteht.

Wenn Onkel Marius denkt, dass Papa ein Uranier, also ein Außeriridischer sei, wird Oma darüber befragt, die wiederum feststellt, gar nicht vom Uranus zu stammen. Dass Papa nicht vom Hoch- und Tiefbau kommen könne, wie die Lehrerin gegenüber dem Direktor feststellt, ist auch klar; schließlich hat er zwei linke Hände, und die reichen gerade mal fürs Sandburgenbauen. Eigentlich schreibt Papa Geschichten, Gedichte und Theaterstücke, aber auf Französisch. Wie soll er da der griechichschen Liebe verfallen sein?

Der Charme dieser Wortwörtklichkeiten findet sich ebenso in den kleinformatigen Illustrationen. Reduziert auf die Farben rot, weiß, schwarz, hält die Autorin und Zeichnerin Anna Boulanger mit feinen Tusche- bzw. Tintestrichen besagten Papa in den unterschiedlichsten sprichwörtlichen Situationen fest, er ähnelt mit seinem schwarzem Zylinder und Frackschößen Scherenschnitt-Darstellungen. Wird er als Höhlenforscher tituliert, verschwindet er in derselbigen, mit einer roten Schnur an einem Baum festgebunden. Papa kommt vom anderen Ufer? Ja, und zwar in einem Ruderboot. Dass er auch eine Angelschnur dabei hat und hinter ihm Fische herumspringen, sind nur zwei Beispiele jener Kleinigkeiten, die den Bildern zusätzlichen Witz verleihen.

Das Buch erschien bereits 2007 und wurde nun von Anne Thomas aus dem Französischen übersetzt. Wobei hier höchstwahrscheinlich die Herausforderung bestand, die ins Deutsche übertragenen Begriffe (sie sind keine wortwörtlichen Übersetzungen, sondern Bezeichnungen, die meist auch im Deutschen für Homosexualtiät verwendet werden) mit den Bildern in Übereinstimmung zu bringen.

Und was ist nun z.B. ein Höhlenforscher? Die Erklärung dafür findet sich als Lexikonausschnitt auf dem Vorsatzpapier: ein Geologe oder Prähistoriker, der das Innere von Felsenhöhlen untersucht.
Ganz einfach.

Petra Öllinger

Anna Boulanger (Text & Illustration): Papa ist doch kein Außerirdischer
Originaltitel: „Papa, c‘est quoi une homme haut sèkçuel?“
Aus dem Französischen von Anne Thomas.
Buchgestaltung von Cäcilia Holtgreve.
Gebunden, durchgängig farbig illustriert
kunstanst!ifter, Mannheim 2016
40 Seiten, € 15,40.- (Ö). Ab ca. 5 J.
Einen Einblick in das Schaffen von Anna Boulanger (in französischer Sprache)

© Cover: kunstanst!fter / Illustratorin

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