Archiv für die Kategorie 'Sozialwissenschaften'

Weltwoche – Rassismus

Dienstag, 10. April 2012

oder „Die Roma kommen“

Die Titelseite der aktuellen „Weltwoche“ vor Augen, blicken Sie in den Lauf einer Pistole. Eine Pistole, die ein kleiner Roma-Bub auf Sie richtet. Das Foto wurde von Livio Mancini 2008 auf einer Mülldeponie im Kosovo „geschossen“. Der Titel des dazugehörigen Artikels in der „Weltwoche“: „Die Roma kommen: Raubzüge durch die Schweiz. Familienbetriebe des Verbrechens“.

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Valentinstag

Freitag, 10. Februar 2012

Fair gehandelte Blumen kaufen – Rosen-E-Cards versenden…

Der Valentinstag (14. Februar) gilt in einer Reihe von Ländern als Tag der Liebenden.

Die Tradition des Valentinstags wird heute zumeist auf die Überlieferung von Bischof Valentin von Terni zurückgeführt, der als christlicher Märtyrer starb. Es ist auch möglich, dass die Festlegung des Gedenktages auf den 14. Februar mit dem römischen Fest der Lupercalia zusammenhängt, das vom 13. bis zum 15. Februar gefeiert wurde. Via Wikipedia

Schon Gottfried Keller (1819-1890) wünschte sich:

Rosen, Rosen bringe!
Rosenduft soll wehn.
Wenn ich trink und singe,
Will ich Rosen sehn.

Er konnte allerdings noch nichts über die teilweise unmenschlichen Arbeitsbedingungen der Rosen- bzw. Blumenfarmen im 21. Jahrhundert in den Ländern des Südens wissen: Kinderarbeit, Löhne unter dem Existenzminimum, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen, ungeregelte Arbeitszeiten, Verhinderung von gewerkschaftlicher Organisation. Mit diesen Missständen leben Millionen ArbeiterInnen, nicht nur der Blumenindustrie.

„Ich meine, es müßte einmal ein sehr großer Schmerz über die Menschen kommen, wenn sie erkennen, daß sie sich nicht geliebt haben, wie sie sich hätten lieben können.“ Christian Morgenstern (1871-1914)

Sie schenken am 14. Februar Blumen? Sehen Sie sich bitte zuvor an, was bzw. wie Sie im Namen der Liebe schenken.

Die „Duftenden Doppelpunkte“ warten zum Valentinstag mit zwei Boni auf.

Bonus 1:

Anlässlich des Valentinstages stellt der „Duftende Doppelpunkt“ sechs E-Cards mit Rosenmotiven zum Versenden bereit. Alternativ zu diesen, neutral gehaltenen Karten, können Sie aus fünfzehn, ursprünglich zum Frauentag veröffentlichten und mit Zitaten von engagierten Frauen versehenen Rosen-E-Cards wählen.

Bonus 2:

„Kleine Kulturgeschichte der Rose“ auf der Wohnpage von Petra Öllinger.

Weiterführende Linktipps:

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KOBUK

Montag, 19. Dezember 2011

Kobuk versus Kronen Zeitung

Kollateralschäden an Mensch und Tier inbegriffen

Hans Kirchmeyr, der Autor von „Wenn die Ukraine Hunde tötet, stirbt bei uns die Wahrheit“, setzt sich in seinem Beitrag auf Kobuk1 mit der Kampagne der Kronen Zeitung für die ukrainischen Streunerhunde kritisch auseinander. Er macht dabei auf das von der Krone verwendete Foto- bzw. vom ORF ausgestrahlte Filmmaterial aufmerksam. Dieses zeigt Hunde, die teilweise unvorstellbaren, durch Menschen verursachten Qualen ausgesetzt sind. Der Haken daran: Die Aufnahmen der malträtierten Kreaturen wurden nicht in der Ukraine gemacht.

Leider übersieht der Autor in seinem Prolog auf Kobuk das Leid der Tiere. Um so mehr zeigt er „ein Herz für Kinder“. Nachdem er diese Volte geschlagen hat, springt er von den Straßenhunden im Allgemeinen, nicht ohne ihnen zuvor das Etikette des Krankheitsüberträgers anzuheften, zu den Streunern nach Rumänien und den dort von Hunden gebissenen Menschen. Auch diese tragischen Umstände werden unter Hinweis auf eine Rüge des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte für seinen Rundumschlag vereinnahmt.

Straßenhunde sind keine Kuscheltiere, sondern übertragen Krankheiten und sind eine ernste Bedrohung, insbesondere für Kinder. Uns Couch-Tierschützern mag diese Sicht nicht gefallen, aber viele Menschen, die täglich mit Streunern konfrontiert sind, und oft selbst “wie arme Hunde” leben, empfinden es so …

Mit der Bemerkung „Das soll nichts entschuldigen, was mit den Tieren passiert“ macht er gegen Ende seines Vorwortes einen halbherzigen Versuch, die bisherige einseitige Stimmungsmache gegen Straßenhunde ein wenig zurechtzurücken. Man würde ihm gerne glauben, mit einem „Aber“ relativiert er seine Aussage allerdings bereits im nächsten Satz: „Aber man sollte die Umstände kennen, bevor man über andere Menschen und ganze Länder urteilt.“
Der Prolog klingt aus und Hans Kirchmeyr hat es nun endgültig geschafft. Als Freund der Kinder und Armen hat er sich sein Platzerl in unseren Herzen gesichert. Dank seiner profunden Analyse haben wir die Umstände nun ausreichend kennengelernt und könnten zum Thema Medienkritik übergehen.

Ein kritischer Blick auf das Medienangebot ist heute nötiger denn je und das Engagement vieler Freiwilliger auf Kobuk hilft, die Qualität des Journalismus in Österreich zu verbessern. In seiner Arbeit steht das Medienwatchblog Kobuk allerdings nicht im kritikfreien Raum. Es ist wichtig, die fälschliche Verwendung von Foto- und Filmmaterial in Zusammenhang mit der Tötung der Hunde aufzudecken. Das Leid der Tiere ist trotzdem real und muss dringend gelindert werden. Kobuk leistet nicht nur diesbezüglich keine Unterstützung, sondern konterkariert diese.

Ein wenig Empathie hätte den angerichteten Kollataralschaden verhindern können. Lesen Sie Shakespeare, Herr Kirchmeyr:

Der arme Käfer, den dein Fuß zertritt, fühlt körperlich ein Leiden ganz so groß, als wenn ein Riese stirbt.2

Journalismus sollte nicht nur über eine klare Zielsetzung verfügen, sondern immer auch Weiterlesen »

Deutschsprachige Geschichtsblogs

Freitag, 16. Dezember 2011

Klaus Graf (Archivar und Historiker) und Mareike König (Bibliothekarin und Historikerin) haben die Blogosphäre im Bereich der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft durchforstet.
Sie nehmen in ihrem Beitrag „Entwicklungsfähige Blogosphäre – ein Blick auf deutschsprachige Geschichtsblogs“ die derzeit noch kleine und überschaubare Präsenz von HistorikerInnen in diesem Bereich unter die Lupe.

Unter anderem wird in dem Beitrag auf das Blogportal hypotheses.org und den Aggregator „Planet Clio“ aufmerksam gemacht. Mit Hilfe des Blogportals soll eine vernetzte deutschsprachige, bloggende Fachcommunity entstehen. Mit Hilfe des Aggregators können Sie sich über die Beiträge verschiedener Geschichtsblogs einen raschen Überblick verschaffen.

Abschließend weisen die beiden auf die aus ihrer Sicht derzeit wichtigsten deutschsprachigen Geschichtsblogs in alphabetischer Reihenfolge hin.

Bildung auf einen Blick

Montag, 12. Dezember 2011

OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)

Bildung auf einen Blick ist eine jährlich erscheinende Sammlung mit grundlegenden Daten zu den Bildungssystemen der OECD-Länder. Der Bericht erfasst alle Aspekte der Bildungspolitik, wie zum Beispiel Abschlussquoten, Beteiligung an Weiterbildung sowie Finanzausstattung und Ressourcenverteilung in den Bildungssystemen.

Bildung prägt gesellschaftliches Verhalten

Bildung auf einen Blick

„Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht“

Montag, 17. Oktober 2011

Ausstellung im Justizpalast in Wien

Er war einer der Cheforganisatoren des Holocaust: Adolf Eichmann war als SS-Obersturmbannführer Leiter des „Judenreferates“ im Reichssicherheitshauptamt und für die Deportation und Ermordung von rund 6 Millionen Menschen mitverantwortlich.

1960 wurde er von israelischen Agenten in Argentinien entführt und nach Israel gebracht. Der Prozeß endete am 15. Dezember 1961 mit dem Todesurteil. Die internationalen Medien berichteten ausführlich und trugen dazu bei, eine breite Öffentlichkeit an das Schicksal der Juden und Jüdinnen in der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern beziehungsweise sie darüber zu informieren.

Diesem Prozeß widmet sich die zuvor in Berlin gezeigte Sonderausstellung „Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht“. In Wien wird die Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung Topographie des Terrors, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz im Justizpalast gezeigt.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Originalfilmmaterial. Über Monitore können mittels interaktiver Sequenzen die unterschiedlichen Sichtweisen der Prozeßbeteiligten abgerufen werden. Schautafeln und Stelen bieten Informationen zur Biographie Adolf Eichmanns, zur Situation der Ghettos Europas, zur Prozeßvorbereitung und -durchführung, zu den ZeitzeugInnen sowie zu den Pressestimmen.

Die Ausstellung kann von 18. Oktober bis 15. Dezember 2011 zwischen 09:00 und 16:00 Uhr in der Aula des Justizpalastes besichtigt werden.
Der Eintritt ist frei.

Justizpalast: Museumstraße 12, 1010 Wien.

Info via Bundesministerium für Justiz

8. März Internationale Frauentag

Dienstag, 8. März 2011

Anlässlich des 100. Internationalen Frauentages weisen wir, zusätzlich zu den drei aktuellen Beiträgen „E-Cards zum Internationalen Frauentag“, „100 Jahre Internationaler Frauentag“ und der „Literaturliste“, auf eine kleine Auswahl frauenspezifischer Artikel hin, die in den letzten Jahren im Literaturblog „Duftender Doppelpunkt“ veröffentlichten wurden.

„Brot und Rosen“ ist der Titel eines Liedes aus dem Jahre 1912. Es entstand bei einem Streik von 14.000 Textilarbeiterinnen für bessere Löhne und gegen Kinderarbeit in Lawrence, USA.
Der Slogan Brot und Rosen wurde zum Leitspruch nicht nur der amerikanischen Frauenbewegung. In ihm werden beide Komponenten eines schönen, menschenwürdigen Lebens vereint. Brot als Grundlage, um nicht in Armut leben zu müssen und Rosen als der Ausdruck für das Schöne. Kleine Kulturgeschichte der Rose.

Frauen in Bewegung 1918-1938: Die Webpräsentation von Ariadne, der frauenspezifischen Informations- und Dokumentationsstelle an der Österreichischen Nationalbibliothek. Ein Informationssystem und Webportal zur Vermittlung frauenpolitischer und frauenbewegter Aktivitäten der Ersten Republik und des ständestaatlichen Regimes.

Frauengeschichte. Die Site frauenwissen.at von Irmgard Neubauer bietet eine Fülle von interessanten Informationen. Sie finden dort beispielsweise Infos über die Amazonen, das Frauenleben im Mittelalter, die Beginen, Frauenleben in der Neuzeit, Special: die Hexen. Ein weiterer Bereich widmet sich dem Thema Frauendarstellungen an Hausmauern, als Skulpturen, Frauengrabsteine, Gedenktafeln, Straßennamen, Ortsschilder. Literaturempfehlungen, Verweise auf andere Sites und eine Sammlung von Frauenzitaten runden die Infos zum Thema Frauengeschichte ab.

Frauen wählet! Erst seit 1919 dürfen alle Frauen in Österreich wählen… Das Thema Frauenwahlrecht wird in der virtuellen Ausstellung „Frauen wählet!“ an Hand von zeitgenössische Fotos, Plakaten, Flugblättern, Illustrationen und Zeitungsausschnitte aus den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek aufbereitet.

ofra – online archiv frauenpolitik: Ausgewählte Dokumente (Fotos, Briefe, Plakate und Reden) zur österreichischen Frauenpolitik aus den Beständen des Johanna Dohnal Archivs und des Kreisky Archivs werden erstmals online präsentiert.

PREKARIAT: Bundesvernetzung von Frauen in Kunst und Kultur. Ein Reader und viele weiterführende Infos zum Thema Prekariat.

Prostitution – Sexarbeit – Menschenhandel: Weltweit sind rund 2,5 Millionen Menschen von Menschenhandel betroffen. 80% davon sind Frauen. Mit Menschenhandel werden jährlich 27 Milliarden Euro verdient. Mehr als mit Drogen oder Waffen. Der Beitrag bietet eine Umfangreiche Zusammenstellung von weiterführenden Infos zu den Themen Prostitution, Sexarbeit und Menschenhandel

Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken 2011. Über die Notwendigkeit von geschlechtergerechten Ausschreibungen. „Publizistenpreis“. Gibt es in Deutschland keine Journalistinnen? Ach ja, sie sind, so sie nicht bereits ihrer natürlichen Bestimmung nachkommen und sich zu Hause unter anderem um den Nachwuchs kümmern, sicher mitgemeint …
In der Ausschreibung des Publizistenpreises ist der weibliche Teil der schreibenden Zunft dann immerhin unter „Journalisten/innen“ zu finden. – Das Wort „Journalisten/innen“ erinnert allerdings ein wenig an einen Appendix: die schreibende Frau als intellektueller Wurmfortsatz des männlich determinierten deutschsprachigen Journalismus.

SEXARBEIT: Ergänzend zum Beitrag „Prostitution – Sexarbeit – Menschenhandel“ und den dortigen Hinweisen auf Datenbanken / Literatur / Dokumente und Hilfs- bzw. Selbsthilfeorganisation sowie gewerkschaftlichen Vertretungen der SexarbeiterInnen finden Sie hier eine kleine zusätzliche Literaturliste.

„Soweit in den Texten personenbezogene Begriffe verwendet werden, möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass diesen keine geschlechtsspezifische Bedeutung zukommt, wir aber aus Gründen der Textökonomie und Lesefreundlichkeit nur die männliche Schreibweise angeführt haben.“ Damit niemand mehr zu obenstehender Begründung für die ausschließliche Verwendung der männlichen Form in Texten greifen muss, gibt es das folgende Angebot: Sprachleitfaden Geschlechtergerechter Sprachgebrauch

Herta Pammer Preis 2011

Donnerstag, 17. Februar 2011

Für Arbeiten zu frauenspezifischer Entwicklungsarbeit in Medien und Wissenschaft

Die Katholische Frauenbewegung Österreichs vergibt heuer wieder den mit 7.000 Euro dotierten Herta Pammer Preis. Erstmals wird er in den beiden Kategorien Medienarbeit und Wissenschaft ausgeschrieben. Ziel ist es, die Auseinandersetzung mit frauenspezifischer Entwicklungsarbeit in den Medien und der Wissenschaft zu fördern.

Entsprechende Arbeiten können bis 2. April 2011 unter dem Stichwort „Herta Pammer Preis 2011″ an die Katholische Frauenbewegung Österreichs, Spiegelgasse 3/2, 1010 Wien eingesendet werden.

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