Archiv für die Kategorie 'Erster Weltkrieg'

Erster Weltkrieg – Literaturquiz

Montag, 29. Dezember 2014

Letzte Runde und Zusammenfassung

Mit dem vierten und letzten Teil dieser literarischen Quizreihe geht unser heuriger Jahresschwerpunkt „Erster Weltkrieg“ zu Ende.

Ein herzliches Dankeschön allen Verlagen, die das Literaturquiz unterstützt haben: Ahriman Verlag, Beltz Verlag, Buchfunk Verlag, Karl Dietz Verlag, Diogenes Verlag, Edition Atelier, edition moderne, Edition Raetia, Elektrischer Verlag, Fischer Verlag, Gmeiner Verlag, Limbus Verlag, LohrBär Verlag, Manesse Verlag, Reclam Verlag, Sisyphus Verlag, Verbrecher Verlag, Wallstein Verlag.

Wir hoffen, Ihnen neben der Freude am Knacken der Rätselnüsse die eine oder andere Anregung für Ihre Lektüre gegeben zu haben.
Jedes der literarischen Rätsel bietet vielfältige Hinweise auf die gesuchte Person. Ist der Autor bzw. die Autorin bereits bekannt, kann der Text als informative Kurzbiografie gelesen werden.

Vorgestellt wurden folgende AutorInnen

Teil 1 – Heinrich Wandt: Das Quiz und die Auflösung der Fragen.

Teil 2 – Andreas Latzko: Das Quiz und die Auflösung der Fragen.

Teil 3 – Lena Christ: Das Quiz und die Auflösung der Fragen.

Teil 4 – Adrienne Thomas: Das Literaturquiz.

In dieser abschließenden Quizrunde haben von den 134 TeilnehmerInnne 17 ein Buch oder eine CD gewonnen. Nähere Infos über die Bücher finden Sie auf der Seite Literaturquiz 4.

Die Quizfragen und Antworten rundum Adrienne Thomas:

  • Unter welchem Pseudonym wurde die Autorin bekannt? Adrienne Thomas
  • Wie lautet der Titel ihres Antikriegsromans? Die Katrin wird Soldat
  • Nennen Sie den Titel eines ihrer Kinderbücher. Andrea. Erzählung für Jugendliche, Viktoria. Erzählung für junge Menschen, Ein Hund ging verloren / Ein Hund zweier Herren, Markusplatz um vier.
  • Wie heißt die Autobiografie ihre Mannes Julius Deutsch? Ein weiter Weg. Lebenserinnerungen.

Die Bücher bzw. Hörbücher und ihre GewinnerInnen

Coverbilder und Inhaltsangaben finden sie auf der Seite Literaturquiz 4.

Manja Präkels und Markus Liske (Hrsg.): Erich Mühsam. Das seid ihr Hunde wert! Ein Lesebuch. Verbrecher Verlag geht an Jürgen Leimer

Henke-Bockschatz, Gerhard: Der Erste Weltkrieg. Eine kurze Geschichte. Reclam Verlag geht an Joachim Neurieser

Christoph Poschenrieder: Das Sandkorn. Diogenes Verlag geht an Agnes Drucker

Christoph Poschenrieder: Der Spiegelkasten Roman. Diogenes Verlag geht an Liselotte Jürgensen

Walter Klier: Leutnant Pepi zieht in den Krieg. Limbus Verlag geht an Herbert Hirschfelder

Klaus Kordon: Die roten Matrosen oder Ein vergessener Winter. Beltz Verlag geht an Josef Prybil, Klara Kock und Dagmar Weitz

Über den Feldern. Der Erste Weltkrieg in großen Erzählungen der Weltliteratur. Manesse Verlag geht an Heike Baller

Eduard von Keyserling: Im stillen Winkel. Erzählungen. Mit Nachwort von Tilman Krause. Manesse Verlag geht an Petra Pronegg

Joseph Roth: Radetzkymarsch. Mit Nachwort von Eva Demski. Manesse Verlag geht an Ralf Schwarzbach

Richard Wiegand: „Wer hat uns verraten …“ Die Sozialdemokratie in der Novemberrevolution. Ahriman Verlag geht an Karl Wieser

1914-1918 – Große Autoren erzählen vom Ersten Weltkrieg, 2 Audio-CDs. Buchfunk Verlag geht an Malte Borsdorf

Martina Wied: Die Geschichte des reichen Jünglings. Sisyphus Verlag geht an G. Eder

Virginia Woolf: Jacobs Zimmer. Fischer Verlag geht an Hans-Werner Kube

Joseph Wittlin: Das Salz der Erde. Fischer Verlag geht an Eva Jancak

Jacques Tardi/Jean-Pierre Verney: Elender Krieg, Gesamtausgabe. edition moderne geht an Claudia Löst

Heiger Ostertag: Potsdamer Affäre. Kriminalroman. Gmeiner Verlag geht an Ursula Pfeiffer

Einige weitere Literaturtipps

Auch einige der AutorInnen, die wir im Literaturquiz des vergangenen Jahres, es erinnerte an die Bücherverbrennung 1933, vorgestellt haben setzen sich in ihrem Schreiben mit dem Ersten Weltkrieg auseinander. So diente Armin T. Wegner als deutscher Sanitätsoffizier im Osmanische Reich und hielt den Völkermord an den ArmenierInnen fotografisch und literarisch fest.

Alexander Moritz Frey wiederum war mit dem Gefreiten Adolf Hitler während des 1. Weltkrieges in einer Kompanie. 1929 veröffentlicht er „Pflasterkästen“. Der Roman wird in seiner Bedeutung gerne mit Remarques „Im Westen nichts Neues“ verglichen. „Pflasterkästen“ reiht sich in die Gruppe jener Romane ein, die von der Menschenverachtung des Krieges und einer „verlorenen Generation“ künden wie beispielsweise Ernst Glaesers „Jahrgang 1902″, Edlef Köppens „Heeresbericht“, Ludwig Renns „Krieg“ und Arnold Zweigs „Erziehung vor Verdun“.

Ein bedeutendes Dokument über den Ersten Weltkrieg sind auch Erich Mühsams Tagebücher aus der Zeit des Ersten weltkrieges „Er braucht lange, bis er die Propagandalügen durchschaut und zu einer eigenen Haltung findet. Das Kriegstagebuch dokumentiert sein Tasten und Irren, seine Suche nach der Wahrheit über den Krieg und nach einer neuen Rolle für sich selbst. So bleibt Mühsam trotz aller Abstürze bei sich und bei seinen Lesern: Als einer, der seine Wege und Irrwege offenlegt und zu einem Stück deutscher Geschichte werden lässt.“ Via Verbrecher Verlag.

Bibliografien zum Thema Ersten Weltkrieg und Belletritik

Der Erste Weltkrieg in der Literatur: Romane, Novellen, Essays, Tagebücher, Briefe, … über den Ersten Weltkrieg.

Erste Weltkrieg – belletristische Literatur.

Erster Weltkrieg – Kinderliteratur – Jugendliteratur. „Mach, dass unsre Truppen siegen, dass wir wieder schulfrei kriegen.“

Upton Sinclair – ein Manifest gegen den Krieg

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Antikriegsliteratur als Weihnachtsgeschenk

Dr. Edmund Schulz hat den vergessenen Anti-Kriegs Appell – „WAR: A MANIFESTO AGAINST IT“ – von Upton Sinclair neu herausgegeben.

war: a manifesto against it ein vergessener Anti-Kriegs Appell von Upton Sinclair Er schreibt: „Upton Sinclair (1879 – 1968), weltberühmt geworden durch seinen Reportageroman The Jungle (deutsch Der Sumpf bzw. Der Dschungel), ist mit seinen Werken wie Alkohol, Boston, Hundert Prozent, Jimmie Higgins, König Kohle, oder Öl! dem Publikum weitgehend nur als Romanschriftsteller bekannt.

Dass er darüber hinaus ein umfangreiches publizistisches Schaffen hinterlassen hat, in dem er immer wieder Stellung zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen bezog, ist heute weitgehend vergessen.
So verfasste er fünf Jahre vor Beginn des Ersten Weltkrieges mit ‚War: A Manifesto Against It‘ einen Artikel, in dem er die Sozialisten der Welt aufforderte, sich einen am Horizont abzeichnenden weltweiten Krieg aktiv zu widersetzen.

Die von Sinclair erhoffte Resonanz auf diesen Appell entsprach mit Sicherheit nicht den Erwartungen des Autors. Druckten doch nach der Erstveröffentlichung in der Londoner Wochenzeitung The Clarion weltweit nur weitere drei englischsprachige Periodika den Text.
Es erfüllte sich auch Sinclairs Hoffnung nicht, dass sein Manifest vor allem bei den deutschen Sozialisten Gehör und Resonanz finden würde. Sowohl der ‚Vorwärts‘, das Central-Organ der Sozialdemokratie Deutschlands, als auch Karl Kautsky, der das Manifest von Sinclair persönlich zugeschickt bekommen hatte, lehnten ab, es in der deutschen Parteipresse zu veröffentlichen. So blieb es – entgegen Kautskys Behauptung, dass auch in Österreich niemand es wagen würde, den Appell Sinclairs zu publizieren – der kleinen anarchistischen Wiener Zeitschrift ‚Wohlstand für Alle‘ vorbehalten, im Oktober 1909 eine deutsche Fassung des Manifestes öffentlich zu machen.

Im Jahr der Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkrieges diese deutsche Fassung des Anti-Kriegs-Manifestes Upton Sinclairs seiner Vergessenheit zu entreißen, ist das Anliegen dieser Publikation. Sie versteht sich zugleich als eine Reverenz an die Redakteure des ‚Wohlstands für Alle‘, die den Mut aufbrachten, diesen Aufruf gegen den Krieg unaufgefordert zu publizieren und damit die Behauptung Kautskys widerlegten, dass auch in Österreich niemand es wagen würde, den Appell zu drucken“. Edmund Schulz

Edmund Schulz (Hrg.): WAR: A MANIFESTO AGAINST IT. Ein vergessener Anti-Kriegs Appell Upton Sinclairs. Selbstverlag Edmund Schulz, 2014, 42 Seiten, 5 Euro.

Buchbestellung: Dr. Edmund Schulz, Hans-Marchwitza-Straße 2-513, D-04279 Leipzig, Email: schulz.sinc(et)kabelmail.de

Erster Weltkrieg – Literaturquiz 4

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Diesmal haben besonders viele Verlage unser Literaturquiz großzügig gefördert und Literatur zur Verfügung gestellt, sodass wir unter jenen, die unsere vorerst letzte Rätselnuss knacken, zahlreiche Buchpreise verlosen können.

DAS LITERATURQUIZ
DIE QUIZFRAGEN
DIE BUCHPREISE

ANTWORTEN bitte bis zum 24. Dezember 2014 um 12:00 Uhr per Mail oder direkt via Kontaktseite des „Duftenden Doppelpunktes“. Am Abend desselben Tages werden die Rätselfragen aufgelöst und die GewinnerInnen der Buchpreise bekanntgegeben.

DAS LITERATURQUIZ

1947 verschlägt es die Autorin, aus dem amerikanischen Exil kommend, der Liebe wegen nach Wien. Die Stadt an der Donau wird für über 30 Jahre zu ihrem Lebensmittelpunkt. Ihre erste Wahl scheint die Bundeshauptstadt nicht gewesen zu sein. So ist von ihr die Bemerkung überliefert, sie wäre vielleicht sogar lieber zu den Hottentotten gegangen als nach Wien.

1897 in eine lothringische jüdische Kaufmannsfamilie hineingeboren, erhält sie den Vornamen Hertha und wächst zweisprachig auf.
Mit siebzehn Jahren meldet sie sich als freiwillige Rotkreuzhelferin und erlebt so unmittelbar die Schrecken des Krieges: „Ich war damals noch ein Kind; aber ich stand schon an Sterbebetten französischer und deutscher Soldaten, oft auch noch halbe Kinder, kaum älter als ich.“

Ihre damaligen Tagebuchaufzeichnungen bilden die Grundlage für den 1930 unter ihrem Künstlerinnennamen veröffentlichten Antikriegsroman.

„Zum ersten Mal wurde hier in der deutschen Literatur die aller Kontrolle entgleitende Gewalt eines Krieges aus weiblicher Sicht dargestellt – von den Erfahrungen und Empfindungen einer freiwilligen Helferin und dann Krankenschwester des Roten Kreuzes her, die auf dem Bahnhof Metz die Züge mit anfangs begeisterungstrunkenen jungen Soldaten an die nahe Westfront rollen sah und in den zurückkommenden Lazarettzügen den Anblick entstellter menschlicher Körper aushalten musste.“

Ihr pazifistischer Debutroman erreicht innerhalb kurzer Zeit eine Auflage von über 130.000 Exemplaren, wird in zahlreiche Sprachen übersetzt und landet 1933 als Schmutz- und Schundliteratur auf dem Scheiterhaufen der nationalsozialistischen Bücherverbrennung. Ihr literarisches Schaffen bleibt im Deutschen Reich bis 1945 verboten.

Als in der Zeitung „Völkischer Beobachter“ ein Hetzartikel gegen das Buch und seine Autorin veröffentlicht wird und das Leben als Jüdin in Deutschland immer schwieriger wird, entschließt sie sich zur Flucht und reist in die Schweiz. Von dort führt sie ihr Weg nach Frankreich und 1934 nach Österreich. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht gelingt ihr Anfang April 1938, diesmal mit falschen Papieren, zum zweiten Mal die Flucht nach Frankreich.

Über diese Zeit schreibt Sie später: „Ich hatte Angst vor dieser braunen Pestwelle, vor diesem Unterweltabschaum, der plötzlich das Straßenbild beherrschte. Ich hatte Angst; aber nachts saß ich dann doch an irgend einem Tisch und schrieb. Man durfte doch nicht schweigen. Man mußte doch zeigen, wer die hier waren. Alle moralischen, alle menschlichen Kräfte der Welt mußten sich vereinen gegen den Antimensch. Jede Stimme, auch die kleinste, mußte mit einstimmen in den Ruf zum Großen Sammeln: ‚Ja!‘“ (aus ihrem Essay “Nein und Ja”).

1940 wird sie in Frankreich im Camp de Gurs interniert. Sie entkommt mit gefälschten Entlassungspapieren und gelangt mit einem „Emergency Visum“ – vermittelt durch den Schriftsteller Hermann Kesten – über Spanien und Portugal in die USA.

Über ihre Gefühle nach der Ankunft in den USA schreibt sie in „Erinnerungen“: „Hier durften wir endlich aufatmen. Niemand würde in aller Herrgottsfrüh an die Türe hämmern, um irgendwelche Auskünfte zu fordern, eine Hausdurchsuchung vorzunehmen oder eine Verhaftung. Hier war uns die Freiheit.“

Sie arbeitet unter anderem für das „Free World Magazine“, eine von ExilantInnen und US-AmerikanerInnen gegründete Zeitung, die für eine demokratische Neuordnung Europas eintritt. Ihre Erfahrungen mit Flucht und Exil verarbeitet sie in den Romanen „Reisen Sie ab, Mademoiselle!“ und „Ein Fenster zum East River“.

Trotz der jahrelangen aufreibenden Flucht scheint sich die Autorin eine grundsätzlich positive Einstellung bewahrt zu haben: „Torberg hat einmal gesagt, es waren zwölf verlorene Jahre. Für mich waren es zwölf gewonnene Jahre. (…) Ich habe das Beste daraus gemacht, habe mich nicht unterkriegen lassen. In Amerika hab‘ ich bescheiden gelebt, bei einer Zeitung gearbeitet. Ich hab‘ da alles gemacht. Sachen, die ich noch nie gemacht hatte in meinem Leben. Alles war neu für mich, und ich hab‘ mich wohl gefühlt.“

Sie lernt ihren späteren Ehemann, den österreichischen Politiker, Gründer des Schutzbundes und Spanienkämpfer Julius Deutsch kennen, und kehrt ihm zuliebe 1947 nach Wien zurück.

Neben ihrem berühmten Roman über den Ersten Weltkrieg veröffenticht sie im Laufe der Jahre weitere fünf Romane, vier Kinderbücher und eine Reihe von Novellen und Essays. Nach 1945 publiziert sie nur mehr wenig, beschäftigt sich mit der Überarbeitung ihrer Werke und unterstützt ihren Mann bei der Niederschrift seiner Lebenserinnerungen. Nach dessen Tod wird sie zu seiner Nachlassverwalterin und bemüht sich um die Bewahrung seines Andenkens.

Sie stirbt am 7. November 1980 und wird – von der Öffentlichkeit weitgehend vergessen – am Grinzinger Friedhof an der Seite ihres 1968 verstorbenen Mannes beigesetzt.

DIE QUIZFRAGEN

  • Unter welchem Pseudonym wurde die Autorin bekannt?
  • Wie lautet der Titel ihres Antikriegsromans?
  • Nennen Sie den Titel eines ihrer Kinderbücher.
  • Wie heißt die Autobiografie ihre Mannes Julius Deutsch?

DIE BUCHPREISE

Manja Präkels und Markus Liske (Hrsg.): Erich Mühsam. Das seid ihr Hunde wert! Ein Lesebuch. Verbrecher Verlag, Broschur, 352 Seiten, € 16,00.

ERICH MÜHSAM DAS SEID IHR HUNDE WERT „Es ist nicht möglich, Leben und Werk Erich Mühsams zu trennen. Er war Bohemien, Dichter, Anarchist, Humorist, politischer Publizist, Dramatiker, bisexueller Erotomane, Revolutionär, selbst in größter Not unbeirrbarer Menschenfreund und schließlich eines der ersten prominenten Opfer der Nazis. 1933 wurde er noch in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet und nach monatelanger Folter im KZ Oranienburg ermordet.

Aufgabe dieses Lesebuchs soll es sein, Mühsams lebenslangen Kampf ‚für Gerechtigkeit und Kultur‘ mit Texten aus seinem reichhaltigen Werk nachzuerzählen, die bis heute nichts an ihrer politischen Aktualität verloren haben. Neben einigen Mühsam-Klassikern enthält diese Sammlung auch bislang unveröffentlichte Gedichte, Auszüge aus längeren Werken, ausgewählte Briefe und die Beschreibung seiner letzten Tage aus der Feder seiner Frau Zenzl.“ Via Verbrecher Verlag

Henke-Bockschatz, Gerhard: Der Erste Weltkrieg. Eine kurze Geschichte. Reclam Verlag, 300 Seiten 6 Ktn., geb. mit Schutzumschlag, € 22,95.

Gerhard Henke-Bockschatz Der Erste Weltkrieg „Der Erste Weltkrieg ist als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet worden, als der fatale Großkonflikt, mit dem das „katastrophale“ kurze Jahrhundert vom Ende des bürgerlichen Zeitalters bis zum Ende des Kalten Krieges begann. Der Frankfurter Historiker Gerhard Henke-Bockschatz unternimmt einen konzisen, abgewogenen Überblick, der nüchtern nachzeichnet, wie in Deutschland – vergleichbar mit allen anderen großen, am Krieg beteiligten europäischen Nationen – die Überzeugung die Oberhand gewann, ein auf Machtvergrößerung zielender Krieg sei nicht nur führbar, sondern sogar zu gewinnen, und wie diese grassierende Kriegsbegeisterung geradewegs und notwendigerweise in die Erstarrung des Stellungskriegs führte. Eine chronologische Darstellung der Ereignisgeschichte bis zur Novemberrevolution und zum Versailler Vertrag wird durch die Erörterung der wichtigsten strukturellen Aspekte – Innen- und Außenpolitik, Sozialgeschichte einer Gesellschaft im Krieg, Kriegswirtschaft, Geist und Kultur des Krieges – ergänzt.“ Via Reclam Verlag

Christoph Poschenrieder: Das Sandkorn. Diogenes Verlag, detebe 24325, 416 Seiten, € 13,30.

Christoph Poschenrieder Das Sandkorn „Ein Mann streut Sand aus Süditalien auf den Straßen von Berlin aus. In Zeiten des Kriegs ist solch ein Verhalten nicht nur seltsam, sondern verdächtig. Der Kommissar, der den kuriosen Fall übernimmt, stößt unter dem Sand auf eine Geschichte von Liebe und Tabu zwischen zwei Männern und einer Frau. Ein Zeitbild von 1914, aus drei ungewöhnlichen Perspektiven.

Es sind die letzten Tage des Kaiserreichs, an der Schwelle zum Ersten Weltkrieg. Jacob Tolmeyn, Kunsthistoriker aus Berlin, befürchtet, wegen seiner Homosexualität erpresst und verfolgt zu werden, und nimmt einen Forschungsauftrag in Süditalien an, weit weg vom gefährlichen Großstadtkiez. Doch auch unter der apulischen Sonne, bei der Vermessung der staufischen Kastelle zusammen mit seinem Assistenten Beat unter der Aufsicht von Letizia, steht er bald vor demselben Problem. Muss er nun auch in Italien vor Denunzianten zittern? Zurück in Deutschland gerät er trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in die Fänge eines Berliner Kommissars – eines Spürhunds, der einer Fährte aus Sand folgt, die Tolmeyn selbst gelegt hat.“ Via Diogenes Verlag

Christoph Poschenrieder: Der Spiegelkasten Roman. Diogenes Verlag, detebe 24239, 224 Seiten, € 11,30.

Christoph Poschenrieder Der Spiegelkasten „Wie erging es einem jüdischen Offizier, der für Deutschland an der Front stand? Ein junger Mann vertieft sich in die Kriegs-Fotoalben seines Großonkels aus dem Ersten Weltkrieg. Und je mehr er sich fragt, wie dieser der Hölle unversehrt entkommen konnte, umso tiefer gerät er selbst hinein. (…)

Im Frühling 1915 schreibt der deutsch-jüdische Offizier Ismar Manneberg aus dem Schützengraben einen Brief an eine Frau, die es nicht gibt – ein x-beliebiges Fräulein Müller –, schließlich schicken alle seine Kameraden Nachrichten in die Heimat. Völlig unerwartet erhält er eine Antwort. (…) Neunzig Jahre später findet ein Großneffe Ismar Mannebergs dessen Kriegs-Fotoalben und darin auch das verwischte Bild eines ‚Spiegelkastens‘. Der junge Mann steckt gerade in einer persön- lichen und beruflichen Krise und verliert sich zunehmend in den körnigen Schwarzweißaufnahmen des Irrsinns. Und als eine E-Mail von ‚WarGirl18′ eintrifft, die etwas über den geheimnisvollen Spiegelkasten zu wissen scheint, gerät er vollends aus der Bahn.“ Via Diogenes Verlag

Walter Klier: Leutnant Pepi zieht in den Krieg. Roman, Limbus Verlag, Reihe Zeitgenossen, Gebunden mit Schutzumschlag. 616 Seiten, € 24,90.

Walter Klier Leutnant Pepi zieht in den Krieg „Mit Leutnant Pepi zieht in den Krieg ist Walter Klier ein Familienroman mit epischen Ausmaßen gelungen. Erzählt wird die Geschichte von Josef Prochaska, dem Großvater des Autors, der in Feldpostbriefen, Tagebuchaufzeichnungen und sonstigen Notizen selbst zu Wort kommt; mit seiner Geschichte erwacht die Zeit des untergehenden Österreich-Ungarn zum Leben: die k. u. k. Monarchie vom Vorabend des 1. Weltkriegs bis zu ihrem Ende.
Ein Roman aus dem Leben, ein österreichisches Echolot, ein fragmentarisches, collageartiges Meisterwerk, das durch sein Beharren auf Authentizität jede Fiktion unterläuft – Walter Klier auf den Spuren von Walter Kempowski.“
Limbus Verlag

3 Exemplare von Klaus Kordon: Die roten Matrosen oder Ein vergessener Winter. Beltz Verlag 2013, Taschenbuch, 470 Seiten, € 10,30.

Klaus Kordon Die roten Matrosen „Dieser Roman, eine besondere Art der Geschichtsschreibung von unten, ist ein Glücksfall: Kordon verkündet keine Thesen, sondern beschreibt Menschen, ihre Gedanken und Gefühle, witzig, nachdenklich, einfach, aber nicht vereinfachend.“ Anne Linsel, DIE ZEIT

„Berlin 1918/1919: Nach vier Jahren Weltkrieg verweigern die Matrosen der kaiserlichen Marine den Befehl zum Auslaufen und kommen nach Berlin. In der Stadt beginnt es zu brodeln. Helmut, genannt Helle, und Fritz freunden sich mit den meuternden Matrosen der Hochseeflotte an, erleben die Revolution mit, den Sieg – und auch die Niederlage. Die Menschen einer ganzen Mietskaserne, der Ackerstraße 37 im Berliner Wedding, werden lebendig, mit ihren Sorgen und Nöten, aber auch mit ihrem Hoffen und ihrem Zusammenhalt.“ Via Beltz Verlag

Über den Feldern. Der Erste Weltkrieg in großen Erzählungen der Weltliteratur. Manesse Verlag, gebund., Leinen, 784 Seiten, € 30,80.

Über den Feldern Der Erste Weltkrieg in großen Erzählungen der Weltliteraur „Über alle Fronten hinweg versammelt dieses Buch 70 Glanzstücke moderner Erzählkunst aus 16 Sprachen, viele davon in Erst- oder Neuübersetzung.

Das universelle Panorama der Jahre 1914–1918 beleuchtet menschliche Abgründe, zeigt die Realität des Kriegs und überrascht mit unvermuteten Hoffnungs- und Glücksmomenten: Über den Feldern nimmt neben dem Frontgeschehen ganz bewusst die Nebenkriegsschauplätze ins Visier: Etappe und Hinterland, scheinbar aus der Zeit gefallene „zivile“ Refugien, dazu die inneren Fluchten, Ideen- und Seelenräume sowie, nicht minder umkämpft als die Gefechtszonen der Außenwelt, die „Territorien des Gewissens“ (Pasternak).“ Via Mannesse Verlag

Eduard von Keyserling: Im stillen Winkel. Erzählungen. Mit Nachwort von Tilman Krause. Manesse Verlag, geb., Leinen mit Schutzumschlag, 256 Seiten, € 18,40.

Eduard von Keyserling. Im stillen Winkel „Er ist der Dichter des schweren Nachmittagslichts, der flimmernden Unruhe und schwebend-zarten Melancholie: Eduard von Keyserling, der ‚Fontane in Moll‘ (Tilman Krause). Eindrucksvoll bestätigt er in diesem Erzählband seinen Ruf als großartiger Stilist und Virtuose des literarischen Impressionismus in Deutschland.“

„Die Landvilla einer wohlhabenden Bankiersfamilie ist schließlich Schauplatz der titelgebenden Geschichte, in deren Mittelpunkt der elfjährige Sohn Paul steht. Der Knabe, der »ein seltsam starkes Gefühl für die Unsicherheit unsres Daseins« hat, beobachtet das Werben eines leichtlebigen Bankvolontärs um seine Mutter mit Neugier; erwachen doch auch in ihm erstmals Gefühle für eine junge Dame. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges angesiedelt, erweist sich Keyserlings Erzählung als zarte Elegie auf das Leben einer Gesellschaft voller unbefriedigter Sehnsüchte.“ Via Manesse Verlag

Joseph Roth: Radetzkymarsch. Mit Nachwort von Eva Demski. Manesse Verlag, gebund., Leinen mit Schutzumschlag, 656 Seiten, € 23,60

Joseph Roth Radetzkymarsch „Eines der schönsten Prosawerke des Jahrhunderts, voller Traurigkeit, voller Weisheit, voller Schrecknis“ (Peter Wapnewski)

„Nicht nur jedem Anfang, auch so manchem Ende wohnt ein Zauber inne. Joseph Roth, literarischer Kronzeuge der Donaumonarchie, bringt deren endzeitlichen Zauber noch ein letztes Mal zum Aufleuchten. ‚Radetzkymarsch‘, sein berührendes Requiem auf das alte Österreich, ist selbst durchdrungen von jener taktvollen Grazie, der es in einer unzeitgemäßen Welt nachspürt.

Ein gütiger Patriarch wacht in weisem Ratschluss über seine Untertanen, die Weltordnung der Habsburger scheint unvergänglich. Doch hinter kaiserlichem Glanz und Gloria mehren sich die Anzeichen des Verfalls. In Marsch- und Walzerklänge mischen sich Trommelwirbel und schrille nationalistische Töne. Franz von Trotta, Spross einer vom Kaiser protegierten Familie, wird gewahr, dass die Welt, die er als k.u.k.-Beamter in der böhmischen Provinz bis in die letzte Faser seines Wesens repräsentiert, längst dem Untergang geweiht ist. Bald wird nichts mehr sein, wie es einmal war.“

Richard Wiegand: „Wer hat uns verraten …“ Die Sozialdemokratie in der Novemberrevolution. Mit einem Vorwort von F.E. Hoevels und zahlreichen ergänzenden Materialien. Ahriman Verlag, 318 Seiten, mit 43 Originalphotos, 143 Faks. mit Personenregister. € 19,00.

Wiegand Wer hat uns verraten... „Diese ausgezeichnete, prägnante Darstellung der verhängnisvollen Rolle der SPD in der Novemberrevolution 1918/1919 war in besseren, da aufgeklärteren Zeiten unter Schülern und Studenten verbreitet und verdient es, der Vergessenheit entrissen und vor allem gelesen zu werden.(…) Daß die Sozialdemokratie natürlich auch nach dem 2. Weltkrieg ihrem Wesen treu geblieben ist, zeigen einige ausgewählte Parteikarrieren aus der Aufbauphase der Nachkriegs-SPD, die Stephan Kindynos aus mehreren Archiven zusammengetragen hat und in einem separaten Dokumentenanhang dem Publikum erstmals zugänglich macht.“ Via Ahriman Verlag

1914-1918 – Große Autoren erzählen vom Ersten Weltkrieg. Buchfunk Verlag, 2 Audio-CDs, Spieldauer: 153 Minuten, € 19,90.

Große Autoren erzählen vom Ersten Weltkrieg „In diesem Hörbuch kommen 17 große Autoren zu Wort, die den Ersten Weltkrieg miterlebten. Sie erlauben einen tiefen Einblick in diese „Ur­katastrophe“ des 20. Jahrhunderts – von der Euphorie der ersten Stunden bis zur ungeheuren Verwüstung, die am Ende übrig blieb. Spannend, bewegend und einfühlsam beschreiben sie ihre persönlichen Erlebnisse und kommen gemeinsam der Wurzel des Krieges so nahe wie kaum jemand zuvor.

Auf den beiden CDs finden sich Texte von: Hans Fallada, Anna Seghers, Lion Feuchtwanger, Ernst Toller, Egon Erwin Kisch, Ludwig Renn, Georg Trakl, August Stramm, Klabund, Friedrich Wolf, Ernst Glaeser, Arnold Zweig, Richard Dehmel, Rosa Luxemburg, Bertolt Brecht, Kurt Tucholsky, Erich Maria Remarque.“ Via buchfunk Verlag

Martina Wied: Die Geschichte des reichen Jünglings. Mit einem Vorwort von Karl-Markus-Gauß. Sisyphus Verlag, broschiert, 785 Seiten, € 14,00.

Martina Wied Die Geschichte des reichen Jünglings „‚Die Geschichte des reichen Jünglings‘ ist das Hauptwerk der großen, vergessenen österreichischen Schriftstellerin Martina Wied. In einem äußerst plastischen und spannenden Zeitgemälde der Zwischenkriegszeit in Polen beschreibt Wied das Schicksal und die geistige Entwicklung des sensiblen, vergrübelten Fabrikantensohns Adam Leontjew. Adam, eine Endzeitgestalt, die einen neuen Anfang sucht, flüchtet vor seinen persönlichen Miseren und den katastrophalen Folgen des Ersten Weltkrieges, an dem er teilnimmt, nacheinander in nächtliche Lasterhaftigkeit, wissenschaftliche Arbeit und in den Kommunismus. In bewundernder Gefolgschaft zu einem der legendären sozialistischen Agitatoren seiner Zeit – er ist der Persönlichkeit Georg Lukács’ nachempfunden, den Wied aus seinen Wiener Jahren persönlich kannte – lernt Adam das Projekt der proletarischen Revolution kennen. Seinen Weg findet er aber schließlich in der Entscheidung für einen radikal individualistischen Humanismus.“ Via Sisyphus Verlag

Virginia Woolf: Jacobs Zimmer. Fischer Verlag, übersetzt von Heidi Zerning, € 9,20.

Virginia Woolf „‚Der stille junge Mann‘, heißt es von Jacob Flanders, und: »wie besonders er aussieht‘. Er hat das College in Cambridge verlassen und lebt in London. Flüchtige Freundschaften und Liebeserlebnisse lassen ihn spüren, wie einsam er mit seinem vielleicht nicht mehr zeitgemäßen Weltbild ist. Mehr und mehr zieht er sich in sein Zimmer und seinen eigenen geistig-seelischen Bereich zurück, liest bis spät in die Nacht Autoren der griechischen und römischen Antike und der elisabethanischen Zeit. Auf einer Reise nach Italien und Griechenland will er die klassischen Kunstdenkmäler als den Ausdruck von Einheit und Größe erleben, der seinem Ideal entspricht. Ist es das, was er erlebt? Nach seiner Rückkehr findet er den Kontakt zur Gegenwart nicht mehr. Der Erste Weltkrieg ist ausgebrochen; Jacobs Spur verliert sich in Flandern. In sein Zimmer dringen jetzt durch das offene Fenster die Laute des modernen Lebens.“ Via Fischer Verlag.

Joseph Wittlin: Das Salz der Erde. Fischer Verlag, aus dem Polnischen von Izydor Berman und Marianne Seeger, € 11,30.

Joseph Wittlin, Das Salz der Erde „Peter Niewiadomski lebt zufrieden als Bahnwärter in den Karpaten. Er hat sein Auskommen, eine Geliebte, einen Hund. In diese Ruhe bricht die Nachricht: Der Thronfolger wurde erschossen, Peter wird an die Front einberufen. Die Schrecken des Weltkrieges vermag sich zu diesem Zeitpunkt noch niemand ausmalen. Dunkle Bedrohung und Hilflosigkeit lassen Peter klarer sehen, was ihm Heimat, Zukunft und Europa bedeuten.“ Via Fischer Verlag

Jacques Tardi/Jean-Pierre Verney: Elender Krieg, Gesamtausgabe. edition moderne, 144 Seiten, farbig, Euro 34.00.

Elender Krie 1914 - 1919 „Jacques Tardi schildert in „Elender Krieg“ den blutigen Alltag in den Schützengräben Nordfrankreichs, in denen Millionen von Soldaten durch die furchtbaren Waffen der modernen Kriegsführung, durch Krankheit und Hunger den Tod fanden.
Die vorliegende Graphic Novel enthält umfangreiches Begleitmaterial zur Geschichte des Ersten Weltkrieges – eine Chronologie der Ereignisse, viele Fotos, Zeitdokumente und Landkarten.“
Via edition moderne

Lena Christ

Sonntag, 30. November 2014

Den vierten und letzten Teil unserer Quizreihe anlässlich des Gedenkens an den Ersten Weltkrieg veröffentlichen wir am Mittwoch, dem 03. Dezember 2014. Zur Beantwortung der Fragen haben Sie bis Mittwoch, dem 24. Dezember 2014 um 12:00 Uhr Zeit.

Im 3. Teil des Literaturquizes wurde nach Lena Christ gesucht.

Die Fragen und Antworten

  • Wie heißt die Autorin? – Lena Christ
  • Wie lautet der Titel ihrer Autobiografie? – Erinnerungen einer Überflüssigen
  • Welchen Titel trägt ihr im LohrBär Verlag 2014 veröffentlichter Roman? – Die Rumplhanni

Falls die Informationen, die wir für Sie über Lena Christ im „Duftenden Doppelpunkt“ zusammengetragen haben, nicht ausreichen, sind Sie eingeladen, in folgenden Sites zu blättern:

Lena Christ im Literaturportal Bayern.

Der Fluch der Mutter. Die Schriftstellerin Lena Christ war ein misshandeltes Kind. Ihre Autobiografie „Erinnerungen einer Überflüssigen“ ist das Dokument einer Jugend in Angst. Mit 38 Jahren nahm sich die schwer traumatisierte Frau das Leben.

Über das Hörbuch „Die Rumplhanni“ von Lena Christ aus dem LohrBär Verlag.

Romane und Erzählungen von Lena Christ auf zeno.org zum Nachlesen.

***

Die Preise und ihre GewinnerInnen

Auch in dieser Runde wurde das Literaturquiz vonseiten der Verlagswelt großzügig unterstützt. Unser herzlicher Dank geht diesmal an Elektrischer Verlag, Wallstein Verlag, Edition Raetia und Edition Atelier.

Elena Messner DAS LANGE ECHO

Andreas Latzko, Menschen im Krieg

Kämpfen für das Heiligste Tiroler Stimmen zum Ersten Weltkrieg

Krieg von allen Seiten Prosa aus der Zeit des ersten Weltkrieges

DAS LOSGLÜCK WAR DIESMAL FOLGENDEN TEILNEHMERINNEN HOLD:

Der Roman Das lange Echo aus der Edition Atelier geht an Brigitta Trinko.

Andreas Latzko: Menschen im Krieg. Die Novellensammlung aus dem Elektrischen Verlag geht an Franz Wörndle.

Josef Feichtinger: Kämpfen für das Heiligste. Tiroler Stimmen zum ersten Weltkrieg aus der Edition Raetia geht an Waltraud Prackwieser.

Wilhelm Krull (Hrsg.): Krieg von allen Seiten. Prosa aus der Zeit des Ersten Weltkrieges aus dem Wallstein Verlag geht an Anna-Katharina Pelkner.

Erster Weltkrieg – Literaturquiz 3

Montag, 3. November 2014

Unter allen richtigen Einsendungen wird diesmal Literatur aus der Edition Atellier, der Edition Raetia, dem Wallstein Verlag und dem Elektrischen Verlag verlost.

Andreas Latzko, Menschen im Krieg

Elena Messner DAS LANGE ECHO

Krieg von allen Seiten Prosa aus der Zeit des ersten Weltkrieges

Kämpfen für das Heiligste Tiroler Stimmen zum Ersten Weltkrieg

Latzko, Andreas: Menschen im Krieg. Elektrischer Verlag, 132 Seiten, Paperback. Vor Erscheinen von Erich Maria Remarques »Im Westen nichts Neues« (1929) ist »Menschen im Krieg« das international bekannteste Kriegsbuch deutscher Sprache gewesen. Die während des Ersten Weltkriegs erschienenen Novellen über Leben und Sterben an der Kriegsfront zwischen Italien und Österreich-Ungarn, der Isonzofront, wurden in mehr als fünfzehn Sprachen übersetzt. Ein heute nahezu vergessenes Meisterwerk pazifistischer Kriegsliteratur, neu herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Eckhard Gruber.

Messner, Elena: Das lange Echo. Edition Atelier, 192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Ein österreichisch-ungarischer Offizier im Ersten Weltkrieg, seit 1916 im besetzten Belgrad stationiert, erlebt in bitterer Verzweiflung den Zusammenbruch seines Reiches. Hundert Jahre später sitzen die Direktorin des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums und ihre Assistentin einander im Streitgespräch über Moral und Mitleid, Verbrechen und Verantwortung gegenüber. Ein Roman über sinn- und schamlos vergeudetes und zerstörtes Leben, über ein finsteres Kapitel der österreichischen Geschichte und über die Sehnsucht nach Aussöhnung.

Wilhelm Krull Hrsg.: Krieg – von allen Seiten. Prosa aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Wallstein verlag, 222 Seiten, geb., Schutzumschlag Überall war Krieg – zu Wasser, am Boden und erstmals auch in den Lüften. Die maschinell geprägte Kriegsführung und das Massensterben auf den Schlachtfeldern und in den Schützengräben ließen auch die Überlebenden existenziell erschüttert und orientierungslos zurück. Der Band enthält Erzählungen und Tagebucheintragungen von Autoren wie Walter Flex, Leonhard Frank, Ernst Jünger, Egon Erwin Kisch, Wilhelm Lamszus, Andreas Latzko und Paul Zech. Er vermittelt dem Leser einen Einblick in das breite Spektrum höchst unterschiedlicher Positionen und Reaktionen aus der Zeit von 1912 bis 1922.

Feichtinger, Josef: Kämpfen für das Heiligste. Tiroler Stimmen zum Ersten Weltkrieg. Verlag Raetia, 424 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag. Zahlreiche Schriftstücke belegen eindrucksvoll, dass der Erste Weltkrieg als Heiliger Krieg verstanden wurde. Volksdichter und Vertreter der Kirche wie Reimmichl oder Bruder Willram riefen in ihren Texten zum Kampf für Gott und Vaterland auf: Eine Kriegsverweigerung kam einer Todsünde gleich. Diesen kriegstreibenden Texten sind Splitter oppositioneller Literatur aus dem österreichischen und deutschen Sprachraum gegenübergestellt, die erst nach Ende des Krieges veröffentlicht werden konnten.

ANTWORTEN bitte bis zum 30. November 2014 um 12:00 Uhr per Mail oder direkt via Kontaktseite des „Duftenden Doppelpunktes“. Am Abend desselben Tages werden die Rätselfragen aufgelöst und die GewinnerInnen der Buchpreise bekanntgegeben.

Alle TeilnehmerInnen des Literaturquizes, die sich für das Buch „Kämpfen für das Heiligste. Tiroler Stimmen zum Ersten Weltkrieg“ interessieren, bitte melden. Damit der Titel eine/n interessierte/n LeserIn findet, werden wir ihn unter all jenen verlosen, die zuvor ihr Interesse an dieser Tirolensia bekunden.

Die Quizfragen

  • Wie heißt die Autorin?
  • Wie lautet der Titel ihrer Autobiografie?
  • Welchen Titel trägt ihr im LohrBär Verlag 2014 veröffentlichter Roman?

Literaturquiz

Die gesuchte Autorin wird 1881 in Oberbayern geboren und verbringt die ersten Lebensjahre bei den Großeltern auf dem Lande. Nachdem die Muttter geheiratet hat, nimmt sie das Kind zu sich nach München. Über die folgenden Jahre schreibt die Autorin in ihren Lebenserinnerungen später:

„Geliebt hat mich meine Mutter nie; denn sie hat mich weder je geküßt noch mir irgendeine Zärtlichkeit erwiesen; jetzt aber, seit der Geburt ihres ersten ehelichen Kindes, behandelte sie mich mit offenbarem Haß. Jede, auch die geringste Verfehlung wurde mit Prügeln und Hungerkuren bestraft, und es gab Tage, wo ich vor Schmerzen mich kaum rühren konnte.
Der Hunger, den ich zu leiden hatte, und der Umstand, daß ich in der Früh selten ein Frühstück bekam, veranlaßten mich, Trinkgelder, die ich von den Leuten für das Fleischbringen erhielt, oder auch etliche Pfennige von dem Betrag für das gelieferte Fleisch zu nehmen und mir Brot dafür zu kaufen. Als die Mutter durch Zufall dies entdeckte, mißhandelte sie mich so, daß ich mehrere Tage nicht ausgehen konnte.“

In ihren Büchern verarbeitet sie in beeindruckender Weise ihre eigenen Beobachtungen und Erlebnisse und gibt so einen tiefen Einblick in das ärmliche Leben der Arbeiterklasse und der Landbevölkerung Anfang des 20. Jahrhunderts.

Dieser Tage wird im LohrBär Verlag eines ihrer Werke als Hörbuch herausgebracht. Der Verleger Dieter Lohr schreibt über den Roman: „Er wurde 1916 veröffentlicht, also ohne das Wissen darum, wie es ausgehen und was danach kommen würde. Das macht den Roman für mich so spannend. Es ist eine ‚unverstellte‘ (in dicken Anführungsstrichen) Sicht auf den Krieg, eine Sicht vom Dorf aus, hartes Leben, viel Arbeit, schwerstkommunikations- und sozialbehinderte Menschen. Sie verstehen den Krieg als eine Art Grippe. So etwas kommt und geht, und man kann nichts dagegen machen, außerdem hat der König gesagt, dass es sein muss, und der König lügt nicht. Auf alle Fälle ist so ein Krieg kein Grund, irgendetwas zu hinterfragen, womöglich gar kritisch. Und indem der Roman so unkritisch ist (wobei man ihm und seiner Autorin fairerweise zugestehen muss, dass er noch mitten im Kaiserreich geschrieben wurde, noch dazu in einer Krisenzeit – es war wohl für Schriftsteller angemessen, sich fleißig in Selbstzensur zu üben), indem er diese von heutiger Sicht aus schockierene Einstellung zu den Dingen so ‚natürlich‘ wiedergibt, gerade dadurch ist er dann doch wieder ein Antikriegsroman. Finde ich.“

Mit 20 Jahren heiratet sie. Die Mutter wünscht ihr zur Hochzeit: „Du sollst keine glückliche Stund haben, und jede gute Stund sollst mit zehn bitteren büßn müssn.“ Die Wünsche der Mutter erfüllen sich. Der Mann erweist sich als gewalttätig und verspielt ihre Mitgift.
Die Schriftstellerin, mittellos und krank, wird von der Fürsorge der Stadt München in ein Krankenhaus eingewiesen. Ihre beiden Töchter kommen in ein katholisches Heim auf dem Land und der Sohn wächst bei den Schwiegereltern auf.

Über ein Inserat, sie sucht eine Stelle als Schreiberin, lernt sie 1910 den Schriftsteller Peter Jerusalem kennen. Die beiden heiraten und die Zeit ihrer Ehe ist die literarisch fruchtbarste in ihrem Leben. Kurz nach dem 1. Weltkrieg trennt sich die Autorin von ihrem Mann. Im Abschiedbrief an ihm schreibt sie: „Ich bin so elend beisammen, so zermürbt, dass ich nicht mehr kann. Dass das Glück sich von mir wenden wird, weiß ich bestimmt. Ich falle eben doch dem Schicksal anheim, welches mir meine Mutter gewünscht hat.“

Als sie einander zwei Jahre später wiedersehen, befindet sie sich in einer Verfasstheit, in der sie nur noch sterben möchte. Er besorgt ihr Zyankali und begleitet sie am 30. Juni 1920 auf den Münchner Waldfriedhof, wo sie Selbstmord begeht.

Andreas Latzko

Freitag, 31. Oktober 2014

Diesmal haben knapp über 100 QuizfreundInnen die Fragen beantwortet. Besonders freut uns, dass unter den vielen Mails keine einzige falsche Antwort zu finden war:

  • Wie heißt der Autor? Andreas Latzko
  • Wie lautet der Titel seiner 1917 in der Schweiz veröffentlichten Novellensammlung? Menschen im Krieg
  • Unter welchem Titel erscheint 1918 sein zweites großes Buch gegen den Krieg, in dem er das Leben deutscher Soldaten an der Front schildert? Friedensgericht
  • Zusatzfrage: Welches Land gedenkt dem gesuchten Schriftsteller mit einem bronzenen Denkmal? Niederlande (auf dem Amsterdamer Friedhof Zorgvlied)

Nähere Infos über Andreas Latzko finden Sie ergänzend zum seiner Person gewidmeten Rätsel in folgenden Beiträgen: Andreas Latzko, Sieben Tage. „Es braucht ein großes menschliches Herz“ und Elektrischer Verlag – Andreas Latzko.

Fortuna hat sich diesmal im Sinne folgender TeilnehmerInnen entschieden:
Elena Messner: Das lange Echo. Edition Atelier geht an Elisabeth Mayer
Lena Christ: Die Rumplhanni. LohrBär Verlag, Hörspiel geht an Gina Jank, Josef Binder und Ralf Schwarzbach
Heiger Ostertag: Potsdamer Affäre. Kriminalroman. Gmeyner Verlag geht an Ursula Anstett
Horst Bosetzky: Fahnenflucht. Kriminalroman. Gmeiner Verlag geht an Gabi Winter
Eva Maria Bast: Mondjahre. Gmeiner Verlag geht an Armin Schmidt

Elena Cover: Messner, Das Lange Echo Lena Christ, die Rumplhanni Buchcover Heiger Ostertag Potsdamer Affäre Buchcover Horst Bosetzky, Fahnenflucht Buchcover Eva Maria Bast, Mondjahre

Herzlichen Dank sagen wir dem LOHRBär Verlag in Regensburg, dem Gmeiner Verlag in Meßkirch und der Edition Atelier in Wien, die für diese Quizrunde die Preise zur Verfügung gestellt haben.

Das nächste Quiz wird am Montag, dem 03. November 2014 veröffentlicht. Zur Beantwortung der Fragen haben Sie bis Sonntag, dem 30. November 2014 um 12:00 Uhr Zeit.

Erinnerung: Gerne erinnern wir Sie an die jeweilig aktuelle Runde. Senden Sie uns bitte einfach ein leeres Mail mit dem Betreff „Literaturquiz Erinnerung“.

Erster Weltkrieg – Literaturquiz 2

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Unter allen richtigen Einsendungen wird diesmal Literatur aus der edition atellier, dem Gmeiner Verlag und dem LOHRBär Verlag verlost.

Elena Messner DAS LANGE ECHO Cover Rumplhanni Booklet Heiger Ostertag Potsdamer Affäre Horst Bosetzky Fahnenflucht

Messner, Elena: Das lange Echo. edition atelier, 192 Seiten. Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Auch als E-Book erhältlich. „Ein Roman über sinn- und schamlos vergeudetes und zerstörtes Leben, über ein finsteres Kapitel der österreichischen Geschichte und über die Sehnsucht nach Aussöhnung.“

Lena Christ: Die Rumplhanni. LohrBär Verlag, Hörspiel, 3CDs, 200 Minuten. „Der LOhrBär-Verlag veröffentlicht das aufwendigste Hörbuch seiner zehnjährigen Verlagsgeschichte, die Hörspielfassung von Lena Christs Roman »Die Rumplhanni« aus dem Jahr 1916: vier Stunden Spielzeit, 53 Sprecherinnen und Sprecher und zwei Musik-Ensembles.“

Heiger Ostertag: Potsdamer Affäre. Kriminalroman. Gmeyner Verlag, 344 Seiten, Paperback. „Kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Hinter den Kulissen der europäischen Großmächte wird längst gekämpft, der Krieg der Geheimdienste hat begonnen. Der 23-jährige Oberleutnant Wedigo von Wedel aus dem 1. Garderegiment in Potsdam wird nach Berlin abkommandiert.“

Horst Bosetzky: Fahnenflucht. Kriminalroman. Gmeiner Verlag, 271 Seiten, Paperback. „Berlin im Jahre 1917. Es gibt Massenstreiks gegen den Krieg und Hunger, auf den Märkten werden Stände geplündert, Schwarzhändler erzielen Höchstpreise.“

ANTWORTEN bitte bis zum 31. Oktober 2014 um 12:00 Uhr an: Literaturquiz Duftender Doppelpunkt oder direkt via Kontaktseite des „Duftenden Doppelpunktes“. Am Abend desselben Tages werden die Rätselfragen aufgelöst und die GewinnerInnen der Buchpreise bekanntgegeben.

Die Quizfragen

  • Wie heißt der Autor?
  • Wie lautet der Titel seiner 1917 in der Schweiz veröffentlichten Novellensammlung?
  • Unter welchem Titel erscheint 1918 sein zweites großes Buch gegen den Krieg, in dem er das Leben deutscher Soldaten an der Front schildert?
  • An alle FreundInnen der Recherche – die Zusatzfrage kann, muss aber nicht beantwortet werden, um am Literaturquiz erfolgreich teilzunehmen:
    Welches Land gedenkt dem gesuchten Schriftsteller mit einem bronzenen Denkmal?

Das Literaturquiz

Der Krieg geht bereits in sein viertes Jahr, als die zuvor in einigen Schweizer Zeitungen anonym erschienen Novellen im Züricher Verlag Rascher veröffentlicht werden.
In ihnen schildert der Autor den Alltag des Krieges und „versammelt sechs zyklisch angeordnete, im Einzelnen jedoch unabhängig voneinander lesbare Erzählungen, in denen die Traumatisierungen, Verwundungen und Versehrungen der einfachen Soldaten und ihrer Angehörigen vom ‚Abmarsch‘ in der ersten Erzählung bis zur ‚Heimkehr‘ der Verstümmelten in der letzten Geschichte im Zentrum stehen. Kontrastiert wird diese Perspektive in der Erzählung ‚Der Sieger‘ in der Mitte des Bandes, in der mit bitterer Satire das Porträt eines hochrangigen ‚Schlachtenlenkers’ gezeichnet wird, der im sicheren Abstand zur Front residiert und keine größere Furcht als diejenige kennt, der Krieg könnte vorzeitig zu einem Ende kommen und ihn solchermaßen um die Lorbeeren seines Feldherrenruhms bringen. Doch freilich: ‚Gott sei Dank! Noch gab es Krieg.‘“

Der Autor, Oberleutnant der Artillerie und in Budapest in großbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen, kommt im Ersten Weltkrieg an der Isonzofront zum Einsatz. Das Grauen des Krieges macht ihn im Herbst 1915 zum sogenanten „Kriegszitterer“. Das Tagebuch Romain Rollands gibt über die näheren Umstände, die zum Kriegszittern (posttraumatische Belastungsstörung) seines Schriftstellerfreundes führten, Auskunft. Dieser „hatte einen schweren Nervenschock. Er hat gesehen, wie zwei Ochsen und drei Männer von einer Granate in Stücke gerissen wurden. Im ersten Augenblick spürt er nichts. Aber zwei Tage später, als man eine Platte mit noch blutigen Steaks auf seinen Tisch stellte, begann er zu heulen, spie, wurde von Krämpfen geschüttelt“.

Nach längerem Lazarettauffenthalt begibt er sich im Sommer 1916, er ist vom Militärdienst freigestellt, zur Kur nach Davos. In der Schweiz entstehen die Novellen, in denen er sich die grauenhaften Kriegserlebnisse von der Seele schreibt. Sie werden zur Grundlage seines größten literarischen Erfolges. Allein bis Mitte 1918 verkauft der Rascher Verlag 20.000 Exemplare des Buches.

Karl Kraus empfiehlt es in der Fackel* als Pflichtlektüre. Trotz Zensur der kriegsführenden Staaten, die das Werk wegen seiner pazifistischen Haltung umgehend unterdrücken, stößt es auf großes Interesse und wird rasch ins Englische und Französische übersetzt. Bis Anfang der 30er Jahre folgen viele weitere Übertragungen, so ins Chinesische, Jiddische und ins Esperanto.

Ende 1917 erhält er per Marschbefehl den Auftrag, sich bei der k. u. k. Armee in Ungarn einzufinden. Er bleibt in der neutralen Schweiz, wird zum Emigranten und Deserteur. Es folgt seine Degradierung in Abwesenheit, Österreich-Ungarn und Deutschland sind ihm bis zum Ende des Krieges versperrt.

1918 veröffentlicht er einen Roman über das Leben deutscher Soldaten an der Front und widmet diesen Romain Rolland.
Zu der im letzten Kriegsjahr in Bern stattfindenden internationalen Frauenkonferenz für Völkerverständigung schreibt er den Text „Frauen im Krieg“.

Der Autor und Pazifist wird unter tatkräftiger „Unterstützung“ der nationalsozialistischen Kulturpolitik dem Vergessen preisgegeben. Seine sämtlichen Schriften landen 1933 auf den Scheiterhaufen. Er stirbt 1943 im Exil in Amsterdam.

Das gleichzeitige Auslaufen des Urheberanspruches 70 Jahre nach dem Tod des Schriftstellers und das Gedenken an 100 Jahre Erster Weltkrieg haben ihre positiven Spuren hinterlassen: Die Novellensammlung wurde sowohl vom Elektrischen Verlag als auch vom Milena-Verlag neu aufgelegt und in der im Vorjahr im Wallstein Verlag publizierten Anthologie „Krieg – von allen Seiten“ ist seine Erzählung vom „Heldentod“ augfenommen.

Vielleicht der Beginn einer kleinen Renaissance – die hoffentlich über sein erfolgreichstes Buch hinausgeht. Wiederzuentdecken gäbe es im Oevre des Autors noch zur Genüge!

*Karl Kraus, Die Fackel, Nr. 462, Wien 1917.

Heinrich Wandt

Dienstag, 30. September 2014

Die Turmuhr schlug zwölf Uhr mittags. High Noon, die „Duftenden Doppelpunkte“ schritten zur Verlosung und schafften diese auch ohne Unterstützung von Grace Kelly und Gary Cooper. 😉

178 Mails waren in den letzten 4 Wochen eingetroffen. Die Namen der TeilnehmerInnen kamen in ein Sackerl, wurden durchgeschüttelt und voilà, in diesem Beitrag stellen wir die verlosten Bücher und deren GewinnerInnen vor.

Wir freuen uns über das große Interesse an der literarischen Spurensuche anlässlich des Gedenkens an 100. Jahre Erster Weltkrieg und wünschen Ihnen für die weiteren Quizrunden eine interessante Lektüre und viel Glück.

Gesucht wurde diesmal nach Heinrich Wandt. Hier die Fragen und Antworten:

  • Wie heißt der Autor? Heinrich Wandt
  • Wie lautet der Titel seines 1920 erstmals veröffentlichten und mit dem Untertitel „Streiflichter zum Zusammenbruch“ versehenen Buches? Etappe Gent
  • Zusatzfrage: Unter welchem Titel wurde 1928 der Folgeband veröffentlicht und wer war der Schöpfer des Buchcovers, dessen Gestaltung zur sofortigen Beschlagnahmung des Werkes führte? Titel: Erotik und Spionage in der Etappe Gent. Buchcover: John Heartfield

Nähere Infos über Heinrich Wandt finden Sie im seiner Person gewidmeten Rätsel auf der Seite „Erster Weltkrieg – Literaturquiz Teil 1″.

Das nächste Quiz wird am Mittwoch, dem 01. Oktober 2014 veröffentlicht. Zur Beantwortung der Fragen haben Sie bis Freitag, dem 31. Oktober 2014 um 12:00 Uhr Zeit.

Erinnerung: Gerne erinnern wir Sie an die jeweilig aktuelle Runde. Senden Sie uns bitte einfach ein leeres Mail mit dem Betreff „Literaturquiz Erinnerung“.

***

Ein herzliches Dankeschön senden wir dem Karl Dietz Verlag in Berlin und dem Gmeiner Verlag in Meßkirch, die für diese Quizrunde die Preise zur Verfügung gestellt haben.

Heinrich Wandt, Erotik und Spionage in der Etappe Gent. Karl Dietz Verlag, 368 Seiten, Broschur geht an Frau Claudia W.

Heinrich Wandt Erotik und Spionage in der Etappe Gent „‚Etappe Gent‘ (1920) war das erste Antikriegsbuch, das in der Weimarer Republik erschien. Es löste einen der größten Skandale dieser Zeit aus, denn in ihm wurde die deutsche Besatzungspolitik in Belgien während des Ersten Weltkrieges schonungslos offengelegt.
Der Autor des Buches, Heinrich Wandt, wurde 1923 auf Befehl der Reichswehrführung nach Potsdam entführt und in einem Militär-Geheimprozeß zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. 1925 bekam der ehemalige KPD-Vorsitzende Paul Levi Wind von diesem Skandal und machte ihn im Reichstag öffentlich; 1926 mußte Wandt entlassen werden.
Wandts folgendes Buch, ‚Erotik und Spionage in der Etappe Gent‘ (AGIS Verlag Berlin-Wien), wurde wegen seines provokanten Umschlags – den John Heartfield gestaltet hatte – sofort verboten und bis auf wenige Exemplare vernichtet. Hier wird erstmals der Umschlag unzensiert vorgelegt. Ergänzt wird der Text um einige Abschnitte aus ‚Etappe Gent‘, die das Verständnis erleichtern.“
Via Karl Dietz Verlag

Horst Bosetzky: Fahnenflucht. Kriminalroman. Gmeiner Verlag, 271 Seiten, Paperback geht an Silke E.

Buchcover Horst Bosetzky, Fahnenflucht „Berlin im Jahre 1917. Es gibt Massenstreiks gegen den Krieg und Hunger, auf den Märkten werden Stände geplündert, Schwarzhändler erzielen Höchstpreise. Um nicht an der Front verheizt zu werden, desertiert der junge Friseur Louis Maleike, verkleidet sich als Frau und lebt als Louise Schulz in einem kriegsbedingt geschlossenen Herrenfrisiersalon. Als ein Mord geschieht, gerät Louise alias Louis unter Verdacht und muss untertauchen. Kommissar Fokko v. Falkenrhede heftet sich an seine Fersen …“

„Der Autor ist emeritierter Professor für Soziologie und veröffentlichte neben wissenschaftlichen Arbeiten zahlreiche, zum Teil verfilmte und preisgekrönte Kriminalromane.“ Via Gmeiner Verlag

Eva-Maria Bast: Mondjahre. Ein historischer Roman vom Bodensee. Gmeiner Verlag, 466 Seiten, Paperback geht an Annemarie M.

Buchcover Eva Maria Bast, Mondjahre „Deutsches Reich 1914. Johanna, Sophie und Luise sind drei mutige, starke und schöne junge Frauen, die Zukunft liegt verheißungsvoll vor ihnen. Doch dann bricht der Krieg aus und sie lernen das Leben von seiner finstersten Seite kennen. Sophie erwartet ein Kind von einem Franzosen, der jetzt Feind ist, Luise und Johanna geraten in russische Gefangenschaft. Der Krieg verlangt ihnen alles ab. Aber er macht sie auch stärker.“

„Eva-Maria Bast initiierte und schrieb die Buchreihe ‚Geheimnisse der Heimat‘, die 2011 in der edition Südkurier startete, und mit dem deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad Adenauer Stiftung (Kategorie Geschichte) ausgezeichnet wurde. 2012 begann sie sich auch der Belletristik zu widmen.“ Via Gmeiner Verlag

Heiger Ostertag: Potsdamer Affäre. Kriminalroman. Gmeyner Verlag, 344 Seiten, Paperback geht an Sandra R.-R.

Buchcover Heiger Buchcovr Ostertag Potsdamer Affäre „Kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Hinter den Kulissen der europäischen Großmächte wird längst gekämpft, der Krieg der Geheimdienste hat begonnen. Der 23-jährige Oberleutnant Wedigo von Wedel aus dem 1. Garderegiment in Potsdam wird nach Berlin abkommandiert. Die Abteilung III b, die Geheimdienstabteilung des Deutschen Generalstabs, hat ihn angefordert, um feindliche Agenten aufzuspüren. Von Wedel stürzt sich in die glitzernde Halbwelt des künstlerischen Berlins, wo neben zwielichtigen Gestalten eine verführerische Gräfin auf ihn wartet.“

„Heiger Ostertag war Luftwaffenoffizier und studierte anschließend Germanistik, Geschichte und Nordgermanische Philologie. Nach Milieuromanen und Kriminalgeschichten schreibt Ostertag primär Romane mit historischem Hintergrund.“ Via Gmeiner Verlag

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