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Geschmackskulturen. Vom Dialog der Sinne beim Essen und Trinken

Geschmackliche Sinnhaftigkeit
Das Auge isst mit – und wie sieht es mit den anderen Sinnesorganen aus?

„Der vorliegende Sammelband möchte mit seinen Beiträgen zur Geschichte und Gegenwart des Geschmackssinnes, aber immer auch im Blick auf die anderen Sinne, über Tatsachen und Theorien im Dialog der Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften sowie Medizin informieren, zu weiteren Gedanken und Forschungen anregen, wie zur Veränderungen der Lebenspraxis stimulieren“, schreibt Dietrich von Engelhardt im Vorwort. Und genau diese Anregungen machen sich breit nach dem Genuss der 19 Beitrage, die unter vier großen Hauptthemen subsumiert sind:

1. Die Sinne beim Essen und Trinken. Volker Pudel zum Beispiel geht unter anderem der Frage nach, welchen Sinn bestimmte Geschmackspräferenzen haben („Vom Notwendigkeitsgeschmack zum Einheitsaroma“).

2. Die Sinne und ihre Entwicklung. Am Anfang war die Amöbe, und den interessanten Sprung hin zur Philosopie zum Beispiel eines Johann Gottfried Herder wagt Hans Werner Ingensiep in „Die Sinne aus evolutionärer und biophilosophischer Sicht“.

3. Sinne und Sinneseindrücke: Hannah Monyer stellt beispielsweise eine spezielle olfaktorische Verbindung in den Mittelpunkt ihres Beitrages „Das Riechen: Von Molekülen und neuronalen Repräsentationen zu literarischen Darstellungen“.

4. Sinne in Kultur und Praxis.
Wenn Gerhard Neumann ins „Theater der Sinne. Daniel Spoerris und das Szenario der Eat-Art“, so der Titel seines Beitrage, entführt, dann führt er auch hin zum Gemälde Paolo Veroneses „Die Hochzeit zu Kana“ oder zu Andy Warhols „ Be a somebody with a body“.
Eine andere kulturwissenschaftliche Betrachtungsweise bietet Matthias Hurst mit seiner Analyse der Sinnlichkeit und Ästhetik des Essens in Peter Greenaways Film
Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber („Feine Speisen – rohe Sitten“).

„Geschmackskulturen“ zeigt einmal mehr die Sinnhaftigkeit interdisziplinärer wissenschaftlicher Kooperation – und die Möglichkeit, Wissenschaft auch für Laien verständlich und differenziert zu formulieren.

Petra Öllinger

Buchcover Geschmackskulturen

Dietrich von Engelhardt, Rainer Wild (Hrsg.) – Geschmackskulturen. Vom Dialog der Sinne beim Essen und Trinken. Campus Verlag Frankfurt/New York, 2005, 248 Seiten, Euro 29,90

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