Ostergedichte

Österliche Wiese mit Henderln und Hasen Die Duftenden Doppelpunkte wünschen Ihnen ein frohes Osterfest!

In diesem Sinne finden Sie hier eine kleine Auswahl humorvoller Ostergedichte von Paula Dehmel, Friedrich Güll, Heinrich Hoffmann, Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Christian Morgenstern, Eduard Mörike, Joachim Ringelnatz und Kurt Tucholsky.

In vielen dieser Gedichte spielt der Osterhase eine tragende Rolle. Erstmals erwähnt wurde er übrigens 1682 von dem Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau in der Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“ .

Osterlied

Paula Dehmel (1863 – 1920)

Has, Has, Osterhas,
Wir möchten nicht mehr warten!
Der Krokus und das Tausendschön,
Vergissmeinnicht und Tulpe stehn
Schon lang in unserm Garten.

Has, Has, Osterhas
Mit deinen bunten Eiern!
Der Star lugt aus dem Kasten raus,
Blühkätzchen sitzen um sein Haus;
Wann kommst du Frühling feiern?

Has, Has, Osterhas,
Ich wünsche mir das Beste!
Ein großes Ei, ein kleines Ei
Und ein lustiges Dideldumdei,
Alles in einem Neste!

Osterhas

Friedrich Güll (1812 – 1879)

Schaut, wer sitzt denn dort im Gras?
Das ist ja der Osterhas`!
Guckt mit seinem langen Ohr
aus dem grünen Nest hervor,
hüpft mit seinem schnellen Bein
über Stock und über Stein.
Kommt, ihr Kinder, kommt und schaut,
schon hat er das Nest gebaut!
Ei so fein von Gras und Heu
und so lind von Moos und Spreu.
Lasst uns schauen, was liegt im Nest
so rund und glatt und fest:
Eier, blau und grün und scheckig,
Eier, rot und gelb und fleckig!
Häslein in dem grünen Wald,
ich hab` dich lieb und dank dir halt,
Häslein mit den langen Ohr,
dank dir tausendmal davor!
Häslein mit dem schnellen Bein,
sollst recht schön bedanket sein!
Nächste Ostern bringt die Mutter
wieder dir ein gutes Futter,
dass du möchtest unsertwegen
wieder soviel Eier legen.

Der erste Ostertag

Heinrich Hoffmann (1885 – 1957)

Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht,
Es macht ein jeder ein traurig Gesicht.
Sie jammern und weinen:
Die Sonn‘ will nicht scheinen!
Bei so vielem Regen
Wie kann man da legen
Den Kindern das Ei?
O weih, o weih!
Da sagte der König:
So schweigt doch ein wenig!
Lasst weinen und Sorgen
Wir legen sie morgen!

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