Brillis Wort zum Montag

Ein Hund ein Wort Dorfdeppen Ich habe einen Kater. Als Brieffreund. Er lebt in Südfrankreich und heißt Brüno. Der hat, wie es sich für einen ordentlichen Kater gehört, seine Zweibeiner dazu angehalten, ihm einen eigenen Eingang – Stichwort: Katzen-Kater-Klappe – zu basteln. Als geborener Stadtkater, der nun seit einigen Monaten gezwungenermaßen auf dem Land leben … Weiterlesen

Bücherverbrennung 1933

Vom 10. Mai 1933 in Berlin zum 30. März 1938 nach Salzburg

Der folgende Artikel wurde auf der Site Haftgrund am 19. April dieses Jahres erstveröffentlicht.

Wenn Sie sich unmittelbar für das Leben und Werk der ExilschriftstellerInnen interessieren, können Sie auch direkt zur Zusammenstellung „Bücherverbrennung – Exilliteratur” mit weiterführenden Hinweisen zu über zweihundert AutorInnen „springen“.

Der Jahrestag der Bücherverbrennung jährt sich am 10. Mai 2012 zum 79. Mal.

Er bietet Anlass, der vielen damals aus der öffentlichen Wahrnehmung getilgten AutorInnen zu gedenken, vor allem aber, sie zu lesen und damit auch ein Zeichen gegen (Neo-)Faschismus und Rassismus zu setzen.

Für zahlreiche SchriftstellerInnen bedeutet die Machtergreifung der NationalsozialistInnen verschleppt, erschlagen, vergast, in den Selbstmord getrieben zu werden. Die „Glücklicheren“ können durch Flucht ihr „nacktes“ Leben retten, und einige wenige bleiben und verstummen.

Bücherverbrennung – Exilliteratur

In Petra Öllingers virtueller Bibliothek finden Sie im Beitrag „Bücherverbrennung – Exilliteratur“ eine Zusammenstellung von über 200 AutorInnen. Jeder Eintrag ist mit einem oder mehreren weiterführenden Links versehen. Die Liste wird unter anderem von einem Verzeichnis mit Sekundärliteratur ergänzt.

„Wider dem undeutschen Geist“

Am 30. Jänner 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Ein Monat später setzt die Reichstagsbrandverordnung die BürgerInnenrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft.

Bereits im März 1933 kommt es im Zuge der „Aktion wider den undeutschen Geist“ zu ersten Bücherverbrennungen. Bei der am 10. Mai vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund initiierten Bücherverbrennung hält Joseph Goebbels in Berlin die „Feuerrede“.

Der Augenzeuge

Erich Kästner ist Zeuge, wie seine Bücher am Berliner Opernplatz in Flammen aufgehen und hört seinen Namen im zweiten Feuerspruch: „Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner.“

von Otto Gerhausen (1881-1936).Algebraa at de.wikipedia [Public domain], vom Wikimedia Commons„Und im Jahre 1933 wurden meine Bücher in Berlin, auf dem großen Platz neben der Staatsoper, von einem gewissen Herrn Goebbels mit düster feierlichem Pomp verbrannt. Vierundzwanzig deutsche Schriftsteller, die symbolisch für immer ausgetilgt werden sollten, rief er triumphierend bei Namen. Ich war der einzige der Vierundzwanzig der persönlich erschienen war, um dieser theatralischen Frechheit beizuwohnen. […] Plötzlich rief eine schrille Frauenstimme: ‚Dort steht ja Kästner!‘ Eine junge Kabarettistin, die sich mit einem Kollegen durch die Menge zwängte, hatte mich stehen sehen und ihrer Verblüffung übertrieben laut Ausdruck verliehen. Mir wurde unbehaglich zumute. Doch es geschah nichts. (Obwohl in diesen Tagen gerade sehr viel zu geschehen pflegte.) Die Bücher flogen weiter ins Feuer.“ Erich Kästner: „Kennst du das Land, in dem die Kanonen blühen?“ – Auszug aus dem Vorwort „Bei Durchsicht meiner Bücher“ via Wikipedia.

In ganz Deutschland brennen die Scheiterhaufen über siebzig Mal. – „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” Aus der Tragödie „Almansor“ von Heinrich Heine.

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Brillis Wort zum Montag

Ein Hund ein Wort Spinnereien Letzte Woche erhielten wir Besuch aus dem zweibeinigen Verwandtschaftsclan. Bekannt als pingelig in Bezug auf häusliche Sauberkeit und gutes Benehmen, wollte es sich der Besuch trotzdem nicht nehmen lassen, unser Rudel zu Hause aufzusuchen. Zwetschke und ich wurden dazu angehalten, brav zu sein: nicht wild begrüßen, keine Pfotenabdrücke auf der … Weiterlesen

Geschichte des 1. Mai

Vom Haymarket zum 1. Mai

Abbildung der sieben zum Tode verurteilten Personen, 1887. von Frank Leslie's Illustrated Newspaper [Public domain], via Wikimedia CommonsChicago, 4. Mai 1886. Ein Unbekannter wirft am Haymarket eine Bombe. 18 Menschen sterben, darunter sieben Polizisten.

Die „Schuldigen“ werden rasch ermittelt, sind doch einige der Organisatoren der Demonstration Anarchisten: Acht Männer werden vor Gericht gestellt. Die Anklage behauptet, der Attentäter hätte auf der Grundlage ihrer Ideen gehandelt. Vier von ihnen, Albert Parsons, August Spies, George Engel und Adolph Fischer werden gehängt. Einer, Louis Lingg begeht in seiner Zelle Selbstmord. Ein weiterer, Oscar Neebe wird zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Todesurteile gegen Michael Schwab und Samuel Fielden werden in lebenslange Haft umgewandelt.

Die Urteile führen rund um den Globus zu Protesten. Diese werden unter anderem von George Bernard Shaw und William Morris unterstützt. 1893 kommen die drei Überlebenden durch einen Gnadenerlass des Gouverneurs von Illinois frei.

Unter anderem gehen dem Geschehen am 4. Mai 1886 folgende zwei Ereignisse voraus:
Ein Aufruf der Federation of Organized Trades and Labor Unions zum landesweiten Generalstreik am 1. Mai. Der Tag ist ein sogenannter „Moving Day“. Ein traditioneller Stichtag, um den Arbeitsplatz zu wechseln bzw. für die Änderung von Arbeitsverträgen. Der Acht-Stunden-Tag soll in die neuen Verträge aufgenommen werden. Dafür treten rund 400.000 Beschäftigte aus 11.000 Betrieben der USA in den Streik. Letztlich kann die Streikbewegung ihr Ziel nur für 20.000 ArbeiterInnen durchsetzen.

Am 3. Mai werden in Chicago zwei Demonstranten von der Polizei getötet. Bei den am Tag darauf stattfindenden Protesten kommt es zu dem Bombenanschlag – er geht in die Geschichte als „Haymarket Affair“ ein.

Die Zweite Internationale und der 1. Mai

Paris, 14. Juli 1889: Der Gründungskongress der „Zweiten Internationale“ findet am 100. Jahrestag der Französischen Revolution statt. An dem von Friedrich Engels angeregten Kongress nehmen etwa 400 Delegierte aus 20 Staaten teil.
Zum Gedenken an die Opfer der Haymarket Affair ruft der Kongress den 1. Mai 1890 zum „Kampftag der Arbeiterbewegung“ aus. Seine zentrale Forderung ist die Verkürzung der Arbeitszeit auf acht Stunden.

1891 beschließt der Kongress der „Zweiten Internationale“ in Brüssel, den 1. Mai in Zukunft jedes Jahr zu feiern und als Tribüne für die Durchsetzung der Forderungen der ArbeiterInnenbewegung zu nutzen.
Die Nordamerikanische Gewerkschaftsbewegung will sich auch terminlich von den Ereignissen am Haymarket distanzieren und veranstaltet ab 1894 jeweils am ersten Montag im September den „Labor Day“.

Der 1. Mai in Wien

Wien, 1. Mai 1890. Die „Neue Freie Presse“ zittert gemeinsam mit Wiens Bourgeoisie: „Die Soldaten stehen in Bereitschaft, die Tore der Häuser werden geschlossen, in den Wohnungen wird Proviant vorbereitet wie vor einer Belagerung, die Geschäfte sind verödet. Frauen und Kinder wagen sich nicht mehr auf die Gasse …“

Die „ProletInnen“ gehen auf die Straße. Am Vormittag gibt es in Wien zirka sechzig Versammlungen. Gefordert wird der Acht-Stunden-Arbeitstag. Am Nachmittag ziehen zirka 100.000 ArbeiterInnen in den Prater. Es ist die bisher größte Kundgebung in Wien. Kaiserhof, Adel und Großbürgertum lassen ihre traditionelle „Praterausfahrt“ am 1. Mai ausfallen.

Nur die Demonstration in London übertrifft mit 300.000 TeilnehmerInnen den Maiaufmarsch im Prater. Friedrich Engels schreibt rückblickend:
„Feind und Freund sind einig darüber, daß auf dem ganzen Festland Österreich, und in Österreich Wien, den Festtag des Proletariats am glänzendsten und würdigsten begangen und die österreichische, voran die Wiener Arbeiterschaft sich damit eine ganz andere Stellung in der Bewegung erobert hat.“ Der 4. Mai in London, Marx/Engels-Werke, Bd. 22, Arbeiterzeitung vom 23. Mai 1890.

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Werner Lang – Arbeitswelten in Bild und Wort

Buchpräsentation, Ausstellung, Lesung

Cover:  Werner Lang, Arbeitswelten in Bild und WortWerner Lang: Arbeitswelten in Bild und Wort. Ein Sammelband über das Thema „Arbeitswelt“. Ausgewählt und zusammengestellt von Werner Lang aus seinen diversen Ausstellungen, Aufführungen; Texten aus Lesungen, Vorträgen und Beiträgen in Zeitschriften und Büchern.

Wann: Mittwoch, 9. Mai 2012 um 19:00 Uhr
Wo: Im MAG3 Schiffamtsgasse 17, A 1020 Wien. (Erreichbar über U2 Taborstraße oder U4 Schottenring/Ausgang U2 Herminengasse).
Einführende Worte: Reinhold Sturm

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Zum Tod von Yvette Z‘Graggen

Ausserhalb der Schweiz praktisch unbemerkt, ist die vielleicht wichtigste Schriftstellerin der französischsprachigen Schweiz, die Genferin Yvette Z’Graggen, am 16. April im Alter von 92 Jahren verstorben.

Ohne sich die Mühe zu geben, sich selbst dabei als besonders sympathisch erscheinen zu lassen, schildert sie ein etwas verwöhntes, junges Mädchen, das seine ersten literarischen Arbeiten verfasst, das einige flüchtige Liebschaften erlebt und aus dem ungeliebten Landdienst davon läuft, das aber trotz ihrer Arbeit beim Roten Kreuz und trotz des Urlaubs in Brissago, in dessen einstigem Grand Hotel jüdische Frauen untergebracht sind, zu dem erschütternden Schluss kommt, dass es von der systematischen Abweisung der jüdischen Flüchtlinge nichts, aber auch gar nichts mitbekommen hat.

Als Leser erleben wir dabei den zuweilen schmerzlichen Prozess des Sich-Erinnerns und des Be-Schreibens mit, wobei die persönlich-subjektive Perspektive des Mädchens Yvette durch die zeitlich korrespondierenden Artikel der von ihr abonnierten Tageszeitung „La Suisse“, in der die Behandlung der Flüchtlinge praktisch nicht erwähnt wird, und durch Ergebnisse der neueren historischen Forschung jeweils ergänzt wird.

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Brillis Wort zum Montag

Ein Hund ein Wort Mr. Grant „Hugh Grant (51) kämpft gegen Hundehäufchen vor seiner Haustür. ‚Jemand hinterlässt jeden Tag Hundekot vor meiner Tür‘, sagte Grant dem Sender BBC.“ Dass Herr Grant täglich beinahe in die Kacke tritt, war vor wenigen Wochen einigen Gazetten eine (sehr) kleine Meldung wert. Ich sag’s gleich: Ich war’s nicht. Ich … Weiterlesen

STAMMTISCHANALYSEN

Werkkreis Literatur der Arbeitswelt Der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt eröffnet den Themenmonat Mai im Aktionsradius Augarten mit künstlerischen „Stammtischanalysen“. Wo: Gaußplatz 11, 1200 Wien Wann: Mittwoch, 2. Mai 2012, 19 Uhr Eröffnet wird die Vernissage mit Werken von: Glaucia Fritsche, Anna Tilde Jäger, David Kurz-Goldenstein, Maria Scheibl, Michaela Söll, Magdalena Steiner, Helga Stimm, Oswald Stimm, … Weiterlesen