Archiv für die Kategorie 'Brillis Wort zum Montag'

Brillis Wort zum Montag

Montag, 10. März 2014

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Dies ist die 90. Ausgabe von „Ein Hund ein Wort. Brillis Wort zum Montag“. Jubel und Gratulation!

Hol’s! – Teil 3
Hol’s – Teil 1
Hol’s – Teil 2

Das ist unter meiner Würde. Die Hauskaspars sollten das wissen. Noch nie habe ich Stöckchen geholt. Das war schon in der Hundeschule so. Der Hundetrainer befahl den Hauskaspars damals auf dem Übungsplatz, ein Dummie zu werfen, zu rufen „Brilli! Hol’s!“. Damit sollte die „Bindung zu eurem Hund“ (O-Ton des Hundeheinis) gefestigt werden. Ich erkannte keinen Sinn in diesem Tun und fühlte mich auch ohne Dummiewerfen mit meinen Hauskaspars verbunden – auch wenn die sich in diesem Moment zu wirklichen Kasperln machten.
Später konnten die beiden werfen, wo, wann und was sie wollten. Ich brachte es nie zurück. Mein Motto: Wer etwas von sich wirft, soll es auch selbst wieder holen. Um an Leckereien zu kommen, gibt es energieschonendere Wege.
Zwetschke ist mir in puncto „Nix holen und bringen“ sogar einen Schritt voraus. Sie bringt nicht nur nichts zurück, sie denkt gar nicht daran, einen Zwerg oder einen Plüschbären anzupeilen, nur weil es jemand von ihr verlangt. Den Versuch der beiden Hauskaspars, Zwetschke dazu zu bewegen, durch einen Hula-Hoop-Reifen zu springen, brachte sie zum Scheitern, indem sie einfach davor sitzen blieb.
In der Annahme, sie hielten den Reifen zu hoch – anfangs betrug der Abstand zwischen Fußboden und Reifen circa einen halben Meter – verminderten die zwei diesen Abstand schrittweise auf drei Zentimeter. Zwetschke blieb sitzen. Lockte auf der „anderen“ Seite ein Keksi, ging sie um den Reifen herum …
Nach geschätzten dreihundertundsiebzehn Versuchen gaben die Hauskaspars erschöpft und enerviert auf. Seitdem haben wir den Reifen nicht mehr gesehen. Wir vermuten, die Müllabfuhr hat ihn irgendwann geholt.

Ende

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 3. März 2014

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Hol’s! – Teil 2

Hol’s – Teil 1

Und in der Wohnung werden Plüschbär, Zwerge, Handschuh et cetera et cetera aus der Kiste geholt und fein säuberlich auf dem Boden vor unseren Pfoten ausgebreitet. Wir wissen, was uns blüht. Jetzt ist Feuer am Dach! Fliehen, kämpfen oder totstellen? Doch keine der drei Möglichkeiten können wir wählen. Das macht uns der Befehl von Hauskaspar I klar: „Hiergeblieben und stillgestanden!“ Dann nimmt er dieses gelbe rechteckige Ding zur Hand und kommandiert uns ab zum Klickertraining. Uäh!

Zuerst bin ich an der Reihe. „Wo ist das Bärchen?“, fragt er mich. Zu Beginn meiner Klickertrainingkarriere fragte ich mich, ob er das denn nicht selbst sähe. Heute weiß ich: Dies ist der Auftakt zu „Bring das Bärchen!“ Nun denn. Ich trabe zum Bärchen. Um wenigstens ein bisschen motiviert zu erscheinen, schnuppere ich daran, schiebe es mit meiner linken Pfoten hin und her, blicke erwartungsvoll zu Hauskaspar I, der klatscht begeistert in die Hände, ruft „Hol’s!“, ich klemme das Bärchen zwischen meine Zähne, trabe zurück zu Hauskaspar I, spucke es ihm vor die Füße, ernte dafür ein Klick und ein „Toll!“ und bekomme ein winziges Stückchen Hartkäse. Toll …

Als nächstes kommt einer von den Zwergen dran, es ist jener mit der abgenagten Zipfelmützenspitze. Das Spiel beginnt von vorne. Dieses Mal gibt es einen Miniwürfel aus Extrawurst.

Dann ordnet Hauskaspar I das Bärchen, die beiden Zwerge, das Plastikhuhn und einen Holzkeil (der war gar nicht in der Kiste) fächerförmig vor mir an. „Bring das Holz.“ Ich verweigere den Befehl. Stöckchen holen? Ich denke an Louis, Henry und Co., die hölzernes Zeugs holen, das ihnen ihre Zweibeiner irgendwohin gepfeffert haben.

Fortsetzung folgt …

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 24. Februar 2014

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Hol’s! – Teil 1

Die Hauskaspars widmen sich dem frühzeitigen Frühjahrsputz. Eifrig werken sie im Keller, räumen um, räumen auf, werfen weg, stapeln neu und kramen vergessen geglaubtes Zeugs hervor. Wie zum Beispiel die Kiste wohl gefüllt mit Spielzeug für den aufgeweckten Vierbeiner. Als da sind: ein ehemals dunkelgelbes, nun etwas vergilbtes Gummihuhn; ein quietschender Gummiknochen, der beim Versuch von Hauskaspar I, ihm ein Quietschen zu entlocken, in seine Einzelteile zerfällt; ein klingelnder Gummiball, der zuerst verwegen aus der Kiste springt, um dann mit einem leisen Pfff flach auf dem Kellerboden liegen zu bleiben; ein Spieltau, dessen beide Hälften nur noch durch wenige, drei Millimeter (geschätzt) dünne Fäden verbunden sind; ein Plastik-Bauchtascherl, darin sich Sonderbares versteckt; ein zerfleddertes und recht eigentümlich riechendes Dummie; noch ein Gummiball, mit Nase!, aber ohne Klingeling; eine faltbare Trinkschale aus Nylon; eine zusammenklappbare Trinkflasche aus Kunststoff; eine Packtasche für mittelgroße Hunde; eine ausgeleierte Leine in blau; eine fünfmal zusammengeknotete Leine in rot; ein Teil aus dottergelbem Irgendwas in Gestalt eines Emmentalers, oder ist es ein Stück Steak, oder sind es die Umrisse der USA?; ein ausgeleierter linker Handschuh aus Leder; ein kleiner brauner Plüschbär mit nur einem Auge und einer derangierten Schnauze; ein grünes Halstuch mit orangefarbenem Häschenaufdruck; zwei Gartenzwerge (Vater und Sohn? Onkel und Neffe?); den unteren Teil einer Hundepfeife.
Zu guter Letzt fischt Hauskasper II meinen Pokal und meine Medaille heraus, die ich in meiner Jugend bei einem Wettbewerb gewonnen habe.

Nach einem Hin und Her zwischen den beiden Hauskaspars – „Das kann man noch verwenden.“, „Da graust’s mir.“, Igitt!“, „Ich repariere das.“ – landet einiges im Mistkübel, zum Beispiel das Bauchtascherl (verständlich) oder das Dummie (wieso eigentlich?). Einiges kommt zurück in die Kiste. Und die Kiste kehrt zurück in die Wohnung!

Fortsetzung folgt …

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 17. Februar 2014

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Flugkuchen

Alles hängt mit allem zusammen. Manchmal auf sehr seltsame Weise. Zum Beispiel die Elektrogeräte in unserem Haushalt. Da kann es schon mal passieren, dass der Wasserkocher in der Küche streikt, und wenn anschließend einer der Hauskaspars die elektrische Zahnbürste im Bad anwirft, tut sich: nix. Oder: Zuerst hustet die Waschmaschine, dann erklärt sich der Staubsauger mit ihr solidarisch und röchelt vor sich hin.
Auch der Mixer hat sich mit einem anderen Gerät zusammengeschlossen (ich vermute, es ist der Heißwasserboiler). Als Hauskaspar I letzte Woche einen Germteig durchkneten wollte, flog ihm plötzlich ein großer Teil vom Teig um die Ohren und ein weiterer landete auf dem Boden. Zwetschke und ich, die wir nach dem Motto leben „Gegessen wird, was auf den Boden fällt, man soll nichts verkommen lassen.“ eilten sogleich herbei, um ein bisschen sauber zu machen. Bei den mit Teig gesprenkelten Fliesen neben der Abwasch konnten wir nicht helfen, die sind zu hoch für uns.
Ein großer Batzen war aufs Küchenfenster geklatscht. Geschätzte Entfernung zwischen Arbeitsplatte und Fenster: drei Meter. Wäre es unser Geburtstagskuchen gewesen, es hätte uns nichts ausgemacht, die vielen Teigspritzer einzusammeln, aufzukehren und herunterzukratzen, um daraus einen „Flugkuchen“ zu kreieren. Als Hauskaspar I Teig aus dem Mixer kletzelte, den die Knethaken hineingezwirbelt hatten, und Pickiges aus seinem Haar klaubte – unglaublich, diese Zentrifugalkraft in der Rührschüssel –, war uns klar: Die Chance auf selbstgebackenen Kuchen sank auf null. Als Ersatz gab es trockenen Fertigstriezel. Sehr bröselig! Wir hatten viel zu tun beim Bodensaubermachen.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 10. Februar 2014

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Dia-Abend

„Wie wäre es, wenn wir eine Home-Story über dich machen?“, fragte mich Hauskaspar I. „Nach dem Motto: Was isst Brilli zum Frühstück? Wie sieht ihr Hundebettchen aus? Wie verbringen Brilli und Zwetschke ihre Freizeit? Na?“
So tief in die Privatsphäre eindringen? Nein, danke.
„Und wenn wir einen kleinen Film über dich drehen?“, hakte Hauskaspar II nach.
Schon wieder wo buddeln? Bloß nicht.
„Und ein paar Fotos?“ Hauskaspar I hatte noch nicht aufgegeben.
Ohne Schnick-Schnack? Meinetwegen.
Ergebnis: Die Fotoreihe (im Fachjargon – von welchem Fach auch immer – Fotostrecke genannt) erinnert an einen guten alten Dia-Abend.

Holen Sie mal die Chips, ich werfe den Dia-Projektor an.

Ein herzliches Wuff,

Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 3. Februar 2014

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Mineralstoffe

Ich habe Bauchgrimmen. Dazu kommt in meinem Inneren noch etwas, das sich anhört wie ein Quaken und Miauen. Dazwischen blubbert und gurgelt es. Mit einem Wort: Mir ist gar nicht gut.
Während die Hauskaspars noch rätseln, warum es in meinem „armen Bauchi“ (O-Ton Hauskaspar II) zugeht wie in einem akustischen Höllenschlund, glaube ich, den Grund zu kennen: Probebohrungen. Zwetschke und ich wühlten uns durch Erde, Sand und Lehm auf der Suche nach in Winterruhe versunkenen Mäusen. Vorher mussten wir testen, an welcher Stelle es sich am besten graben ließ. Da wir jedoch sowieso noch nie, nie! eine Maus erwischt haben, begnügten wir uns auch dieses Mal mit dem Verzehr dieses Gemisches, das Mutter Erde uns bot. „Wegen der Mineralstoffe“, wie Zwetschke mir versicherte.

Während die Hauskaspars sich Sorgen machen, dass ich vielleicht etwas Giftiges aufgelesen habe, weiß ich, dass das, was ich in mich reingestopft habe, zwar eine braune Pampe war, aber sicher nicht gesundheitsschädlich – abgesehen vom Sturm in meinen Eingeweiden.

Da sich der Sturm zu einem veritablen Orkan entwickelte, taumelten die Hauskaspars letzte Nacht um zwei, drei, halb vier und viertel vor fünf aus den Federn und auf die Gasse; mit mir im Schlepptau. Jedes Mal eine Runde um den Häuserblock. Doch deren Hoffnung, bei mir würde es hinten losgehen, damit im Inneren eine Ruh ist, erfüllte sich nicht. Und vorne ging auch nix los … Dementsprechend verschnarcht war der Anblick, den die beiden am Morgen boten.

Ich darf heute zu Hause bleiben. Die einzig fitte ist Zwetschke. Darum muss sie auch in die Hundekälte raus. Bei der Mineralstoffdosis von gestern sicher kein Problem.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia


Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 27. Januar 2014

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Einszwo – Teil 2

So kam sie, die Ära. Einszwo, Schluss mit dem ohnehin seltenen Genuss mit einem Lift aufwärtszufahren. Einszwo. Wir laufen nun nach oben, vorbei an auf Rolltreppen entspannt an uns vorbei gleitenden Zweibeinern.
Die Hauskaspars erklimmen – zwar nicht immer lockeren Fußes, aber immerhin – Hügel und Bergerl. Wenn wir sie nicht aus den Augen verlieren wollen, müssen wir hinterher. Und zwar zack-zack. Einszwo.
Gatsch ist für die beiden kein Hindernis. Mit forschem Schritt stapfen sie – und wir hinterher – durch feuchte Erde, dass sie ihnen durch ihre tief profilierten Schuhsohlen seitlich hervorquatscht. Uns spritzt bei diesem Tempo der Matsch bis in die Ohren.
Und – ich wage es kaum, davon zu schreiben – sie frönen dem Nordic Walking! Hatten sich die zwei vor einiger Zeit noch lustig über diejenigen gemacht, die „ihre Stecken Gassi führen“, stöckeln sie nun selbst durchs Gelände. Um wenigstens dieser Peinlichkeit zu entgehen, boykottierte Zwetschke ihr Unterfangen. Sie blieb circa alle fünf Meter stehen und tat so, als ob sie etwas sehr Interessantes vor der Nase hätte. Und bevor sie das nicht genauestens untersucht hatte, war an ein Weiterstöckeln nicht zu denken. Zwetschkes Plan musste ich unterstützen. Es genügten vier Ausflüge. Seitdem gehen sie weiterhin mit ihren Stecken, jedoch ohne uns.
Ihr Ausdauerprogramm ergänzen sie jetzt auch noch durch Krafttraining. Erste Auswirkungen, speziell auf die Armmuskulatur, sind schon zu erkennen: Zwetsche wird unter den Arm geklemmt, wenn sie sich weigert, die Stufen hinaufzuhatschen. Ob die Muskeln schon stark genug sind, um mich hoch zu schleppen? Bei der Ausdauer der beiden gut möglich.

Ende

Einszwo – Teil 1

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 20. Januar 2014

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Einszwo – Teil 1

„Spazieren gehen mit den Hunden gilt nicht. Sagt der Arzt.“ Beide Hauskaspars standen vor einem Fahrrad. Das hatten sie am Vortag am Dachboden gefunden, entstaubt und geputzt, und nun stand es im Wohnzimmer. Mit den Worten „So etwas lehne ich ab!“ machte Hauskaspar II kehrt und verschwand in der Küche. Hauskaspar I setzte sich auf das Rad und begann wild in die Pedale zu treten. Was für ein merkwürdiges Gefährt. Er kam damit gar nicht von der Stelle. Nach einer Minute stieg er schnaubend und mit den Worten „Ich bin doch nicht blöd“ vom Hometrainer – Zwetschke meinte, diesen Begriff vernommen zu haben, als die beiden am Dachboden herumkramten – und verschwand in der Küche.
„Wir müssen uns was anderes einfallen lassen, um unsere Ausdauer zu verbessern“, sagte Hauskaspar I. Ich fragte Zwetschke, warum sie das machen sollten. „Die sind doch eh sehr ausdauernd. Erinnerst du dich noch, als sie eine Stunde lang versuchten, uns einen Knochen wegzunehmen. Oder wie sie den Spezialgummiball sehr lange im Strauch gesucht haben, weil du dich geweigert hattest, ihrem ‚Bring’s!‘ und ‚Hol’s jetzt endlich!‘ zu folgen.“ „Ja, und beim Reinigen des Teppichs, auf dem du dich übergeben hast, da ließ ihre Kondition ganz und gar nicht zu wünschen übrig.“ „Was für ein seltsamer Arzt“, stellte ich fest und wir brachen in Gelächter aus.
Konnten wir ahnen, dass wir uns in dieser Sekunde bereits an der Abbruchkante unseres unschuldigen Daseins befanden? Konnten wir ahnen, dass sich das Schicksal gegen uns wenden sollte? Konnten wir ahnen, dass die Worte von Hauskaspar I „Wir haben da eh zwei Fitnesstrainerinnen“ eine neue Ära einleiten würden?

Fortsetzung folgt …

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post