DER ERSTE WELTKRIEG IM INTERNET

Eine Zusammenstellung von online zugänglichen Themenportalen und Sites über den Ersten Weltkrieg: Nachschlagwerke, Zeitungen, Filme, Fotos, Tagebücher, Literatur, Veranstaltungen und vieles mehr.

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SEITENINHALT

Themenportale und Sites über den Ersten Weltkrieg

Der Weg in den Ersten Weltkrieg

Am 28. Juni 1914 werden Erzherzog Franz Ferdinand, der österreichisch-ungarische Thronfolger, und seine Frau, die Gräfin Sophie von Chotek, Herzogin von Hohenberg, von Gavrilo Princip in Sarajevo erschossen.

Das Attentat zu Sarajewo
Das Attentat zu Sarajewo

Der „Blankoscheck“: Anfang Juli 1914 berichtet Botschafter Ladislaus de Szögyény-Marich Folgendes aus Berlin nach Wien:

„Nach dem Déjeuner, als ich nochmals Ernst [sic!] der Situation mit großem Nachdruck betonte, ermächtigte mich Seine Majestät, unserem allergnädigsten Herrn zu melden, dass wir in diesem Falle auf die volle Unterstützung Deutschlands rechnen können. Wie gesagt, müsse er vorerst die Meinung des Reichskanzlers hören, doch er zweifle nicht im geringsten daran, dass Herr von Bethmann Hollweg vollkommen seiner Meinung zustimmen werde. Insbesondere gelte dies betreffend eine Aktion unsererseits gegenüber Serbien.“ Telegramm 237. Berlin, den 5. Juli 1914. Chiffre – Streng geheim.

„Unser Verhältnis zu Serbien betreffend stehe deutsche Regierung auf dem Standpunkt, dass wir beurteilen müssten, was zu geschehen hätte, um dieses Verhältnis zu klären; wir könnten hierbei – wie auch immer unsere Entscheidung ausfallen möge – mit Sicherheit darauf rechnen, dass Deutschland als Bundesgenosse und Freund der Monarchie hinter ihr stehe.

Im weiteren Verlaufe der Konversation habe ich festgestellt, dass auch Reichskanzler, ebenso wie sein kaiserlicher Herr ein sofortiges Einschreiten unsererseits gegen Serbien als radikalste und beste Lösung unserer Schwierigkeiten am Balkan ansieht. Vom internationalen Standpunkt hält er den jetzigen Augenblick für günstiger als einen späteren; …“ Telegramm 239. Berlin den 6. Juli 19914. Chiffre – Streng geheim.

Am 23. Juli stellt Österreich-Ungarn der Regierung in Belgrad ein Ultimatum. Nachdem dieses durch Serbien nicht vollinhaltlich akzeptiert wird, erfolgt am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien.

„An Meine Völker!“

Bereits einen Tag später erlässt Kaiser Franz Joseph unter dem Titel „An Meine Völker!“ ein Manifest, in dem er um Verständnis für die Kriegserklärung wirbt.

„Es war Mein sehnlichster Wunsch, die Jahre, die Mir durch Gottes Gnade noch beschieden sind, Werken des Friedens zu weihen und Meine Völker vor den schweren Opfern und Lasten des Krieges zu bewahren.

Im Rate der Vorsehung ward es anders beschlossen.

Die Umtriebe eines haßerfüllten Gegners zwingen Mich, zur Wahrung der Ehre Meiner Monarchie, zum Schutze ihres Ansehens und ihrer Machtstellung, zur Sicherung ihres Besitzstandes nach langen Jahren des Friedens zum Schwerte zu greifen. (…)“

Die Opfer des Ersten Weltkrieges

In weiterer Folge eskaliert die Auseinandersetzung zwischen Österreich-Ungarn und Serbien zum Ersten Weltkrieg. Insgesamt sind circa vierzig Staaten in der einen oder anderen Form in diesem blutigen Gemetzel involviert. Die Kämpfe in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika und Ostasien verursachen Millionen Tote und Verwundete. Die meisten Schätzungen gehen von an die zehn Millionen Todesopfern und etwa zwanzig Millionen Verwundeten unter den SoldatInnen und weiteren sieben Millionen toten ZivilistInnen aus.

Die vergessene Ostfront

In der Wahrnehmung der Jahre von 1914 bis 1918 dominieren bis heute die Kämpfe an der Westfront. Die Erinnerung an den Krieg im Osten ist vergleichsweise nicht so präsent.

Plakat von Richard Sarrin (1869-1939)
Plakat von Richard Sarrin (1869-1939)

Insbesondere über die Geiselerschießungen und Kriegsverbrechen in Serbien und Ostgalizien bzw. die drakonischen Strafen gegenüber den eigenen Soldaten breitete die österreichische Erinnerungskultur lange Zeit den Mantel des Vergessens.

Anton Holzer: Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914 – 1918. Mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Fotografien. Primus Verlag, 2. Aufl. 2014.

Karl Kraus und Joseph Roth über den Krieg

Dabei ist all dies bereits in „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus, sie beruhen auf authentischen Quellen und entstanden zwischen 1915 und 1922 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg, nachzulesen.

Anton Holzer (Hg.): Die letzten Tage der Menschheit. Der Erste Weltkrieg in Bildern. Mit Texten von Karl Kraus. Primus Verlag, 2013.

Und auch in Joseph Roths 1932 veröffentlichten Roman „Radetzkymarsch“ kann man über die Grausamkeiten und Kriegsverbrechen an der Ostfront lesen:

„Vor dem großen, grauen, weitgeöffneten Tor des Friedhofs hingen drei Leichen, in der Mitte ein bärtiger Priester, zu beiden Seiten zwei junge Bauern in sandgelben Joppen, grobgeflochtene Bastschuhe an den reglosen Füßen. Die schwarze Kutte des Priesters, der in der Mitte hing, reichte bis zu seinen Schuhen. Und manchmal bewegte der Nachtwind die Füße des Priesters so, daß sie wie stumme Klöppel einer taubstummen Glocke an das Rund des Priestergewandes schlugen und, ohne einen Klang hervorzurufen, dennoch zu läuten schienen. Leutnant Trotta ging näher an die Gehenkten heran. Er sah in ihre aufgedunsenen Gesichter. Und er glaubte in den dreien den und jenen seiner Soldaten zu erkennen. Das waren die Gesichter des Volkes, mit dem er jeden Tag exerziert hatte.“ Via literaturdownload.at

Das Team des „Duftenden Doppelpunktes“ freut sich auf Ihre Ergänzungen und Anregungen!

THEMENPORTALE UND SITES ÜBER DEN ERSTEN WELTKRIEG

Erster Weltkrieg: Bücher, Bibliotheken, Archive, Ausstellungen

Auf der Seite „DER ERSTE WELTKRIEG IN DER LITERATUR“, ebenfalls im „Duftenden Doppelpunkt“ veröffentlicht, finden Sie eine kommentierte Literaturliste mit über fünfzig Romanen und Kurzgeschichten über den Ersten Weltkrieg, die zwischen 1915 und 1959 veröffentlicht wurden.
Zusätzlich bietet der „Duftende Doppelpunkt“ Infos zu Ausstellungen in Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien anlässlich „100 JAHRE ERSTER WELTKRIEG“.

„Im Krieg sind die Gesetze der Menschheit aufgehoben, in den Urzustand ist sie zurückversetzt. In einem ungeheuren Irrtum waren wir befangen. Wir glaubten an die innere Kultur der europäischen Völker. Wir müssen umlernen. Es war nur Firnis, Tünche.“ Hedwig Dohm (1831–1919)

Auf der Site „Digitale Landesbibliothek Oberösterreich“ werden seit drei Jahren urheberrechtsfreie Werke zugänglich gemacht. Einen der aktuellen Schwerpunkte bei der Digitalisierung bildet der Erste Weltkrieg: Werke der Sammlung: Weltkrieg I.
Die Bücher sind alle im Volltext erfasst. Das Inhaltsverzeichnis ist mit dem Text verlinkt. Gleichzeitig ist es möglich, einzelne Teile eines Werkes als PDF herunterzuladen. Die Recherche kann über Trunkierungen, Phrasensuche und Trefferliste eingeschränkt werden. Auch kann nur in den Volltexten oder optional nur in den Metadaten bzw. in beiden Bereichen gesucht werden.
Mittels Uniform Resource Name (URN) erhält jede Textseite einen eindeutigen und dauerhaft gültigen Namen, sodass bis auf Seitenebene genau zitiert werden kann.

„Es gibt kein Volk und kann keins geben, das zivilisiert genug wäre, um zivilisiert Kriege zu führen. Denn der Krieg selbst ist etwas Unzivilisiertes …“ Erich Mühsam (1878 – 1934)

Der Online-Hauptkatalog der Österreichischen Nationalbibliothek umfasst einen Bestand von über 44.000 Büchern, Broschüren, Dokumenten, Fotografien, Plakaten und Flugblättern, die sich mit dem Thema Erster Weltkrieg beschäftigen.

„Statt den Militarismus, der das Land ins Unglück gestürzt hat, zu entfernen, päppeln sie ihn wiederum hoch und werden ihm bald die Möglichkeit geben, das Land in noch größeres Unglück zu stürzen“. Siegfried Jacobsohn (1881–1926)

Das Webportal „Kriegssammlungen in Deutschland 1914-1918“ weist 235 Sammlungen über den Ersten Weltkrieg nach.

„Der Sammeleifer bezog sich nicht nur auf die über den Buchhandel verfügbare Kriegsliteratur, sondern auch auf Feld- und Schützengrabenzeitungen aus Frontgebieten, auf Drucksachen aus Lazaretten und Gefangenenlagern und auf Zeitungen der besetzten Gebiete. Gesammelt wurden Landkarten, Maueranschläge und Flugblätter, Fotos, Feldpostbriefe und Soldatentagebücher. Militaria und Uniformen wurden gesammelt, Material der Kriegswirtschaft wie Notgeld, Lebensmittelkarten und Kriegsersatzstoffe wurde aufgehoben, aber auch Gegenstände mit Andenkencharakter wurden zusammengetragen wie Vivatbänder, Postkarten, Gedenkmünzen und Porzellangegenstände mit Kriegsmotiven.“ Via Kriegssammlungen in Deutschland

Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre. Bertrand Russell (1872 – 1970).

Eine interessante Bestandsübersicht zum Thema Erster Weltkrieg bietet auch die Arbeitsgemeinschaft Archive in Nordhessen im Netz. Unter dem Titel „Geschichte des Ersten Weltkriegs“ bietet sie eine Auswahl an relevanten Beständen von bisher teilweise wenig bekannten Nachlässen und Sammlungen.

Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, daß es welche gibt, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque (1898 – 1970)

Internationale Sites über den Ersten Weltkrieg

Die „Europeana Collections 1914 – 1918“ führt Material aus drei Projekten zusammen. Neben persönlichen Geschichten von Privatpersonen finden sich auch Bibliotheksbestände sowie Filme aus europäischen Filmarchiven. Sie ist die umfassendste europäische Sammlung von Originaldokumenten zum Ersten Weltkrieg.

„Es wird solange Kriege geben, solange es noch einen Menschen gibt, der daran verdient.“ Bertolt Brecht (1898–1956)

Plakat  aus dem Jahr 1917 von H. R. Hopps (1869–1937)
Plakat aus dem Jahr 1917 von H. R. Hopps (1869–1937)

Ab April 2014 werden rund 75.000 digitalisierte Objekte aus den verschiedenen Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek über die europäische digitale Bibliothek „Europeana“ abrufbar sein. Gleichzeitig werden für das Web@rchiv Austria alle Netz-Aktivitäten zum Gedenkjahr für die Nachwelt gesichert.

„Die Presse und die Waffenfabrikanten sind der Bazillus der Kriegserregung.“ Alfred Hermann Fried (1864–1921)

Die Website „The Heritage of the Great War“ zeigt unter anderem mit ihrer Sammlung früher Farbfotografien ungewöhnliche Perspektiven auf die Alltagsgeschichte des Ersten Weltkrieges.

„Erst wenn auch die große Mehrheit der Frauen aus tiefster Überzeugung hinter die Losung tritt: Krieg dem Kriege, erst dann kann den Völkern der Friede gesichert werden.“ Clara Zetkin (1857–1933)

„1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War“. An der Freien Universität Berlin entsteht ein von internationalen ExpertInnen geschriebenes, englischsprachiges Referenzwerk zum Ersten Weltkrieg.

„Man muss immerfort aufpassen und handeln. Wer bloß zusieht, wartet vergebens, dass Frieden wird: es wird nur Krieg. Der Krieg kommt schon, wenn man einfach nichts gegen ihn tut.“ Heinrich Mann (1871–1950)

European Film Gateway: Die europäischen Filmarchive haben große Teile ihrer Sammlungen (Wochenschauen, Dokumentar- und Spielfilme) zum Ersten Weltkrieg digitalisiert und zugänglich gemacht.

„Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“ Kurt Tucholsky in einem Brief an Herbert Ihering vom 10. August 1922.

Unter dem Titel „La Grande Guerre“ hat das Deutsche Historische Institut Paris ein Blog ins Netz gestellt. Es widmet sich dem Forschungsschwerpunkt „Erster Weltkrieg“ und berichtet über Initiativen zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs.

„Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.“ Alfred Polgar (1873–1955)

Clio online – Fachportal für Geschichtswissenschaften: Themenportal Erster Weltkrieg: Rezensionen, Tagungsberichte und Ressourcen zur Quellen- und Materialrecherche.

„Aber wenn der Krieg da ist, richtet man sich in ihm ein, und man melkt seine Euter. Das Blut fließt, das Geld fließt, und man hat keine Eile, den Strom zum Versiegen zu bringen.“ Romain Rolland (1866 1944)

Erster Weltkrieg – nationale und regionale Projekte: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Russland

BELGIEN

„100 Jahre Erster Weltkrieg in Flandern 2014–2018“. In der Broschüre (pdf) findet sich ein Überblick über das Veranstaltungsprogramm, Gedenkstätten und historische Schauplätze.

„Jeder Krieg wird unter den nichtigsten Vorwänden begonnen, aus guten Gründen weitergeführt und mit den verlogensten Argumenten beschlossen.“ Arthur Schnitzler (1862–1931)

DEUTSCHLAND

„100 Jahre Erster Weltkrieg“ – die Site des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge bietet einen Überblick über Veranstaltungen, Gedenkprojekte und Ausstellungen in Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg.

„Alle Kriegsgeschichte wird erst verständlich, wenn man sie auf ihre ökonomischen Grundlagen zurück führt. Sie verflüchtigen sich dagegen in einen historischen Roman, wenn man das größere oder geringere „Genie“ der Feldherren zu ihrem bewegenden Hebel machen will.“ Franz Mehring (1846 1919)

1914 – 2014 Einhundert Jahre 1. Weltkrieg. Wir bleiben dabei: Frieden schaffen ohne Waffen. Bundesweites Netzwerk aus der Zivilgesellschaft, besonders aus der Friedensbewegung, zur Vorbereitung von Aktivitäten zum 100. Jahr der Wiederkehr des Beginn des 1. Weltkrieges.

Ist es nicht besser, für eine Sache zu sterben, an die man glaubt, wie an den Frieden, als für eine Sache zu leiden, an die man nicht glaubt, wie an den Krieg? Albert Einstein (1879 – 1955)

Plakat zur Ausstellung für Verwundeten- und Krankenfürsorge 1915
Plakat zur Ausstellung für Verwundeten- und Krankenfürsorge 1915

Das „Informations-Portal zur politischen Bildung der Landeszentrale für politische Bildung“ bietet eine umfangreiche Sammlung weiterführender Links, Dossiers und Unterrichtsmaterialien zum Thema Erster Weltkrieg.

„In diesem Zeitalter raffinierter technischer Zivilisation gibt es für den Erfindergeist immer noch keine höheren Aufgaben als die Vervollkommnung der kriegerischen Mordinstrumente. Wessen Gewehre und Kanonen am weitesten schießen, am schnellsten laden, am sichersten treffen, der hat den Kranz.“ Erich Mühsam (1878–1934)

Das Portal Militärgeschichte (ForscherInnen-Netzwerk Militärgeschichte) bietet regelmäßig Beiträge über den Ersten Weltkrieg und eine umfangreiche Linkliste.

„Nur eine wirklich demokratische Regierung wird das Volksvermögen nicht mehr in sinnlosen Kriegen verschleudern, sondern dem Wohle und dem Fortschritt des Volkes dienstbar machen. Sie wird den Menschen wieder achten.“ Ludwig Renn (1889–1979)

Der Erste Weltkrieg auf der Lernplattform „segu“ – bei der Erstellung des Materials finden Creative Commons lizenzierte oder gemeinfreie Medien besondere Beachtung.

„Man hat gesagt, die Freiheit entsteht dadurch, dass man sie sich nimmt. Nehmen wir uns also zuallererst die Freiheit, für den Frieden zu arbeiten.“ Bertolt Brecht (1898–1956)

Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet in ihrem Dossier ein breites Spektrum von Artikeln, Tonaufnahmen, Fotos, Landkarten, zeitgenössische Karikaturen und Literaturhinweisen über den Ersten Weltkrieg.

„Der Krieg ist für uns keine unvermeidliche Naturnotwendigkeit, kein Schicksal, dem man sich unterwerfen muss und das außerhalb der Macht und der Bestimmungsmöglichkeit der Menschen liegt. Die Ursache des Krieges als einer historischen Erscheinung wurzelt auch nicht in der bösen Natur des Menschen oder in der schlechten Politik der Regierungen, sondern in der Spaltung der Gesellschaft in Klassen, in Ausbeuter und Ausgebeutete. Die Kriegsgefahr und die Aufgaben der revolutionären Schriftsteller.“ Johannes R. Becher (1891–1958)

FRANKREICH

„Centenaire 2014“ organisiert die offiziellen Gedenkfeierlichkeiten anlässlich 100 Jahre Erster Weltkrieg in Frankreich. Darüber hinaus sind auf der Site vielfältige Infos über „La Grande Guerre“ zu finden.

„Die Existenz des Soldaten ist, nächst der Todesstrafe, das schmerzlichste Überbleibsel der Barbarei, das es unter den Menschen gibt.“ Alfred de Vigny (1797–1863)

„Das deutsch-französische Album des Ersten Weltkriegs“ veröffentlicht alle zwei Wochen zwei Originaldokumente zu einem bestimmten Thema, die von einem französischen und einem deutschen Historiker erläutert werden.

„Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.“ Carl von Ossietzky (1889–1938)

GROSSBRITANNIEN

Großbritannien gedenkt dem „ Great War“ auf der Site „First World War Centenary“.

„Solange man den Krieg als etwas Böses ansieht, wird er seine Anziehungskraft behalten. Erst wenn man ihn als Niedertracht erkennt, wird er seine Popularität verlieren.“ Oscar Wilde (1854–1900)

Plakat 1918: “Put It Into National War Bonds.
Großbritannien: Put It Into National War Bonds

„The Great War Archive“ und das „First World War Poetry Digital Archive“. Ersteres ist eine Sammlung und Digitalisierungsaktion privater Erinnerungsstücke aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Zweiteres präsentiert Quellen und Überblicksdarstellungen zu britischen LiteratInnen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

„Wer alle Dinge erschafft, wer baut und pflügt, für andere in den Krieg ziehen muss, der ist auch imstande, den Frieden zu begründen und gerechte Gesetze aufzustellen.“ Henri Barbusse (1873 1935)

Mit dem Projekt „Operation War Diary“ stellt das „Britische Nationalarchiv“ 1,5 Millionen Seiten aus Kriegstagebüchern ins Netz.

„Die Humanität ist streitbar von Beruf, was nicht hindert, dass Friedlichkeit ihr Wesen selbst ist.“ Heinrich Mann (1871–1950)

„World War One“ – das Projekt der „British Library“ ermöglicht Einblick in über 500 Quellen: Manuskripte, Illustrationen, Karten, Briefe, Zeitungen und vieles mehr.

„Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.“ Bertrand Russell (1872 1970)

BBC History – World War One Centenary:
Auf der Seite der BBC finden sich Filme und Tondokumente zum Thema Weltkrieg und eine Seite für Kinder und Jugendliche.

„Ich habe mich nie gescheut und werde mich auch in Zukunft nicht scheuen, den Staat der mit den Krieg als Mittel der Politik spielt und Ernst macht, einen Mörder-Staat zu nennen.“ Kurt Hiller (1885 1972)

Das „Spartacus Educutional“ ist für Jugendliche gedacht und bietet ausführliche Links zum Ersten Weltkrieg.

„Wenn man als junger Bursche in den Krieg zieht, hat man die große Illusion der Unsterblichkeit. Die anderen werden getötet; man selbst nicht.“ Ernest Hemingway (1899–1960)

„World War Centenary“: World War I Centenary. Continuations and Beginnings. Die Site bietet freie Lern- und Lehrmaterialien für neue Wege im Unterricht zum Thema Erster Weltkrieg.

„Das ist der ewige Zwiespalt zwischen der Staatsmoral und dem Individuum. Man kann das auf die Formel bringen: dem kleinen Mörder schlägt man den Kopf ab, dem großen setzt man einen Lorbeerkranz auf.“ Carl von Ossietzky (1889–1938)

ITALIEN

Unter dem Titel „1418 documenti e immagini della grande guerra“ haben italienische Büchereien eine umfangreiche Materialsammlung über den Ersten Weltkrieg zusammengetragen.

„Der Krieg ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen, zum Nutzen von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren.“ Paul Valéry (1871–1945)

ÖSTERREICH

Im Kalendarium, einer vom Bundeskanzleramt ins Netz gestellten Seite, wird unter anderem auf Veranstaltungen, Ausstellungen und Medien in Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg hingewiesen.

„Als zum erstenmal das Wort „Friede“ ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrien auf im Schmerz: Wir haben verdient! Laßt uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient!“ Karl Kraus (1874–1936)

Das Plakat fordert zum Kauf de österreichischen Kriegsanleihe auf
Plakat aus dem Jahre 1917 von Alfred Roller (1864-1935)

1914–2014, Grundlagenpapier österreichischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Anlass des Gedenkens des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren.

„Die Waffe ist nicht mehr ein persönliches Organ des Menschen, gleichsam ein Glied seines Körpers, sondern der Mensch ist ein unpersönliches Organ der Waffe, nichts als ein Glied der großen Kriegsmaschine…, nur noch ein leicht ersetzliches Teilchen des Ganzen, sozusagen ein Stück Fabrikware, ein leicht herstellbarer Massenartikel …“ Egon Friedell (1878–1938)

In „ANNO – Austrian Newspapers Online“, dem „virtuellen Zeitungslesesaal“ der Österreichischen Nationalbibliothek befinden sich zur Zeit 840.000 Seiten aus Zeitschriften und Zeitungen der Jahre 1914 bis 1918 und können dort rund um die Uhr online nachgelesen werden.

„Und beim Schriftsteller beginnt schon dort, wo er schweigt, die Lüge.“ Joseph Roth (1894–1939)

„Wohin der Krieg führt. Wien im Ersten Weltkrieg“. Das Blog bereitet die Ereignisse in Wien in der Zeit des Ersten Weltkrieges chronologisch auf und wird regelmäßig erweitert.

„Kriegsmüde – das ist das dümmste von allen Worten, die die Zeit hat. Kriegsmüde sein, das heißt müde sein zu morden, müde des Raubes, müde der Lüge, müde der Dummheit, müde des Hungers, müde der Krankheit, müde des Schmutzes, müde dem Chaos. War man je zu all dem frisch und munter?… Kriegsmüde hat man immer zu sein, das heißt, nicht nachdem, sondern ehe man den Krieg begonnen hat.“ Karl Kraus (1874–1936)

Die „Digitale Wienbibliothek“ präsentiert Material zur Erforschung des Ersten Weltkrieges. Unter anderem werden eine große Zahl Plakate und einige Kriegskochbücher online zur Verfügung gestellt. 120.000 Zeitungsartikel aus den Jahren 1914 bis 1918 werden chronologisch indexiert und sukzessive zur Verfügung gestellt.

„Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen – und von dieser Waffe macht er oft genug gebrauch.“ Kurt Tucholsky (1890–1935)

RUSSLAND

„Russia’s Great War and Revolution“ bietet unter anderem eine Reihe von englischsprachigen Beiträgen, die sich mit der Rolle Russlands im Ersten Weltkrieg und der Oktoberrevolution bzw. dem Bürgerkrieg befassen.

“Es genügt, einem Menschen eine Uniform anzuziehen, ihn von seiner Familie zu trennen und die Trommel zu rühren, um ein wildes Tier aus ihm zu machen.“ Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi (1828 1910)

5 Gedanken zu „DER ERSTE WELTKRIEG IM INTERNET“

  1. Sehr geehrter Herr Posdziech! Herzlichen Dank für Ihr Mail. Es stimmt leider, gerade die kleinen engagierten Projekte erhalten oft viel zu wenig Aufmerksamkeit. Gerne stellen wir diesen auf der Seite „100 Jahre Erster Weltkrieg: Ausstellungen“ Platz für einen Hinweis zur Verfügung.
    Dafür ist es für uns hilfreich, wenn Sie uns einige ausformulierte Worte senden, in denen Sie Ihre Arbeit vorstellen, prima wäre ein Link zu Ihren Artikeln bzw. auch zum Museum. Mit freundliche Grüßen, Petra Öllinger

  2. Sehr geehrte Damen u. Herren..Vielen Dank für die vielen Informationen..allerdings vermisse ich hinweise zu den vielen kleineren lokalen Ausstellungen in Deutschland..habe selbst in verden mit dem dortigen Museum eine Ausstellung vorbereitet, die seit mai des Jahres läuft und im oktober endet..in der lokalen presse (Verden Aller Zeitung) schreibe ich pro woche einen artikel zu den aspekten einer kleinstadt im kaiserreich und den lokalen Verhältnissen in den Kriegsjahren..meine frage wäre, ob diese eher am Rande stehenden Präsentationen nicht insgesamt erfasst werden sollten, um der so oft geforderten aufarbeitung der lokalen Dimensionen grecht zu werden. viele grüsse posdziech

  3. Danke @Heike Baller für den Hinweis auf das PDF. Die zwei Listen ergänzen einander wunderbar!
    Welche 11 Titel werden denn in dem Vortrag angesprochen?
    Die „Duftenden Doppelpunkte“ wünschen ein zahlreiches und interessiertes Publikum!

    Herzliche Grüße
    Petra Öllinger

  4. So eine Liste habe ich auch gemacht – da gibt es einige Überschneidungen. Auf meiner Download-Seite kann man das PDF herunterladen. Das Thema hat mich ja die letzten Wochen – auf der Kölner Leselust – sehr beschäftigt; so habe ich einen Vortrag mit 11 Titeln zum Thema erarbeitet, den ich in Buchhandlungen halte – so eine Art Orientierungshilfe.

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