Brillis Wort zum Montag

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Kahlschlag

Es ist wieder soweit: Es fliegt das Achselhaar, es fliegt das Beinhaar. Es brummt und surrt in den Badezimmern. Es macht „Ratsch“ und „Aua“. Es fließen Blut und Tränen. Sommerzeit – Kahlschlagzeit. Viele Zweibeiner tun’s wieder: Sie machen sich nackig. Nicht nur unter der Achselhöhle oder an den Beinen … Sie kaufen Kaltwachs, Heißwachs, Rasierklingen, Enthaarungscremes und Epiliergeräte oder gehen in „Studios“, um sich in engen Kabinen von solargebräunten Damen das Fell über die Ohren ziehen zu lassen. Die Zweibeiner meinen, ohne störrisches Dickicht sähen sie besser aus. Hallo?! Es macht doch Sinn, über ein solches zu verfügen – außer es quillt aus Nase, Ohren oder wuchert am großen Zeh –, es schützt vor Kälte, Nässe, Hitze.

Wie es sich ohne Haarkleid lebt, sehe ich bei Dora. Die ist eine Nackthündin, nur am Kopf und am Schwanzende sprießen ein paar Fellbüschel. Sonst ähnelt ihre Haut einem gescheckten Putzfetzen, manchmal sogar einem gescheckten, ausgewrungener Putzfetzen. Sieht nicht so toll aus. Im Winter muss sie ein Manterl tragen, im Sommer trägt sie ein T-Shirt, um keinen Sonnenbrand zu bekommen. Ist jetzt auch nicht sooo schick. Aber Dora pfeift sich sowieso nix um ihr Aussehen und treibt ihre etepetete Zweibeiner gerne mal an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Ich sage nur: Kuhfladen und Quargelpapier. Kein Wunder, dass wir von gegenseitiger Sympathie erfüllt sind.

Felllos zu sein hat auch Vorteile: Der Dreck geht von nackter Haut leichter ab als von dichtem Gebüsch. Bei Dora trocknet das Zeug und fällt ab. Bei mir trocknet das Zeug – und bleibt picken. Da wäre mir dann statt der Badewanne ein Kahlschlag lieber.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

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