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Fakten, Fiktion und ein rundes Gefühl

Der historische Roman „Die Maurin“ spielt in Andalusien im 15. Jahrhundert. Die Reconquista strebt ihrem Höhepunkt zu, die Mauren wurden nach vielen hundert Jahren Vorherrschaft immer weiter zurückgedrängt. Sie beherrschen nur noch das Königreich Granada. Hier setzt der Roman ein und bindet die fiktive Geschichte der jungen Hofdame Zahra in den historischen Rahmen ein.

Das Buch glänzt mit einer Reihe von Extras, angeführt von einer Aufstellung der historischen und fiktiven Personen des Romans. Es folgt eine kurze und knackige historische Einführung, die einen direkt in den passenden Zeitrahmen versetzt, ohne dabei belehrend zu sein. Am Ende des Buches findet man eine Zeittafel, Stammbäume, ein Glossar sowie Literaturangaben, wenn man sich genauer informieren möchte.

Hier wird schon ein wesentlicher Aspekt des Buches deutlich: Es ist gründlich und sauber recherchiert. Die historischen Fakten stimmen, die Charaktere sind so authentisch wie möglich geschildert. Der historische Rahmen ist nicht nur lästiges Beiwerk für eine erfundene Geschichte, sondern die fiktive Geschichte wird sehr behutsam in die tatsächlichen Ereignisse eingebettet, und es wird darauf geachtet, die Fakten nicht zugunsten der fiktiven Geschichte zu verbiegen.

Aber auch die persönliche Geschichte der Hauptfigur Zahra ist sehr interessant und mitreißend beschrieben, so dass man von Kapitel zu Kapitel gespannt bleibt, wie sie weitergeht, und es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Die Balance zwischen historischen Fakten und persönlicher Geschichte ist perfekt gelungen, das Buch wirkt an keiner Stelle trocken, und es hat auch keinerlei Längen oder uninteressante Handlungsstränge.

Zum Schreibstil: Der Gesamtleseindruck ist sehr gut, das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Die Worte sind gut gewählt, niemals platt, keine Wiederholungen. Die Sätze sind an keiner Stelle zu kompliziert, dass man sie nochmal lesen müsste, um sie zu verstehen. Sprich: Man fühlt sich beim Lesen einfach wohl.

Das Buch hinterlässt nach dem Lesen ein rundes Gefühl. Sowohl das historische Kapitel der Mauren in Andalusien als auch die fiktive Geschichte sind an einem Endpunkt angelangt, die Handlung ist in doppeltem Sinne in sich geschlossen. Der Roman wird auch gegen Ende nicht hektisch, er wird einfach immer spannender und vor allem intensiver, so dass man ihn, je näher man dem Ende kommt, immer weniger aus der Hand legen mag.

Fazit: Ein sehr interessanter historischer Rahmen trifft auf eine sehr ereignisreiche und bewegende fiktive Geschichte. Der Roman ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, zeigt keinerlei Längen und ist hervorragend recherchiert, ohne dabei je trocken zu wirken. Ein sehr lesenswertes Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Schade, dass ich es schon durch habe …

Hartmut Janssen

Lea Korte – Die Maurin. Droemer Knaur, München, 2010. 627 Seiten, € 9,95 (D)

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Bereich: Geschichte – Belletristische Darstellung

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