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Frischer Wind in der Kinder- und Jugendliteraturforschung: Neues Fachmagazin interjuli befasst sich mit internationaler Forschung

International – interdisziplinär – interjuli: So lautet der Slogan von interjuli, der neuen Fachzeitschrift zur Kinder- und Jugendliteraturforschung. „Im Bereich der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Literatur für Kinder und Jugendliche (KJL) gibt es sehr wenige Publikationsorgane“, berichtet Marion Rana, die Herausgeberin von interjuli. Informationsblättchen für Eltern, buchhandelsfinanzierte Heftchen zur Werbung – hiervon existieren reichlich. Zeitschriften jedoch, die sich tatsächlich wissenschaftlich mit dem Thema KJL auseinandersetzen, sind rar gesät. „Das liegt sicherlich auch daran“, erklärt Rana, „dass die Forschung hier an sich einen schweren Stand hat.“ In anderen Ländern wie Großbritannien oder den USA sei das Thema relativ fest in den Lehrplänen der Universitäten verankert, im deutschsprachigen Raum aber halte sich oftmals noch immer das Vorurteil, Kinderliteratur sei literarisch nicht anspruchsvoll und relevant genug, um sich wissenschaftlich mit ihr auseinanderzusetzen. „An den universitären Literaturinstituten wird man deshalb oft schräg angeschaut, wenn man über seinen Forschungsschwerpunkt spricht“, meint Rana. Dabei ist die Kinder- und Jugendliteraturforschung ein eigener Forschungszweig, der sich in vielerlei Hinsicht von der „erwachsenen“ Literaturwissenschaft unterscheidet. „In der KJL-Forschung benötigt man ganz andere wissenschaftlichen Theorien und Werkzeuge.“

Zusammen mit vier ehemaligen Kommilitoninnen gründete Marion Rana deshalb im Sommer 2007 die Zeitschrift interjuli. Gefördert wurde das Projekt schon damals von der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Union, die Förderung wurde gerade um zwei Jahre verlängert. Das erste Heft von interjuli erschien dann im Januar 2009, im Juli folgte der erste Schwerpunktband zum Thema Ideologie. Und aktuell geht es in der Januarausgabe 2010 um Literatur aus der und über die DDR. „Ein sehr spannendes Thema“, meint Rana. Und offensichtlich auch eines, das in der Forschung momentan sehr angesagt ist. „Wir konnten uns vor Artikelvorschlägen und Zuschriften kaum retten.“ Der Schwerpunktthema der nächsten Ausgabe im Juli 2010 ist dann wieder eher eines am Rande des Mainstreams: „Unsere nächste Ausgabe befasst sich mit Regionalität in der Kinderliteratur“, erklärt Rana. „Es wird gerade viel Literatur mit regionalen Einschlägen und Schwerpunkten veröffentlicht und die Forschung hinkt da noch etwas hinterher. Wir wollen hier ein bisschen nachhelfen und den bisher stattgefundenen Forschungsprojekten Raum zur Präsentation geben, Ergebnisse bündeln und Interesse wecken.“

Die Resonanzen auf interjuli sind durchweg positiv. Die Vergrößerung der Publikationslandschaft war dringend überfällig, so das Credo vieler interjuli-RezipientInnen und -AutorInnen. Die Forschendengemeinde sei am Wachsen, meint auch Rana, und da sei es nur eine logische Konsequenz, dass sich weitere Zeitschriften am Markt etablieren können. Stolz sei sie vor allem auch auf die internationale Ausrichtung von interjuli. „Das war natürlich am Anfang nur ein wilder Anspruch“, schmunzelt sie, „und wir konnten gar nicht sicher sein, den auch erfüllen zu können.“ Mittlerweile werde die Zeitschrift aber auch außerhalb von Deutschland abonniert und die eingereichten und veröffentlichten Artikel stammen zu einem großen Teil von ForscherInnen aus dem Ausland oder befassen sich mit internationalen Themen. Für die Zukunft ist dann auch eine Stärkung dieses Feldes geplant. In der Sommerausgabe 2010 werden das erste Mal Rezensionen von Primär- und Sekundärliteratur erscheinen und die junge Redaktion hofft, hier auch Besprechungen von fremdsprachlicher Literatur veröffentlichen zu können. „Wer weiß in Deutschland zum Beispiel schon um die Trends in der Kinderliteratur Südostasiens?“, fragt Rana und lacht. „Uns interessiert das.“

Interjuli ist im Handel oder ganz einfach über die interjuli-Site erhältlich und abonnierbar. Hier können auch einzelne Artikel der verschiedenen Ausgaben heruntergeladen werden. Interjuli erscheint zweimal jährlich jeweils im Januar und Juli.

Das Team von „interjuli“

Beiträge vor einem Jahr:
JournalistInnen-Report, Internationaler Frauentag 2009 und HISTORISCHES STADTARCHIV KÖLN

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