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Wiens grüne Arena, der Prater

Wo Fuchs und Hase einander grüßen

Warum in die Ferne schweifen, liegt der Urwald doch so nah. Wie nah (auf den Wiener Raum bezogen) und wie „urwaldig“, zeigt Peter Sehnal, umtriebiger Wiener Zoologe, der unter anderem an verschiedenen Naturfilmproduktionen mitwirkte.

In seinem Band „Wiens grüne Arena, der Prater“ wird, abseits von Liliputbahn, Praterallee-Laufstrecke, Wurstelprater und Stadionbad, ein grünes (teilweise sogar für eingefleischte PraterspazierInnen unbekanntes) Juwel sichtbar. In mehreren Abschnitten nähern sich die Lesenden und Schauenden dem ehemaligen kaiserlichen Jagdgebiet. Ein Teil bietet einen kurzen Überblick über die historische Entwicklung des Praters, ein anderer gibt Einblick in dessen Nutzung und Aktivitäten. Ein interessanter Abstecher führt zu den Praterateliers – fünf Gehminuten von der U2-Station entfernt. Sie sind die letzten „steinerne Zeugen“ der Weltausstellung 1873. Ein Teil davon wird noch immer als Bildhauer-Atelier genutzt.

Ein weiterer Abschnitt widmet sich dem Rhythmus der Tiere und Pflanzen im Laufe der Jahreszeiten. Es ist faszinierend, daß (beinahe) mitten in einer Großstadt eine vielfältige „Urwald“-Landschaft erhalten geblieben ist: Totholzgebiete sind beispielsweise für Sumpfschildkröten oder Ringelnattern wunderbare Lebensräume. Füchse im Unterholz sind keine Seltenheit. Waschbären rascheln im Laub und neben Eichkätzchen erklimmt schon mal ein Marder einen Baum.

Peter Sehnal faßt in Bilder, was Adalbert Stifter in seiner Beschreibung des Praters in Worte gefaßt hat:„ … aber im Laufe der Zeit zu einem reizenden Gemisch geworfen von Wiese und Wald, von Park und Tummelplatz, von menschenwimmelndem Spazierplan und stillster Einsamkeit, von lärmendem Kneipegarten und ruhigstem Haine.“ *

Das Buch lädt dazu ein, sich auf eine Pirsch durch Europas größte Parklandschaft zu begeben. Hilfreich für „PratereinsteigerInnen“ ist die Abbildung einer Wanderroute im Buch. Die Fotos darin (einziger Wermutstropfen: deren manchmal etwas gedrängt wirkende Platzierung auf den Seiten) sind Anreiz, selbst die Kamera zu zücken, um weitere unbekannte Plätze zu entdecken. Zum Beispiel einen jener Orte, wo sich Fuchs und Hase guten Morgen und guten Abend sagen.

Petra Öllinger

Cover: Peter Sehnal - Wiens grüne Arena, der Prater

Cover: Peter Sehnal - Wiens grüne Arena, der Prater

Peter Sehnal – Wiens grüne Arena, der Prater.
Herausgegeben gemeinsam mit ORF „Universum“ und dem Naturhistorischen Museum Wien.
Folio Verlag Bozen, Wien 2008. 144 Seiten, € 29,80 (A).

Über Peter Sehnal

Bereich: Bildband – Natur

* Quelle: Adalbert Stifter – Aus dem alten Wien. Aus der Reihe Wiener Bücherei. Band 12. Wilhelm Frick Verlag, Wien, 1943.

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