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Erster Weltkrieg – Literaturquiz Teil 1

Unser diesjähriges Literaturquiz widmen wir jenen AutorInnen, die den Ersten Weltkrieg erlebt und durchlitten haben, sei es an der Front, in der Etappe, als Kriegs- bzw. Zivilgefangene oder an der „Heimatfront“, und uns in ihrem Schreiben das Grauen des Krieges überliefert haben.
Ab 1933 wurden viele dieser SchriftstellerInnen im „Deutschen Reich“ verfemt, verfolgt und letztlich vergessen.

Neben der Herausforderung des Knobelns, der Anregung, Wohlbekanntes wiederzulesen oder sich auf Neues einzulassen, können Sie in jeder Quizrunde einige Bücher gewinnen.

Unter allen richtigen Einsendungen wird diesmal Literatur aus dem Dietz Verlag und dem Gmeiner Verlag verlost.

ANTWORTEN bitte bis zum 30. September 2014 um 12:00 Uhr an: Literaturquiz Duftender Doppelpunkt oder direkt via Kontaktseite des „Duftenden Doppelpunktes“. Am Abend des 30. September werden die Rätselfragen aufgelöst und die GewinnerInnen der Buchpreise bekanntgegeben.

Die Quizfragen

  • Wie heißt der im folgenden Rätsel gesuchte Autor?
  • Wie lautet der Titel seines 1920 erstmals veröffentlichten und mit dem Untertitel „Streiflichter zum Zusammenbruch“ versehenen Buches?
  • Zusatzfrage: Ihre Beantwortung ist für die erfolgreiche Teilnahme am Quiz nicht erforderlich: Unter welchem Titel wurde 1928 der Folgeband veröffentlicht und wer war der Schöpfer des Buchcovers, dessen Gestaltung zur sofortigen Beschlagnahmung des Werkes führte? Einen ersten Anhaltspunkt bietet das in diesem Beitrag abgebildete Foto.

ERINNERUNG: Wenn Sie an die jeweils aktuelle Quizrunde erinnert werden möchten, senden Sie uns bitte einfach ein leeres Mail mit dem Betreff „Literaturquiz Erinnerung“.

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Das literarische Rätsel

Es ist nicht viel, was über den 1890 in Stuttgart geborenen Autor und Journalisten in öffentlich zugänglichen Materialien nachzulesen ist. Nicht zuletzt ist er, „… ein begabter Erzähler, der seine Geschichte dem jeweiligen Empfänger ‚anpasste‘“. Alleine aus den Jahren 1912 bis 1927 sind fünf Variationen seiner Lebensgeschichte überliefert.

Foto: Karl Dietz Verlag, Berlin.

Foto: Karl Dietz Verlag, Berlin.

1912 eingezogen, desertiert er wenige Monate später und lebt in Paris. Heimgekehrt ins Deutsche Kaiserreich meldet er sich im Februar 1914 freiwillig im Arresthaus seiner Garnison als Fahnenflüchtiger. Trotz seiner Schrift „Geschichte eines deutschen Fahnenflüchtigen“, sie wird in der „Württemberger Zeitung“ in Fortsetzungen veröffentlicht und endet mit dem Aufruf „Werdet nicht fahnenflüchtig!“, erhält er acht Monate Militärgefängnis. Im November desselben Jahres wird er an die Front geschickt und verbleibt nach einem Lazarettaufenthalt in der Etappe im belgischen Gent. Dort arbeitet er als Schreiber und in den letzten Kriegsmonaten als Redakteur der „Kriegszeitung der 4. Armee“.

Als er im August 1919 in der „Weser-Zeitung“ unter dem Titel „Belgische Briefe“ seine Sichtweise über den Ersten Weltkrieg veröffentlicht, vertritt er durchaus noch als vaterländisch zu bezeichnende Gedanken.
In seinem zweibändigen Bestseller, der erste Band wird 1920 veröffentlicht und trägt den Untertitel „Streiflichter zum Zusammenbruch“, kann man ganz anderes lesen. Faktenreich setzt er sich darin mit dem deutschen Besatzungsterror in Belgien auseinander und dekonstruiert so erzählend, exakt und realistisch den 1. Weltkrieg.

Von 1921 an wird er mehrmals verhaftet, im Jänner 1923 aus dem damals von Frankreich besetzten Düsseldorf entführt und nach Leipzig gebracht. Dort kommt es wegen eines mit illegalen Mitteln aus dem Reichsarchiv beschafften Dokuments aus dem Jahre 1918 zur Anklage. In dem Verfahren, es wird auch als „deutscher Dreyfus-Prozess“ bezeichnet, wird er zu sechs Jahren Zuchthaus („Schweigehaft“) verurteilt.

Im Frühjahr 1925 thematisiert Paul Levi den Prozess in einer Reichstagsrede. Er sorgt dadurch im Ausland, insbesondere in Belgien, für Aufmerksamkeit und in der deutschen Justiz für Verunsicherung. Der Fall wird wieder aufgenommen und im Februar 1926 stimmt der Reichspräsident Hindenburg der Begnadigung des Häftlings zu.

Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wird er abermals festgenommen. Er kommt allerdings rasch wieder frei und bleibt danach bis zum Ende des Nationalsozialismus weitestgehend unbehelligt. Finanziell hält er sich mehr schlecht als recht, unter anderem als Redakteur der „Deutschen-Destillateur-Zeitung“, über Wasser. Seine sämtlichen Werke befinden sich allerdings auf der „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“.

Nach dem Krieg wird er von der amerikanischen Besatzung als Pressereferent der Verwaltung von Berlin-Schöneberg eingesetzt: „Ein dickköpfiger Schwabe, direkt aus ‚Schtuagert‘. Saust gewöhnlich in seiner ganzen stattlichen Kürze durch die Gegend. (…) und blickt im allgemeinen ganz sauertöpfisch in die Welt, weil jedermann etwas über sich in der Zeitung gebracht haben will und keiner mit ihm zufrieden ist. Allen Angriffen weiß er allerdings mit jener Ruhe zu begegnen, mit der er ehedem die langen Jahre absaß, die ihm unsere Militaristen wegen seiner ‚Etappe Gent‘ verordnet haben.“ (Aus: Schöneberg tanzt wieder. 23. Dezember 1945, S. 19)

Aus der städtischen Verwaltung scheidet er 1948 aus und arbeitet wieder journalistisch, zuletzt in der B.Z. („Berliner Zeitung“).
Der in den 1920er Jahren vielgelesene Autor stirbt 1965 verarmt und vergessen in Berlin.

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Weitere Informationen über einschlägige Literatur, Ausstellungen und Themenportale finden sie im Duftenden Doppelpuntkt auf folgenden Seiten.

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