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I’m too sexy

13 ist nicht immer eine Unglückszahl. Wenn sich nämlich 13 Menschen aus verschiedenen Wissensgebieten mit Feminismus auseinandersetzen, dann ist das anregend, aufregend, ärgerlich, verwundernd.

Deutlich wird auch in diesem von Mirja Stöcker herausgegeben Buch: Den Feminismus gibt es nicht – auch wenn in einigen Köpfen noch immer ein Bild der Feministin mit lila Latzhose, männerverachtend sowieso (oder zumindest lesbisch) auftaucht. Ein Umstand, der von Katrin Jäger („Die Lesbe sitzt im Kopf“) teils recht humorig ins Treffen geführt wird. Witzig sind Reinhard Mohrs Erinnerungen an seine ersten Konfrontationen mit dem Feminismus – Verwirrung, Irritation, Unsicherheit waren die Folge („Der Feminismus und ich“). Die Verärgerung Antje Schrupps über das Ausspielen kinderloser Frauen gegen Frauen mit Kindern mittels unhaltbarer Argumente, ist bei der Lektüre ihres Textes richtiggehend spürbar („Die Deutschen sterben aus – und die Frauen sind schuld?“). Mit dem Mythos, Frauen sammeln und Männer jagen, räumt Brigitte Röder in „Jäger- und Sammlerinnenlatein“ gehörig auf – für Nicht-EthnologInnen neue Einblicke ins Leben unserer AhnInnen. Wenn Sigrid Schmitz vom „Schicksal Gehirn?“ schreibt, mag manche zum Überblättern des Beitrags verleitet sein, weil ein zum hundersten Mal durchgekauter biologischer Ansatz vermutet wird. Die Vermutung ist jedoch falsch, denn Sigrid Schmitz kritisiert nicht nur das Design von und die oft sehr niedrige ProbandInnenzahl in naturwissenschaftliche Studien, sie öffnet auch ein Türchen ins Gehirn unter anderem von TaxilenkerInnen.

Für Kennerinnen des F-Wortes bietet das Buch nicht allzu viel Neues. Konkrete Veränderungsansätze hinsichtlich persönlicher Lebensbereiche und gesellschaftspolitischer Strukturen, damit Feminismus endlich selbstverständlich wird, und sich für diese Akzeptanz nicht auch noch das Attribut „sexy“ umhängen muss, finden sich kaum. Interessant wären auch Erfahrungen von Frauen gewesen, die beispielsweise in Frauenberatungsstellen arbeiten: Welche Bedeutung hat Feminismus in der praktischen Arbeit mit KlientInnen? Vielleicht hat Mirja Stöcker ja schon was in der Schublade …?


Mirja Stöcker (Hgin.) – Das F-Wort. Feminismus ist sexy.
Ulrike Helmer Verlag Königstein, 2007. 150 Seiten, Euro 12,90 (D).

Petra Öllinger

Erschienen in an.schläge – das feministische Magazin, Juli/August 2007

Buchcover-Das F-Wort

Beiträge vor einem Jahr:
Kinder- Schul- und Jugendbibliotheken

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