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Brillis Wort zum Montag

Ein Hund ein Wort

Totholz

Praktisch so ein Totholz. Es bietet Wohnung, Supermarkt und Versteck. Für die Tiere des Waldes. Für die Zweibeiner der Großstadt bieten umgestürzte Bäume auch etwas: Sichtschutz. Und das geht so. Hauskaspar 1 begibt sich mit uns in die Botanik. Hunde und Mensch stromern durch zähen Matsch und zartes Grün. Der Frühling ruft. Es ruft die Blase. Mitten durchs Unterholz ruft sie. Es ruft Hauskaspar 1 uns zu: „Warten!“ Wir tun’s. Wir wissen was kommt. Wir schämen uns nicht, denn es kommt sowieso niemand durchs Totholz. Wir warten. Aber was für ein verlockender Ruf des Waldes erreicht uns da? Was erschnuppert meine Nase, und die meiner Kameradin Zwetschke?
Wir können nicht an uns halten. Zum Schämen darüber, dass wir nicht warten, darüber, dass wir unseren Hauskaspar 1 schnöde im Stich lassen zwischen gestürzten Silberpappeln und Hainbuchen, würde auch später noch Zeit sein. Auf zum Fangerlspiel.
Doch schon erschallt mein Name: „Brilliiii!“ Es erschallt der Name meiner Kameradin: „Zwetschkeeeee!“ Ein kurzer Blick zurück.
Da steht Hauskaspar 1 mit heruntergelassenen Hosen im Totholz. Mit roter Winterjacke („Damit ihr mich immer gut sehen könnt.“), die da leuchtet durchs unbelaubte Vorfrühlingsgebüsch. Wir würden gerne in Gelächter ausbrechen. Jedoch, die Mühsal des Ankleidens von Zweibeinern in der freien Natur in der noch kühlen Jahreszeit, das dauert, bis wieder alles hochgezogen ist. Nein, es mag der Hund sich nicht vergnügen, wenn sein Zweibeiner sich plagt.
Wir trotten zurück zu Silberpappel und Hainbuche, wo uns der Gedanke tröstet: Das Eichhörnchen hätten wir eh nicht erwischt.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli