Der „Duftende Doppelpunkt“ zwitschert
oder
„Du hast ja einen Vogel!“
Es irrte nicht, wer gestern am 5. Oktober in den Häuserschluchten zwischen Glocken– und Rotensterngasse im 2. Wiener Bezirk fröhliches Vogelgezwitscher* vernahm.
Nicht nur unsere lieben gefiederten FreundInnen, auch die PreisträgerInnen des Literatur-Twitters tirilierten. Den Beginn machten die drei Ersplatzierten – zwar in Abwesenheit, sie konnten leider nicht nach Wien flattern – bei Tom Kaisersberger GuterStoff. Sie erhielten, von den Jurymitgliedern Robert Lender, Nadine Pauland und Georg Schober, einem der beiden duftenden Doppelpunkte, die Preise verliehen: ein von Tom Kaisersberger gestaltetes bio-faires-klimaneutrales T-Shirt von GuterStoff und je zehn von Petra Öllinger gestaltete Buttons mit ihrem jeweiligenTweet.
Danach breiteten die Gäste ihre Schwingen aus und flatterten von der Glockengasse in die Rotensterngasse zu Lhotzkys Literaturbuffet. Kurt und Andrea Lhotzky sorgten für eine Labung der Gäste und spendierten allen BesucherInnen ein alkoholfreies Getränk.
Alsdann wurde der zweite Teil des Abends eingezwitschert. Trällern und Jubilieren durften nun die sieben Zweitplatzierten, sie erhielten jeweils zehn Buttons mit ihrem Beitrag.
Tweets der PreisträgerInnen
Robert Lender, Nadine Pauland und Georg Schober ließen es sich nicht nehmen, auch ihre persönlichen „Joker“-Tweet zu trällern und den anwesenden „Joker-Twitteranten“, Andreas Klinger, Chepedaja und Wolfgang Koller zu gratulieren und ein persönliches kleines Geschenk zu überreichen.
Die vier Joker-Tweets:
Arbeitswelt? „Du meinst die Schafe, die nach Futter schmachten! Scher‘ sie, solang die Wolle taugt, danach kannst Du sie schlachten.“ Wolfgang Koller
Montagmorgen. Der helle Sonnenschein ist wie ein Schlag ins Genick. Ich stolpere, verschlucke mich an meinem Traum. Julia Fertig
Ich mache nicht mit. Andreas Klinger
Kollege rät einem Kunden step by step vorzugehen. Drei „ooh babies“ schallen durchs Büro. Chepedaja
Weitere 53 Tweets hingen, jeweils mit einer Nummer versehen, bereit, um vom Publikum mit Argusaugen begutachtet zu werden. Jede/r BesucherIn schrieb die Zahl des von ihr / ihm gewählten Liebelingsbeitrages auf einen Zettel, der sogleich in den stilechten Vogelkäfig schwebte. Und dann schwebten Robert Lender, Nadine Pauland, Petra Öllinger und Georg Schober hinter den Lhotzky’schen Kassenpult ließen in einer sprachlichen Inszenierung diese 53 Tweets flattern.
Der Publikumspreis flatterte schließlich Werner Stangl (west47) zu:
„Arbeit heiligt das Leben.“ Das hat man mich gelehrt. „Warum?“ „So ist es eben.“ Und ich habe mich nie gewehrt.
Eine „Rote Lilo trifft Wolfsmann“- Literatur der Arbeitswelt macht sich schon bereit zum Abflug zu ihm.
Übrigens, wer an diesem Abend die Jurymitglieder und den zweiten duftenden Doppelpunkt mit den Worten „Du hast ja einen Vogel“ bezeichnete, lag gar nicht so falsch, wie ein Blick auf manches Foto zeigt …
Hier geht’s zu den Fotos.
O-Töne von der Preisverleihung zu hören auf Robert Lenders „Schnipselblog“:
Interview mit Andreas Klinger
Interview mit Kurt Lhotzky
Interview mit Georg Schober
Interview mit Nadine Pauland
Weitere Fotos von der Preisverleihung auf Robert Lenders „Schnipselblog“
* Wer mit dem Mikro-Blogging-Dienst Twitter nicht vertraut ist und sich vielleicht wundert, warum in diesem Beitrag soviel von Vögeln und deren Gezwitscher geschrieben wird, findet eine Erklärung auf der Site „Elektrischer Reporter“.