Archiv für die Kategorie 'Politik & Zeitgeschichte'

Eva Priester: Der Weltkrieg I – Ende und Anfang

Donnerstag, 28. August 2014

Am Donnerstag, dem 04. September 2014 um 19 Uhr stellen Gerald Grassl und Werner Lang vom Werkkreis Literatur der Arbeitswelt die Broschüre „Der Weltkrieg I – ENDE UND ANFANG“ mit Texten von Eva Priester (1910 – 1982) über den Ersten Weltkrieg (ca. 80 S.; Brosch., Euro 10,-. ISBN 978-3-9503673-0-5) im WERKL IM GOETHEHOF – SELBSTVERWALTETE KRITISCHE FREIRÄUME, Schüttaustraße 1-39/6/R02, 1220 Wien vor.

Der Inhalt der Broschüre ist Eva Priesters zweibändigem Werk „Kurze Geschichte Österreichs“ entnommen.

Neben ihrer Arbeit als Historikerin beschäftigte sie sich mit den Ereignissen des Ersten Weltkriegs auch aus belletristischer Sicht. So widmete sie in ihrem 1955 im Globus Verlag veröffentlichten Buch „Vom Baume der Freiheit“ eine der sechs historischen Erzählungen unter dem Titel „Begegnung im Morgengrauen“ dem Matrosenaufstand von Cattaro.

Eva Beatrice Feinstein, verheiratete Priester wurde am 15. Juli 1910 in St. Petersburg geboren. Es gehörte damals noch zum zaristischen Russland. Ihre Familie, die den Wirren des Bürgerkrieges entgehen wollte, emigrierte 1921 nach Berlin. Wegen ihres politischen Engagements wurde sie Anfang 1933 des Hochverrates bezichtigt und von März 1933 bis Dezember 1933 in Berlin in Untersuchungs- und Schutzhaft gesteckt.
1935 konnte Eva Priester Hitlerdeutschland verlassen und emigrierte nach Prag, wo sie auch mit österreichischen KommunistInnen in Kontakt kam. Sie wurde Mitglied der KPÖ und übersiedelte 1936 nach Wien. Während eines Aufenthaltes in Prag wurde sie 1938 von der Okkupation Österreichs überrascht und konnte nicht mehr nach Wien zurückkehren.
Über das „British Committee for Refugees from Czechoslovakia“, einen Hilfsfonds, den eine englische Zeitung als Reaktion auf das „Münchner Abkommen“ gegründet hatte, erhielt Eva Priester 1939 eine Einreisemöglichkeit nach England.

Eva Priesters -  Grafik von Bruno Furch

Portrait Eva Priesters von Bruno Furch

1943 begann sie im „Britischen Museum“ in London mit der Arbeit an der „Kurzen Geschichte Österreichs“, in der sie sich unter anderem mit den Ereignissen des Ersten Weltkriegs auseinandersetzte und die Eigenständigkeit der österreichischen Nation begründete. Sie schreibt: „Es ist der Versuch, in großen Zügen die merkwürdige und widerspruchsvolle Geschichte unseres Landes darzustellen, und es ist eine Diskussionsgrundlage. Ich bin der festen Überzeugung, dass die österreichische Geschichte, so wie sie heute in den Schulen gelehrt wird und schon vor der Okkupation gelehrt wurde, derart vom Gestrüpp der großdeutschen Darstellung überwachsen ist, dass sie ganz von neuem geschrieben werden muss. Es ist gleichfalls meine Überzeugung, dass eine solche gigantische Arbeit nur von einer großen Zahl von Menschen geleistet werden kann – von einer Kommission von Historikern, einem Sonderausschuss, einer wissenschaftlichen Körperschaft – allerdings nach vollzogener Entnazifizierung.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie 1946 nach Wien zurück und publizierte unter anderem im „Österreichischen Tagebuch“ und in der „Volksstimme“, in der sie auch als stellvertretende Chefredakteurin tätig war.
Ein Schwerpunkt in ihrem Schreiben bildete die kritische Sozialreportage.

Sie starb am 15. August 1982 während eines Kuraufenthaltes in Moskau.

Chronisten, Reporter, Aufklärer – Eva Priester. Ein Kanon des österreichischen Journalismus, Folge 20.

Erster Weltkrieg – Kinderliteratur – Jugendliteratur

Dienstag, 27. Mai 2014

„Mach, dass unsre Truppen siegen, dass wir wieder schulfrei kriegen.“

Ran an den Feind. [O.A.]

Ran an den Feind. [O.A.]

In diesem Beitrag finden Sie Informationen über die Kinder- und Jugendliteratur während des Ersten Weltkrieges sowie eine Literaturliste mit Büchern, die sich, hauptsächlich aus heutiger Sicht, mit dem Ersten Weltkrieg in kinder- und jugendgerechter Form auseinandersetzen. Darüber hinaus finden Sie weiterführende Links und Hinweise auf Ausstellungen und Veranstaltungen.

Hinweise auf Literatur für ältere Semester bietet das Literaturblog „Duftender Doppelpunkt in folgenden zwei Beiträgen: Bücher von AutorInnen, die ZeitzeugInnen des Ersten Weltkriegs waren, finden Sie neben einer kurzen Einführung zum Thema auf der Seite „Der Erste Weltkrieg in der Literatur“. Literatur von GegenwartsautorInnen wurde für Sie in der Literaturliste „Erste Weltkrieg – belletristische Literatur“ zusammengestellt.

Direkt zur LITERATURLISTE KINDER- UND JUGENDLITERATUR ÜBER DEN ERSTEN WELTKRIEG weiter unten auf dieser Seite springen.

Die zentrale Aufgabe der Kinder- und Jugendliteratur im Ersten Weltkrieg ist die Verherrlichung des Krieges und die Entmenschlichung des Gegners. So findet auch die Losung „Jeder Schuß ein Russ‘! Jeder Tritt ein Brit‘! Jeder Stoß ein Franzos‘!“, entsprechend bebildert, Eingang in die Kinderbücher. Mit Fortdauer des Krieges spiegelt sich dessen Realität – Hunger, Invalidität, Tod und Vernichtung – auch in diesem Bereich der Literatur immer stärker wider.

Die Einstimmung der Kinder und Jugendlichen auf das große Schlachten beginnt allerdings schon Jahre vor dem Ersten Weltkrieg:

Maja und der Soldatentod

So liest sich Waldemar Bonsels „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ aus dem Jahre 1912, anders als die Darstelllung in der gleichnamigen Zeichentrickserie aus den 1970er Jahren, wie ein Lehrbuch des Kadavergehorsams: Majas Vagantentum bleibt eine Episode. Reumütig kehrt sie letztlich in den Bienenstock zurück und unterwirft sich ihrer Königin: „Ich möchte für dich sterben.“ Auf eine solche Protagonistin kann die Geschichte nicht verzichten. Im Kampf gegen die Hornissen muss der Tod trotzdem reiche Ernte einfahren. So wirft sich ein „junger Offizier“ in die Bresche. „Sein kühner Soldatentod hatte allen die wilde Todesbereitschaft ins Herz gesenkt.“

Wenige Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung wird „Die Biene Maja“ zu einem der Lieblingsbücher der Soldaten im Ersten Weltkrieg. Insgesamt verkauft sich das Buch zwei Millionen mal.

Obwohl einige seiner Bücher 1933 von den NationalsozialistInnen verbrannt werden, die „Biene Maja“ ist nicht darunter, arrangiert sich Bonsel rasch mit der Diktatur: Schon zuvor mit antisemitischen Aussagen an die Öffentlichkeit getreten, verbindet er im Vorwort seines 1942 veröffentlichten Romans „Dositos“ die pauschale Ablehnung des Judentums mit einem „Kotau“ vor Adolf Hitler: „Der gewaltige und gewaltsame Anstoß, der durch Adolf Hitler in die Welt getragen worden ist, erschütterte nicht nur das Judentum, sondern zugleich alles, was in der christlichen Kirche am Judentum krankt.“

Bayerisches Fernsehen: Bombay, Capri, Schleißheim. Die Biene Maja und ihr Schöpfer

Bonsels, Waldemar: Die Biene Maja und ihre Abenteuer. DVA, 174 S., € 16,95.

Hanuschek, Sven (Hrg.): Waldemar Bonsels – Karrierestrategien eines Erfolgsschriftstellers. Harrassowitz Verlag, 279 S., € 24,80.

Der Struwwelpeter zieht in den Krieg

Die Propaganda macht auch vor dem 1845 erstmals erschienen, bereits vor dem Ersten Weltkrieg zum Kinderbuchklassiker avancierten „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann nicht halt. Er dient Karl Ewald Olszewski 1915 als Vorlage für seinen „Kriegs-Struwwelpeter“ und ist die Antwort auf die 1914 unter dem Titel „Swollen-headed William“ veröffentlichte englischsprachige Struwwelpeter-Version.
Im „Kriegs-Struwwelpeter“ werden die Kinder durch Vertreter der Kriegsgegner ersetzt. Letztere werden für behauptete Bosheit, Verrat und Niedertracht bestraft. In dem Bilderbuch wird der Struwwelpeter zum russischen „Bombenpeter“, „John Guck-in-die-Luft“ ist ein britischer Marineoffizier und „Zappel-Beppo“ ein Italiener.

„‚Ob der Beppo endlich still
Sich bei Tisch verhalten will?
Das verlogne Schaukelspiel
Wird allmählich uns zuviel.
Will er brav zu Tisch sich setzen,
Darf er sich die Lippen netzen
Mit Tiroler rotem Wein,
Und die Trientiner Mahlzeit
Soll der Lohn der Tugend sein.‘
Doch der Beppo höret nicht,
Was man also zu ihm spricht,
Er hetzt und schürt
Und intrigiert,
Er trappelt
Und zappelt
Auf dem Stuhle ganz erpicht,
Bis vorbei das Gleichgewicht.“

Der Struwwelpeter Teil 1: Struwwelpeter und Struwwelpeteriaden
Der Struwwelpeter Teil 2: Struwwelpeters Nachfolger

Helden des Friedens

Selbst in der Zeit des Krieges verstummt die Stimme des Friedens und der Vernunft nicht gänzlich. So veröffentlicht der Wiener Philosoph und Pädagoge Wilhelm Börner 1916 unter dem Titel „Werdet Helden! Ein offener Brief in der Kriegszeit an die deutschen Kinder“ einen pazifistischen Text. Auf 26 Seiten lädt er Kinder und Jugendliche ein, durch Höflichkeit, Aufrichtigkeit und Selbstbeherrschung „Helden des Alltags, der Liebe und des Friedens“ zu werden.

Kato-Mailath-Pokorny, Sonja: WILHELM BÖRNER (1882-1951). Sein Leben an Hand ausgewählter Werke. Diplomarbeit, Wien, 2007.

Ausstellungen und Veranstaltungen

Hurra! Ein Kriegs-Biderbuch von Herbert Rikli

Hurra! Ein Kriegs-Biderbuch von Herbert Rikli

Frankfurt: Das Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt zeigt seit 22. April eine Ausstellung: Bilder-, Kinder- und Jugendbücher aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914-1918).

Die Ausstellung ist im Parterre des Querbaus 2 des IG-Farbengebäudes und auf den Fluren der Bibliothek für Jugendbuchforschung im Erdgeschoss des Querbaus 1 zu sehen.
Bürgervorlesung: Der Erste Weltkrieg – Kindheit, Jugend, literarische Erinnerungskultur. Vom 22. April 2014 bis 15. Juli 2014, dienstags, jeweils 18:00-20:00. IG-Hochhaus Raum 411, Campus Westend, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Mönchengladbach: „Nesthäkchen und Trotzkopf im Weltkrieg – Das Kinderbuch erklärt den Krieg“: Museum Schloss Rheydt (Kabinettschauraum Vorburg) Öffnungszeiten Di. bis Fr. 11-17 Uhr; Sa./So. 11-18 Uhr; bis 15. Juni.

Vortrag: Am Samstag, 24. Mai, 15 Uhr, hält Friedrich Stephan in der Ausstellung einen Vortrag: „Mach, dass unsre Truppen siegen, dass wir wieder schulfrei kriegen.“

Speyer: Auch in der Pfälzischen Landesbibliothek in Speyer findet das Thema Kinderliteratur und Krieg seinen Niederschlag: Franz Schmidt bietet am Dienstag, 17. Juni 2014, 19 Uhr einen Vortrag unter dem Titel: Die Biene Maja in der Völkerschlacht – Das Kinderbuch erklärt den Krieg.

Links zum Thema Kinder- und Jugendliteratur im Ersten Weltkrieg

Nesthäkchen und der Weltkrieg. Eine Erzählung für Mädchen

Nesthäkchen und der Weltkrieg. Eine Erzählung für Mädchen von 8-12

Wie Kinder den Weltkrieg erlebten. Professor Hans-Heino Ewers über Kriegskindheit im Spiegel der Kinder- und Jugendliteratur über den Ersten Weltkrieg. SWR2 Journal am Mittag, 22. 4. 2014.

Das Kinderbuch erklärt den Krieg. Einführung in eine Ausstellung aus dem Jahre 2001 in der Villa Spiegelwelt, einem privaten Kinderbuchmuseum von Friedrich Stephan.

Weitere Informationen zum Thema Kinderliteratur und Erster Weltkrieg finden Sie in: Lukasch, Peter: Der muss haben ein Gewehr. Krieg, Militarismus und patriotische Erziehung in Kindermedien vom 18. Jhdt. bis in die Gegenwart. Verlag: Books on Demand; 4. Auflage. Das Kapitel „Der Erste Weltkrieg im Kinder- und Jugendbuch“ kann online gelesen werden.

Eine reiche Auswahl von digitalisierten Kinder- und Jugendbüchern zum Ersten Weltkrieg bietet die Staatsbibliothek zu Berlin.

Institut für Friedenspädagogik Tübingen: Kinder und Jugendbücher zu Krieg und Frieden. Die Liste ist wahlweise nach AutorInnen oder Altersempfehlungen geordnet.

Literaturliste: Jugendbücher über den Esten Weltkrieg

Amreich, Conny: Weil es nicht sein darf. Eine unmögliche Liebe. dtv 2014, 300 S., € 13,40. Ab 14 Jahren.

„Wien im April 1914: Um Rache am Tod seiner Mutter zu üben, nimmt der 16-jährige Oskar Heller eine Stelle als Stallbursche bei der Adelsfamilie von Grayn an. Und das Undenkbare geschieht: Ausgerechnet der freiheitlich gesonnene Oskar, der die Aristokratie mit ihrem Snobismus und für ihn unbegründeten Herrschaftsanspruch hasst, verliebt sich in Alexandra, die Tochter des Hauses – und umgekehrt. Doch beide wissen, dass ihre Liebe keine Chance hat. Dann aber bricht der Krieg aus und alle Karten werden neu gemischt­ …“ Via dtv

Boyne, John: So fern wie nah. Fischer Verlag, 256 Seiten, € 12,99.

„Als an Alfies fünftem Geburtstag der Erste Weltkrieg ausbricht, verspricht sein Vater, nicht in dem Kampf zu ziehen – und bricht sein Wort am Tag darauf. Vier harte Jahre später geht Alfie heimlich arbeiten, um seine Mutter zu unterstützen. Er ist davon überzeugt, dass er seinen Vater nie wiedersehen wird. Doch dann erfährt Alfie zufällig, dass sein Vater in einer Klinik für traumatisierte Soldaten behandelt wird. Und er beschließt, ihn nach Hause zu holen …“ Via Fischer Verlag

Claudel, Philippe / Delestre, Philippe: Der Krieg ist vorbei: Bilder und Texte zum Frieden in Europa. VAT Verlag André Thiele, 108 Seiten, 19,90 EUR.

Comicartige Aquarelle: „Wie kann man einen Krieg in Bilder fassen, der innerhalb von vier Jahren viele Millionen Menschen das Leben gekostet hat? Der lothringische Zeichner Philippe Delestre hat auf diese Frage seine ganz eigene Antwort gefunden und die Erfahrungen deutscher und französischer Frontsoldaten im Ersten Weltkrieg in fast naiv anmutenden Aquarellzeichnungen festgehalten. Deren runde Formen und sanfte Farben lassen die Realität des Krieges – die Schützengräben, die Schlachtfelder, die zerstörten Dörfer – ‚noch obszöner, noch widernatürlicher‘ (Philippe Claudel) erscheinen. Zusammen mit ausgewählten Zeitzeugenkommentaren und literarischen Zitaten bilden Delestres Zeichnungen eine mosaikartige Chronik der Jahre 1914-1918.“ Via VAT Verlag

Eickmeyer, Peter: Im Westen nichts Neues nach dem Roman von Erich Maria Remarque. Eine Graphic Novel, Splitter Verlag, 176 Seiten, € 22.00.

„Remarque schildert in seinem Roman die selbst erlebten Grauen der Schlachten in Ypern. Der Grafiker und Künstler Peter Eickmeyer aus Melle schuf mit 60 großformatigen Bildern in dreijähriger Arbeit die Vorlagen in Gouache-Technik. Parallel dazu entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau Gaby von Borstel auch das Konzept für das 160-seitige Hard-Cover-Buch (Splitter Verlag). Seine Arbeit wurde vom Remarque-Friedenszentrum unterstützt.“ Via Osnabrückner Zeitung

Frank, Rudolf (1886-1979): Der Schädel des Negerhäuptlings Makaua, 1931; 1979 unter dem Titel „Der Junge, der seinen Geburtstag vergaß“ neu aufgelegt. Am 01. Juni 2014 veröffentlicht der Verlag Ravensburger eine Neuauflage des Buches.

1931 legt Rudolf Frank das Jugendbuch „Der Schädel des Negerhäuptlings Makaua“ vor. Der Untertitel „Kriegsroman für die junge Generation“ dient der Verschleierung des eigentlichen Inhalts. Der Roman ist ein Plädoyer für eigenständiges Denken und Zivilcourage und handelt von dem in Polen lebenden Buben Jan. Nach der Zerstörung seines Dorfes freundet er sich mit den deutschen Soldaten an und hilft ihnen durch seine Sprachkenntnisse und seinen Einfallsreichtum. Er soll vom Kaiser ausgezeichnet und in Deutschland eingebürgert werden. Nachdem er die Bedeutung des Krieges zu begreifen beginnt, desertiert er. Weiterlesen »

Der Mann auf dem Balkon.

Montag, 26. Mai 2014

Der Mann auf dem Balkon: Dokumentarfilm von Kurt Brazda (2008; ORF/3sat)

Rudolf Gelbard gehört zu jenen österreichischen Persönlichkeiten, die ihrem Land nach 1945 zu einem Gewissen verhalfen. Das liegt nicht nur daran, dass er von den Gräueltaten des Dritten Reiches aus erster Hand Zeugnis ablegen konnte. Unermüdlich war und ist er nämlich auch im Aufzeigen und Bekämpfen von braunem Gedankengut in Österreich. Im Film führt er uns an jene Schauplätze seiner Kindheit in Wien, wo er die Demütigungen als „Judenbub“ nach dem Hitlereinmarsch erleiden musste. Im Oktober 1942 wird er mit seiner Familie deportiert. Wir begleiten ihn auf einer Fahrt nach Theresienstadt. Dabei zeigt er den Ort einer Kindheit, die von Angst und Hoffnungslosigkeit geprägt uns Nachgeborenen unvorstellbar ist. Von den 15.000 Kindern, die in diesen „Vorhof“ der Vernichtung gebracht wurden, überlebten nur etwa 200, darunter auch er.

Prof. Rudolf Gelbard und die Initiative Aspangbahnhof laden ins Votivkino ein: Der Mann auf dem Balkon. Rudolf Gelbard. KZ-Überlebender – Zeitzeuge – Homo Politicus.

Eine Filmvorführung mit Vortrag und anschliessender Diskussion von und mit Rudolf Gelbard.

Wann: Mittwoch, 28. 5. 2014, 18 Uhr
Wo: Votivkino, Währinger Str. 12, 1090 Wien
Eintritt Frei

Reservierungen bitte an: Initiative Aspangbahnhof

Erste Weltkrieg – belletristische Literatur

Donnerstag, 22. Mai 2014

Die folgende Literaturliste bietet Ihnen eine Auswahl von Werken, die aus der Feder von zeitgenössischen AutorInnen stammen. Ergänzt wird diese Zusammenstellung von einigen ausgewählten Titeln älteren Ursprungs, die im heurigen Gedenkjahr in einer Neuauflage veröffentlicht werden.

Literatur von AutorInnen, die ZeitzeugInnen des Ersten Weltkriegs waren, finden Sie neben einer kurzen Einführung zum Thema vor allem im Beitrag „Der Erste Weltkrieg in der Literatur“.

Balàka, Bettina: Eisflüstern. Suhrkamp, Paperback, 387 S., € 9,90.

„Bettina Balàka legt mit diesem umfangreichen Roman ein erstaunliches Werk vor. Ein Epos über das devastierte Wien der frühen Zwanzigerjahre, gekleidet in einen Kriminalfall, dessen Auflösung bis zum letzten Moment für Spannung sorgt – wenn auch der Showdown ein wenig konstruiert wirkt. An dem penibel gearbeiteten Text faszinieren besonders die souveräne Sprachbeherrschung in der Sphäre des Krieges und dessen Widerspiegelung in den Verwerfungen von Becks Psyche. Die Anordnung in kurzen Kapiteln, das Arbeiten mit Rückblenden und psychischen Übertragungen sind durchwegs gelungen.“ Rezension von Ditta Rudle in der Buchkultur 107 B, Österreich Spezial. Via Bettina Balàkas Homepage

Plakat: Helft uns siegen!

Plakat: Helft uns siegen!

Barker, Pat: Tobys Zimmer, Dörlemann Verlag 2014, 400 S., Hardcover, € 23,90. Regeneration Trilogy: Niemandsland, gebunden, 328 S., € 19,90 / Das Auge in der Tür. dtv, kartoniert, 304 S., € 9,50 / Die Straße der Geister (vergriffen).

Tobys Zimmer: „‚Eintausend junge Männer mit ausgehöhlten Augen, weggesprengten Kiefern und klaffenden Löchern, wo ihre Nasen einst waren, hier auf engstem Raum, um zusammengeflickt und mit dem, was die Chirurgen an Gesicht zustande gebracht hatten, entlassen zu werden. ‚Pat Barker blickt direkt ins Innere des Grauens. Die Verletzungen, die die Soldaten auf den europäischen Schlachtfeldern erlitten, waren fürchterlich. Und doch blickt Barker nicht weg. Dabei verzichtet ihr Roman ‚Tobys Zimmer‘ fast vollkommen auf die Schilderungen von Schlachtszenen. Sie beschäftigt sich mit den Nachwirkungen. Und die sind ebenso verstörend.“ Via Deutsche Welle

Regeneration Trilogy: „In der Geschichte, die ihren Ausgang von einem Lazarett für traumatisierte britische Offiziere während des Ersten Weltkrieges nimmt und die Bemühungen der Daheimgebliebenen und Zurückgekehrten beschreibt, den Krieg psychisch zu überstehen, treten unter anderen Siegfried Sassoon, Robert Graves und Wilfred Owen auf. Die einzelnen Werke sind Niemandsland, Das Auge in der Tür und Die Straße der Geister. Für den dritten Band wurde Pat Barker mit dem Booker Prize ausgezeichnet.“ Via Wikipedia

Barry, Sebastian: Ein langer, langer Weg. Verlag Steidl 2014, 366 S., € 24,00.

„Sebastian Barrys Roman ‚Ein langer, langer Weg‘ handelt von dem Iren Willie Dunne, der das Pech hat, zur falschen Zeit und am falschen Ort geboren zu sein. Er ist gerade alt genug, um Soldat zu werden, als der Erste Weltkrieg ausbricht. In seiner Geburtsstadt Dublin verschärfen sich gleichzeitig die politischen Gegensätze, die 1916 im Osteraufstand gegen die britische Besetzung gipfeln.
‚Ein langer, langer Weg‘ zeigt in einer ungewöhnlich expressiven Sprache, wie die politischen Verstrickungen der Epoche das Schicksal von Menschen fest im Griff haben, die von den Hintergründen und Details dieser Verstrickungen nicht die geringste Vorstellung haben.“
Aus „Was in der Schule kaum vorkommt“ – ein Beitrag von Ralf Sotschek in der TAZ vom 12. 04. 2014

Bast, Eva-Maria: Mondjahre. Ein historischer Roman vom Bodensee. Gmeiner Verlag, 466 S., Paperback, € 11,99.
Früher Sommer 1914 am Bodensee – Sophie lernt in Friedrichshafen Pierre, einen französischen Journalisten, kennen. Die folgenden Ereignisse – Attentat in Sarajewo, Juli-Krise, Kriegsausbruch – verhindern die Hochzeit, denn Pierre hat nun als Feind zu gelten und verlässt Deutschland. Der heimliche Verlobte von Johanna, Sophies Nichte, muss genau wie andere junge Männer in den Krieg ziehen; Johanna sitzt mit ihrer Mutter Helene und ihrer Tante Sophie bei deren Eltern in Überlingen – der Vater hat sie aus Sicherheitsgründen dorthin geschickt. (…) Eva-Maria Bast erzählt eine spannende Geschichte. Nach guter alter Krimi-Tradition gibt es Cliffhanger und “Had-I-but-known”-Elemente, die trotz ihrer Offensichtlichkeit die Spannung tatsächlich steigern. In der Geschichte Überlingens ist Eva-Maria Bast sehr bewandert und setzt die Auswirkungen der Kriegsereignisse überzeugend in Szene: Handarbeitskränzchen und Gemüseanbau als kriegswichtiges Engagement der Frauen z. B. Via Kölner Leselust

Bosetzky, Horst: Fahnenflucht. Gmeiner Verlag, 271 S., Paperback, € 9,99.

„Es ist bereits der zweite historische Kriminalroman von Horst Bosetzky, in dem er Fokko von Falkenrhede ermitteln lässt. Inmitten von Kriegsprotesten, Hunger und schwelender Revolutionslust muss er gemeinsam mit seinem Kollegen Markwitz den Mörder von Hertha Theuerkauf finden, die tot in einem Friseursalon liegt. Dabei stehen ihm nicht nur lügende Zeugen und nervende Vorgesetzte im Weg, sondern auch sein Privatleben, denn Fokko ist neben der Arbeit vor allem mit seiner Liebsten Bettina beschäftigt.

Horst Bosetzky Roman lässt sich in keine Schublade stecken. Der Verlag selbst hat der Geschichte den Untertitel „Kriminalroman“ gegeben. Das ist er mit Sicherheit. Aber Fahnenflucht ist auch eine große Sozialstudie, die dem Leser die Stimmung im kriegsmüden Berlin nahe bringt. Es sind meist kleine Episoden, die den Zeitgeist widerspiegeln, doch sie fügen sich über die etwa 270 Seiten zu einem interessanten und stimmigen Gesamtbild zusammen.“ Via Histo-Couch.de

Boyden, Joseph: Der lange Weg. Albrecht Knaus Verlag, München 2006. 446 S., geb., € 19,95.

Zwei junge Cree-Indianer melden sich freiwillig und ziehen mit dem kanadischen Expeditionskorps in den Ersten Weltkrieg.
„Joseph Boyden, ein junger Kanadier mit indianischen Wurzeln, gibt mit seinem Debütroman den Indianern die Ehre, die ihnen gebührt. Die Geschichte einer schmerzhaften Heilung von den Schrecken des Todes und der Finsternis mit der Medizin des Erzählens greift unwiderstehlich nach dem Leser.“ Aus Skalpjäger im Schützengraben von Arnd Rühle in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. 07. 2006, Nr. 173 / Seite 34.

Boyne, John: Das späte Geständnis des Tristan Sadler. Piper Verlag. 336 S., kartoniert, € 9.99

„London, September 1919: Der junge Tristan Sadler steigt in einen Zug. Er fährt nach Norwich, um sich dort mit Marian Bancroft, der Schwester seines toten Kameraden Will, zu treffen, mit dem er Seite an Seite im Ersten Weltkrieg gekämpft hat. Als Gepäck trägt Tristan ein Bündel Briefe mit sich und seine Erinnerung. …“ Via Piper Verlag

Brod, Max (1884–1968): Stefan Rott oder Das Jahr der Entscheidung. Wallstein Verlag 2014, 562 S., geb., Schutzumschlag, € 29,90.

„Dieser Roman wurde oft als Max Brods ‚Zauberberg‘ bezeichnet, spielt er doch 1914, in den letzten Monaten vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs, welcher das alte Europa zum Einsturz brachte. (…) Im Mittelpunkt steht der Gymnasiast Stefan Rott, ein junger Mann aus guter Familie, der sich die Welt zu erklären sucht und seine erste Liebe erlebt – er verehrt Phyllis, die Mutter eines Klassenkameraden und wird schließlich sogar von ihr erhört. Hinter der gutbürgerlichen Fassade aber verbergen sich Lüge und Korruption, wie Stefan nach und nach erkennen muss. (…) Mit dem Attentat von Sarajevo stürzt auch diese kleine Prager deutsche Welt in den Abgrund: Frau Phyllis schießt auf ihren Ehemann, der Anarchist Dlouhy, Stefans Klassenkamerad, wird zum Tode verurteilt. Private und politische Entwicklung sind am selben Punkt angelangt: es wird nicht mehr geredet, es wird geschossen. Via Wallstein Verlag

Capus, Alex: Eine Frage der Zeit. btb Verlag, 352 S., Paperback, € 9.99.
„Drei norddeutsche Werftarbeiter werden 1913 von Kaiser Wilhelm II. beauftragt, ein Dampfschiff in seine Einzelteile zu zerlegen und am Tanganikasee südlich des Kilimandscharo wieder zusammenzusetzen. Der Monarch will damit seine imperialen Ansprüche unterstreichen.“ Aus dem Klappemtext des Buches

Cendrars, Blaise (1887–1961): Ich tötete – ich blutete. Erzählungen aus dem Grossen Krieg. Lenos Verlag, gebunden 199 S., geb., Schutzumschlag, € 21.90.

„Ich tötete, 1918 in einer von Fernand Léger illustrierten schmalen Broschüre erschienen, ist das grausame Geständnis eines legalen Mordes, der Aufschrei eines Soldaten, der im Zweikampf um sein nacktes Überleben kämpfen musste. Zwanzig Jahre später erschien das bewegte, pathetische Gegenstück dazu, die Kurzgeschichte Ich blutete: Der frisch armamputierte Cendrars liegt im Lazarett, Schmerzen, Fieber und Erinnerungen an das Schlachtgetümmel umnebeln ihn, der Todesengel naht. Doch da geschieht ein Wunder. Ich tötete – ich blutete: Cendrars war im Grossen Krieg Täter und Opfer, er kannte beide Seiten.” Via Lenos Verlag

Christ, Lena (1881–1920): Die Rumplhanni, 1916 (ab 16. Oktober 2014 in einer Hörbuchfassung des LOhrBär Verlages erhältlich)

„Lena Christ ist ein Erzähltalent, das man aufgrund ihrer Biografie eigentlich nicht erwartet. In der Erzählung Die Rumplhanni schafft sie packende Atmosphäre, wenn man sich an den boarischen Dialogen nicht stört. Die Erzählung hat autobiografische Züge, aber – den Ausgang vergleichend – doch nicht zuviele. Lena Christ erzählt den Versuch von Johanna Rumpl, Köchin von Öd (nahe Grafing, Oberbayern), ihre Selbstständigkeit zu erreichen, die sich in ‚a Haus und a Kuah und a Millisupperl in der Fruah‘ zuspitzt (übrigens: wer das lesen kann, wird auch die Dialoge hinkriegen). Die ersten Versuche zuhause und in München scheitern, doch man lese weiter! Christ führt uns zu Beginn des Ersten Weltkriegs in eine schon längst versunkene Dienstbotenwelt, in einer treffenden Sprache, die für die Stimmung sorgt.“ Via Lesekost.de

Gedenkblatt für den Landsturmmann Emil Gremler

Gedenkblatt für den Landsturmmann Emil Gremler

Daeninckx, Didier: Tod auf Bewährung. Verlagsbuchhandlung Liebeskind, gebunden, 288 S., € 18,90.

„Paris, 1920. Privatdetektiv René Griffon ist gut im Geschäft, dafür hat der Krieg gesorgt. Überall im Land sind die Sanatorien voll mit Frontsoldaten, die nicht einmal mehr ihren eigenen Namen wissen, während es in Paris unzählige Frauen gibt, deren Männer als vermisst gelten. Und diese Frauen geben alles dafür, den erstbesten Kriegsversehrten, dem im Schützengraben die Sicherung durchgebrannt ist, als Ehemann zu identifizieren, um sogleich die Scheidung einreichen zu können. Eigentlich eine sichere Einnahmequelle. Doch dann begibt sich Griffon auf vermintes Terrain. Oberst Fantan de Larsaudière, hochdekorierter Kriegsheld der französischen Armee, wird von Unbekannten erpresst.“ Via Verlagsbuchhandlung Liebeskind

Delestre, Philippe / Claudel, Philippe : Der Krieg ist vorbei, VAT Verlag André Thiele, 108 S., € 19,90.

„Wie kann man einen Krieg in Bilder fassen, der innerhalb von vier Jahren viele Millionen Menschen das Leben gekostet hat? Der lothringische Zeichner Philippe Delestre hat auf diese Frage seine ganz eigene Antwort gefunden und die Erfahrungen deutscher und französischer Frontsoldaten im Ersten Weltkrieg in fast naiv anmutenden Aquarellzeichnungen festgehalten. Deren runde Formen und sanfte Farben lassen die Realität des Krieges – die Schützengräben, die Schlachtfelder, die zerstörten Dörfer – ‚noch obszöner, noch widernatürlicher‘ (Philippe Claudel) erscheinen. Zusammen mit ausgewählten Zeitzeugenkommentaren und literarischen Zitaten bilden Delestres Zeichnungen eine mosaikartige Chronik der Jahre 1914-1918.“ Via VAT Verlag

Echenoz, Jean: 14. Hanser Verlag, Berlin 2014, gebunden, 128 S., € 14,90.

„Echenoz‘ Darstellung des Krieges als abstruse Verstrickung aus Offizierslogik, Politik, Wirtschaftskalkül, Schicksalsergebenheit, kleinen Alltagssorgen und großem Überlebensdrang verzichtet auf Schreckensvision, Antikriegsrhetorik, Betroffenheitsemphase oder nachträgliche Erklärungsmanie. Sie zeigt die Ereignisse so, wie sie begriffslos ins Leben der Akteure rollten, und lässt auch die Nebenakteure aus der Tierwelt nicht aus.“ Joseph Hanimann, So banal fangen Kriege an. Süddeutsche vom 25. Februar 2014.

Eickmeyer, Peter: Im Westen nichts Neues nach dem Roman von Erich Maria Remarque. Eine Graphic Novel, Splitter Verlag, 176 Seiten, € 22.00.

„Remarque schildert in seinem Roman die selbst erlebten Grauen der Schlachten in Ypern. Der Grafiker und Künstler Peter Eickmeyer aus Melle schuf mit 60 großformatigen Bildern in dreijähriger Arbeit die Vorlagen in Gouache-Technik. Parallel dazu entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau Gaby von Borstel auch das Konzept für das 160-seitige Hard-Cover-Buch (Splitter Verlag). Seine Arbeit wurde vom Remarque-Friedenszentrum unterstützt.“ Via Osnabrückner Zeitung

Dugain, Marc: Die Offizierskammer. zuKlampen Verlag, gebunden, 138 S., € 14,00.

Am Beginn des 1. Weltkrieges wird dem Offizier Adrien Fournier von einer Granate das Gesicht zerfetzt. „Es folgen fünf Jahre im Pariser Hospital Val-de-Grâce, in einem Zimmer mit zwei anderen, deren Gesichter ebenfalls verstümmelt sind. Marc Dugain schildert das bedrückende Vegetieren in der engen Offizierskammer des Hospitals, die entstehende Freundschaft unter den Leidensgenossen, ihre Hoffnung auf neue chirurgische Techniken und ihre Verzweiflung über das unwiederbringlich verlorene Antlitz, die angewiderten und dennoch ehrfürchtigen Reaktionen der Landsleute, als die Verstümmelten sich ein erstes Mal wieder auf die Pariser Boulevards wagen.“ Via zuKlampen Verlag

Feichtinger, Josef: Kämpfen für das Heiligste. Tiroler Stimmen zum Ersten Weltkrieg. Inklusive Hörbuch-CD „Der Heilige Krieg“, Edition Raetia, Hardcover mit Schutzumschlag, 424 S., € 29.90.

„Volksdichter und Vertreter der Kirche wie Reimmichl oder Bruder Willram riefen in ihren Texten zum Kampf für Gott und Vaterland auf: Eine Kriegsverweigerung kam einer Todsünde gleich. Diesen kriegstreibenden Texten sind Splitter oppositioneller Literatur aus dem österreichischen und deutschen Sprachraum gegenübergestellt, die erst nach Ende des Krieges veröffentlicht werden konnten.
Josef Feichtinger hat die Archive nach Texten Tiroler Autoren durchstöbert, aber auch Journale, Frontbriefe, Aphorismen, Inschriften und Sprüche miteinbezogen. Seine kommentierte Zusammenstellung gewährt einen einzigartigen Einblick in die für uns heute unverständliche Stimmungslage.“
Via Edition Raetia

Findley, Timothy: Der Krieg und die Kröte. Claassen Verlag, 287 S. (vergriffen).

Ein erschütternder Bericht über den Krieg, in dem neben dem Leiden der Menschen jenes der Tiere eine zentrale Rolle spielt!
„Erzählt wird das Schicksal von Robert Ross, einem 19-jährigen Kanadier aus gutem Hause, der als Offizier auf Seiten der Alliierten in den schlammigen Schützengräben von Ypern kämpft. Der Roman beruht zum Teil auf Dokumenten seines Onkels – Fotos und Briefen. Der Horror des Krieges wird greifbar in der mit sinnlichen Details gespickten Geschichte, immer wieder wird die Frage nach Gewalt, Einsamkeit, Verlorenheit und dem Überleben gestellt.“ Aus Findleys „Krieg und Kröte“ – Horror des Schlachtfelds. Via schwäbische.de

Franke, Albrecht (Hrg.): Der Krieg brach wirklich aus. Gespräch mit und über Edlef Köppen. Mitteldeutscher Verlag, Paperback, € 14,95.

„Edlef Köppen (1893-1939) ist heute wie sein 1930 erschienener Roman ‚Heeresbericht‘ weitgehend unbekannt. In dem Buch schildert er die Erlebnisse eines Kriegsfreiwilligen, der durch die Schrecken Krieges psychisch zusammenbricht. Der Roman gehörte zu den Werken, die von den Nazis 1933 verbrannt wurden.
Aus Anlass der 100. Wiederkehr des Beginns des Ersten Weltkriegs treten 36 Autoren in einen ‚Dialog‘ mit dem Genthiner Schriftsteller, setzen sie sich mit ihm und einem der wichtigsten Bücher über den ersten Weltenbrand auseinander. Die Anthologie nährt sich dem Autor dabei auf ganz verschiedene Art: in Essays, Erzählungen, Gedichten und biografischen Texten. Eine Sammlung im Sinne der Wiederentdeckung Köppens, die viele Leseansprüche bedient.“
Via Mitteldeutscher Verlag

Gnedt, Dietmar: Der Nachlass Domenico Minettis. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2014, 159 S., € 19,95.

„Gestorben ist der Kriegsgefangene Domenico Minetti am 24. April 1918. Sein Grabstein steht in Niederösterreich, bei Wieselburg, wo sich während des Ersten Weltkriegs ein Gefangenenlager befand. So viel steht fest. Aber der Autor Dietmar Gnedt weiß mehr über jenen Domenico Minetti, und er hat sein Wissen in einem Roman verarbeitet.“ Via Wiener Zeitung vom 27. April 2014.

Grimm, Hans Herbert (1896–1950): Schlump. Verlag Kiepenheuer & Witsch, gebunden, 352 S., € 19,99.

Volker Weidermann, der Autor von „Das Buch der verbrannten Bücher“, schreibt am 28. 4. 2013 unter dem Titel „Der Riss“ in der FAZ über „Schlump“: „Antinationalistisch, unheroisch, menschenfreundlich, pazifistisch, franzosenfreundlich, humanistisch, europäisch, ziemlich gut gelaunt und ziemlich gut geschrieben. Ein helles Buch aus dunkler Zeit.“

Grögerova, Bohumila: Das windschiefe Tor. Droschl Verlag 2003, gebunden, 147 S., € 19,00.

„In einer alten Kiste entdeckt die Erzählerin Briefe und Tagebuchaufzeichnungen: die Notizen ihres Vaters, der 1918 als Soldat in Sibirien das Ende des Ersten Weltkriegs erlebt und erst 1920, über Wladiwostok, Singapur, Suez und Triest wieder nach Prag heimkehrt – 1921 kommt Bohumila auf die Welt. Und gegenläufig zur Bewegung dieses väterlichen Tagebuches nähert sich die Erzählerin selber ihren Ursprüngen, mit Erinnerungen, Impressionen, Bildern aus fast einem ganzen Jahrhundert.“ Via Droschl Verlag

Hope, Anna: Abgesang. Verlag Kindler, 416 S., € 19,95.

„Es ist der Herbst im Jahre 1920, als die englische Regierung auf die Idee kommt, einen unbekannten Soldaten in allen Ehren zu bestatten, stellvertretend für alle Soldaten die im Krieg fielen und von denen keine Gräber vorhanden sind. (…) Durch die Augen von 3 verschiedenen Frauen erleben wir dieses Ereignis.
Das Buch erfasst nur 5 Tage, aber die haben es in sich. Die Autorin schafft es perfekt die Stimmung der Nachkriegszeit aufzufangen und dem Leser die Melancholie dieser Zeit nahe zu bringen. (…) Arme zerbrochene Männer, oft körperlich versehrt müssen bei der Regierung um finanzielle Unterstützung betteln. Müssen sich erniedrigen, obwohl sie Tag für Tag ihr Leben für ihr Land aufs Spiel gesetzt haben.“
Via Lord Byrons Buchladen

Inglin, Meinrad (1893–1971): Schweizerspiegel. Audio-CD, gelesen von Hanspeter Müller-Drossaart.Verlag Christoph Merian, ca. € 23,90 (Erscheiningstermin August 2014).

„Mittels enger Verflechtung einer Familiengeschichte mit dem historischen Geschehen veranschaulicht Inglin das politische, geistige und soziale Spektrum dieser Epoche und erzählt dabei auch die Geschichte der Schweiz im Ersten Weltkrieg. Das macht dieses Werk zu einem einzigartigen Zeitdokument, das dank Inglins Erzählkunst auch für heutige Leser nichts von seiner Eindringlichkeit verloren hat.“ Via Merian Verlag

Klier, Walter: Leutnant Pepi zieht in den Krieg. Limbus Verlag, kartoniert, 616 S., zahlr. Fotos, gebunden und als Paperback lieferbar, € 24,90 bzw. € 14,90.

„… ein beeindruckendes, gewichtiges Buch, nicht nur des Umfangs wegen. Eine solche Darstellung der letzten Jahre der Habsburgermonarchie und des Ersten Weltkrieges hat man noch nicht oft gelesen. In gewisser Weise kann dieses Buch als Komplement zu Karl Kraus‘ ‚Die letzten Tage der Menschheit‘ verstanden werden. Wie Kraus arbeitet Klier mit dokumentarischem Material, nur während Kraus den Weltkrieg aus der panoptischen Perspektive des vom Zentrum aus agierenden kritischen Satirikers in den Blick nimmt, dominiert bei Klier die regional verankerte und großteils patriotische Sicht des einzelnen Soldaten. Bei diesem Soldaten handelt es sich um den titelgebenden Leutnant Dr. Josef Prochaska, genannt Pepi, Großvater des Autors und Sohn eines Innsbrucker Forstrates. Klier hat die Tagebucheinträge, Feldpostbriefe und Fotografien seines Großvaters zu einem chronologisch aufgebauten Buch verarbeitet.“ Aus einer Rezension von Gerald Lind, veröffentlicht auf der Site des Literaturhaus Wien.

Vater im Himmel gieb uns hienieden Bald einen dauernden, glücklichen Frieden

Vater im Himmel gieb uns hienieden
Bald einen dauernden, glücklichen Frieden

Latzko, Andreas (1876-1943): Menschen im Krieg. Elektrischer Verlag, 132 Seiten, € 12,90, E-Book (epub): € 6,99, Milena Verlag, gebunden, 200 S., € 20,90.

Es sind Novellen von der Front des Ersten Weltkrieges, aus den Schützengräben, Lazaretten und aus den Städten, die zu den Kriegsgewinnern gehörten – nicht die politischen Ereignisse werden geschildert, auch nicht taktisch-militärische Überlegungen, sondern der Alltag und das Befinden der Soldaten, deren Bewusstsein und dunkle Instinkte. Man begegnet ihrer realen Qual, ihrem Ausgeliefertsein an eine Maschine, deren Zweck letztlich nicht mehr verstanden werden kann. (…) Latzko war es ein Anliegen, die Menschen mit seiner Sprache zu packen und ihnen weh zu tun, denn nur was den Menschen durch Erwecken seiner Phantasie zwingt, am eigenen Leib zu fühlen, fügt er seinen Mitmenschen nicht mehr zu.

Das in erster Auflage anonym publizierte Werk wurde in 30 Sprachen übersetzt und in allen kriegführenden Staaten verboten. Der Pazifist Latzko wurde, anders als Karl Kraus es in der „Fackel“ forderte, vergessen. Dabei mitgeholfen hat die massive Ablehnung der Nationalsozialisten gegenüber dem Altösterreicher und seinem Werk – „Menschen im Krieg“ gehörte zu jenen Büchern, die am 10. Mai 1933 den Bücherverbrennungen in Nazideutschland zum Opfer fielen. Via Milena Verlag

Lessing, Theodor (1872-1933): Das Lazarett. Novellen und Feuilletons zum Ersten Weltkrieg. Elektrischer Verlag, 108 S., Buch: € 12,90, E-Book (epub): € 5,99.

„Keine leichte Kost, aufgrund der Prägnanz der Gedanken und Schärfe der Beobachtungen jedoch für jeden Interessierten unverzichtbar, vereint der Band erstmals Lessings wichtigste, zwischen 1923 und 1933 veröffentlichte Beiträge zum Thema.“ Via Elektrischer Verlag

Als Gegner des Nationalsozialismus floh Lessing im Winter 1933 in die Tschechoslowakei. Nationalsozialistische Attentäter fügten ihm am 30. August 1933 lebensgefährliche Verletzungen zu. Er starb am folgenden Tag. Die Täter entkamen nach Deutschland.

Weitere Titel aus dem Verlagsprogramm in Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg: Andrejew, Leonid: Das Joch des Krieges / Holitscher, Arthur: In England, Ostpreußen, Südösterreich. Gesehenes und Gehörtes 1914/15 / Auburtin, Victor: Was ich in Frankreich erlebte / Keyserling, Eduard von: Im stillen Winkel / Kautsky, Karl: Wie der Weltkrieg entstand / Latzko, Andreas: Menschen im Krieg

Märker, Brigitte: Liebster Justus. Feldpostbriefe einer Offiziersfrau. Rosenheimer Verlagshaus 2009, gebunden, 397 S., € 12,95.

„‚Liebster Justus‘, schreibt die junge Klara Sander vor rund 100 Jahren an ihren Mann an die Westfront. (…) Während er an der Westfront kämpft, kämpft sie in der Heimat mit den Herausforderungen des Alltags. Allein muss sich Klara Sander um die Zwillinge Helene und Paula und um den knapp zweijährigen Emil kümmern und zudem mit ihrer Sehnsucht nach ihrem Mann fertig werden. (…) Schonungslos offen beschreibt sie ihren Alltag und berichtet von Sorgen und Nöten der Daheimgebliebenen.

Klaras Briefe werden erst 90 Jahre später von Brigitte Märker entdeckt – auf einem Flohmarkt unscheinbar in einem Schuhkarton. Sie macht aus ihnen einen Briefroman.
Alle 25 Folgen können nach der Ausstrahlung auf der Seite des NDR nachgehört und heruntergeladen werden.“
Via NDR

Messner, Elena: Das lange Echo. Edition Atelier, gebunden, 192 S., € 18,95.

„Ein österreichisch-ungarischer Offizier im Ersten Weltkrieg, seit 1916 im besetzten Belgrad stationiert, erlebt in bitterer Verzweiflung den Zusammenbruch seines Reiches. Hundert Jahre später sitzen die Direktorin des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums und ihre Assistentin einander im Streitgespräch über Moral und Mitleid, Verbrechen und Verantwortung gegenüber.
Ein Roman über sinn- und schamlos vergeudetes und zerstörtes Leben, über ein finsteres Kapitel der österreichischen Geschichte und über die Sehnsucht nach Aussöhnung.“
Via Edition Atelier

Mortier, Erwin: Götterschlaf. Dumont Buchverlag 2014, 368 S., Taschenbuch, € 9,99.

„… ein Buch zum Staunen. Es führt uns tief in den Alltag des Ersten Weltkriegs hinein, und dies so eindrucksvoll, als habe der Autor Erwin Mortier jene Zeit selbst erlebt.“ Via FAZ vom 03. September 2010: Erwin Mortier: Götterschlaf In den Schützengräben verrät sich der Mensch

Die Protagonistin des Romans heißt Helena und ist flämisch-französischer Abstammung. Wenn wir ihr in dem Roman begegnen, ist sie alt und bettlägerig. Sie reflektiert ihr Leben und es entsteht die exemplarische Geschichte eines Frauenlebens im 20. Jahrhundert.

Osteroth, Reinhard: 1914 Ein Maler zieht in den Krieg. Aladin Verlag, 96 Seiten, € 19,90.

Es gibt viele Bücher über den Ersten Weltkrieg. Doch selten sind sie so berührend wie dieses. Franz Marc erlebt die Schlachten unmittelbar, findet im Schützengraben keinen Schlaf, friert, verliert Gefährten. Dieses kluge Buch zeigt den Krieg von allen Seiten – und den Maler Marc. Eine überraschend tolle Verbindung, die mit dem Buchpreis Emys im Monat Mai ausgezeichnet wird.“ Via Wissenschaftsetage im Bildungsforum Potsdam

Primor, Avi: Süß und ehrenvoll. Aus dem Hebräischen von Beate Esther von Schwarze, Quadriga Verlag 2013, 384 S., € 19,99.

„Süß und ehrenvoll ist ein Roman mit einem bisher einzigartigen Thema: Juden im Ersten Weltkrieg. Fast hundert Jahre nach dem Beginn des ersten großen Mordens in Europa hat es tatsächlich erstmals ein Autor geschafft, sich dieses Themas anzunehmen und es in einem Roman zu verarbeiten. Eine Tatsache, die eher traurig stimmt.
Dafür allerdings ist der nun vorliegende Roman umfassend recherchiert und bis ins letzte Detail der Wahrheit verpflichtet. Es ist kein Vergnügen, das Buch zu lesen. Immer wieder fliegt einen der Tod aus den Seiten an, glaubt man, den Verwesungsgeruch in den Schützengräben vor Verdun zu riechen.“
Via Histo-Couch.de

Tardi, Jacques / Verney, Jean-Pierre: Elender Krieg 1914-1919. Edition Moderne, gebunden, ca. 144 S., € 34,00.

„Jacques Tardi schildert in ‚Elender Krieg‘ den blutigen Alltag in den Schützengräben Nordfrankreichs, in denen Millionen von Soldaten durch die furchtbaren Waffen der modernen Kriegsführung, durch Krankheit und Hunger den Tod fanden.
Die vorliegende Graphic Novel enthält umfangreiches Begleitmaterial zur Geschichte des Ersten Weltkrieges – eine Chronologie der Ereignisse, viele Fotos, Zeitdokumente und Landkarten.“
Via Edition Moderne

Trotha, Hans von: Czernin oder wie ich lernte, den Ersten Weltkrieg zu verstehen. Nicolai Verlag, gebunden, 495 S., € 28,80.

„Auf zwei Ebenen erzählt von Trotha Max‘ Geschichte, der nolens volens zu recherchieren beginnt, und jene von dessen Urgroßvater Ottokar von Czernin (vorletzter k.u.k. Minister des Äußeren). Es gelingt ihm meisterhaft, Sprache und Geist der Epoche vor und während des Krieges heraufzubeschwören.“ Die Presse, Print-Ausgabe, 05. 01. 2014

Bildherkunft/-rechte:
Creative Commons Lizenz 3.0, by-nc-sa
1. Bild: Museum Weißenfels – Schloss Neu-Augustusburg
2. Bild: Museum Wolmirstedt
3. Bild: Museum Wolmirstedt

1. Mai

Donnerstag, 1. Mai 2014

Duftender Doppelpunkt - Screenshot vom 03. 10. 2007

Duftender Doppelpunkt – Screenshot vom 03. 10. 2007

Am 1. Mai 2005 veröffentlichten Petra Öllinger und Georg Schober den ersten kleinen Artikel im Duftenden Doppelpunkt. Seither folgten weit mehr als 2000 Beiträge über die unterschiedlichsten Aspekte von Literatur und Sozialwissenschaften.

Die Entwicklung des Duftenden Doppelpunktes ist ab 2007 via „Internet Archiv“ nachvollziehbar: Unternehmen Sie mit der Wayback Machine eine Zeitreise in den Blog der Doppelpunkte.

Anlässlich seines heurigen Geburtstages haben wir am Duftenden Doppelpunkt wieder ein wenig „geschraubt“ und „gehämmert“ und ihm ein sanftes „Facelifting“ gegönnt.

Zu sehen ist ein Screenshot des Duftenden Doppelpunktes aus dem Jahre 2007

Duftender Doppelpunkt – Screenshot vom 16. 12. 2007

Infos über den 1. Mai gab es hier im Blog natürlich immer wieder:

Geschichte des 1. Mai. Vom Haymarket zum 1. Mai

E-Cards zum Ersten Mai

Historische Maiabzeichen

Nicht zu vergessen die beiden vom Duftenden Doppelpunkt zum Thema Arbeitswelt ausgeschriebenen Literaturpreise und die Anthologien „Rote Lilo trifft Wolfsmann“ und „Wir rufen auf! Penner, Fleischwölfe und arbeitsscheues Gesindel“.

100 Jahre Erster Weltkrieg

Montag, 14. April 2014

Im vergangenen Jahr haben wir uns im Duftenden Doppelpunkt intensiv mit dem Thema Bücherverbrennung und Exil im Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Unter anderem begleiteten wir das Gedenken an 80 Jahre Bücherverbrennung mit einem dreiundzwanzigteiligen, von über 60 Verlagen unterstützten, Literaturquiz.

Heuer werden wir uns dem Schwerpunkt 100 Jahre Erster Weltkrieg, insbesondere der literarischen Auseinandersetzung mit dem Thema widmen. Bisher haben wir folgende drei Beiträge veröffentlicht:

DER ERSTE WELTKRIEG IN DER LITERATUR. Romane, Novellen und Essays über den Ersten Weltkrieg.

100 JAHRE ERSTER WELTKRIEG: Ausstellungen, Gedenkprojekte und Veranstaltungen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich und im Internet.

DER ERSTE WELTKRIEG IM INTERNET. Eine Zusammenstellung von online zugänglichen Themenportalen und Sites.

DER ERSTE WELTKRIEG IN DER LITERATUR

Mittwoch, 19. Februar 2014

ROMANE, NOVELLEN, ESSAYS, AUSSTELLUNGSKATALOGE, TAGEBÜCHER, BRIEFE, … ÜBER DEN ERSTEN WELTKRIEG

„Irgendeine ganz lächerliche Angelegenheit auf dem Balkan wird den nächsten Krieg auslösen.“ Reichskanzler Otto von Bismarck (1815–1898).

Direkt zur Literaturliste Erster Weltkrieg weiter unten auf dieser Seite springen.

Neben dem wohl bekanntesten Antikriegsroman über den Ersten Weltkrieg, „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque, setzt sich eine Fülle weiterer literarischer Publikationen mit den Ereignissen und Auswirkungen der Jahre 1914–1918 auseinander. Vielen von ihnen ist nicht nur eine hohe literarische Qualität zu eigen, sie führen den LeserInnen die menschenverachtenden Mechanismen des Krieges auch aus ganz unterschiedlichen Perspektiven vor Augen.

SEITENINHALT

Kriegseuphorie und Literatur in Deutschland und Österreich

Klagenfurter Zeitung: Mobilisierungs-Kundmachung vom 1. August 1914

Klagenfurter Zeitung: Mobilisierungs-Kundmachung vom 1. August 1914

Von der anfänglich weitverbreiteten Kriegseuphorie werden auch viele LiteratInnen erfasst. So lässt Hermann Hesse (1877–1962) sein Anfang 1915 veröffentlichtes Gedicht „Der Künstler an die Krieger“ mit folgenden Worten ausklingen: „Die ihr draußen in den Schlachten standet / Seid mir Brüder nun und mir geliebt.“ Robert Musil (1880–1942) schreibt in seinem Essay „Europäertum, Krieg, Deutschtum“ vom 3. August 1914: „Treue, Mut, Unterordnung, Pflichterfüllung, Schlichtheit, – Tugenden dieses Umkreises sind es, die uns heute stark, weil auf den ersten Anruf bereit machen zu kämpfen.“ Gerhart Hauptmann (1862–1946) ist einer von 93 Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftern, die den „Aufruf an die Kulturwelt“ vom 14. August 1914 unterzeichnen: „Glaubt uns! Glaubt, daß wir diesen Kampf zu Ende kämpfen werden als ein Kulturvolk, dem das Vermächtnis eines Goethe, eines Beethoven, eines Kant ebenso heilig ist wie sein Herd und seine Scholle. Dafür stehen wir ein mit unseren Namen und unserer Ehre.“

Auch Thomas Mann (1875–1955) zeigt sich vom Virus der Kriegstreiberei angekränkelt. Im August 1914 steht sein „Herz in Flammen“ und triumphiert über den Zusammenbruch der verhassten, von den „Zersetzungsstoffen der Zivilisation“ stinkenden „Friedenswelt“. Nachzulesen in seinem Aufsatz „Gedanken im Kriege“.
Und im Dezember 1914 schreibt er in einem Brief an Richard Dehmel, dass „Ausdeutung, Verherrlichung, Vertiefung der Geschehnisse“ im Krieg die Pflichten des Schriftstellers seien.
In „Betrachtungen eines Unpolitischen“, er schreibt an dem Buch von 1915 bis 1918, versucht er seine politische Haltung in Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg zu rechtfertigen.

Vier Jahre später bekennt er sich in seiner Rede „Von deutscher Republik“, er hält sie anlässlich des 60. Geburtstages von Gerhart Hauptmann, zur Weimarer Republik und erkennt im Laufe der kommenden Jahre zunehmend die vom Nationalsozialismus ausgehende Gefahr.

Auch Carl Zuckmayer (1896–1977) wird von der chauvinistischen Stimmung mitgerissen und meldet sich als Kriegsfreiwilliger. Gleichzeitig erweist er sich als hellsichtig und ahnt, Wochen vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, die kommenden Ereignisse voraus:

„Einmal, wenn alles vorbei ist,
Werden Mütter weinen und Bräute klagen,
Und man wird unterm Bild des Herrn Jesus Christ
Wieder die frommen Kreuze schlagen.
Und man wird sagen: es ist doch vorbei!
Laßt die Toten ihre Toten beklagen!
Uns aber, uns brach es das Herz entzwei,
Und wir müssen unser Lebtag die Scherben tragen.“

Kriegsbefürworter in Frankreich und Großbritannien

Das Bild zeigt ein großzügig ausgestattetes Lazarett. Im Vordergrund sitzt ein verwundeter Soldat in Paradeuniform auf einem Sessel. Kaiserin Auguste Viktoria überreicht ihm einen Blumenstrauß, womit der Dank des Vaterlandes angedeutet werden soll. Links hinter ihr ist ein Diener mit weiteren   Blumensträußen erkennbar. Im Hintergrund erkennt man Krankenschwestern und die weiten Räume, aber keine Details des Lazaretts

Des Volkes Dank ist euch gewiss!

In Frankreich und Großbritannien bilden der Philosoph Henri Bergson (1859–1941) und Rudyard Kipling (1865–1936) die Speerspitze jener literarischen bzw. intellektuellen Kräfte, die den Krieg befürworten. Kipling, er wurde 1907 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, spricht von den Deutschen als „Hunnen“ und vergleicht sie in einem Artikel in der „New York Times“ vom 14. Mai 1916 mit Bakterien:

„Eine Sache, die wir in unsere Dickschädel reinbekommen müssen, ist: wann immer der Deutsche – Mann oder Frau – eine geeignete Kultur bekommt, worin er gedeiht, dann bedeutet er oder sie Tod und Verlust für zivilisierte Menschen, genauso wie Bakterien irgendeiner Krankheit, die man sich vermehren läßt, Tod oder Verlust für die Menschheit bedeuten. Diese Auffassung beinhaltet nicht mehr Haß, Zorn oder Aufregung, als wenn man eine Spüle ausspült oder Öl auf Wasser gießt, um Stechmücken an der Vermehrung zu hindern. Für uns ist der Deutsche wie Typhus oder Pest – Pestis Teutonicus, wenn Sie so wollen. Aber bis wir diese grundlegende Tatsache in Friedenszeiten erfassen, werden wir immer Ausbrüchen der Antizivilisation ausgesetzt sein. Machen Sie sich dies mit allen in ihren Möglichkeiten liegenden Kräften klar.“

Henri Bergson wiederum, er erhält 1927 den Nobelpreis, gibt am 8. August 1914 als Präsident der Académie des sciences morales et politiques in seiner Rede die Linie gegen „die deutschen Barbaren“ aus: „La lutte engagée contre l’Allemagne est la lutte même de la civilisation contre la barbarie.“

Ernst Jünger und Maurice Genevoix

Es braust ein Ruf wie Donnerhall!

Es braust ein Ruf wie Donnerhall!

Ernst Jünger (1895–1995) wird 1922 im Roman „In Stahlgewittern. Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers“ das Lebensgefühl vieler Männer zu Beginn des Ersten Weltkrieges zusammenfassen: „Wir hatten Hörsäle, Schulbänke und Werktische verlassen und waren zu einem großen, begeisterten Körper zusammengeschmolzen. Aufgewachsen in einem Zeitalter der Sicherheit, fühlten wir alle die Sehnsucht nach dem Ungewöhnlichen, nach der großen Gefahr. Da hatte uns der Krieg gepackt wie ein Rausch. Der Krieg mußte es uns ja bringen, das Große, Starke, Feierliche. Es schien uns männliche Tat, ein fröhliches Schützengefecht auf blumigen, blutbetauten Wiesen. Kein schönrer Tod auf dieser Welt.“

Im Roman „In Stahlgewittern“ verurteilt Jünger weder die politischen Ursachen des Ersten Weltkrieges noch geht er darauf ein. Obwohl die Kämpfe an der Westfront in aller Brutalität geschildert werden, liefert es letztlich ein idealisierendes Bild der Kämpfe. Gelesen werden kann es trotzdem nicht nur als Verherrlichung des Krieges, sondern auch als furchtbare Anklage gegen ihn.

Der Franzose Maurice Genevoix (1890–1980), wie Jünger keineswegs ein Pazifist, veröffentlicht den ersten Teil seiner Kriegserfahrungen bereits 1916; bis 1923 folgen weitere Bände. Die Zensur greift ein und schwärzt so manche Passage. Der Missbrauch der Soldaten als Kanonenfutter oder anerkennende Worte für den Feind dürfen in Zeiten des Krieges ebenso wenig öffentlich gemacht werden, wie Gewalt gegen die eigene Bevölkerung und an den Gefangenen. Ebenso tabu ist es, über Plünderungen und Momente panischer Angst zu berichten. 1949 führt er die einzelnen Bände zu dem über 700 Seiten umfassenden Werk „Ceux de 14“ zusammen. Für den heurigen Herbst kündigt der Verlag André Thiele eine Übersetzung unter dem Titel „Die von 14. Band I: Vor Verdun an.“

Stimmen gegen den Krieg

Mich erbarmt des Volkes

Mich erbarmt des Volkes

Nur wenige AutorInnen wie beispielsweise Johannes R. Becher, Leonhard Frank, George Bernard Shaw, Ricarda Huch, Annette Kolb, Romain Rolland, René Schickele oder Heinrich Mann erheben bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs ihre Stimme für den Frieden.

Allerdings lässt das Grauen des Krieges die Euphorie auf allen Seiten rasch schwinden. Neben der Veröffentlichung unzähliger, das Schlachten verherrlichender Elaborate, wird 1915 mit „Le Feu“ von Henri Barbusse der erste große Antikriegsroman des Ersten Weltkrieges veröffentlicht.

Die Steine feinden
Fenster grinst Verrat
Äste würgen
Berge Sträucher blättern raschlig
Gellen
Tod.

Patrouille von August Stramm (1874–1915)

Viele Werke aus der folgenden Literaturliste gingen im Rahmen der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen in Flammen auf. Bis auf einige wenige Autoren waren alle SchriftstellerInnen dieser Zusammenstellung, die sich nach der Machtübertragung an die NationalsozialistInnen im Deutschen Reich bzw. nach der Besetzung Österreichs in der sogenannten „Ostmark“ aufhielten, zur Flucht gezwungen oder wurden im Konzentrationslager ermordet.
Ernst Glaeser, dem Autor von „Jahrgang 1902“, blieb es vorbehalten, 1939 aus seinem Schweizer Exil in das nationalsozialistische Deutschland zurückzukehren und unter anderem für Frontzeitungen der Luftwaffe zu schreiben.

Weitere Infos: 100 Jahre Erster Weltkrieg

Auf der Seite „DER ERSTE WELTKRIEG IM INTERNET“, ebenfalls im „Duftenden Doppelpunkt“ veröffentlicht, finden Sie eine Zusammenstellung von online zugänglichen Themenportalen und Sites über den Ersten Weltkrieg: Nachschlagwerke, Zeitungen, Filme, Fotos, Tagebücher, Literatur, Veranstaltungen und vieles mehr.

Zusätzlich bietet der „Duftende Doppelpunkt“ Infos zu AUSSTELLUNGEN in Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien anlässlich „100 JAHRE ERSTER WELTKRIEG“.

Das Team des „Duftenden Doppelpunktes“ freut sich auf Ihre Ergänzungen und Anregungen!

Literaturliste Erster Weltkrieg: Romane, Erzählungen, Essays, Tagebücher, Ausstellungskataloge, …

In der Literaturliste sind AutorInnen aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Polen, Russland, Serbien, Österreich, der Schweiz, der Tschechoslowakei und den USA vertreten. Die Jahreszahl hinter dem jeweiligen Titel bezieht sich immer auf das Erscheinungsjahr der Erstausgabe.
Einige der Bücher sind leider trotz des Gedenkjahres „100 Jahre Erster Weltkrieg“ lediglich antiquarisch erhältlich, manche im Internet nachzulesen.

Andrejew, Leonid (1871–1919): Igo voyny, 1917, Das Joch des Krieges, 1918 (lieferbar: Elektrischer Verlag) / Krasnyj smech, 1904, Das rote Lachen, 1905 (lieferbar)

„Mit abgründiger Ironie, aber auch mit dem existenzialistisch-düsteren Pathos der russischen Erzähler des 19. Jahrhunderts bricht Leonid Andrejew den Kriegszustand auf ein kaum erträgliches Maß herunter: aufs Persönliche. Und findet in der leidenschaftlichen Empathie seines tragischen Helden den Hebel, mit dem sich eine nur zu oft ins Groteske entgleitende Gegenwart aufbrechen lässt.“ Via Elektrischer Verlag

Bereits 10 Jahre vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges verfasste er den pazifistischen Roman „Das rote Lachen“ (Krasnyj smech). Im Geleitwort der deutschen Erstausgabe schreibt die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner: „Kaum jemand habe eine ’schärfere und glänzendere Waffe‘ für den Frieden geschmiedet als Leonid Andrejew.“

Auburtin, Victor (1870–1928): Was ich in Frankreich erlebte, 1918 (lieferbar: Elektrischer Verlag / Das Arsenal)

„Nach all den großmäuligen Berichten neuartiger Helden“ sieht Kurt Tucholsky in dem Buch eine „Wohltat und Erfrischung“. In „Die Weltbühne“ vom 20. Juni 1918, Nr. 25, S. 567.

Der Autor ist Korrespondent des „Berliner Tagblatt“ in Paris. In „Was ich in Frankreich erlebte“ protokolliert er seine Erlebnisse nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Er wird als vermeintlich deutscher Spion verhaftet, entgeht nur knapp dem Kriegsgericht und wird letztlich bis Dezember 1917 auf Korsika interniert.
Noch während des Ersten Weltkriegs veröffentlicht Auburtin seine Aufzeichnungen über die dreijährige Gefangenschaft als Zivilinternierter in Frankreich.

Barbusse, Henri (1873–1935): Das Feuer. Bericht einer Korporalschaft, 1916 (Elektrischer Verlag, E-Book, Tredition Classics, dearbooks) / Tatsachen. Mit einer Vorrede von Ernst Toller, 1929 (lieferbar: Elektrischer Verlag, E-Book)

Die französische Ausgabe von „Das Feuer“ wird unter dem Titel „Le Feu“ bereits 1915 veröffentlicht und mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.

„Barbusse erzählt in dem Roman die Geschichte jener Korporalschaft, in der er selbst als einfacher Soldat den Ersten Weltkrieg durchgemacht hat. Das Leben im Labyrinth der Schützengräben, endloses Ausharren in Hitze, Schlamm, Kälte, das kleine Glück im Ruhequartier, gefolgt von den todbringenden Sturmangriffen im feindlichen Sperrfeuer – die Wirklichkeit des Krieges ist hier Thema und Handlung.“ Via Unionsverlag

Tatsachen: „Henri Barbusse folgt in diesem Buch der Spur einiger Zeitungsmeldungen von ‚Nebenschauplätzen‘ und ‚Zwischenfällen‘ des Ersten Weltkriegs, die allerdings drastisch und grausam genug sind, um diesen Krieg insgesamt zu beleuchten.“ Via Elektrischer Verlag

Beradt, Martin (1881–1949): Erdarbeiter. Aufzeichnungen eines Schanzsoldaten, 1919. Später auch unter dem Titel Schipper an der Front, Berlin 1929 (vergriffen: Antiquariat)

„Es ist die Figur des aus tiefstem Instinkt unsoldatischen Menschen, der gleichsam mit zwei linken Füßen in die Front tritt, und in allen, die den Krieg und den Zwang des Soldatseins in gleicher Weise erlebt und erlitten haben, wird Beradts Buch verwandte Seiten zum Klingen bringen.“ Der Dichter Martin Beradt, DIE ZEIT, 10. 8. 1950 Nr. 32.

Brod, Max, (1884–1968): Stefan Rott oder das Jahr der Entscheidung, 1931 (lieferbar: Wallstein Verlag)

„Das Jahr der Entscheidung ist das Jahr 1913 auf 14, also das Jahr vor dem Ersten Weltkrieg; Brod gibt hier ein Bild der Habsburger Gesellschaft im letzten Vorkriegsjahr –am Beispiel eines kleinen, diesmal nicht nur jüdischen, deutschen Kreises von Menschen in Prag. (…)Brod lässt auch keinen Zweifel daran, wo die Urheber der Katastrophe sitzen: in der Führung in Wien. Das Verhängnis kommt für die Menschen in Prag von Außen, wenn auch Brod deutlich macht, dass in den Beziehungen dieser Menschen eine Verkommenheit um sich greift, die ein verhängnisvolles Zeichen gibt.“ Via exil-archiv.de

Carossa, Hans (1878–1956): Rumänisches Tagebuch, 1924 (vergriffen: Antiquariat)

Im Ersten Weltkrieg war Carossa 1916 bis 1918 als Bataillonsarzt an der rumänischen Front und der Westfront tätig. Das „Rumänische Tagebuch“ beruht auf seinen Aufzeichnungen aus Rumänien, die er zu einem fiktiven Tagebuch dichterisch ausarbeitet.

Céline, Louis-Ferdinand (1894–1961): Voyage au bout de la nuit, 1932 / Reise ans Ende der Nacht, 1933 gekürzte Fassung, 2003 Neuauflage bei Rowohlt (lieferbar: Rowohlt Verlag)

„In einem sarkastischen, lakonischen Ton beschreibt der Ich-Erzähler sein Leben in Kriegszeiten – und gerade dieser Tonfall ist es, der dem Buch die besondere Tragik verleiht. Céline scheint manchmal zu einer nonchalanten Betrachtungsweise zu verführen, indem er spöttelt, ironisiert, um im nächsten Augenblick durch die Schilderung ungeheurer, aber wie selbstverständlich wirkender Brutalitäten den Leser zu ernüchtern.“ Via literatur.ch

Cendrars, Blaise (1887–1961): J‘ai tué, 1918. Ich tötete – ich blutete, 2014 (Lenos Verlag) / La Main coupée, 1946, Die rote Lilie, 2002 (Manesse Verlag)

Ich tötete, 1918 in einer von Fernand Léger illustrierten schmalen Broschüre erschienen, ist das grausame Geständnis eines legalen Mordes, der Aufschrei eines Soldaten, der im Zweikampf um sein nacktes Überleben kämpfen musste. Zwanzig Jahre später erschien das bewegte, pathetische Gegenstück dazu, die Kurzgeschichte Ich blutete: Der frisch armamputierte Cendrars liegt im Lazarett, Schmerzen, Fieber und Erinnerungen an das Schlachtgetümmel umnebeln ihn, der Todesengel naht. Doch da geschieht ein Wunder. Ich tötete – ich blutete: Cendrars war im Grossen Krieg Täter und Opfer, er kannte beide Seiten.” Via Lenos Verlag

Die rote Lilie: „Der aus der Schweiz stammende Wahlfranzose Cendrars erinnert sich an den Ersten Weltkrieg, in dem er als Freiwilliger bei der Fremdenlegion gegen Deutschland kämpfte und 1915 seinen rechten Arm verlor. So gab er diesem Buch denn auch den Titel „La Main coupée“, obwohl dieses einschneidende Erlebnis nur in einer kurzen Vision (im Kapitel „Die rote Lilie“) vorkommt, die dieser deutschsprachigen Ausgabe den Titel gibt. Cendrars beklagt in diesem Erlebnisbericht von der Front nicht sich selbst, sondern schildert auf atemberaubende Weise, wie sich ein kleines Corps von Männern, die aus aller Welt kamen, um die Kulturnation Frankreich zu retten, in den Schützengräben mit allerlei Tricks am Überleben hielt – nicht nur gegen den deutschen Feind, sondern auch gegenüber der französischen Bürokratie. Ein Buch, das auch heute noch Aufschluss darüber gibt, was Krieg bedeutet: für die, die ihn an der Front mitmachen und die Aussichtslosigkeit militärischer Strategien am eigenen Leib erfahren.“ Via Lenos Verlag

Chevallier, Gabriel (1895–1969): La Peur 1930, Heldenangst, 2010 (lieferbar: Nagel & Kimche)

„Heldenangst umfasst die vier Jahre des Krieges. Chevallier beschreibt alle Tages- und Jahreszeiten auf dem Planeten Krieg und das Töten in allen Seelentemperaturen: das Töten aus Angst, aus Wut, aus Langeweile, ‚das Töten, um uns zu beruhigen‘ – und das Warten auf das Getötetwerden. Denn viele Tage vergehen wie in einer Massentodeszelle, in der sich jeder fragt: Wen trifft es heute, wen morgen, ist es mir schon anzusehen?“ Via ZEIT ONLINE

Christ, Lena (1881–1920): Die Rumplhanni, 1916 (ab 16. Oktober 2014 in einer Hörbuchfassung des LOhrBär Verlages erhältlich)

„Lena Christ ist ein Erzähltalent, das man aufgrund ihrer Biografie eigentlich nicht erwartet. In der Erzählung Die Rumplhanni schafft sie packende Atmosphäre, wenn man sich an den boarischen Dialogen nicht stört. Die Erzählung hat autobiografische Züge, aber – den Ausgang vergleichend – doch nicht zuviele. Lena Christ erzählt den Versuch von Johanna Rumpl, Köchin von Öd (nahe Grafing, Oberbayern), ihre Selbstständigkeit zu erreichen, die sich in ‚a Haus und a Kuah und a Millisupperl in der Fruah‘ zuspitzt (übrigens: wer das lesen kann, wird auch die Dialoge hinkriegen). Die ersten Versuche zuhause und in München scheitern, doch man lese weiter! Christ führt uns zu Beginn des Ersten Weltkriegs in eine schon längst versunkene Dienstbotenwelt, in einer treffenden Sprache, die für die Stimmung sorgt.“ Via Lesekost.de

Cobb, Humphrey (1899–1944): Paths of Glory, 1935 / Wege zum Ruhm, 1959 (vergriffen: Antiquariat)

Cobbs erzählt in Paths of Glory die Geschichte eines Angriffs durch ein französisches Regiment auf eine uneinnehmbare deutsche Stellung. Das Regiment wird durch einen ruhmsüchtigen General in die Vernichtung getrieben. Er verhindert die Aufklärung seiner verbrecherischen Vorgangsweise in dem er drei Soldaten wegen Befehlsverweigerung füsilieren lässt und einen aufrechten Offizier zu den französischen Kolonialtruppen versetzt. Weiterlesen »

DER ERSTE WELTKRIEG IM INTERNET

Mittwoch, 19. Februar 2014

Eine Zusammenstellung von online zugänglichen Themenportalen und Sites über den Ersten Weltkrieg: Nachschlagwerke, Zeitungen, Filme, Fotos, Tagebücher, Literatur, Veranstaltungen und vieles mehr.

Den einleitenden Text überspringen und direkt zu den weiterführenden Links über den Ersten Weltkrieg gelangen.

SEITENINHALT

Themenportale und Sites über den Ersten Weltkrieg

Der Weg in den Ersten Weltkrieg

Am 28. Juni 1914 werden Erzherzog Franz Ferdinand, der österreichisch-ungarische Thronfolger, und seine Frau, die Gräfin Sophie von Chotek, Herzogin von Hohenberg, von Gavrilo Princip in Sarajevo erschossen.

Das Attentat zu Sarajewo

Das Attentat zu Sarajewo

Der „Blankoscheck“: Anfang Juli 1914 berichtet Botschafter Ladislaus de Szögyény-Marich Folgendes aus Berlin nach Wien:

„Nach dem Déjeuner, als ich nochmals Ernst [sic!] der Situation mit großem Nachdruck betonte, ermächtigte mich Seine Majestät, unserem allergnädigsten Herrn zu melden, dass wir in diesem Falle auf die volle Unterstützung Deutschlands rechnen können. Wie gesagt, müsse er vorerst die Meinung des Reichskanzlers hören, doch er zweifle nicht im geringsten daran, dass Herr von Bethmann Hollweg vollkommen seiner Meinung zustimmen werde. Insbesondere gelte dies betreffend eine Aktion unsererseits gegenüber Serbien.“ Telegramm 237. Berlin, den 5. Juli 1914. Chiffre – Streng geheim.

„Unser Verhältnis zu Serbien betreffend stehe deutsche Regierung auf dem Standpunkt, dass wir beurteilen müssten, was zu geschehen hätte, um dieses Verhältnis zu klären; wir könnten hierbei – wie auch immer unsere Entscheidung ausfallen möge – mit Sicherheit darauf rechnen, dass Deutschland als Bundesgenosse und Freund der Monarchie hinter ihr stehe.

Im weiteren Verlaufe der Konversation habe ich festgestellt, dass auch Reichskanzler, ebenso wie sein kaiserlicher Herr ein sofortiges Einschreiten unsererseits gegen Serbien als radikalste und beste Lösung unserer Schwierigkeiten am Balkan ansieht. Vom internationalen Standpunkt hält er den jetzigen Augenblick für günstiger als einen späteren; …“ Telegramm 239. Berlin den 6. Juli 19914. Chiffre – Streng geheim.

Am 23. Juli stellt Österreich-Ungarn der Regierung in Belgrad ein Ultimatum. Nachdem dieses durch Serbien nicht vollinhaltlich akzeptiert wird, erfolgt am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung von Österreich-Ungarn an Serbien.

„An Meine Völker!“

Bereits einen Tag später erlässt Kaiser Franz Joseph unter dem Titel „An Meine Völker!“ ein Manifest, in dem er um Verständnis für die Kriegserklärung wirbt.

„Es war Mein sehnlichster Wunsch, die Jahre, die Mir durch Gottes Gnade noch beschieden sind, Werken des Friedens zu weihen und Meine Völker vor den schweren Opfern und Lasten des Krieges zu bewahren.

Im Rate der Vorsehung ward es anders beschlossen.

Die Umtriebe eines haßerfüllten Gegners zwingen Mich, zur Wahrung der Ehre Meiner Monarchie, zum Schutze ihres Ansehens und ihrer Machtstellung, zur Sicherung ihres Besitzstandes nach langen Jahren des Friedens zum Schwerte zu greifen. (…)“

Die Opfer des Ersten Weltkrieges

In weiterer Folge eskaliert die Auseinandersetzung zwischen Österreich-Ungarn und Serbien zum Ersten Weltkrieg. Insgesamt sind circa vierzig Staaten in der einen oder anderen Form in diesem blutigen Gemetzel involviert. Die Kämpfe in Europa, dem Nahen Osten, in Afrika und Ostasien verursachen Millionen Tote und Verwundete. Die meisten Schätzungen gehen von an die zehn Millionen Todesopfern und etwa zwanzig Millionen Verwundeten unter den SoldatInnen und weiteren sieben Millionen toten ZivilistInnen aus.

Die vergessene Ostfront

In der Wahrnehmung der Jahre von 1914 bis 1918 dominieren bis heute die Kämpfe an der Westfront. Die Erinnerung an den Krieg im Osten ist vergleichsweise nicht so präsent.

Plakat von Richard Sarrin (1869-1939)

Plakat von Richard Sarrin (1869-1939)

Insbesondere über die Geiselerschießungen und Kriegsverbrechen in Serbien und Ostgalizien bzw. die drakonischen Strafen gegenüber den eigenen Soldaten breitete die österreichische Erinnerungskultur lange Zeit den Mantel des Vergessens.

Anton Holzer: Das Lächeln der Henker. Der unbekannte Krieg gegen die Zivilbevölkerung 1914 – 1918. Mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Fotografien. Primus Verlag, 2. Aufl. 2014.

Karl Kraus und Joseph Roth über den Krieg

Dabei ist all dies bereits in „Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus, sie beruhen auf authentischen Quellen und entstanden zwischen 1915 und 1922 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg, nachzulesen.

Anton Holzer (Hg.): Die letzten Tage der Menschheit. Der Erste Weltkrieg in Bildern. Mit Texten von Karl Kraus. Primus Verlag, 2013.

Und auch in Joseph Roths 1932 veröffentlichten Roman „Radetzkymarsch“ kann man über die Grausamkeiten und Kriegsverbrechen an der Ostfront lesen:

„Vor dem großen, grauen, weitgeöffneten Tor des Friedhofs hingen drei Leichen, in der Mitte ein bärtiger Priester, zu beiden Seiten zwei junge Bauern in sandgelben Joppen, grobgeflochtene Bastschuhe an den reglosen Füßen. Die schwarze Kutte des Priesters, der in der Mitte hing, reichte bis zu seinen Schuhen. Und manchmal bewegte der Nachtwind die Füße des Priesters so, daß sie wie stumme Klöppel einer taubstummen Glocke an das Rund des Priestergewandes schlugen und, ohne einen Klang hervorzurufen, dennoch zu läuten schienen. Leutnant Trotta ging näher an die Gehenkten heran. Er sah in ihre aufgedunsenen Gesichter. Und er glaubte in den dreien den und jenen seiner Soldaten zu erkennen. Das waren die Gesichter des Volkes, mit dem er jeden Tag exerziert hatte.“ Via literaturdownload.at

Das Team des „Duftenden Doppelpunktes“ freut sich auf Ihre Ergänzungen und Anregungen!

THEMENPORTALE UND SITES ÜBER DEN ERSTEN WELTKRIEG

Erster Weltkrieg: Bücher, Bibliotheken, Archive, Ausstellungen

Auf der Seite „DER ERSTE WELTKRIEG IN DER LITERATUR“, ebenfalls im „Duftenden Doppelpunkt“ veröffentlicht, finden Sie eine kommentierte Literaturliste mit über fünfzig Romanen und Kurzgeschichten über den Ersten Weltkrieg, die zwischen 1915 und 1959 veröffentlicht wurden.
Zusätzlich bietet der „Duftende Doppelpunkt“ Infos zu Ausstellungen in Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien anlässlich „100 JAHRE ERSTER WELTKRIEG“.

„Im Krieg sind die Gesetze der Menschheit aufgehoben, in den Urzustand ist sie zurückversetzt. In einem ungeheuren Irrtum waren wir befangen. Wir glaubten an die innere Kultur der europäischen Völker. Wir müssen umlernen. Es war nur Firnis, Tünche.“ Hedwig Dohm (1831–1919)

Auf der Site „Digitale Landesbibliothek Oberösterreich“ werden seit drei Jahren urheberrechtsfreie Werke zugänglich gemacht. Einen der aktuellen Schwerpunkte bei der Digitalisierung bildet der Erste Weltkrieg: Werke der Sammlung: Weltkrieg I.
Die Bücher sind alle im Volltext erfasst. Das Inhaltsverzeichnis ist mit dem Text verlinkt. Gleichzeitig ist es möglich, einzelne Teile eines Werkes als PDF herunterzuladen. Die Recherche kann über Trunkierungen, Phrasensuche und Trefferliste eingeschränkt werden. Auch kann nur in den Volltexten oder optional nur in den Metadaten bzw. in beiden Bereichen gesucht werden.
Mittels Uniform Resource Name (URN) erhält jede Textseite einen eindeutigen und dauerhaft gültigen Namen, sodass bis auf Seitenebene genau zitiert werden kann.

„Es gibt kein Volk und kann keins geben, das zivilisiert genug wäre, um zivilisiert Kriege zu führen. Denn der Krieg selbst ist etwas Unzivilisiertes …“ Erich Mühsam (1878 – 1934)

Der Online-Hauptkatalog der Österreichischen Nationalbibliothek umfasst einen Bestand von über 44.000 Büchern, Broschüren, Dokumenten, Fotografien, Plakaten und Flugblättern, die sich mit dem Thema Erster Weltkrieg beschäftigen.

„Statt den Militarismus, der das Land ins Unglück gestürzt hat, zu entfernen, päppeln sie ihn wiederum hoch und werden ihm bald die Möglichkeit geben, das Land in noch größeres Unglück zu stürzen“. Siegfried Jacobsohn (1881–1926)

Das Webportal „Kriegssammlungen in Deutschland 1914-1918″ weist 235 Sammlungen über den Ersten Weltkrieg nach.

„Der Sammeleifer bezog sich nicht nur auf die über den Buchhandel verfügbare Kriegsliteratur, sondern auch auf Feld- und Schützengrabenzeitungen aus Frontgebieten, auf Drucksachen aus Lazaretten und Gefangenenlagern und auf Zeitungen der besetzten Gebiete. Gesammelt wurden Landkarten, Maueranschläge und Flugblätter, Fotos, Feldpostbriefe und Soldatentagebücher. Militaria und Uniformen wurden gesammelt, Material der Kriegswirtschaft wie Notgeld, Lebensmittelkarten und Kriegsersatzstoffe wurde aufgehoben, aber auch Gegenstände mit Andenkencharakter wurden zusammengetragen wie Vivatbänder, Postkarten, Gedenkmünzen und Porzellangegenstände mit Kriegsmotiven.“ Via Kriegssammlungen in Deutschland

Die Weltgeschichte ist auch die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre. Bertrand Russell (1872 – 1970).

Eine interessante Bestandsübersicht zum Thema Erster Weltkrieg bietet auch die Arbeitsgemeinschaft Archive in Nordhessen im Netz. Unter dem Titel „Geschichte des Ersten Weltkriegs“ bietet sie eine Auswahl an relevanten Beständen von bisher teilweise wenig bekannten Nachlässen und Sammlungen.

Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, daß es welche gibt, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque (1898 – 1970)

Internationale Sites über den Ersten Weltkrieg

Die „Europeana Collections 1914 – 1918“ führt Material aus drei Projekten zusammen. Neben persönlichen Geschichten von Privatpersonen finden sich auch Bibliotheksbestände sowie Filme aus europäischen Filmarchiven. Sie ist die umfassendste europäische Sammlung von Originaldokumenten zum Ersten Weltkrieg.

„Es wird solange Kriege geben, solange es noch einen Menschen gibt, der daran verdient.“ Bertolt Brecht (1898–1956)

Plakat  aus dem Jahr 1917 von H. R. Hopps (1869–1937)

Plakat aus dem Jahr 1917 von H. R. Hopps (1869–1937)

Ab April 2014 werden rund 75.000 digitalisierte Objekte aus den verschiedenen Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek über die europäische digitale Bibliothek „Europeana“ abrufbar sein. Gleichzeitig werden für das Web@rchiv Austria alle Netz-Aktivitäten zum Gedenkjahr für die Nachwelt gesichert.

„Die Presse und die Waffenfabrikanten sind der Bazillus der Kriegserregung.“ Alfred Hermann Fried (1864–1921)

Die Website „The Heritage of the Great War“ zeigt unter anderem mit ihrer Sammlung früher Farbfotografien ungewöhnliche Perspektiven auf die Alltagsgeschichte des Ersten Weltkrieges.

„Erst wenn auch die große Mehrheit der Frauen aus tiefster Überzeugung hinter die Losung tritt: Krieg dem Kriege, erst dann kann den Völkern der Friede gesichert werden.“ Clara Zetkin (1857–1933)

„1914-1918-online. International Encyclopedia of the First World War“. An der Freien Universität Berlin entsteht ein von internationalen ExpertInnen geschriebenes, englischsprachiges Referenzwerk zum Ersten Weltkrieg.

„Man muss immerfort aufpassen und handeln. Wer bloß zusieht, wartet vergebens, dass Frieden wird: es wird nur Krieg. Der Krieg kommt schon, wenn man einfach nichts gegen ihn tut.“ Heinrich Mann (1871–1950)

European Film Gateway: Die europäischen Filmarchive haben große Teile ihrer Sammlungen (Wochenschauen, Dokumentar- und Spielfilme) zum Ersten Weltkrieg digitalisiert und zugänglich gemacht.

„Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“ Kurt Tucholsky in einem Brief an Herbert Ihering vom 10. August 1922.

Unter dem Titel „La Grande Guerre“ hat das Deutsche Historische Institut Paris ein Blog ins Netz gestellt. Es widmet sich dem Forschungsschwerpunkt „Erster Weltkrieg“ und berichtet über Initiativen zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs.

„Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.“ Alfred Polgar (1873–1955)

Clio online – Fachportal für Geschichtswissenschaften: Themenportal Erster Weltkrieg: Rezensionen, Tagungsberichte und Ressourcen zur Quellen- und Materialrecherche.

„Aber wenn der Krieg da ist, richtet man sich in ihm ein, und man melkt seine Euter. Das Blut fließt, das Geld fließt, und man hat keine Eile, den Strom zum Versiegen zu bringen.“ Romain Rolland (1866 1944)

Erster Weltkrieg – nationale und regionale Projekte: Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Russland

BELGIEN

„100 Jahre Erster Weltkrieg in Flandern 2014–2018“. In der Broschüre (pdf) findet sich ein Überblick über das Veranstaltungsprogramm, Gedenkstätten und historische Schauplätze.

„Jeder Krieg wird unter den nichtigsten Vorwänden begonnen, aus guten Gründen weitergeführt und mit den verlogensten Argumenten beschlossen.“ Arthur Schnitzler (1862–1931)

DEUTSCHLAND

„100 Jahre Erster Weltkrieg“ – die Site des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge bietet einen Überblick über Veranstaltungen, Gedenkprojekte und Ausstellungen in Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg.

„Alle Kriegsgeschichte wird erst verständlich, wenn man sie auf ihre ökonomischen Grundlagen zurück führt. Sie verflüchtigen sich dagegen in einen historischen Roman, wenn man das größere oder geringere „Genie“ der Feldherren zu ihrem bewegenden Hebel machen will.“ Franz Mehring (1846 1919) Weiterlesen »

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