Archiv für die Kategorie 'Kinder- & Jugendliteratur'

Der Club der Lesemäuse

Montag, 20. März 2017

„Lesen ist ein Abenteuer! Ist Lesen ein Abenteuer? Kommt drauf an, wie und was du liest.“

Das Geheimnis, wie Lesen Freude macht und wie man dadurch neue, spannende Welten entdecken kann, erfahren Kinder im Alter von 6-10 Jahren monatlich im „1. Mariahilfer LMC – Lesemäuseclub“ des „Wiener Bücherschmaus“. Lesen ist mehr als Buchstaben dechiffrieren: Von wissenschafltichen „Höhen“ heruntergebrochen bedeutet Lesen Informationen erhalten, Phantasie, Empathie, Perspektivwechsel entwickeln, sich, speziell in der Pubertät, mit der Peer-Group zu identifizieren und sich von Erwachsenen abgrenzen …

Welche Aktivitäten sind geplant?

  • wir lesen aus Büchern und Texten, die die Kinder mitbringen
  • eine Geschichte wird vorgelesen und auf verschiedene Weise bearbeitet (Malen und Gestalten, Inszenieren einer Theaterszene, Drehen einer Filmsequenz, …)
  • monatliche Bücher-Tipps zum Selberlesen (bis zum nächsten Mal)
  • am Ende des Jahres darf, wer mag, vor Publikum die eigene Lieblingsgeschichte vorlesen
  • die Kinder erhalten einen Lesepass, der bei jedem Besuch im Leseclub gestempelt wird, ist der Pass vollständig ausgefüllt, gibt es am Ende des Jahres eine kleine Überraschung

Ziele des „1. Mariahilfer LMC – Lesemäuseclub“
Der 1. Lesemäuseclub ist ein niederschwelliges Angebot für Kinder zwischen 6-10 Jahren.
Mittels kreativer Methoden sollen folgende Aspekte erreicht werden:

  • Steigerung der Lesekompetenz der Kinder
  • höhere Lesemotivation der Kinder
  • Impulse, was zuhause zusätzlich gemacht werden kann, um das Interesse an Literatur zu wecken und aufrechtzuhalten.

Termine: jeweils montags von 16.00-17.00 Uhr: 27.3., 24.4, 29.5., 26.6., 24.7., 25.9., 30.10., 27.11.2017
Veranstaltungsort: Treffpunkt ist die Buchhandlung des „Wiener Bücherschmaus“, 1060 Wien, Garbergasse 13, Ecke Mittelgasse/Oskar-Werner-Platz.
Gebühren: Die Teilnahme ist kostenlos.
Leitung: Dipl.-Päd. Michael Karjalainen-Dräger, begeisterter Leser, Geschichtenerzähler und (Kinder-)Buchautor, hat das Konzept Bookmanie“ entwickelt, das junge Menschen zum Lesen animiert.

EINE ANMELDUNG IST UNBEDINGT ERFORDERLICH!
T.: 0677/612 659 11, E-Mail an den Bücherschmaus

© Illustration: Petra Öllinger

Verführung zum Lesen

Donnerstag, 9. März 2017

Ein Infoabend für alle, die sich auf die Suche nach Geschichten für Kinder von 0-10 Jahren machen.

Verführung zum Lesen Wann: Donnerstag, 24. März 2017, 19.00 bis 20.30 Uhr
Wo: „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur, Garbergasse 13 – Eingang Mittelgasse/Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Oft erscheint die Vielfalt an Kinderbüchern unüberschaubar. Wie wählt man aus dieser Menge ein geeignetes Buch aus? An diesem Abend widmen wir uns einigen Wegweisern, die bei der Pirsch durchs vermeintliche Geschichtenwirrwarr hilfreich sind.

Dazu gehören zum Beispiel:
Altersempfehlung – eine strenge Richtschnur oder eine EMPFEHLUNG?
Erst Lesenlernen und dann das Buch – oder geht es auch ohne Buchstaben?
Bilderbücher – nur etwas für ganz Kleine?
Serifen, Magenta, Längsformat – wie bedeutend sind Gestaltungsmerkmale von Büchern?
Praktische Tipps, wie man Kinder zum Lesen verführen kann, runden den Abend ab.

Referentin: Mag.a Petra Öllinger – Psychologin, Autorin, Schreibcoach, Vorlesepatin, Absolventin des STUBE-Fernkurses für Kinder- und Jugendliteratur.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Spenden für die Bücherschmaus-Leseförderprojekte erbeten.

Begrenztes Platzangebot – bitte um Anmeldung unter E-Mail an den Bücherschmaus oder telefonisch 0677/612 659 11.

Petra und der Wolf

Donnerstag, 10. November 2016

Wir feiern die Fantasie

Petra und der Wolf So lautet das Motto des Vorlesefestes, das am 18. November 2016 in ganz Österreich an verschiedenen Orten stattfindet.

Mit „Petra und der Wolf“ – ein musikalisches Märchen, sehr frei erzählt nach Sergei Prokofjew – lädt der „Wiener Bücherschmaus“ kleine Menschen ab 4 Jahren ein, mitzufeiern.

Es sind dabei:
Petra Öllinger, einer der Doppelpunkte: Erzählerin
Alice Wang: Piano, Cajon
sowie der Großvater, der Wolf, die Ente, der Vogel, die Katze, eine Gruppe von Jägern

Datum: Freitag, 18. November 2016
Uhrzeit: 15.00 Uhr
Ort: „Wiener Bücherschmaus“, 1060 Wien, Garbergasse 13/Eingang am Oskar-Werner-Platz

Der Besuch ist kostenlos.

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.
E-Mail-Anmeldung zu Petra und der Wolf
Tel.: 0677/612 659 11

Eine Veranstaltung im Rahmen vonVorlesefest Logo

Struwwelpeter im Wirtschaftsmuseum Wien

Mittwoch, 11. März 2015

170 Jahre „Der Struwwelpeter” – Facetten eines Bestsellers

10. Februar – 30. Juni 2015

„Was – dieser alte Schinken?“
„Kenn ich nicht, wer soll das sein?“

Struwwelpeter Zwischen diesen beiden typischen Reaktionen liegt das Spektrum der Antworten, wenn die Rede auf den Struwwelpeter kommt, den Bilderbuch-Bestseller des 19. Jahrhunderts. Die eindringlichen Bilder und Texte lösen seit ihrer Entstehung heftige Debatten bei Lesern jeden Alters aus. Bis heute ist das Kinderbuch weder aus den Kinderzimmern noch aus dem schulischen Alltag verschwunden – allen
pädagogischen und psychologischen Strömungen zum Trotz.

Alle Infos über die Ausstellung im Wirtschaftsmuseum.

Eintrittspreis: Eintritt € 2,50

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 09:00 – 18:00 / Freitag 09:00 – 14:00

Telefonische Terminvereinbarung für Gruppenführungen: +43 1 5452551-10

Im Besuchercafé des Museums finden zweimal pro Jahr Sonderausstellungen statt. Die Räumlichkeiten bieten Privatsammlern/innen ein öffentliches Ausstellungsforum, wo sie ihre eigene private Sammlung einem interessierten Publikum vorstellen können.

Die Sammler/innen gestalten mit organisatorischer, wissenschaftlicher und grafischer Unterstützung durch Fachkräfte des Museums ihre eigene Ausstellung.

Hans Guck in die Luft Umrahmt werden diese Ausstellungen durch ein Programm, das Fachvorträge, Diskussionen und Lesungen beinhaltet.

Die., 17. März um 19:00 Uhr: Kulturwissenschaftliche Gedanken zum Struwwelpeter. Roland Girtler, Universitätsprofessor, Soziologe, vagabundierender Kulturwissenschafter und Kolumnist, geht auf den kulturellen Hintergrund und die Vielfalt der Symbole im Buch ein.

Eintritt, Erfrischungen und Brötchen sind bei dieser und allen folgenden Veranstaltungen frei!

Die., 21. April um 19:00 Uhr: Bilderbuch-Buchkunst in Wien. Friedrich C. Heller spricht über die Bedeutung Wiens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Ort moderner Buchkunst, die sich besonders im Bereich des Kinderbuchs manifestierte. – Ein Vortrag mit Bildern.

Die., 12. Mai um 19:00 Uhr: Was tun mit Heinrich Hoffmann? Versuche des literarischen Widerstandes gegen ein pädagogisches Phänomen. Ernst Seibert, Univ.-Lektor Universität Wien: Heinrich Hoffmanns „Struwwelpeter“ ist pädagogisch uneindeutig. Eine Fülle von Parodien begleitet ihn bis heute, und daneben gibt es Versuche, seine Popularität zu ersetzen.

Die., 09. Juni um 19:00 Uhr: Der Aegyptische Struwwelpeter – eine österreichische Kuriosität – und „Da Struwwlpeta”
Adelheid Hlawacek, Pädagogin, Bibliothekarin und Sammlerin, erzählt von der Entstehungs- und Erscheinungsgeschichte der originellen Bearbeitung des Kinderbuchklassikers „Der Struwwelpeter”. Hans Werner Sokop liest aus seinem Buch.

Die Fotos „Struwwelpeter“ und „Hans Guck-in-die-Luft“ wurden vom Wirtschaftsmuseum für die Veröffentlichung in Zusammenhang mit der Ausstellung „170 Jahre ‚Der Struwwelpeter‘ – Facetten eines Bestsellers“ zur Verfügung gestellt.

Ich bin ein Kind und ich habe Rechte

Sonntag, 1. März 2015

Ich bin ein Kind und ich habe Rechte „Seit nunmehr 25 Jahren wird jedes Kind mit umfassenden Rechten geboren. All diese Rechte sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben – einem Vertrag, den alle Staaten der Welt ratifiziert haben – mit Ausnahme der USA und Südsudan. Durch die Ratifizierung haben sich die Staaten verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten und für ihre Einhaltung zu sorgen.“

In dem vom NordSüd Verlag und dem Kinderhilfswerk UNICEF veröffentlichten Buch „Ich bin ein Kind und ich habe Rechte“ werden die wichtigsten der insgesamt 54 Kinderrechte vorgestellt.

Autor: Alain Serres, Illustration: Aurélia Fronty, Ich bin ein Kind und ich habe Rechte.. NordSüd Verlag, 40 Seiten Gebunden, ISBN: 978-3-314-10174-8, 17,50 €, ab 4/5 Jahre.

Pro Jahr erleben rund 6,3 Millionen Mädchen und Buben ihren fünften Geburtstag nicht, weil es unter anderem an Medikamenten und sauberem Trinkwasser fehlt.

57 Millionen Kinder im Schulalter haben keine Möglichkeit die Schule zu besuchen.
Kinderarbeit gehört in vielen Regionen de Welt immer noch zum Alltag. 168 Millionen Mädchen und Buben müssen unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Und nur fünf Prozent aller Kinder leben in Ländern, in denen jede Gewalt gegen Kinder verboten ist.

„Auch in den wohlhabenden Industrieländern gibt es Herausforderungen. Hier wachsen 76,5 Millionen Kinder in relativer Armut auf – 2,6 Millionen mehr als noch 2008. Die Finanzkrise hat die Kinder härter getroffen als die ältere Generation: In fast allen europäischen Ländern ist die Armutsrate bei Kindern schneller angestiegen – oder langsamer zurückgegangen – als bei älteren Menschen.“

Aktuelle Studien und Berichte – unicef Österreich

Wiener Buecherschmaus

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Mahlzeit! Die „Duftenden Doppelpunkte“ servieren ihre neueste Initiative: den „Wiener Bücherschmaus“ – ein Literatur- und Leseförderprojekt.

Wir freuen uns, wenn Sie Gusto auf den „Wiener Bücherschmaus“ bekommen und auch anderen Appetit auf diese Initiative machen; zum Beispiel indem Sie einen Hinweis auf diesen Beitrag respektive die neue Site „Wiener Bücherschmaus“ an literaturinteressierte FreundInnen, Bekannte und KollegInnen weiterleiten.

Postkarte Wiener Bücherschmaus

Postkarte Wiener Bücherschmaus

Aus der Taufe gehoben wurde das Projekt vergangenes Wochenende, am 25./26. Oktober, auf der Freiwilligenmesse und der Alternativen Freiwilligenmesse in Wien.

Im Zentrum der Initiative steht der Gedanke, gute Literatur nicht in den Bücherkästen und –regalen verstauben zu lassen, sondern sie unter die Menschen zu bringen und mit ihrer Hilfe Lesekompetenz zu fördern.

Literatur spenden

Ihr Bildungsüberschuss, respektive Ihre Buchspende, hilft, Literatur dorthin rollen zu lassen, wo sie am notwendigsten gebraucht wird.

Neben gut erhaltenen Büchern jeglicher Art werden auch CDs, DVDs, LPs und Brettspiele entgegengenommen. Mit Ihrer Medienspende unterstützen Sie unter anderem „Bücher auf Rädern“, eines der Leseförderprojekte des „Wiener Bücherschmaus“.

Die auf diesem Weg zur Verfügung gestellte Literatur wird in Zukunft teils in einem Online-Shop verkauft und teils kostenlos an Vereine und Initaitven aus dem Sozial-, Kultur- und Bildungsbereich abgegeben. Die Einnahmen aus dem Online-Shop fließen in die Leseförderung.

„Bücher auf Rädern“

Bücher auf Rädern

Bücher auf Rädern

Mit „Bücher auf Rädern“ entwickelt der „Wiener Bücherschmaus“, inspiriert vom „Berliner Lesetroll“, ein vor allem für Schulen und Kindergärten gedachtes Leseförderprojekt.

„Bücher auf Rädern“ möchte Kinder und Jugendliche für die Vielfalt an Literatur begeistern und mithelfen, ein Bildungsdefizit erst gar nicht aufkommen zu lassen: Altersgerechte Medien werden an Schulklassen und andere Bildungseinrichtungen verliehen und gehen dort von Kind zu Kind. Zu diesem Zweck finden zirka zwanzig größtenteils neue Bücher, Hörbücher und Spiele in einem Koffer mit Rädern Platz. Der Inhalt dieser Trolleys wird auf der Grundlage der Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in Zusammenarbeit mit den zuständigen pädagogischen Fachkräften zusammengestellt.

Im Rahmen einer kleinen Veranstaltung übergeben rollt „Bücher auf Rädern“ von Kind zu Kind und kann jeweils für mindestens zwei Wochen gemeinsam mit Geschwistern und Eltern erforscht werden. Ein Lesetagebuch ergänzt diese „mobile Bibliothek“, in ihm können die Kinder und Jugendlichen ihren Gedanken zu den Büchern in vielfältiger Form freien Lauf lassen. Von einer kurzen Notiz bis zu selbst gemachten Bildern und Fotos ist vieles möglich.

Wenn der Koffer am Ende des Schuljahres an den „Wiener Bücherschmaus“ zurückgeht, findet wieder ein kleines Treffen statt, bei dem die Schülerinnen und Schüler bzw. die Kinder mit ihren Erfahrungen zur Verbesserung des Projektes beitragen.

In den Ferien wird der Inhalt des Koffers gesichtet, beschädigte Bücher werden aussortiert und um Neuerscheinungen auf der Grundlage der Wünsche und Expertise der Kinder und Jugendlichen ergänzt.
Mit Beginn des neuen Schuljahres lädt die mobile Bibliothek „Bücher auf Rädern“, neu ausstaffiert, wieder zum literarischen Schmausen.

Freiwilligenarbeit / Ehrenamt

Neben der Möglichkeit das Interesse am Lesen und den Zugang zur Literatur durch eine Buchspende zu fördern, können Sie sich im „Wiener Bücherschmaus“ ehrenamtlich engagieren.

Die Möglichkeiten der Mitarbeit erstrecken sich dabei von der Buchabholung, über das Sortieren der Bücher, der Vorrecherche und der Eingabe der Daten in den Onlinekatalog bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit und Betreuung des Leseförderprojektes „Bücher auf Rädern“.

Den „Bücherschmaus“ und „Bücher auf Rädern“ unterstützen

Sie möchten …

  • das Lesezeichen und / oder die Postkarte des „Wiener Bücherschmaus“ anfordern.
  • Bücher bzw. Medien spenden und sie kostenlos abholen lassen.
  • mit einer Klasse oder einem Kindergarten an der Aktion “Bücher auf Rädern” teilnehmen.
  • kostenlos antiquarische Bücher für eine soziale, kulturelle oder pädagogische Einrichtung bzw. Organisation erhalten.
  • in einem Gespräch mehr über die Aktivitäten des Wiener Bücherschmaus erfahren.
  • im Rahmen des Vereins ehrenamtlich tätig werden.

Wir freuen uns auf Ihre Meinung über den „Wiener Bücherschmaus“. Schreiben Sie uns ein Mail oder hier im Literaturblog einen Kommentar.

Petra Öllinger / Georg Schober

Erster Weltkrieg – Kinderliteratur – Jugendliteratur

Dienstag, 27. Mai 2014

„Mach, dass unsre Truppen siegen, dass wir wieder schulfrei kriegen.“

Ran an den Feind. [O.A.]

Ran an den Feind. [O.A.]

In diesem Beitrag finden Sie Informationen über die Kinder- und Jugendliteratur während des Ersten Weltkrieges sowie eine Literaturliste mit Büchern, die sich, hauptsächlich aus heutiger Sicht, mit dem Ersten Weltkrieg in kinder- und jugendgerechter Form auseinandersetzen. Darüber hinaus finden Sie weiterführende Links und Hinweise auf Ausstellungen und Veranstaltungen.

Hinweise auf Literatur für ältere Semester bietet das Literaturblog „Duftender Doppelpunkt in folgenden zwei Beiträgen: Bücher von AutorInnen, die ZeitzeugInnen des Ersten Weltkriegs waren, finden Sie neben einer kurzen Einführung zum Thema auf der Seite „Der Erste Weltkrieg in der Literatur“. Literatur von GegenwartsautorInnen wurde für Sie in der Literaturliste „Erste Weltkrieg – belletristische Literatur“ zusammengestellt.

Direkt zur LITERATURLISTE KINDER- UND JUGENDLITERATUR ÜBER DEN ERSTEN WELTKRIEG weiter unten auf dieser Seite springen.

Die zentrale Aufgabe der Kinder- und Jugendliteratur im Ersten Weltkrieg ist die Verherrlichung des Krieges und die Entmenschlichung des Gegners. So findet auch die Losung „Jeder Schuß ein Russ‘! Jeder Tritt ein Brit‘! Jeder Stoß ein Franzos‘!“, entsprechend bebildert, Eingang in die Kinderbücher. Mit Fortdauer des Krieges spiegelt sich dessen Realität – Hunger, Invalidität, Tod und Vernichtung – auch in diesem Bereich der Literatur immer stärker wider.

Die Einstimmung der Kinder und Jugendlichen auf das große Schlachten beginnt allerdings schon Jahre vor dem Ersten Weltkrieg:

Maja und der Soldatentod

So liest sich Waldemar Bonsels „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“ aus dem Jahre 1912, anders als die Darstelllung in der gleichnamigen Zeichentrickserie aus den 1970er Jahren, wie ein Lehrbuch des Kadavergehorsams: Majas Vagantentum bleibt eine Episode. Reumütig kehrt sie letztlich in den Bienenstock zurück und unterwirft sich ihrer Königin: „Ich möchte für dich sterben.“ Auf eine solche Protagonistin kann die Geschichte nicht verzichten. Im Kampf gegen die Hornissen muss der Tod trotzdem reiche Ernte einfahren. So wirft sich ein „junger Offizier“ in die Bresche. „Sein kühner Soldatentod hatte allen die wilde Todesbereitschaft ins Herz gesenkt.“

Wenige Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung wird „Die Biene Maja“ zu einem der Lieblingsbücher der Soldaten im Ersten Weltkrieg. Insgesamt verkauft sich das Buch zwei Millionen mal.

Obwohl einige seiner Bücher 1933 von den NationalsozialistInnen verbrannt werden, die „Biene Maja“ ist nicht darunter, arrangiert sich Bonsel rasch mit der Diktatur: Schon zuvor mit antisemitischen Aussagen an die Öffentlichkeit getreten, verbindet er im Vorwort seines 1942 veröffentlichten Romans „Dositos“ die pauschale Ablehnung des Judentums mit einem „Kotau“ vor Adolf Hitler: „Der gewaltige und gewaltsame Anstoß, der durch Adolf Hitler in die Welt getragen worden ist, erschütterte nicht nur das Judentum, sondern zugleich alles, was in der christlichen Kirche am Judentum krankt.“

Bayerisches Fernsehen: Bombay, Capri, Schleißheim. Die Biene Maja und ihr Schöpfer

Bonsels, Waldemar: Die Biene Maja und ihre Abenteuer. DVA, 174 S., € 16,95.

Hanuschek, Sven (Hrg.): Waldemar Bonsels – Karrierestrategien eines Erfolgsschriftstellers. Harrassowitz Verlag, 279 S., € 24,80.

Der Struwwelpeter zieht in den Krieg

Die Propaganda macht auch vor dem 1845 erstmals erschienen, bereits vor dem Ersten Weltkrieg zum Kinderbuchklassiker avancierten „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann nicht halt. Er dient Karl Ewald Olszewski 1915 als Vorlage für seinen „Kriegs-Struwwelpeter“ und ist die Antwort auf die 1914 unter dem Titel „Swollen-headed William“ veröffentlichte englischsprachige Struwwelpeter-Version.
Im „Kriegs-Struwwelpeter“ werden die Kinder durch Vertreter der Kriegsgegner ersetzt. Letztere werden für behauptete Bosheit, Verrat und Niedertracht bestraft. In dem Bilderbuch wird der Struwwelpeter zum russischen „Bombenpeter“, „John Guck-in-die-Luft“ ist ein britischer Marineoffizier und „Zappel-Beppo“ ein Italiener.

„‚Ob der Beppo endlich still
Sich bei Tisch verhalten will?
Das verlogne Schaukelspiel
Wird allmählich uns zuviel.
Will er brav zu Tisch sich setzen,
Darf er sich die Lippen netzen
Mit Tiroler rotem Wein,
Und die Trientiner Mahlzeit
Soll der Lohn der Tugend sein.‘
Doch der Beppo höret nicht,
Was man also zu ihm spricht,
Er hetzt und schürt
Und intrigiert,
Er trappelt
Und zappelt
Auf dem Stuhle ganz erpicht,
Bis vorbei das Gleichgewicht.“

Der Struwwelpeter Teil 1: Struwwelpeter und Struwwelpeteriaden
Der Struwwelpeter Teil 2: Struwwelpeters Nachfolger

Helden des Friedens

Selbst in der Zeit des Krieges verstummt die Stimme des Friedens und der Vernunft nicht gänzlich. So veröffentlicht der Wiener Philosoph und Pädagoge Wilhelm Börner 1916 unter dem Titel „Werdet Helden! Ein offener Brief in der Kriegszeit an die deutschen Kinder“ einen pazifistischen Text. Auf 26 Seiten lädt er Kinder und Jugendliche ein, durch Höflichkeit, Aufrichtigkeit und Selbstbeherrschung „Helden des Alltags, der Liebe und des Friedens“ zu werden.

Kato-Mailath-Pokorny, Sonja: WILHELM BÖRNER (1882-1951). Sein Leben an Hand ausgewählter Werke. Diplomarbeit, Wien, 2007.

Ausstellungen und Veranstaltungen

Hurra! Ein Kriegs-Biderbuch von Herbert Rikli

Hurra! Ein Kriegs-Biderbuch von Herbert Rikli

Frankfurt: Das Institut für Kinder- und Jugendbuchforschung an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt zeigt seit 22. April eine Ausstellung: Bilder-, Kinder- und Jugendbücher aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914-1918).

Die Ausstellung ist im Parterre des Querbaus 2 des IG-Farbengebäudes und auf den Fluren der Bibliothek für Jugendbuchforschung im Erdgeschoss des Querbaus 1 zu sehen.
Bürgervorlesung: Der Erste Weltkrieg – Kindheit, Jugend, literarische Erinnerungskultur. Vom 22. April 2014 bis 15. Juli 2014, dienstags, jeweils 18:00-20:00. IG-Hochhaus Raum 411, Campus Westend, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Mönchengladbach: „Nesthäkchen und Trotzkopf im Weltkrieg – Das Kinderbuch erklärt den Krieg“: Museum Schloss Rheydt (Kabinettschauraum Vorburg) Öffnungszeiten Di. bis Fr. 11-17 Uhr; Sa./So. 11-18 Uhr; bis 15. Juni.

Vortrag: Am Samstag, 24. Mai, 15 Uhr, hält Friedrich Stephan in der Ausstellung einen Vortrag: „Mach, dass unsre Truppen siegen, dass wir wieder schulfrei kriegen.“

Speyer: Auch in der Pfälzischen Landesbibliothek in Speyer findet das Thema Kinderliteratur und Krieg seinen Niederschlag: Franz Schmidt bietet am Dienstag, 17. Juni 2014, 19 Uhr einen Vortrag unter dem Titel: Die Biene Maja in der Völkerschlacht – Das Kinderbuch erklärt den Krieg.

Links zum Thema Kinder- und Jugendliteratur im Ersten Weltkrieg

Nesthäkchen und der Weltkrieg. Eine Erzählung für Mädchen

Nesthäkchen und der Weltkrieg. Eine Erzählung für Mädchen von 8-12

Wie Kinder den Weltkrieg erlebten. Professor Hans-Heino Ewers über Kriegskindheit im Spiegel der Kinder- und Jugendliteratur über den Ersten Weltkrieg. SWR2 Journal am Mittag, 22. 4. 2014.

Das Kinderbuch erklärt den Krieg. Einführung in eine Ausstellung aus dem Jahre 2001 in der Villa Spiegelwelt, einem privaten Kinderbuchmuseum von Friedrich Stephan.

Weitere Informationen zum Thema Kinderliteratur und Erster Weltkrieg finden Sie in: Lukasch, Peter: Der muss haben ein Gewehr. Krieg, Militarismus und patriotische Erziehung in Kindermedien vom 18. Jhdt. bis in die Gegenwart. Verlag: Books on Demand; 4. Auflage. Das Kapitel „Der Erste Weltkrieg im Kinder- und Jugendbuch“ kann online gelesen werden.

Eine reiche Auswahl von digitalisierten Kinder- und Jugendbüchern zum Ersten Weltkrieg bietet die Staatsbibliothek zu Berlin.

Institut für Friedenspädagogik Tübingen: Kinder und Jugendbücher zu Krieg und Frieden. Die Liste ist wahlweise nach AutorInnen oder Altersempfehlungen geordnet.

Literaturliste: Jugendbücher über den Esten Weltkrieg

Amreich, Conny: Weil es nicht sein darf. Eine unmögliche Liebe. dtv 2014, 300 S., € 13,40. Ab 14 Jahren.

„Wien im April 1914: Um Rache am Tod seiner Mutter zu üben, nimmt der 16-jährige Oskar Heller eine Stelle als Stallbursche bei der Adelsfamilie von Grayn an. Und das Undenkbare geschieht: Ausgerechnet der freiheitlich gesonnene Oskar, der die Aristokratie mit ihrem Snobismus und für ihn unbegründeten Herrschaftsanspruch hasst, verliebt sich in Alexandra, die Tochter des Hauses – und umgekehrt. Doch beide wissen, dass ihre Liebe keine Chance hat. Dann aber bricht der Krieg aus und alle Karten werden neu gemischt­ …“ Via dtv

Boyne, John: So fern wie nah. Fischer Verlag, 256 Seiten, € 12,99.

„Als an Alfies fünftem Geburtstag der Erste Weltkrieg ausbricht, verspricht sein Vater, nicht in dem Kampf zu ziehen – und bricht sein Wort am Tag darauf. Vier harte Jahre später geht Alfie heimlich arbeiten, um seine Mutter zu unterstützen. Er ist davon überzeugt, dass er seinen Vater nie wiedersehen wird. Doch dann erfährt Alfie zufällig, dass sein Vater in einer Klinik für traumatisierte Soldaten behandelt wird. Und er beschließt, ihn nach Hause zu holen …“ Via Fischer Verlag

Claudel, Philippe / Delestre, Philippe: Der Krieg ist vorbei: Bilder und Texte zum Frieden in Europa. VAT Verlag André Thiele, 108 Seiten, 19,90 EUR.

Comicartige Aquarelle: „Wie kann man einen Krieg in Bilder fassen, der innerhalb von vier Jahren viele Millionen Menschen das Leben gekostet hat? Der lothringische Zeichner Philippe Delestre hat auf diese Frage seine ganz eigene Antwort gefunden und die Erfahrungen deutscher und französischer Frontsoldaten im Ersten Weltkrieg in fast naiv anmutenden Aquarellzeichnungen festgehalten. Deren runde Formen und sanfte Farben lassen die Realität des Krieges – die Schützengräben, die Schlachtfelder, die zerstörten Dörfer – ‚noch obszöner, noch widernatürlicher‘ (Philippe Claudel) erscheinen. Zusammen mit ausgewählten Zeitzeugenkommentaren und literarischen Zitaten bilden Delestres Zeichnungen eine mosaikartige Chronik der Jahre 1914-1918.“ Via VAT Verlag

Eickmeyer, Peter: Im Westen nichts Neues nach dem Roman von Erich Maria Remarque. Eine Graphic Novel, Splitter Verlag, 176 Seiten, € 22.00.

„Remarque schildert in seinem Roman die selbst erlebten Grauen der Schlachten in Ypern. Der Grafiker und Künstler Peter Eickmeyer aus Melle schuf mit 60 großformatigen Bildern in dreijähriger Arbeit die Vorlagen in Gouache-Technik. Parallel dazu entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau Gaby von Borstel auch das Konzept für das 160-seitige Hard-Cover-Buch (Splitter Verlag). Seine Arbeit wurde vom Remarque-Friedenszentrum unterstützt.“ Via Osnabrückner Zeitung

Frank, Rudolf (1886-1979): Der Schädel des Negerhäuptlings Makaua, 1931; 1979 unter dem Titel „Der Junge, der seinen Geburtstag vergaß“ neu aufgelegt. Am 01. Juni 2014 veröffentlicht der Verlag Ravensburger eine Neuauflage des Buches.

1931 legt Rudolf Frank das Jugendbuch „Der Schädel des Negerhäuptlings Makaua“ vor. Der Untertitel „Kriegsroman für die junge Generation“ dient der Verschleierung des eigentlichen Inhalts. Der Roman ist ein Plädoyer für eigenständiges Denken und Zivilcourage und handelt von dem in Polen lebenden Buben Jan. Nach der Zerstörung seines Dorfes freundet er sich mit den deutschen Soldaten an und hilft ihnen durch seine Sprachkenntnisse und seinen Einfallsreichtum. Er soll vom Kaiser ausgezeichnet und in Deutschland eingebürgert werden. Nachdem er die Bedeutung des Krieges zu begreifen beginnt, desertiert er. Weiterlesen »

DIXI Kinderliteraturpreis 2014

Dienstag, 29. April 2014

Seit 2001 findet und fördert der Dixi Kinderliteraturpreis Nachwuchstalente im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur: KünstlerInnen, die Texte für Kinder bzw. Jugendliche schreiben oder illustrieren.

Einreichen können in Österreich lebende AutorInnen und IllustratorInnen, die zwischen 16 und 40 Jahre alt sind.

Einsendeschluss: 13. Juni 2014 Weiterlesen »

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