Archiv für die Kategorie 'Journalismus'

Roland Reuß ein Marxist?

Sonntag, 5. April 2009

Erstaunt fragte ich mich zu Beginn meiner verspäteten Lektüre der Frankfurter Rundschau vom 11.03.09 für einen Moment lang, ob es sich bei Herrn Professor Reuß, diesem wackeren Kämpfer wider GoogleBooks bzw. Open Access um einen verkappten Marxisten handelt. Bereits in der Überschrift des Beitrags fordert er nämlich „Enteignet die schamlosen Enteigner!“ Nein, weit gefehlt, mit Marxismus hat dieser „Retter des Abendlandes“ wahrlich nichts am Hut. Vielmehr handelt es sich um einen von dem Philologen und Literaturwissenschafter mit Verve geschriebenen Artikel, in dem er letztlich Birnen mit Äpfel vergleicht und diese zu einem wenig appetitanregenden Gedankenbrei anrichtet.
Ich halte es allerdings für möglich, daß sich der Begriff „Reußmatismus“ in Zukunft als Synonym für veraltete und im Kern unrichtige Ansichten etablieren wird. Oder ist alles ganz anders und über 1000 mehr oder weniger bekannte Persönlichkeiten aus Literatur und Wissenschaft, die seinen Appell „Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“ („Heidelberger Appell“) unterzeichneten, können nicht irren?

Trotz großzügig gewährter medialer Unterstützung wird sich der „Reußmatismus“ hoffentlich nicht durchsetzen, sozusagen „kein Leiberl reißen“. Apropos Leiberl: Die Unterzeichnenden können ja zusammenlegen und Roland Reuß als kleines Trostplaster dieses T-Shirt kaufen.

Lesestoff zum Thema gibt es reichlich, siehe den Beitrag „Der Heidelberger Appell“ im „Duftenden Doppelpunkt“

Der Heidelberger Appell

Sonntag, 5. April 2009

Herr Professor Roland Reuß organisiert mit seinem Appell „Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“ („Heidelberger Appell“) den Widerstand gegen die „Enteignung“ durch GoogleBooks und Open Access. Unter tatkräftiger Mithilfe von FAZ, Frankfurter Rundschau und taz haben die fragwürdigen Ansichten des Philologen und Professors für Neuere deutsche Literaturwissenschaft viele UnterstützerInnen gewonnen.

Es ist zu hoffen, daß Professor Reuß mit seinem Appell zu einer breiten Diskussion und letztlich zur einer Stärkung der „Open Access Bewegung“ beiträgt. Dies wäre die einzig richtige Antwort auf seinen manipulativen Appell. Einen inhaltlich aufschlußreichen Essay zur Reuß’schen Panikmache verfaßte Matthias Spielkamp unter dem Titel „Open Excess: Der Heidelberger Appell.“

Infobib – Materialsammlung rund um den „Heidelberger Appell“

Siehe auch den Beitrag „Roland Reuß ein Marxist?“ im „Duftenden Doppelpunkt“

"Unter Bettlern"

Dienstag, 24. März 2009

Die BettlerInnen Wiens sind Mitglieder der Mafia. Behaupten rechtskonservative PolitikerInnen. Wir haben die Mafia besucht.

So beginnt die Reportage von Eva Bachinger in „Moment. Gazette für Menschenrechte #10.“

Eva Maria Bachinger hat für ihren Text „Unter Bettlern“ den Nationalen Roma-Sonderpreis 2008 der EU-Kommission erhalten. In dem Beitrag kommen rumänische Roma zu Wort, die für eine Zeit in Wien leben, um das Überleben ihrer Familien zu sichern.

Moment-SOS Mitmensch

Journalist Award 2008

René-Marcic-Preis 2009

Freitag, 13. März 2009

Für ihre publizistische Arbeit, die „eher am Rand der öffentlichen Aufmerksamkeit“ liegt, erhalten Michaela Gründler und Anja Pia Keglevic von „Apropos – Strassenzeitung für Salzburg“ den René-Marcic-Preis 2009.

Der Preis, benannt nach dem Rechtsphilosophen und Publizisten René Marcic wird vom Land Salzburg bereits seit 1979 für herausragende publizistische Leistungen verliehen. Heute, am 13. Mai 2009, wird dieser Preis zum ersten Mal an zwei Journalistinnen eines alternativen Mediums vergeben.
Den beiden Ausgezeichneten ist viel Motivation und Erfolg zu wünschen, damit sie und das „Apropos“-Team auch weiterhin Menschen und Themen vom Rand in die Mitte der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken.

Apropos – Strassenzeitung für Salzburg
Über René Marcic

Einen kleinen Bericht mit weiterführenden Links auf biblio.at

Siehe auch die Beiträge „Straßenzeitungen in Österreich und weltweit“ und „Apropos Kochbuch 2″ im „Duftenden Doppelpunkt“

Ö1 Journale im Internet

Dienstag, 10. März 2009

„Und jetzt steigt er hinunter, … sein linker Fuß steht auf dem Boden des Mondes – der erste Mensch hat den Mond betreten…“

Unter journale.at kann man ab sofort nicht nur den österreichischen Kommentar zu Neil Armstrongs Mondlandung vom Juli 1969 „nachhören“, sondern auch sämtliche Ereignisse aus den Jahren 1967 bis 1989, über die in den ORF-Hörfunkjournalen berichtet wurde. 5.000 Stunden Sendezeit bzw. 60.000 Einzelbeiträge hat die österreichische Mediathek digitalisiert und allen Interessierten im Internet kostenlos zur Verfügung gestellt.

Sie finden die wichtigsten akustischen Dokumente der Zeitgeschichte, den Lucona-Skandal, die Premiere von Thomas Bernhards „Heldenplatz“ oder die ersten O-Töne zum Fall der Berliner Mauer.

Hörbare Geschichte im MP3-Format
Die Suche nach Einzelbeiträgen erfolgt per Schlagwort und ist an die Google-Suche angelehnt. Die „hörbare Geschichte per Knopfdruck“ gibt es im MP3-Format, kann aber nicht heruntergeladen werden.

Österreichische Mediathek – Ö1-Journale

Siehe auch die Beiträge „Österreichische Zeitgeschichte“, „12. Februar 1934″, „70 Jahre Anschluß“, „Novemberpogrome“, „90 Jahre Republik Österreich“ im „Duftenden Doppelpunkt“.

Feministische Sprachkritik

Montag, 9. März 2009

Die Pionierin der feministischen Sprachkritik Luise F. Pusch im dieStandard.at-Interview.

Glossen von Luise F. Pusch

Homepage von Luise F. Pusch

Siehe auch den Beitrag „Geschlechtergerecht formulieren“ im Duftenden Doppelpunkt.