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	<title>Duftender Doppelpunkt &#187; Buchbesprechungen</title>
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	<description>Infos aus Literatur und Wissenschaft</description>
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		<title>Entfesselt im Rollstuhl</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 09:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Buchbesprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Entfesselt im Rollstuhl]]></category>
		<category><![CDATA[Hanna Höfer]]></category>
		<category><![CDATA[Leo Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Geschichten aus dem Leben. Über das Meer, die Sehnsucht und eine Entfesselung.
Die beiden ProtagonistInnen des Buches, Hanna Höfer und Leo Fischer, wurden mit dem Krankheitsbild &#8222;Spina Bifida&#8220;, einer Fehlbildung des Neuralrohres, geboren.  Die LeserInnen dürfen sie dabei begleiten, wie sie humorvoll, aber auch nachdenklich und reflektierend einen Blick auf sich und ihre Umwelt werfen; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Geschichten aus dem Leben. Über das Meer, die Sehnsucht und eine Entfesselung.</strong></p>
<p>Die beiden ProtagonistInnen des Buches, Hanna Höfer und Leo Fischer, wurden mit dem Krankheitsbild &#8222;Spina Bifida&#8220;, einer Fehlbildung des Neuralrohres, geboren.  Die LeserInnen dürfen sie dabei begleiten, wie sie humorvoll, aber auch nachdenklich und reflektierend einen Blick auf sich und ihre Umwelt werfen; das Leben meistern und entfesselt ihres Weges rollen. Am  Cover spielen sie mit der Klischeevorstellung, die sich viele &#8222;normale&#8220; Menschen vom An-den-Rollstuhl-gefesselt-Sein machen: Mit einem dicken Seil sind sie in ihren Rollstühlen fixiert. </p>
<p>Aber von einem fixiert im Sinne von starr und unbeweglich sind Hanna Höfer und Leo Fischer weit entfernt. Bei all ihren Unternehmungen werden sie von ihren Assistenzhunden Nils und Ronja begleitet. Diese Vierbeiner machen sich über Hanna und Leo bzw. über die Zweibeiner so ihre Gedanken und führen die LeserInnen durch das Buch. Da Hunden die Kulturtechnik des Schreibens unbekannt ist, wurden deren Beobachtungen mit Hilfe von Monika Hirschmugl-Fuchs festgehalten. <span id="more-3247"></span></p>
<p>Sehr berührend sind die Berichte der Mütter, Andrea Fischer und Martina Höfer-Wegan über Schwangerschaft und Geburt, ihre Ängste, Anstrengungen und ihre Liebe zu ihren Kindern. Fotos aus dem Leben von Hanna Höfer und Leo Fischer bereichern das Buch visuell. </p>
<p>Ein wesentliches Kennzeichen des Buches ist die leicht verständliche Sprache. Sie soll vor allem Menschen mit geringen sprachlichen Fähigkeiten das Verständnis von Texten erleichtern. So gesehen ist dieses Buch die eierlegende Wollmilchsau: Es legt ein beredtes Zeugnis dafür ab, dass Texte so formuliert werden können, dass sie von allen Menschen mit Interesse und Vergnügen gelesen werden.</p>
<p>Ja, mit Vergnügen! &#8211; Hanna, Leo und die beiden Assistenzhunde lassen die LeserInnen an ihren Empfindungen, Wahrnehmungen und Erkenntnissen teilhaben. Das Buch macht Menschen mit besonderen Bedürfnissen Mut und ladet alle anderen dazu ein, das Thema Behinderung zu reflektieren, Mitgefühl (und nicht Mitleid!) zu entwickeln und letztlich den Menschen &#8211; und nicht den Rollstuhl &#8211; in den Mittelpunkt der Wahrnehmung zu stellen. </p>
<p><em>&#8222;Wenn Du ein Schiff bauen willst,<br />
dann trommle nicht Männer zusammen<br />
um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben<br />
und die Arbeit einzuteilen,<br />
sondern lehre die Männer die Sehnsucht<br />
nach dem weiten, endlosen Meer.&#8220;</em></p>
<p>Antoine de Saint-Exupéry (1900 &#8211; 1944)</p>
<p>Möge die Sehnsucht nach dem &#8222;weiten, endlosen Meer&#8220; in Hanna Höfer und Leo Fischer weiterhin entfesselt durchs Leben rollen.</p>
<p><strong>Georg Schober</strong></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2011/11/cover_entfesselt_im_rollstuhl.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2011/11/cover_entfesselt_im_rollstuhl-96x150.jpg" alt="" title="Buchcover Entfesselt im Rollstuhl" width="96" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-3248" /></a></p>
<p>Das Buch &#8222;Entfesselt im Rollstuhl &#8211; Geschichten aus dem Leben&#8220; kann über über die <a href="http://entfesselt-im-rollstuhl.com/" class="liexternal">gleichnamige Internetseite</a> bestellt werden. </p>
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		<title>Wohin treibt die Schweiz?</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2011/11/07/wohin-treibt-die-schweiz/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 09:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Nagel & Kimche Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Wohin treibt die Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Vernünftige Visionen
Vielleicht sind Alpenrepubliken für Außenstehende ja grundsätzlich nicht so einfach zu verstehen. Der Sammelband „Wohin treibt die Schweiz?“ kann da zumindest eine Starthilfe leisten.
Er ist zusammengestellt aus Vorträgen, gehalten im Schauspiel Basel. Julie Paucker, junge Dramaturgin am Schauspielhaus, und Peer Teuwsen, Journalist, haben den Band herausgegeben und versprechen „gewagte Prognosen“, Provokationen und Visionen. Diesem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Vernünftige Visionen</h3>
<p><strong>Vielleicht sind Alpenrepubliken für Außenstehende ja grundsätzlich nicht so einfach zu verstehen. Der Sammelband „Wohin treibt die Schweiz?“ kann da zumindest eine Starthilfe leisten.</strong></p>
<p>Er ist zusammengestellt aus Vorträgen, gehalten im Schauspiel Basel. Julie Paucker, junge Dramaturgin am Schauspielhaus, und Peer Teuwsen, Journalist, haben den Band herausgegeben und versprechen „gewagte Prognosen“, Provokationen und Visionen. Diesem Anspruch wird der Band leider nicht gerecht.</p>
<p>Wie der Beitrag von Jakob Tanner sind viele der Texte: historisch informativ, hier vor allem die kurzen Bemerkungen zum Aufstieg des Rechtspopulisten Blochers, aber außer einigen knappen Bemerkungen im Schlussabschnitt: zur Zukunft kein Wort. <span id="more-3229"></span></p>
<p>Micheline Calmy-Rey, Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), beendet ihre Ausführungen mit der wenig originellen Formel, man habe zwar die Möglichkeit der Entscheidung, aber letztlich keine andere Wahl als der EU beizutreten. Kann man das wirklich eine Vision nennen?<br />
Auch der renommierte Kinderarzt Remo Largo verweist vor allem auf Defizite des Ist-Zustands; zur Zukunft gibt er nur wenige, belanglose Stichworte.</p>
<p>Jürg Acklin gibt im sprachlich anregendsten Text des Bandes immerhin ein lebendiges Bild einer Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren. Aber auch er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Vergangenheit – nicht mit der Zukunft. Acklin erklärt immerhin den Rücktritt der „alten Säcke“, aber seine Vision für die jungen Säcke fasst er in den wahrhaft provokativen und aufrüttelnden Worten zusammen: man solle lernen, <em>„Unsicherheiten auszuhalten“</em>!</p>
<p>Besteht das Problem also gerade darin, dass die Schweiz zu sehr mit ihrer Vergangenheit, mit der Wahrung des Erreichten beschäftigt ist?<br />
Der Architekt Jacques Herzog kennzeichnet in seinem Vortrag genau dieses: Das <em>„Schweizer Muster ist besonders erfolgreich im defensiven Bereich, beim Abwehren von Neuerungen. Aber es schwächelt, sobald es darum geht, eine Idee, eine Vision zu entwickeln, oder eben: sich ein Bild zu machen, wer wir sind und in Zukunft sein wollen“</em>.</p>
<p>Der ehemalige Zürcher Regierungsrat Markus Notter kommt nicht weiter als Bedauern über den Verlust an Sachlichkeit in öffentlichen Debatten zu äußern, der Soziologe Ueli Mäder fordert eine Aufhebung der Ungleichheit der Einkommen, ohne eine Idee, wie das bedingungslose Grundeinkommen auch nur zu erwähnen, und der Strafrechtler Martin Killias plädiert für eine Entkrampfung in den Debatten um Migrationskriminalität – was immer daran visionär sein soll &#8230; </p>
<p>David Gugerli, ETH-Professor für Technikgeschichte, wirbt für <em>„bescheidene, aber effiziente Entwurfstechniken“</em> – vernünftige Visionen also, die in ihrer bescheidenen Art sicher jede Provokation vermeiden.</p>
<p>Roger de Wecks temperamentvolle Aufforderung, alle Optionen des Verhaltens zur EU gedanklich durchzuspielen, lässt immerhin vermuten, dass der Abend, an dem die Rede gehalten wurde, nicht allzu langweilig verlaufen ist, aber zum zweiten Mal nach Calmy-Rey den EU-Beitritt als Vision zu verkaufen –ist das zukunftsweisend?</p>
<p>Alle Redner/innen sind Teil der intellektuellen, links-liberalen, sozialdemokratischen Elite der Schweiz, keine/r ist unter vierzig, um seine/ihre Zukunft muss keine/r von ihnen bangen. Vielleicht sind ihre Visiönchen deshalb so vernünftig. Aber gerade deshalb gibt der Band auch einen erhellenden Einblick in die grundkonservative Mentalität einer Alpenrepublik.</p>
<p><strong>Hans Paul</strong></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2011/11/cover_wohin_treibt_die_schweiz.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2011/11/cover_wohin_treibt_die_schweiz-91x150.jpg" alt="Buchcover Wohin treibt die Schweiz?" title="Buchcover Wohin treibt die Schweiz?" width="91" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-3230" /></a></p>
<p><strong>Julie Paucker, Peer Teuwsen (HgIn.) &#8211; Wohin treibt die Schweiz? Zehn Ideen für eine bessere Zukunft.</strong> <a href="http://www.hanser-literaturverlage.de/verlage/nagel-und-kimche.html" class="liexternal">Nagel &#038; Kimche Verlag</a>, Zürich 2011. 160 Seiten, € 15,40 (Ö) </p>
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		<title>Thomas Kohlwein (Hg.) – Wien Südbahnhof</title>
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		<pubDate>Wed, 18 May 2011 08:00:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Europa Erlesen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Kohlwein]]></category>
		<category><![CDATA[Wien Südbahnhof]]></category>
		<category><![CDATA[Wieser Verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[Spannender Stadt-Ort
„Besuch beim alten Knacker“ betitelte Roman David-Freihls im Juli 2008 seinen Beitrag im Rahmen von „FREISTADT &#8211; Die urbane Standard-Kolumne&#8220;.  Vom alten Knacker ist nichts mehr übrig. Sein sich zurzeit im Zustand einer  Riesenbaustelle  befindliche Nachfolger wird Zentralbahnhof heißen. Oder Hauptbahnhof. Jedenfalls nicht mehr Süd- und Ostbahnhof. 
Vom Wiener Stadtplan ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Spannender Stadt-Ort</h3>
<p><strong>„Besuch beim alten Knacker“ betitelte Roman David-Freihls im Juli 2008 seinen Beitrag im Rahmen von „FREISTADT &#8211; Die urbane Standard-Kolumne&#8220;.  Vom alten Knacker ist nichts mehr übrig. Sein sich zurzeit im Zustand einer  Riesenbaustelle  befindliche Nachfolger wird Zentralbahnhof heißen. Oder Hauptbahnhof. Jedenfalls nicht mehr Süd- und Ostbahnhof.</strong> </p>
<p>Vom Wiener Stadtplan ist er verschwunden, <em>„doch als Geist in der Stadt ist er für viele weiterhin präsent, wird sein früherer Standort im Gefüge der Stadt noch lange Zeit spürbar sein“</em>, wie es im Vorwort zu „Wien Südbahnhof“ heißt; einem weiteren  Büchlein (mit Lesebändchen!) der Reihe „Europa Erlesen“ aus dem Wieser Verlag. Der Herausgeber Thomas Kohlwein setzt dem  letzten Vertreter der „Poetisierung der &#8218;hässlichen&#8216; Bahnhöfe“ <sup>1</sup> mit dieser Text-Zusammenstellung  ein literarisches Denkmal.</p>
<p>Ein kurzer Ausflug in die Baugeschichte des Bahnhofes, einige Zeilen über dessen filmische Einsätze, Skizzen von Geschossplänen, dazwischen Zeichnungen und (historische) Aufnahmen. „Fotografischer“ Wermutstropfen: Teilweise finden sich keine  Bildunterschriften,  manche Abbildungen scheinen wie aus Versehen an ihre Stelle „gerutscht“ zu sein.  Aber es lohnt, diese Anfangshürden zu überwinden, und dann heißt es: Einsteigen bitte! – Einsteigen in Textpassagen, in denen der „alte Knacker“ als spannender Stadt-Ort von Begegnungen, vom Ankommen und Wegfahren, von großen und kleinen persönlichen und geschichtlichen Dramen agiert.</p>
<p>So beweist Helmut Qualtinger in seinem „Fremdenverkehrsbrevier“, dass der Südbahnhof dafür sorgt, <em>„daß jeder Eintreffende Wien im Zustand des Jahres 1945 kennenlernt“</em>. George Eric Rowe Gedye zeichnet mit „Rette sich wer kann!“ ein bedrückendes Bild jener Bahnfahrt, auf die sich Menschen am 11. März 1938 begeben hatten, um den Nazischergen zu entkommen. Joseph Roth schreibt über die Abfahrt von Kindern, die von der sozialistischen Gemeinde Mailands zu einer Reise in „Die wunder-wunder-wunderschöne Stadt“ eingeladen worden sind. Von den Vorteilen eines aufgezeichneten Fernsehbeitrages statt einer Liveübertragung von Chruschtschows Ankunft am Ostbahnhof weiß Wolfgang Pensold zu berichten. Genauso turbulent gestaltet sich auch die Bestellung von Würsteln bei einem bahnhöfischen Würstelstand, die Gründe für die Verwurstelungen versucht Gert Jonke in „Südostbahnhof“ zu ergründen. </p>
<p><em>„Denn dieser Südbahnhof, auf dem man nicht mehr fror und sich fürchtete, das war natürlich nicht der wirkliche Südbahnhof &#8230;“</em> (Ingeborg Bachmann). Sentimentalität ob des abgerissenen Süd- und Ostbahnhofes ist nicht angebracht. Geschichten vom Ankommen und Wegfahren werden immer noch von Menschen getragen – auch im neuen Bahnhof.</p>
<p>1: Wolfgang Kos „Ort des Stillstands“ in „Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt“, herausgegeben von Wolfgang Kos &#038; Günther Dinhobl. Czernin Verlag Wien, 2006. S. 421</p>
<p><strong>Petra Öllinger</strong><br />
<a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2011/05/cover_thomas_kohlwein_suedbahnhof.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2011/05/cover_thomas_kohlwein_suedbahnhof-97x150.jpg" alt="Buchcover Thomas Kohlwein (Hg.) - Wien Südbahnhof" title="Buchcover Thomas Kohlwein (Hg.) - Wien Südbahnhof" width="97" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-3133" /></a></p>
<p><strong>Thomas Kohlwein (Hg.) – Europa Erlesen. Wien Südbahnhof.</strong> <a href="http://www.wieser-verlag.com/" class="liexternal">Wieser Verlag</a>, Klagenfurt, 2010. 158 Seiten, Euro 12,95 (Ö).</p>
<p><a href="http://www.tkhome.net/" class="liexternal">Homepage von Thomas Kohlwein</a></p>
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		<title>Angelika Aliti &#8211; Erfüllung – vom Leben getragen</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2011/05/03/angelika-aliti-erfuellung-vom-leben-getragen/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 07:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Angelika Aliti]]></category>
		<category><![CDATA[Edition Schlangenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Erfüllung - vom Leben getragen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Schlangenberg Essenzen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kamel des Monats oder Als Pinguin das Eigene zum Weltentreiben hinzufügen.
Die Lektüre von Angelika Alitis Bücher ist kein gemütlicher Spaziergang. Weder für Pinguine noch für Kamele. Und für Menschen schon gar nicht.  
Die Philosophin, Kulturschaffende, Theatermacherin und Autorin,  sie schrieb beispielsweise   „Die Wilde Frau“ oder „Das Maß aller Dinge“, offeriert keine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Kamel des Monats oder Als Pinguin das Eigene zum Weltentreiben hinzufügen.</h3>
<p><strong>Die Lektüre von Angelika Alitis Bücher ist kein gemütlicher Spaziergang. Weder für Pinguine noch für Kamele. Und für Menschen schon gar nicht.  </strong></p>
<p>Die Philosophin, Kulturschaffende, Theatermacherin und Autorin,  sie schrieb beispielsweise   „Die Wilde Frau“ oder „Das Maß aller Dinge“, offeriert keine Patentrezepte für ein „glückliches“ Leben und schon gar kein „In-sechs-Wochen-aus-dem-emotionalem-Loch“-Gequake.  Diese aus so manchem Ratgeber bekannten Ingredienzien für ein „erfolgreiches“ Leben bleiben unberücksichtigt.</p>
<p>In  „Erfüllung – vom Leben getragen“ wird der/dem Suchenden keine vorgefertigte Landkarte des menschlichen Daseins  geboten. Die Wege hinein in das eigene Element des Lebens sind so unterschiedlich wie die Menschen: gepflastert, steinig, geradlinig, kurvig, ansteigend. Es tun sich Abgründe auf, oder die „Wandersfrau/der „Wandersmann“ steckt in einer Sackgasse fest. Die Entscheidung an der Weggabelung links abzubiegen  ist vielleicht doch verkehrt gewesen? Kann sein. Also umkehren und rechts weitergehen? Möglich. Ein Lebensziel wurde erreicht, aber irgendwie stellt sich keine Zufriedenheit ein? Kann sein. Also weitergehen? Wäre eine Option.</p>
<p>Und für so viele Unwägbarkeiten auch noch siebenundreißig Euro fünfundneunzig. hinblättern? Ja. Begründungen gefällig? Hier eine Auswahl. </p>
<p>„Erfüllung – vom Leben getragen“ öffnet  unter anderem die Augen dafür, dass wir beinahe alles tun, „um Kamel des Monats“ zu werden. „Wenn es darum geht, herauszufinden, was wir wollen, fällt uns nichts ein. Wenn es aber darum geht, herauszufinden, was von uns verlangt wird, dann sind wir auf einmal hellwach.“  Und bleiben weiterhin weit entfernt von unserem ureigenen Element. </p>
<p>Die Balance zwischen Eigenverantwortung und sich Auf-das-Leben-Einlassen  (vom Leben getragen werden, wie der Buchtitel verkündet)  ist ein wichtiger Aspekt in der Arbeit von Angelika Aliti. Andere für die eigene Misere  alleine verantwortlich zu machen gilt nicht, ebensowenig wie ständige Selbstvorwürfe, es  nicht geschafft zu haben.Angelika Aliti zeigt unter anderem, dass ein Ziel hinter dem ersten Ziel, das zum Aufbruch bewegt, stehen soll. Nicht in Form eines perfekt ausgetüftelten „Business-Plans“, sondern als „weiter“ und „flexibler Horizont“. Denn hin und wieder kommt es am Ende anders, <em>„als wir gedacht haben, wir dürfen nicht vergessen, dass es unsere Gedanken und Vorstellungen sind, die die zukünftigen Ereignisse ebenso formen wie die unveränderbaren äußeren Umstände, die außerhalb unseres Einflusses stehen“</em>.  </p>
<p>Krisen dienen dazu, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, danach zu fragen, wohin sie eine/n führen. Eine an sich nicht neue Feststellung, jedoch verpackt Angelika Aliti sie nicht in  luftig-lockere-Happy-End-Versprechungen, sondern sie macht klar: sich als Pinguin auf den Weg von der Wüste ins Meer und als Kamel vom Meer in die Wüste zu machen geht nicht ohne Blessuren ab. Und automatisch leichter wird das Leben im richtigen Element auch nicht, geschweige denn, dass sich   ein „Ruhehaben“ einstellt. Wenn Angelika Aliti von ihren eigenen Irrungen und (Ver-)Wirrungen berichtet, begegnet sie den LeserInnen auf Augenhöhe und nicht als eine Lehrmeisterin, die „Weisheit mit dem Löffel gefressen hat“ und nun allen zeigt, dass das Leben so und nicht anders verläuft. Und es wäre nicht Angelika Aliti,  fänden sich nicht Passagen, die den LeserInnen auf humorvolle Art die Möglichkeiten zeigen, sich selbst das Leben zu vermasseln, zum Beispiel mit fehlenden Kniegelenken bei Pinguinen, ein Umstand, der die Fortbewegung in der Wüste mehr als mühsam macht …</p>
<p>Nebenbei erhalten die LeserInnen Einblick in die (Seelen-)Arbeit Angelika Alitis mit Symbolen und den von ihr entwickelten Blütenessenzen (Schlangenberg® Essenzen). Daran anknüpfend gestaltete Athena Stebner ein zauberhaftes Kartenset. Von ihr stammt auch das Titelbild – Tipp: Cover auf den Kopf stellen. Jede der fünfzig Karten, auf der jeweils eine bestimme Blüte und das  dazugehörige  Symbol abgebildet ist, stellt eine Lebensaufgabe dar; vom (dunklen) Ausgangspunkt hin zum erlösten Sein.  Die Karten sind optisch und haptisch ein Vergnügen – liegen sie doch auch ausgezeichnet in der Hand. Erklärungen zu den Karten und ein Leitfaden für die Arbeit mit ihnen  finden sich im letzten Drittel des Buches. Auch „nur“ spielerisch kreative Auseinandersetzung mit dem Kartensatz ist „erlaubt“. Denn: <em>„Erfüllung finden wir, wenn das, was wir sind und tun, einen Sinn hat. Diesen Sinn hat es dann, wenn ein Mensch am richtigen Platz ist, sodass sich alle seine Talente entfalten können und er der Welt geben kann, weshalb der geboren wurde, darum geht es ja, dass wir dem großen Weltentreiben das Unsrige hinzufügen.“ </em></p>
<p>Wer also genug hat vom Dasein im falschen Element, egal ob als Kamel oder Pinguin, findet mit „Erfüllung – vom Leben getragen“ eine Unterstützung, um das erfüllte Eigene dem Weltentreiben hinzuzufügen. </p>
<p><strong>Petra Öllinger</strong></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2011/05/cover_angelika_aliti_erfuellung.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2011/05/cover_angelika_aliti_erfuellung-150x118.jpg" alt="Buchcover Angelika Aliti &quot;Erfüllung - vom Leben getragen&quot;" title="Buchcover Angelika Aliti &quot;Erfüllung - vom Leben getragen&quot;" width="150" height="118" class="alignnone size-thumbnail wp-image-3127" /></a></p>
<p><strong>Angelika Aliti – Erfüllung – vom Leben getragen. Finde deine Bestimmung und du findest den Sinn des Lebens</strong>. <a href="http://www.editionschlangenberg.at/wb/index.php" class="liexternal"> Edition Schlangenberg</a>, Bierbaum 2011. 296 Seiten, Box mit Buch und 50 Schlangenbergkarten. Euro 37,95 (A).</p>
<p><a href="http://www.angelikaaliti.at/wb/index.php" class="liexternal">Homepage von Angelika Aliti</a></p>
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		<title>Unbekannte ArbeiterInnenliteratur</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2011/03/04/unbekannte-arbeiterliteratur/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Mar 2011 11:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wela</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Literarische Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Als der Nebel sich hob]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Erich Zwirner]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur der Arbeitswelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Erich Zwirner,  22.09.1928 – 17.04.2003
Erich Zwirner wurde in Mürzzuschlag geboren. Lebte in der eigens für das Stahlwerk “Schoeller – Bleckmann“ angelegten Arbeitersiedlung Hönigsberg. Arbeitete in diesem Stahlwerk in verschiedensten Bereichen, als Walzer, Oberbau- und Platzarbeiter, Kesselwärter und zum Schluss, bis zu seiner Pensionierung, als Umspannwärter. Beschrieb diese Bereiche und seine Arbeit in zahlreichen Prosatexten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Erich Zwirner,  22.09.1928 – 17.04.2003</h3>
<p>Erich Zwirner wurde in Mürzzuschlag geboren. Lebte in der eigens für das Stahlwerk “Schoeller – Bleckmann“ angelegten Arbeitersiedlung Hönigsberg. Arbeitete in diesem Stahlwerk in verschiedensten Bereichen, als Walzer, Oberbau- und Platzarbeiter, Kesselwärter und zum Schluss, bis zu seiner Pensionierung, als Umspannwärter. Beschrieb diese Bereiche und seine Arbeit in zahlreichen Prosatexten mit größtenteils autobiographischen Zügen. Verstarb am 17. April  2003 in Mürzzuschlag.</p>
<p>Erich Zwirner war Mitglied im <a href="http://www.werkkreis-literatur.de/de/home" class="liexternal">&#8222;Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“</a> und wurde für sein literarisches Schaffen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.</p>
<p>Der folgende Text &#8222;Als der Nebel sich hob&#8220; stammt aus: <strong>Erwin Zwirner: Im Schatten der Zeit. Erzählungen. 1992, merbod–Verlag, Wiener Neustadt.</strong></p>
<p>„Im Schatten der Zeit“ ist leider heute nur mehr antiquarisch erhältlich. Ebenfalls vergriffen sind die Werkstatthefte der „Steirischen Werkstatt – Literatur der Arbeitswelt“, in denen Erwin Zwirner immer wieder publiziert hat. </p>
<h3>Als der Nebel sich hob</h3>
<p>Als der Nebel sich hob … standen sie in einer eiskalten, luftleeren Mondlandschaft.</p>
<p style="text-indent:20px;">So oder ähnlich würde ein Lyriker die Situation der Stahlarbeiter beschreiben. Ein Märchenerzähler nach Jahren im Atombunker der Regierung aber so: Es war einmal eine mächtige Eisen- und Stahlindustrie in unserem Lande, in der die Arbeiter bis zum Jahre 1979 fast glücklich und zufrieden ihr Brot verdienten. Ihre Regierung und ihre Gewerkschaft sagten ihnen täglich, dass sie auf einer Insel der Seligen lebten. Und sie glaubten es. Der Nebel, der über dem Lande lag, störte sie nicht weiter. Im Gegenteil. Er schützte sie sogar vor ein paar mahnenden Stimmen, deren Laute in dieser Watte versanken.</p>
<p style="text-indent:20px;">Genau so aber übersahen sie die unheimlichen Gestalten, die nur in Grauzonen lebten und immer besser gediehen, ohne etwas zu leisten. Eines Tages aber kam ein Sturm auf und wehte den Nebel fort. Als die Arbeiter daraufhin ihre Köpfe hoben und zum ersten Mal ihre Umgebung klar sahen, kroch eine schreckliche Kälte ihre Rücken hoch und setzte sich zwischen ihren Schultern fest.</p>
<p style="text-indent:20px;">Als die Nacht sich davonschlich, ließ sie einen düsteren, grauen Morgen zurück. Wolken hingen so tief vom Himmel, als wollten sie sich auf die Rauchfänge der Werke setzen. Der Lärm der Maschinen und Walzgerüste aber hörte sich leiser an als sonst. Bis er auf einmal  ganz verstummte.</p>
<p style="text-indent:20px;">Kurze Zeit später kommen die Arbeiter aus dem Werkstor und sammelten sich auf dem Parkplatz. Die roten, gelben und blauen Schutzhelme bilden ein buntes Muster. Sie formieren sich zu einer dreireihigen Schlange und marschieren zwischen Bahndamm und Fluß der Stadt zu.</p>
<p style="text-indent:20px;">Karl hat sich mehr am Ende der Kolonne eingereiht. Er ist niedergeschlagen und verbittert. Er ist 1925 geboren. „Wieder marschieren“, denkt er sich. „Immer wenn marschiert wird, ist das Land krank. Immer hat es zuerst mit Wirtschaftskrisen und dann mit Kriegen zu tun. Und jede Straße endet in Armut, Not, mit verwüsteten Ländern und auf riesigen Schlachtfeldern. Er beobachtete seine Kollegen. Er hat den Eindruck von einer gesichtslosen Masse. Abweichende, nichtssagende, hassende Gedankensplitter glaubt er zu fühlen. Nur überlagert von der Angst des Arbeitsplatzverlustes. Keine Spur von Solidarität oder einem festen Ziel.</p>
<p style="text-indent:20px;">Er schiebt sich seinen Helm aus der Stirn. Er weiß auch nicht, was er täte, wenn er seine Arbeit verlieren würde. Denn die Arbeit zu verlieren heißt, sich selbst zu verlieren. Hieße für ihn Armut und ausgestoßen sein. Hieße nicht fähig sein, seine Kinder zu versorgen und ihnen eine Kindheit ohne Not zu bieten. Als Versager dazustehen. Und so wird jeder gegen jeden kämpfen. Das Wort „Solidarität“ wird zum Schimpfwort werden. Die Gewerkschaft wandert auf einem schmalen Grad und muss aufpassen, nicht zum Diener einer kapitalistischen Finanzpolitik zu werden.</p>
<p style="text-indent:20px;">„Belsazar!“ Die Schrift an der Wand,. Vor ihm geht Kurt. Ein lustiger, hübscher Bursche. Er ist ein Lebenskünstler. Immer auf der Butterseite. Ihm, Karl, ist er ein bisschen zu glatt. Er hält ihn für eine Wetterfahne, die sich immer nach dem Winde dreht. Karl hat Kurts Worte noch in seinen Ohren.</p>
<p style="text-indent:20px;">„Gehören sowieso 200 hinausgeschmissen. Die Krankenstandschinder und Blaumacher. Und die Zettelpicker.“ Und, und, und. Aber Karl hat noch nie gesehen, dass Kurt sich einen Hax`n ausgerissen hätte bei der Arbeit. Oder, wenn er an Fritz, der zwei Reihen hinter ihm geht, denkt. Ein guter Arbeiter, aber ohne Rückgrat.</p>
<p style="text-indent:20px;">„I moch meine Orbat und olles andere is mir wurscht“, sagte er bei jeder Gelegenheit, wenn ihn einer um seine Meinung fragt. Oder: „Vom Lesen wird man nur blöd.“</p>
<p style="text-indent:20px;">Die meisten sind schon in Ordnung, nur haben sie es sich in den letzten 30 Jahren abgewöhnt, selbst zu denken, und haben statt dessen alle Entscheidungen ihren Vorgesetzten und Betriebsräten überlassen. So scheuen sie sich, berechtigte Kritik zu üben. Sie schimpfen höchstens im Wirtshaus. Wenn ein Direktor kommt und ihnen erzählt, dass die Wirtschaftslage schwierig sei und eben dadurch von ihnen besonders große Opfer gefordert werden, so empfinden sie es zwar hart, aber keiner von ihnen denkt daran, ob das so sein muss. Oder ob es nicht auch andere Wege gibt, um diese Opfer zu vermeiden. Sie begreifen nicht, dass es scheißegal ist, was so einer quatscht, wenn nur die Arbeiter alles ausbaden müssen, was manche „da oben“ vermurksen.</p>
<p style="text-indent:20px;">Wenn ich zum Doktor gehe, weil ich krank bin und der sagt mir die Krankheit, kann, oder will mir nicht helfen, so wechsle ich eben den Doktor und gehe zu einem, der mir hilft, sagt sich Karl, wird aber jäh aus seinen Gedanken gerissen, weil er seinem Vordermann auf die Ferse gestiegen ist.</p>
<p style="text-indent:20px;">„Pass doch auf, du Idiot, willst wohl schon jetzt meinen Platz einnehmen“, zischte Heinz ihn an. Wahrscheinlich rauft er sich mit den gleichen Gedanken herum.</p>
<p style="text-indent:20px;">Karl antwortete: „Sei nicht blöd. Ich habe nur daran gedacht, wer die Idee gehabt haben könnte zu diesem überstürzten Marsch.“</p>
<p style="text-indent:20px;">„Das war der Betriebsrat. Viele von uns murrten, dass nichts geschieht, und da die Kommunisten für morgen eine Protestversammlung angekündigt haben, wollen sie eben denen zuvor kommen.“</p>
<p style="text-indent:20px;">„Aber das ist doch eine halbe Sache. Wenn schon Protest, dann muss die ganze Region mit. Denn es geht alle an, ob wir ein Industriefriedhof werden oder nicht.“</p>
<p style="text-indent:20px;">„Du kennst die Auffassung unserer Führung. Rebellieren bringt keine Arbeit.“</p>
<p style="text-indent:20px;">„Also schön still sein“, spottet Karl, „aber die im Schwesterwerk wissen, wo es ihnen wehtut. Und sie sagen es auch ganz laut.“</p>
<p style="text-indent:20px;">„Ja, ja! So ist es eben. Da kannst nichts machen, “ Heinz lacht. „Da hast ein Stück kapitalistisches Produkt.“</p>
<p style="text-indent:20px;">Er will Karl einen Kaugummi geben.</p>
<p style="text-indent:20px;">„Hör auf mit dem Scheißdreck.“ Karl fühlt, wie die Wut in ihm hochsteigt. „Dass du da noch Witze machen kannst, wenn es um unser Überleben geht. Du bewegst dein Maul immer sehr fleißig. Aber leider zum Kaugummifressen.“</p>
<p style="text-indent:20px;">„Ach, leck mich. Ich verputz mich weiter nach vorn. Such dir einen anderen zum Streiten.“</p>
<p style="text-indent:20px;">Heinz spuckt seinen Kaugummi auf den Bahndamm, schert aus und reiht sich weiter vorne wieder ein.</p>
<p style="text-indent:20px;">Karl ärgert sich über seine Ungerechtigkeit. Er weiß, dass Heinz kein schlechter Kerl ist. Er spricht kein Wort mehr, bis sie beim Werk 1 vor der Stadt angekommen sind. Dort vereinigen sie sich mit diesen Kollegen und gehen das letzte Stück bis zum Hauptplatz gemeinsam.</p>
<p style="text-indent:20px;">Es spricht zuerst der Nationalratsabgeordnete dieser Region, dann der Bürgermeister der Stadt und schließlich reden zwei Betriebsräte des Werkes. Einem Politiker der Stadtopposition wird das Wort verweigert, was Karl nicht für richtig hält. Aber alle, die sprechen, sagen sinngemäß das gleiche: Weiterführung des Stahlwerkes bis zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, Ausbau der Finalproduktion, Weiterführung des Blockwalzwerkes, und wissen doch schon, dass die Werke zwei und drei zum Tode verurteilt sind. Dass dieser Marsch nur eine Warnung vor einer richtigen Demonstration sein soll, sagen sie alle.</p>
<p style="text-indent:20px;">Als dann ein Betriebsrat die Führung der Vereinigten Stahlwerke mit harten Worten angreift und sie für unfähig erklärt, die Werke zu leiten, hört man auf einmal die Worte wie Verräter, Sauhunde, korrupte Schweine aus der Menge aufbrausen. Auch manche Politiker und Betriebsräte werden beschimpft. Am meisten der Zentralbetriebsrat. Er soll nämlich den Spruch von den Faulen und Unzufriedenen, die den Ernst der Lage nun hoffentlich begriffen hätten, in Umlauf gesetzt haben. Da war aber schon alles zu Ende, und wie eine Gewitterwolke, die von der Sonne aufgefressen wird, oder wie ein Luftballon, der zerplatzt, hat sich die Demonstration, die ja keine sein sollte, aufgelöst.</p>
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		<title>REZENSIONEN</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 07:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur hören]]></category>
		<category><![CDATA[Hörbuchrezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen von Kinder- und Jugendbüchern]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezensionen für Bücher und Hörbücher
Eine Zusammenstellung, die sich dem Thema Rezensionen / Buchbesprechungen widmet und Ihnen hilft, für jedes Alter das richtige Buch bzw. Hörbuch zu finden. 
Letztlich kann die Liste allerdings nur eine kleine Auswahl aus der großen Zahl engagierter Projekte vorstellen. Stellvertretend für die vielen ungenannt bleibenden Sites sei hier auf die wunderbaren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Rezensionen für Bücher und Hörbücher</h2>
<p>Eine Zusammenstellung, die sich dem Thema Rezensionen / Buchbesprechungen widmet und Ihnen hilft, für jedes Alter das richtige Buch bzw. Hörbuch zu finden. </p>
<p>Letztlich kann die Liste allerdings nur eine kleine Auswahl aus der großen Zahl engagierter Projekte vorstellen. Stellvertretend für die vielen ungenannt bleibenden Sites sei hier auf die wunderbaren Rezensionen in <a href="http://www.litkara.de/litblog.php" class="liexternal">&#8222;Liisas Litblog&#8220;</a> und in eigener Sache, auf die Rezensionen im &#8222;Duftenden Doppelpunkt&#8220; in der Rubrik <a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/category/buchbesprechungen/" class="liinternal">&#8222;Buchbesprechungen&#8220;</a> hingewiesen.    </p>
<h3>Rezensionen für Menschen von 0 &#8211; 99</h3>
<p><a href="http://www.biblio.at/rezensionen/" class="liexternal">&#8222;Rezensionen online&#8220;</a> &#8211; biblio.at bietet in Kooperation mit 15 weiteren Institutionen/Zeitschriften den größten frei zugänglichen Rezensionspool im deutschen Sprachraum. Mehr als 27.000 Besprechungen sind abrufbar. Die Datenbank umfaßt Literatur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Eine Kommentarfunktion erlaubt die Veröffentlichung der eigenen Meinung. </p>
<h3>Rezensionen für die &#8222;Großen&#8220;</h3>
<p><a href="http://www.literaturcafe.de/rubrik/buecher/" class="liexternal">Literaturcafe</a> &#8211; In der Rubrik &#8222;Buchkritiken und Tipps&#8220; finden Sie Notizen über Bücher, ausführliche Buchkritiken und kurze Tipps.</p>
<p><a href="http://www.perlentaucher.de/teaserliste/2_Buecher.html" class="liexternal">Perlentaucher</a> &#8211; Kulturmagazin mit täglicher Presseschau, Links, Essays, Bücherrundschau. </p>
<h3>Hörbuchrezensionen</h3>
<p><a href="http://buchjournal.buchhandel.de/sixcms/list.php?page=buchjournal_hoerbucher_copy" class="liexternal">Buchjournal – Hörbücher</a> &#8211; Rezensionen und Beschreibungen von aktuellen Hörbücher. </p>
<p><a href="http://www.echthoerbuch.de/" class="liexternal">Echt Hörbuch</a> – Hörbuchempfehlungen. </p>
<p><a href="http://www.hoergold.de/" class="liexternal">Hoergold.de</a> &#8211; ist ein unabhängiges Info-Portal für deutschsprachige Hörbücher. Sie finden hier über 10.000 Hörbuchtitel und mehr als 4.400 Hörproben. </p>
<p><a href="http://www.hoerothek.de/" class="liexternal">Die Hoerothek</a> bietet Rezensionen, Interviews, Daten &#8230;  </p>
<p><a href="http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/index.jsp?rubrik=3728" class="liexternal">HR2 Hörbuch Bestenliste</a> – Hörbuchkatalog: Bestenliste des Monats, zusätzlich finden Sie im Hörbuchkatalog eine große Anzahl an Inhaltsbeschreibungen und Informationen zu einzelnen Hörbüchern.  </p>
<h3>Rezensionen für Kinder- und Jugendliteratur</h3>
<p><a href="http://www.alliteratus.com/ " class="liexternal">Alliteratus</a> arbeitet mit ca. 60 deutschsprachigen Jugendbuch-Verlagen zusammen. Mehrere tausend Einzelrezensionen, größere Artikel und umfangreiche Themenhefte sollen Ihnen das Zurechtfinden unter ca. 6.000 Neuerscheinungen pro Jahr erleichtern.</p>
<p>Die <a href="http://www.ajum.de/" class="liexternal">Datenbank der &#8222;Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien&#8220;</a> der GEW (Gewerkschaft, Erziehung und Wissenschaft) enthält Rezensionen zu Kinder- und Jugenbüchern, Hörbüchern und CD-ROMs. </p>
<p><a href="http://www.efeu.or.at/seiten/mainrez_migration_jugendbuch.html" class="liexternal">Efeu &#8211; Publikationen</a> &#8211; Rezensionen von Jugendbüchern mit Mädchen mit Migrationshintergrund als Handlungsträgerinnen. </p>
<p><a href="http://www.kinderbuch-couch.de/" class="liexternal">&#8222;Kinderbuch-Couch&#8220;</a> &#8211; Sortiermöglichkeiten, Rezensionen und Spezialthemen.</p>
<p><a href="http://www.stube.at/buchtipps/kroetedesmonats.htm" class="liexternal">Kröte des Monats</a> &#8211; STUBE &#8211; Studien- und Beratungsstelle für Kinder und Jugendliteratur.  </p>
<p><a href="http://www.rbb-online.de/quergelesen/index.html" class="liexternal">&#8222;Quergelesen&#8220;</a> &#8211; mit vielen Buchtipps. Wer ein Buch besprechen möchte, kann sich bei der Redaktion melden und bekommt ein Buch zugeschickt!</p>
<p><a href="http://www.lizzynet.de/" class="liexternal">Lizzynet &#8211; Internetforum für Mädchen </a>. Unter anderem bietet es unter der Rubrik <a href="http://www.lizzynet.de/" class="liexternal">Lizzypress</a> Rezensionen von Büchern, CDs, Filmen und Software und Artikel. Der Link &#8222;Lizzypress&#8220; ist ganz unten auf der Homepage in der &#8222;LizzyNet-Sitemap&#8220; zu finden. </p>
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		<title>Robert Tressell – ein Arbeiterdichter</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2011/01/31/robert-tressell-ein-arbeiterdichter/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 09:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>wela</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeiterliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Menschenfreunde in zerlumpten Hosen]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Tressell]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen
Von Werner Lang
&#8222;Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen“ ist ArbeiterInnenliteratur par excellence: Also Literatur von ArbeiterInnen, in der sie sich mit ihren eigenen Lebensbedingungen auseinandersetzen.
Als uneheliches Kind 1870 in Dublin geboren, verläßt „Robert Tressell“ schon mit 16 Jahren seine Familie und damit die bürgerliche Welt, in die er hineingeboren wurde. Er nennte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen</h3>
<p><em>Von Werner Lang</em></p>
<p>&#8222;Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen“ ist ArbeiterInnenliteratur par excellence: Also Literatur von ArbeiterInnen, in der sie sich mit ihren eigenen Lebensbedingungen auseinandersetzen.</p>
<p>Als uneheliches Kind 1870 in Dublin geboren, verläßt „Robert Tressell“ schon mit 16 Jahren seine Familie und damit die bürgerliche Welt, in die er hineingeboren wurde. Er nennte sich von nun an nach dem Mädchennamen seiner Mutter „Robert Noonan“. </p>
<p>1888 emigriert er nach Südafrika, läßt sich in Kapstadt nieder und arbeitet als Dekorateur. 1897 zieht er mit seiner Tochter nach Johannesburg und schließt sich der ArbeiterInnenbewegung an. Er wird Gewerkschaftsmitglied und später Sekretär der Transvaal Federated Building Trades Council.</p>
<p>1901 kehrt er mit seiner Tochter nach England zurück. 1906, beeinflusst durch die Schriften von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/William_Morris" rel="nofollow" class="liwikipedia">William Morris</a>, tritt er der Social Democratic Federation bei. Ein Jahr später wird er arbeitslos. </p>
<p>Er beginnt an dem Roman „The Ragged Trousered Philanthrop“, („Menschenfreunde in zerlumpten Hosen“) zu schreiben und vollendet ihn 1910. Aus Angst, das Manuskript würde auf Grund seiner Autorenschaft abgelehnt werden, unterschreibt er mit „Robert Tressell“. Schon schwer lungenkrank erhält er eine Arbeitszusage in Kanada. Bevor er sich im August 1910 auf die Reise macht, übergibt er seiner Tochter noch ein Kästchen, in dem er das Manuskript aufbewahrt und läßt sie bei Verwandten zurück. Sein Weg sollte bereits in Liverpool enden.</p>
<p>Ein kurzer Auszug aus dem Buch: </p>
<blockquote><p>… Eines Sonntagmorgens gegen Ende Juli fiel eine Gruppe von ungefähr fünfundzwanzig Männer und Frauen auf Fahrräder in die Stadt ein. Zwei von ihnen – die ein paar Meter vor den anderen fuhren, hatten an der Lenkstange ihrer Räder eine dünne, aufrechte Stange, an deren Spitze wehte eine kleine, rot-silberne Flagge mit ‚Internationale Brüderlichkeit und Frieden‘ in Goldbuchstaben. Die andere war in Größe und Farbe gleich, trug jedoch eine andere Aufschrift: ‚Einer für alle, alle für einen‘.</p>
<p>Im Vorbeifahren verteilten sie Flugblätter an die Straßenpassanten. Wann immer sie eine Stelle mit vielen Leuten erreichten, stiegen sie ab, gingen umher und gaben ihre Flugblätter jedem, der eines haben wollte. Mehrmals machten sie während ihrer Durchfahrt entlang der Großen Parade dort länger Halt, wo sich eine größere Menschenmenge aufhielt, und dann fuhren sie über den Hügel nach Windley und kamen kurz vor Öffnungszeit der Wirtshäuser an. Vor einigen warteten kleine Gruppen, und mehrere Kirchgänger gingen ihren Weg durch die Straßen nach Hause. Die Fremden verteilten Flugblätter an alle, die sie nehmen wollten. Außerdem streiften sie durch eine Menge Gassen, schoben Flugblätter unter den Türen durch und steckten sie in die Briefkästen. Als sie ihren Vorrat verbraucht hatten, stiegen sie auf und fuhren wieder dorthin zurück, woher sie gekommen waren.</p>
<p>Inzwischen hatte sich die Neuigkeit ihrer Ankunft verbreitet, und als sie durch die Stadt zurückkamen, wurden sie mit höhnischem Gelächter und Buh-Rufen begrüßt. Plötzlich warf jemand einen Stein, und da es dort zufällig jede Menge gab, zogen mehrere andere nach und begannen, den zurückweichenden Radfahrern nachzulaufen, warfen Steine, johlten und fluchten.</p>
<p>Das Flugblatt, das diesen Zorn auslöste, lautete:</p>
<p>WAS IST SOZIALISMUS?</p>
<p>Gegenwärtig produzieren die Arbeiter mit Hand und Verstand ununterbrochen Nahrung, Kleidung und alle nützlichen und schönen Dinge in großem Überfluß. ABER SIE ARBEITEN VERGEBLICH – denn sie sind meist arm und leiden oft Not. Sie befinden sich in einem harten Kampf ums Dasein. Ihre Frauen und Kinder leiden, und auf ihren alten Tagen tragen sie das Schandmaul des Almosenempfängers.</p>
<p>Der Sozialismus ist ein großes Vorhaben, vermittels dessen die Armut abgeschafft sein wird und das jeden in die Lage versetzt, in Wohlstand und Komfort zu leben, mit Freizeit und der Möglichkeit für ein erfülltes Leben.<br />
Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, kommt zu den Feldern an der Straßenkreuzung auf dem Hügel bei Windley, nächsten Dienstag Abend um 8 Uhr und</p>
<p>HALTET NACH DEM LASTWAGEN DER SOZIALISTEN AUSSCHAU.</p>
<p>Die Radfahrer fuhren in einem Steinhagel weg, ohne viel Schaden zu nehmen. Einer hatte eine aufgeschlagene Hand, und ein anderer, der sich umdrehte, wurde an der Stirn verletzt. Aber das waren die einzigen Verluste. …“ (S. 460- 461).</p></blockquote>
<p>Am 26. November 1910 starb Robert Noonan (Tressell) an Herzversagen. Er wurde in einen Armengrab in Walton Park Cemetery in Liverpool, beerdigt. </p>
<p>1914 kaufte ein Verlag die Rechte an dem Buch für 25 Pfund Sterling. Noch im selben Jahr erschien es in Großbritannien, Kanada und den Vereinigten Staaten.</p>
<p>Der Text ist nicht nur aktuell weil er akribisch die zwischenmenschlichen Beziehungen von Arbeitern beschreibt, sondern auch den grundlegenden Widerspruch im Kapitalismus aufzeigt. Dem Leser, der Leserin wird vor Augen geführt, wie die Früchte der gesellschaftlichen Produktion, vor allem einer kleinen Minderheit zu Gute kommen und das kapitalistische Gesellschaftssystem den Menschen zu einem unsozialen Verhalten treibt.</p>
<p>Jack Mitchell schreibt: „Der Roman ist wie ein Wagenrad konstruiert. An der Radnabe werden die Männer bei der Arbeit geschildert. Dorthin kehrt die Handlung stets wieder zurück, nachdem der Autor, den einzelnen Speichen entlang Einsicht in das Privat- oder Familienleben der Arbeiter, ihre Freizeitgestaltung und Vergnügen, ihre politischen Aktivitäten usw. gegeben hat. So erkennen wir, dass die Art und Weise, in der die Männer arbeiten, ihre ganze Lebensweise bestimmt, dass die unfreie Arbeit der Ausgangspunkt ihrer ganzen Unfreiheit ist.“ (S. 15)</p>
<p>Der Satz von Robert Tressell „Nur was die Arbeiter sich nehmen, hilft ihnen weiter, was ihnen geschenkt wird, ist nutzlos“ ist heute aktueller denn je.  </p>
<p>Weiterführende Hinweise und Literatur für alle, die sich in das Leben und Werk von Robert Tressell vertiefen möchten:</p>
<p>Auf der Site „Nemesis – Sozialistisches Archiv für Belletristik“ kann der Roman von Robert Tressell <a href="http://nemesis.marxists.org/tressell-die-menschenfreunde1.htm" class="liexternal">„ Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen“</a> im Netz nachgelesen werden. </p>
<p>Hanna Behrend: <a href="http://www.glasnost.de/autoren/habehrend/rezen-tressel.html" class="liexternal">Der schriftstellernde Schildermaler, der sich Robert Tressell nannte</a>, und sein bemerkenswertes Buch „Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen&#8220; </p>
<p><strong>Literatur:</strong></p>
<p>Alfred, David (ed., 1988): Robert Tressell Lectures, Rochester, Kent<br />
Ashraf, Mary (1980): Englische Arbeiterliteratur vom 18. Jahrhundert bis zum ersten Weltkrieg, Berlin-Weimar<br />
Ball, Frederick C. (1973): One of the Damned. The Life and Times of Robert Tressell, London<br />
Mitchell, Jack (ed. 1969): Robert Tressell and The Ragged-Trousered Philanthropists<br />
Tressell, Robert (1914): The Ragged-Trousered Philanthropists, London<br />
Tressell, Robert (1955): The Ragged-Trousered Philanthropists, London<br />
Tressal, Robert (1927): Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen. Ein englischer Arbeiterroman, Berlin<br />
Tressell, Robert (1958): Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen, Berlin<br />
Tressell, Robert (2002): Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen, Kückenshagen</p>
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		<title>MULTATULI: „MAX HAVELAAR“</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Dec 2010 07:30:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturlinks]]></category>
		<category><![CDATA[Buchbesprechung]]></category>
		<category><![CDATA[Eduard Douwes Dekker]]></category>
		<category><![CDATA[Max Havelaar]]></category>
		<category><![CDATA[Multatuli]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Metz]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Er soll gelesen werden!
Eine Würdigung Multatulis (Eduard Douwes Dekker) und eine Rezension seines Buches &#8222;Max Havelaar&#8220; von Peter Metz.
Keinen Romanhelden nehmen wir so oft in die Hand. Seit 1988 tragen Produkte aus fairem Handel das Max Havelaar Logo, und heute verkaufen nicht nur Dritt-Welt-Läden, sondern auch grosse Supermarktketten Bananen, Kaffee oder Orangensaft in seinem Namen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Er soll gelesen werden!</h2>
<h3>Eine Würdigung Multatulis (Eduard Douwes Dekker) und eine Rezension seines Buches &#8222;Max Havelaar&#8220; von Peter Metz.</h3>
<p>Keinen Romanhelden nehmen wir so oft in die Hand. Seit 1988 tragen Produkte aus fairem Handel das Max Havelaar Logo, und heute verkaufen nicht nur Dritt-Welt-Läden, sondern auch grosse Supermarktketten Bananen, Kaffee oder Orangensaft in seinem Namen. Nur ihn selbst, den Titelhelden des grössten Romans niederländischer Sprache, können wir seit 1996 nicht mehr in deutsch kaufen.<br />
Auch jetzt, im 150. Jahr seines Erscheinens, planen die Verlage Ullstein und Manesse, von denen die letzten deutschen Ausgaben stammten, keine Wiederveröffentlichung. </p>
<p>Eduard Douwes Dekker quittierte den ostindischen Dienst, um sich in der Politik des Mutterlandes für die unterdrückten Untertanen des niederländischen Kolonialreiches einzusetzen, was ebenso erfolglos blieb wie seine vorherigen Bemühungen als Kolonialbeamter. Zum Aussenseiter und Geächteten geworden, schrieb Douwes Dekker auf Vorstellungen seiner Frau 1860 unter dem Pseudonym Multatuli in der Dachkammer eines Brüsseler Hotel innerhalb kürzester Zeit sein Erstlings- und Meisterwerk „Max Havelaar“.</p>
<p>Multatuli führt uns durch ein Labyrinth von Erzählpositionen: Batavus Droogstoppel, Kaffeehändler, begegnet in den Strassen Amsterdams dem völlig heruntergekommenen Max Havelaar und lässt sich von diesem einen grossen Packen Papiere aufdrängen, Aufzeichnungen seiner Erlebnisse in Niederländisch &#8211; Ostindien. Droogstoppel entschliesst sich, ganz entgegen seiner Gewohnheit, zwei Bögen Papier mehr zu bestellen, und beginnt, aus Havelaars Aufzeichnungen ein Buch zusammenzustellen, wobei er uns seine ganz persönliche Poetiktheorie, seine Verachtung des Versagers Havelaars und seine Selbstgefälligkeit als anständiges Mitglied der Gesellschaft und gläubiger Christ serviert – und Droogstoppel ist ohne Frage die komischste Figur dieses Buchs.</p>
<p>Weil das Romaneschreiben ihm aber zu mühsam wird, überlässt Droogstoppel den „Packen“ seinem jungen Praktikanten, Stern junior, damit der für ihn aus Sjaalmans Aufzeichnungen ein Buch über den Kaffeehandel schreibt.</p>
<p>Unter dessen Händen wird Max Havelaar zum Gutmenschen, der uns nach der Rede vor den Häuptlingen von Lebak als Humanitäts- und Aufklärungsimperialist, nach den endlosen Tischreden vor den übrigen niederländischen Beamten als Fantast und Schwätzer mit wilden Gedankensprüngen erscheint, ehe Stern eingesteht, er habe alle diese Reden aus Havelaars Aufzeichnungen kompiliert – und dies in einem schrecklich sentimentalen Stil. – Und so entlarvt jede Erzählung über Max Havelaar immer nur den Erzähler; die Erzählweisen sabotieren sich selbst, und wenn wir plötzlich glauben, in traditionellem Fahrwasser zu sein, wie in der Geschichte von Saidjah, seinem Büffel, und seiner grossen Liebe, die wie ein Märchen wirkt, werden wir in ein blutiges Kolonialmassaker geführt.</p>
<p>Endlich entzieht Multatuli allen seinen Erzählern das Wort. Dreimal ruft er aus: „Ik will gelezen worden. Ja, ik will gelezen worden! Ik will gelezen worden“, und er klagt in seinem furiosen Schlusswort die ganze Drogstoppelei und Kaffeehändlerschaft und den König der Niederlande an, und er klagt auch die heutige Brabeckerei an und deren unersättliche Gier und die Regierungen, die für freie Handelswege und „berechtigte Interessen“ heute Kriege führen.</p>
<p>Ja, er soll gelesen werden. Manesse und Ullstein planen nach entsprechenden Anfragen keine Neuauflage, <a href="http://www.maxhavelaar.ch/de/produkte-kaufen/" class="liexternal">Max Havelaar Schweiz</a> hat den Rezenszenten auf seine Mailingliste gesetzt, aber eine ablehnende Antwort auf die Frage nach einer gesponserten Neuausgabe gegeben. Vielleicht braucht es noch mehr potentielle Leser, die sagen: Ja, er soll gelesen werden, Multatuli soll gelesen werden, Max Havelaar soll auch auf Deutsch gelesen werden!</p>
<p>In den Niederlanden liegen zurzeit mehrere Ausgaben vor, wovon je nach den persönlichen Kenntnissen des Niederländischen die Ausgabe von <a href="http://www.nrcboeken.nl/column/multatuli-light-goed-goed-allemaal-goed" class="liexternal">nrc-boeken</a> in der Bearbeitung durch Gijsbert van Es (ISBN: 9789079985159) der kritischen Edition (<a href="http://www.uitgeverijprometheus.nl/" class="liexternal">Prometheus Groep</a>, 2009; ISBN 13: 9789044614237) vorzuziehen ist.</p>
<p><strong>Peter Metz</strong></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/12/cover_multatuli.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/12/cover_multatuli-94x150.jpg" alt="Cover Max Havelaar - Multatuli" title="Cover Max Havelaar - Multatuli" width="94" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2948" /></a></p>
<h3>Von und über Multatuli im Internet</h3>
<p><a href="http://www.multatuli-museum.nl/" class="liexternal">Website des Multatuli-Museums in Amsterdam</a> </p>
<p><a href="http://www.uni-giessen.de/~g929/indexmul.htm" class="liexternal">Internationale Multatuli Gesellschaft Ingelheim</a></p>
<p><a href="http://www.multatuli.nu/" class="liexternal">150 jaar Max Havelaar / 150 jaar Multatuli</a></p>
<p><a href="http://www.liberley.it/mx/multatuli.htm" class="liexternal">LiberLey: MULTATULI (Eduard Douwes Dekker) &#8211; Texte im Internet und Sekundäres</a>	</p>
<p><a href="http://gutenberg.spiegel.de/index.php?id=19&#038;autorid=1155" class="liexternal">Guttenberg.de: Eduard Douwes Dekker Multatuli &#8211; Texte im Internet</a></p>
<p><a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Multatuli/Roman" class="liexternal">Max Havelaar oder Die Kaffee-Versteigerungen der Niederländischen Handels-Gesellschaft im Volltext</a> (Übers. Karl Mitschke) bei Zeno.org </p>
<p><a href="http://www.gutenberg.org/ebooks/31527  " class="liexternal">Max Havelaar oder oder Die Kaffee-Versteigerungen der Niederländischen Handels-Gesellschaft Online-Text</a>, Project Gutenberg. (Übers. Wilhelm Spoor) </p>
<p><a href="http://ngiyaw-ebooks.org/ngiyaw/multatuli/havelaar/havelaar.pdf" class="lipdf">Max Havelaar – oder: Die Kaffee-Versteigerungen der Niederländischen Handels-Gesellschaft. Übertragung von Karl Mischke</a>. Hendel Verlag, Halle a. d. Saale, o. J. [verm. 1900] </p>
<p><a href="http://librivox.org/max-havelaar-of-de-koffij-veilingen-der-nederlandsche-handel-maatschappij/" class="liexternal">Max Havelaar, of de koffij-veilingen der Nederlandsche Handel-Maatschappij als freies Hörbuch</a> (niederländisch) bei LibriVox</p>
<p><a href="http://www.dbnl.org/tekst/mult001maxh01_01/" class="liexternal">Max Havelaar of de koffiveilingen der Nederlandsche Handelmaatschappy</a>, editie Annemarie Kets (niederländisch) </p>
<p>Google Bücher &#8211; <a href="http://books.google.at/books?id=NxfOJyRN9_sC&#038;pg=PA113&#038;lpg=PA113&#038;dq=max+havelaar+buch&#038;source=bl&#038;ots=e_CGN56pmX&#038;sig=5GAR9qkctSOlvRXK-AOgCeV8vxI&#038;hl=de&#038;ei=3aL-TMnQF8Kx8QOglK2MCw&#038;sa=X&#038;oi=book_result&#038;ct=result&#038;resnum=9&#038;ved=0CEgQ6AEwCDgK#v=onepage&#038;q=max%20havelaar%20buch&#038;f=false" class="liexternal">Multatuli, das eigenartige Genie in &#8222;Moderne niederländische Literatur im deutschen Sprachraum 1830 &#8211; 1990&#8243;</a> von Herbert van Uffelen</p>
<p><a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1252239/" class="liexternal">Deutschlandradio: &#8222;Ein unglaublich emotionales politisches Pamphlet&#8220;</a> Leon de Winter über das vielschichtige Buch &#8222;Max Havelaar&#8220; </p>
<p><a href="http://derstandard.at/1276043677389/Held-der-Geschichte" class="liexternal">Held der Geschichte. Der Schriftsteller Multatuli ist einer der berühmten Vergessenen</a> &#8211; In den Niederlanden wird er dieses Jahr groß gefeiert und fast täglich zur Auferstehung gebracht. Ein Beitrag von Andrea Grill im Standard v. 11. Juni 2010  </p>
<p><a href="http://www.oeko-net.de/kommune/kommune12-95/kom109.htm" class="liexternal">Multatuli und ein Fundstück. Späte Wiederentdeckung eines antikolonialistischen Romanklassikers</a>. Ein Beitrag von Wilfried W. Meyer. Erschienen in Kommune, Dezember 1995.</p>
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		<title>Wie sich ein Verlag einer langjährigen Rezensentin &#8222;entledigt&#8220;</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 08:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Besprechungsexemplar]]></category>
		<category><![CDATA[Colin Cotterill]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Siri]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensentin]]></category>
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		<description><![CDATA[Frühling 2010: Rezensentin bestellt beim &#8222;Manhattan-Verlag&#8220; ein Besprechungsexemplar von Colin Cotterills &#8222;Totentanz für Dr. Siri&#8220;. Lange Zeit kommt keine Antwort, Rezensentin fragt nach, ob die Nachricht eingetroffen sei. 
Man teilt ihr mit: Das Kontingent sei begrenzt, die Nachrfrage steige, man müsse extrem auswählen, wer was bekomme. Und da die Rezensentin Dr. Siri nun  so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frühling 2010: Rezensentin bestellt beim &#8222;Manhattan-Verlag&#8220; ein Besprechungsexemplar von Colin Cotterills &#8222;Totentanz für Dr. Siri&#8220;. Lange Zeit kommt keine Antwort, Rezensentin fragt nach, ob die Nachricht eingetroffen sei. </p>
<p>Man teilt ihr mit: Das Kontingent sei begrenzt, die Nachrfrage steige, man müsse extrem auswählen, wer was bekomme. Und da die Rezensentin Dr. Siri nun  so gut kenne, müssen <em>&#8222;einfach neure Rezensenten&#8220;</em> bevorzugt werden.</p>
<p>Seitdem blieb nicht nur &#8222;Dr. Siri&#8220; aus, sondern auch jedwede Info über Verlags-Neuerscheinungen &#8230;</p>
<p>Ob das Verhalten des Verlages der Rezensentin gegenüber tatsächlich an ihrer &#8222;guten Bekanntschaft&#8220; mit Dr. Siri gelegen hat?</p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2009/02/03/dr-siri-und-seine-toten/" class="liinternal">Rezension: Dr. Siri und seine Toten</a><br />
<a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2009/09/07/colin-cotterill-dr-siri-sieht-gespenster/" class="liinternal">Rezension: Dr. Siri sieht Gespenster</a></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/category/buchbesprechungen/" class="liinternal">Weitere Buchbesprechungen im Literaturblog Duftender Doppelpunkt</a></p>
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		<title>Donau, Stahl und Wolkenklang</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 12:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Chemie Linz]]></category>
		<category><![CDATA[Donau. Stahl und Wolkenklang]]></category>
		<category><![CDATA[Francis Trollope]]></category>
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		<category><![CDATA[Picus Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[René Freund]]></category>
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		<description><![CDATA[René Freund &#8211; Lesereise Linz. Donau, Stahl und Wolkenklang. 
„Heute Abend kommen wir nach Linz, von dessen Schönheit die ganze Welt gehört hat.“ 
Zugegeben: Ein Buch über Linz muß einem besonders strengen Blick standhalten, gerät ebendieses in die Hände einer gebürtigen Linzerin und langjährige Bewohnerin der oberösterreichischen Hauptstadt. 
Strenge Fragen muß es auch über sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>René Freund &#8211; Lesereise Linz. Donau, Stahl und Wolkenklang. </h3>
<p><b><em>„Heute Abend kommen wir nach Linz, von dessen Schönheit die ganze Welt gehört hat.“ </em><br />
Zugegeben: Ein Buch über Linz muß einem besonders strengen Blick standhalten, gerät ebendieses in die Hände einer gebürtigen Linzerin und langjährige Bewohnerin der oberösterreichischen Hauptstadt. </b></p>
<p>Strenge Fragen muß es auch über sich ergehen lassen: Wollen wir doch mal sehen, wie ein „Zugreister“ diese Stadt wahrnimmt. Wird er der gebürtigen Linzerin Altbekanntes – und auch in jedem x-beliebigen Reiseführer Nachzulesendes – präsentieren? Weiß er um Weikerlsee, Ferialjobs in der VOEST und Leberkas-Pepi, um die Konkurrenz zwischen den BewohnerInnen von Linz und Urfahr? Weiß er um die Geschichte des Limonistollens? Traut er sich, die „braune“ Vergangenheit der Stadt zu erwähnen. </p>
<p>Nach den ersten Seiten wird deutlich: René Freund, geborener Wiener, seit zwanzig Jahren in Oberösterreich beheimatet, weiß um Seen – und dass der Pleschingersee beinahe jedes Jahr aufgrund der Hitze „kippt“. Er weiß um die generationenzusammenschweißende Bedeutung der Ferienjobs in der VOEST – und auch jenen in der Linz Chemie. Er weiß um die Linzer‘schen Rivalität mit denen „über“ der Donau – und welche Bedeutung dem Autokennzeichen UU beikommt. Er kennt die Geschichte des Limonistollens – und dessen Bedeutung als Luftschutzkeller während des Zweiten Weltkrieges. Er wagt den Blick auf die Geschichte von Linz – das von Hitler zu seiner Lieblingsstadt erklärt wurde.  </p>
<p>René Freund berichtet von trefflichen Ausflüge in die Umgebung von Linz, weist auf die Gaumberger Weinberge hin, und „warnt“ davor, Linzer Nachbarstädte wie Traun, Ansfelden oder Leonding als Linzer Vororte zu titulieren. Die Erwähnung einer sprachlichen Besonderheit bezüglich Leonding zeigt Rene Freunds genaue Wahrnehmung. <em>„Die Leondinger sind keine Linzer. … Sogar die Sprachen ähneln einander nur äußerlich: Der Linzer etwa sagt Leondinger (mit Betonung auf dem ersten E), während der Eingeborene selbst seine Stadt als Leonding (Betonung auf dem O) bezeichnet.“</em></p>
<p>Es freut die Lesenden der Hinweis auch auf zwei andere Linz-„Werke“ abseits von 08/15 Reiseführern: <a href="http://www.bibliothekderprovinz.at/buecher.php?id=939" class="liexternal">„Linz literarisch“</a> und <a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2006/07/25/linzer-stadtfuhrerin/" class="liinternal">„Linzer Stadtführerin“</a>.</p>
<p>René Freund begibt sich auf seiner „Lesereise Linz“ weg vom oberflächlichen Rundgang. Er läßt sich ein auf die Stadt – und er hält sogar für die gebürtige Linzerin Unbekanntes fest. Zum Beispiel, daß die 1630 erstmalig erschienene „Linzer Zeitung“ die älteste noch existierende Zeitung der Welt ist, <em>„ein Titel den die gut siebzig Jahre jüngere Wiener Zeitung in spätimperialer Selbstüberschätzung fälschlicherweise für sich usurpiert“</em>.  Oder die in Alt-Urfahr gelegeneVilla Nunwarz, die einst ein Foto-Atelier beherbergte, in dem Karl May sich in Kostümen seiner Romanhelden abbilden ließ. Oder die architektonische Besonderheit der ÖSWAG-Werft-Kantine. Oder den Geigenbaumeister Übelhör. Oder den vermutlich ältesten noch erhaltenen Teil von Linz.</p>
<p>Strengem Blick und strengen Fragen erfolgreich standgehalten, gesellt sich „Lesereise Linz. Donau, Stahl und Wolkenklang“ zu der im Picus Verlag 1998 gestarteten Reihe  „Lesereisen“.</p>
<p><b>Petra Öllinger</b></p>
<p>PS: Der von René Freund erwähnten Trockenheit der Linzer Torte kann durch einen Klacks Schlagobers abgeholfen werden; nicht nur die Sachertorte hat ein Recht auf Schlag …</p>
<p>PPS: Das eingangs erwähnte Zitat stammt von keiner gebürtigen Linzerin. Francis Trollope, gebürtige Britin, hielt diesen Satz im Bericht über ihre Reise 1836 von London nach Wien fest. Quelle: Frances Trollope: Ein Winter in der Kaiserstadt. Wien im Jahre 1836. Promedia Verlag, Wien, 2003.</p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/07/cover_lesereise_linz.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/07/cover_lesereise_linz-79x150.jpg" alt="" title="Buchcover Lesereise Linz" width="79" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2797" /></a></p>
<p><b>René Freund &#8211; Lesereise Linz. Donau, Stahl und Wolkenklang. </b> Überarbeitete Neuausgabe 2010. <a href="http://" class="liexternal">Picus Verlag</a>, Wien, 2010. 132 Seiten, Euro 14,90 (Ö).</p>
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		<title>Ohne Flugphase</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2010/07/23/ohne-flugphase-zu-fuss-geschichten-ueber-das-gehen/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 11:02:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gerald Franz]]></category>
		<category><![CDATA[Hermann Knoflacher]]></category>
		<category><![CDATA[Promedia Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zu Fuß. Geschichten über das Gehen Manfred Bürstmayr]]></category>

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		<description><![CDATA[Das von Manfred Bürstmayr und Gerald Franz herausgegebene Buch „Zu Fuß. Geschichten über das Gehen“, beschäftigt sich mit einer &#8222;Fortbewegungsart, bei der es im Gegensatz zum Laufen keine Flugphase gibt. Der Körper hat also in jeder Phase des Bewegungszyklus Kontakt zum Boden über Beine und Füße&#8220;.
Kaum läßt die „trockene“ Wikipedia-Definition ahnen, welch eine Vielfalt dieser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das von Manfred Bürstmayr und Gerald Franz herausgegebene Buch „Zu Fuß. Geschichten über das Gehen“, beschäftigt sich mit einer <em>&#8222;Fortbewegungsart, bei der es im Gegensatz zum Laufen keine Flugphase gibt. Der Körper hat also in jeder Phase des Bewegungszyklus Kontakt zum Boden über Beine und Füße&#8220;</em>.</strong></p>
<p>Kaum läßt die „trockene“ Wikipedia-Definition ahnen, welch eine Vielfalt dieser (menschliche) Bodenkontakt über Bein und Fuß in sich birgt! </p>
<p>Ein paar Kostproben der Vielfalt.</p>
<p>Kommt der Zug ausnahmsweise pünktlich, der zum Zug eilende Pendler jedoch nicht, sind die Folgen ein <em>&#8222;Daunenmeer&#8220;</em>, auf dem eben dieser Mann <em>„jeden Schritt neu probiert“</em>. (Robert Kraner, „Loos geht“)</p>
<p>September 1945, fünf Kilometer zur Schule gehen, fünf Kilometer und <em>„viele unvorhergesehene Zwischenstopps, denn es gab immer etwas Neues zu entdecken“</em>. (Anneliese Wolf, „Ge[h]schichten aus meiner Kindheit&#8220;)</p>
<p>Ohne Ziel gehen, durch Wald und Stadt streifen, Wanderpoesie und Traumpfade, schrittweises Vorgehen als ideale Methode, <em>„um an ein gesetztes Ziel zu gelangen (von gr. ‚meta‘, bei, neben hinter, und ‚hodos‘, Weg)“</em>. (Auriel Schmidt, „Gehen als Selbsterfahrung“)</p>
<p>FußgeherInnen als blinde <em>„Flecken im Hirn der Planer und die Gestaltung der Umwelt, die dem Auto eindeutig den Vorzug gibt&#8220;</em>. (Hermann Knoflacher, „Planung für Fussgeher“) </p>
<p>Gehen als alltägliche Notwendigkeit, als sportliche Aktivität, als eine Form des Reisens, als Variable in einer wissenschaftlichen Studie über die Folgen von Arbeitslosigkeit, als ökologisch und sozial verträglichste Möglichkeit von A nach B zu gelangen, als Flucht vor Terror, als Inspiration zu Literarischem, als Leseform einer Stadt.</p>
<p>Eine zum Laufen, Wandern, Schlendern, Flanieren sehr anregende Mischung an Sprache und Inhalt facettenreicher Texte vielen Schwarz-Weiß-Fotos – herausgegeben als Buch, dessen Format und Gewicht erlauben, es auch auf Fußwegen bequem mitzunehmen.</p>
<p><b>Petra Öllinger</b></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/07/cover_zu_fuss_geschichten_ueber_das_gehen.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/07/cover_zu_fuss_geschichten_ueber_das_gehen-106x150.jpg" alt="" title="Buchcover Zu Fuß. Geschichten über das Gehen" width="106" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2794" /></a></p>
<p><b>Manfred Bürstmayr &#038; Gerald Franz (Hg.) – Zu Fuß. Geschichten über das Gehen.</b> <a href="http://www.mediashop.at" class="liexternal">Promedia Verlag</a>, Wien, 2010. 240 Seiten, € 14,90 (Ö).</p>
<p><strong>Kategorie:</strong> Verkehrsmittel, allgemeine und einführende Schriften</p>
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		</item>
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		<title>Schnaps, Schinken, Sterben</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2010/05/28/schnaps-schinken-sterben/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 13:03:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[E.Y. Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[In Trubschachen. Roman aus dem Emmental]]></category>
		<category><![CDATA[Lenos]]></category>
		<category><![CDATA[Lenos Pocket]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Metz]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Schweizer Schriftsteller E. F. Meyer hat 1971 mit seinem Roman „In Trubschachen“ ein kleines Sprachkunstwerk geschaffen. Seit Februar 2009 ist das Buch im Basler Lenos–Verlag wieder erhältlich.
Zwischen Weihnachten und Neujahr begibt sich die Hauptfigur – und hier stockt man schon, will man vom Inhalt des „Romans aus dem Emmental“ berichten. Meyer ist nämlich ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Der Schweizer Schriftsteller E. F. Meyer hat 1971 mit seinem Roman „In Trubschachen“ ein kleines Sprachkunstwerk geschaffen. Seit Februar 2009 ist das Buch im Basler Lenos–Verlag wieder erhältlich.</b></p>
<p>Zwischen Weihnachten und Neujahr begibt sich die Hauptfigur – und hier stockt man schon, will man vom Inhalt des „Romans aus dem Emmental“ berichten. Meyer ist nämlich ein eigensinniger Stilist: Meyer liebt den Konjunktiv und Meyer bezeichnet seine Hauptfigur durchgängig mit dem unpersönlichen Pronomen „man“. Ganz sicher sind wir uns also nie, ob das Geschilderte nur passieren könnte oder ob es tatsächlich passiert und wenn ja &#8211; wem.</p>
<p>Zwischen Weihnachten und Neujahr also reist die Hauptfigur – wir wagen zu sagen, es sei ein Mann &#8211; ins Emmental, nach Trubschachen, wo er sich im „Hirschen“ einquartiert. Dort hofft der Protagonist die Zeit zu finden, um mit einer Arbeit über Kant voranzukommen. Der Ort bietet kaum Ablenkung, doch zur Arbeit kommt „man“ nicht. „Man“ isst, man isst die deftige Emmentaler Kost im „Hirschen“, und wohl seit Gotthelf ist das Essen im Emmental nicht mehr so akribisch und ausführlich und liebevoll beschrieben worden. „Man“ geht spazieren, lange, beobachtungsreiche Spaziergänge in die Umgebung von Trubschachen, bei denen Meyer eine weitere Seite seiner Sprachmeisterschaft zeigt: er ist nämlich ein großer Benenner von Dingen (eine Freundin sagte mir einmal, sie möge es, wenn jemand die Dinge der Welt zu benennen wisse – ein Wort wie „Porzellanisolatorenglocken“ würde ihr gefallen). Man geht also spazieren – doch wo immer man sich auch hinwenden mag, am Ende begegnet man immer in irgendeiner Form dem Tod. Sei es der Wanderweg, der am Friedhof des Ortes endet, sei es der leerstehende Gasthof oder der ekelerregende Gestank einer Knochenfabrik. Einen vorläufigen Höhepunkt erreicht das Thema von Gewalt und Tod in der Silvesternacht, ehe, nach einem klassischen Ritardando, dem Gespräch mit dem Lehrer, dem Pfarrer und dem Sektionschef der Gemeinde, der Protagonist selbst in Lebensgefahr gerät.</p>
<p>Am Ende reist „man“ vermutlich wieder ab; die Wende, die man sich von dem Aufenthalt im abgelegenen Trubschachen erhofft haben mag, die man in der Zeit der Jahreswende wohl auch für das eigene Leben gesucht hat, die Wende, die um ein Haar die endgültige, die einzige, die wirkliche, geworden wäre, ist nicht eingetreten. Für die Lesenden aber ist „In Trubschachen“ Wendepunkt, Meilenstein und außergewöhnliches Leseerlebnis.</p>
<p><b>Peter Metz</b></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/05/cover_meyer_trubschachen.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/05/cover_meyer_trubschachen-92x150.jpg" alt="Buchcover E.Y. Meyer In Trubschachen" title="Buchcover E.Y. Meyer In Trubschachen" width="92" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2773" /></a></p>
<p><strong>E. Y. Meyer &#8211; In Trubschachen. Roman aus dem Emmental</strong><br />
<a href="http://www.lenos.ch/" class="liexternal">Lenos Pocket</a> 121, Basel, 2009. 218 Seiten, Euro 12,- (D).</p>
<p><a href="http://www.eymeyer.ch/" class="liexternal">Über E.Y.Meyer</a></p>
<p><b>Bereich:</b> Belletristik, Roman</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ermutigung zum leisen Operieren</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2010/05/20/ermutigung-zum-leisen-operieren/</link>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 12:33:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[kreatives Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Schreib es dir von der Seele]]></category>
		<category><![CDATA[Silke Heimes]]></category>
		<category><![CDATA[therapeutisches Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Vandenhoeck & Ruprecht]]></category>

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		<description><![CDATA[„Schreib dich gesund … Da operiert die Seele die Krankheit leise hinweg.“ Johann Gottfried Herder
Würde Silke Heimes ihre zahlreichen Tätigkeiten und Veröffentlichungen einfach mal so am Stück heruntererzählen, klänge es sehr nach auftrumpfender Prahlerei. Der Rezensent darf dies aber, um seine voreingenommene Bewunderung auszusprechen: Silke Heimes ist Ärztin, Poesietherapeutin, Gründerin eines Instituts für kreatives und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b><em>„Schreib dich gesund … Da operiert die Seele die Krankheit leise hinweg.“</em> Johann Gottfried Herder</b></p>
<p>Würde Silke Heimes ihre zahlreichen Tätigkeiten und Veröffentlichungen einfach mal so am Stück heruntererzählen, klänge es sehr nach auftrumpfender Prahlerei. Der Rezensent darf dies aber, um seine voreingenommene Bewunderung auszusprechen: Silke Heimes ist Ärztin, Poesietherapeutin, Gründerin eines Instituts für kreatives und therapeutisches Schreiben, bildende Künstlerin und Schriftstellerin. Neben medizinischen Fachbüchern, Gedichtbänden, zahlreichen Kurzgeschichten und ihrem Debütroman „Die Geigerin“ hat sie seit 2008 zwei Fachbücher zum Schreiben vorgelegt.</p>
<p>In dem ersten der beiden, „Kreatives und therapeutisches Schreiben (2008)“, gibt sie im theoretischen Teil einen Überblick über Geschichte, Definition und Anwendung der Poesietherapie. Nachdem sie Traum, Wahrnehmung, Sinnlichkeit und Mythos in Beziehung auf die Kreativität des Schreibenden betrachtet hat, geht sie zum eigentlich praktischen Teil über. Dessen Achtsamkeits-, Imaginations- und Schreibübungen (ergänzt durch einige wenige Malübungen) haben sich in meiner Praxis auch mit Jugendlichen bereits glänzend bewährt.<br />
Während sich dieses sehr informative, doch knapp, präzise, fast trocken formulierte Handbuch hauptsächlich an Lehrende wendet, möchte das im März 2010 erschienene zweite Buch („Schreib es dir von der Seele“) den suchenden, zweifelnden Autor selbst erreichen. Mit diesem zweiten Buch will sie einladen, ermutigen und beim Einstieg ins Schreiben helfen.<br />
Schon im Vorwort bekennt sich Silke Heimes dazu, begeistert von der heilenden Kraft des Schreibens zu sein und lädt uns ein, sich mit ihr in dieser Begeisterung zu verbünden. Sie möchte uns ermutigen, uns der Lust an der Sprache, die uns in der frühen Kindheit geschenkt war, wieder hinzugeben. Kritisch betrachtet sie den Schuleintritt, der uns durch die Bewertung unserer Texte zielstrebig zur ersten Schreibhemmung führt. </p>
<p>Auch wenn viele ihrer Tipps eher technischer Art sind, wie die Anregungen, mit Wort-Clustern und Mindmaps zu arbeiten, eigene Texte auf Aufnahmegeräte zu sprechen oder mit der Cut-Up-Technik Texte zu produzieren, findet doch immer wieder der Rückbezug auf das Emotionale, Innerliche statt, etwa wenn sie mit viel Humor Übungen für das „Innere Kind“ vorstellt, wenn sie die sinnliche Freude am Schreiben betont oder erklärt, wie sehr es entlastet, auch nur wenige Minuten am Tag zum Schreiben zu nutzen.</p>
<p>Immer wieder fühle ich mich als schreibender Leser ganz direkt, warm und herzlich angesprochen, am stärksten, wenn sie auf den letzten Seiten schreibt: <em>„Bereichern Sie Ihr Leben mit Ihren eigenen Texten.“</em> Ihr Buch ist eine einzige Ermutigung: eine Ermutigung, sich Zeit und Raum zum Schreiben zu nehmen, eine Ermutigung, ein Tagebuch zu führen, eine Ermutigung, sich selbstbewusst hinzustellen und zu sagen: „Ich schreibe!“, eine Ermutigung, im Sinne Herders den Schmerz ganz leise wegzuoperieren.</p>
<p><b>-mez-</b></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/05/cover_silke_heimes_schreib_es_dir_von_der_seele.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/05/cover_silke_heimes_schreib_es_dir_von_der_seele-90x150.jpg" alt="Buchcover Silke Heimes Schreib es dir von der Seele" title="Buchcover Silke Heimes Schreib es dir von der Seele" width="90" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2771" /></a></p>
<p><b>Silke Heimes &#8211; Schreib es dir von der Seele. Kreatives Schreiben leicht gemacht.</b><br />
<a href="http://www.v-r.de/de/" class="liexternal">Vandenhoeck &#038; Ruprecht</a>, Göttingen, 2010. 168 Seiten, Euro 13,30 (Ö).</p>
<a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/05/cover_silke_heimes_kreatives_schreiben.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/05/cover_silke_heimes_kreatives_schreiben-90x150.jpg" alt="Buchvover Silke Heimes Kreatives und therapeutisches Schreiben" title="Buchvover Silke Heimes Kreatives und therapeutisches Schreiben" width="90" height="150" class="size-thumbnail wp-image-2770" /></a>
<p><b>Silke Heimes &#8211; Kreatives und therapeutisches Schreiben. Ein Arbeitsbuch.</b><br />
<a href="http://www.v-r.de/de/" class="liexternal">Vandenhoeck &#038; Ruprecht</a>, Göttingen, 2., durchgesehene Auflage 2009. 132 Seiten, Euro 17,40 (Ö). </p>
<p><a href="http://www.silke-heimes.de/" class="liexternal">Über Silke Heimes</a> </p>
<p><strong>Bereich:</strong> Kreatives Schreiben</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Verstehen und Verteilen</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 15:55:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Schöllenberger. Wirtschaft anders Denken]]></category>
		<category><![CDATA[Birgit Mbwisi-Henökl]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Klawatsch-Treitl]]></category>
		<category><![CDATA[Hannah Golda]]></category>
		<category><![CDATA[Luise Gubitzer]]></category>
		<category><![CDATA[Milena Müller-Schöffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Traude Novy]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula Dullnig]]></category>
		<category><![CDATA[Verein zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen WissensJoan Robinson]]></category>
		<category><![CDATA[WIDE-Netzwerk Women in Development Europe]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Verein zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens hat einen Namen: Joan Robinson; eine Ökonomin, der Mitte der 1970er Jahre auch von ihren Kritikern aus dem Männerzirkus der Wirtschaftswissenschafter der Nobelpreis zuerkannt worden wäre, den sie „natürlich“ nicht bekommen hat.
„Sie arbeitete an der Lösung realer Probleme und vermied die Flucht in den mathematischen Nachweis der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Verein zur Förderung frauengerechter Verteilung ökonomischen Wissens hat einen Namen: Joan Robinson; eine Ökonomin, der Mitte der 1970er Jahre auch von ihren Kritikern aus dem Männerzirkus der Wirtschaftswissenschafter der Nobelpreis zuerkannt worden wäre, den sie „natürlich“ nicht bekommen hat.</strong></p>
<p><em>„Sie arbeitete an der Lösung realer Probleme und vermied die Flucht in den mathematischen Nachweis der Funktionsfähigkeit von Marktwirtschaften.“</em> Autorinnen aus diesem Kontext haben gemeinsam mit Kolleginnen vom Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie/Wirtschaftsuniversität Wien und dem WIDE (Netzwerk Women in Development Europe) den Beginn einer Lückenfüllung durch eine wunderbar hilfreiche Handreichung eingeläutet. Autorinnenkollektiv: Ursula Dullnig, Hannah Golda, Luise Gubitzer, Eva Klawatsch-Treitl, Birgit Mbwisi-Henökl, Milena Müller-Schöffmann, Traude Novy, Barbara Schöllenberger. </p>
<p>Eigentlich geht es um vier Ermangelungen, die hier ineinander und für uns vermittelt werden: das gar nicht bis wenig existierende Wissen um Wirtschaftsbelange von (auch kritischen und feministischen) Frauen, obwohl diese vom Wirtschaftssystem schlechterdings am meisten betroffen sind; die Inhalte der Kritik aus weiblicher Sicht an dieser Ökonomie und ihren Apologeten; die dadurch ermöglichte Wehrhaftigkeit in Theorie und politischem Alltag; Mittel, wie dieses Wissen in Bildungszusammenhängen ganz praktisch verbreitert werden kann.</p>
<p>Thematisiert werden unter anderem die androzentrische Theorie der Ökonomen, Begriffs- und Wirklichkeitserklärung von Globalisierung, Staat und Steuern, internationalem Handel, Finanzmärkte, Arbeit. Nicht nur ein erweitertes und geschlechtergerechtes Ökonomieverständnis wird empfohlen, sondern zu jedem Bereich werden Lehr-/ Lernmethoden und Unterlagen angeboten. Inklusive einem Glossar zu den Worten der Wirtschaft, die wir immer schon mal verstehen wollten. </p>
<p><strong>Birge Krondorfer</strong></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/05/Cover_Handbuch_Wirtschaft.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/05/Cover_Handbuch_Wirtschaft-106x150.jpg" alt="Buchcover Wirtschaft anders denken" title="Buchcover Wirtschaft anders denken" width="106" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2764" /></a></p>
<p><strong>Verein JOAN ROBINSON, WIDE-Netzwerk Women in Development Europe, Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie/WU Wien (Hginnen.)</strong> &#8211;  <strong>Wirtschaft anders Denken. Handbuch Feministische Wirtschaftsalphabetisierung</strong>.</p>
<p><a href="http://www.oneworld.at/wide/" class="liexternal">Eigenverlag</a>, Wien, 2009. 173 Seiten, Euro 19.-.</p>
<p>Das Buch kann auch bei <a href="mailto: &#108;&#117;&#105;&#115;&#101;&#046;&#103;&#117;&#098;&#105;&#116;&#122;&#101;&#114;&#064;&#119;&#117;&#046;&#097;&#099;&#046;&#097;&#116;" class="limailto">Luise Gubitzer</a> bestellt werden.</p>
<p><strong>Bereich</strong>: Sachbuch, Wirtschaft, geschlechtergerechte Ökonomie</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mörderisches aus dem Pott</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 07:52:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Sünderinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Irene Scharenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Prolibris Verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[Kriminalhauptkommissar Pielkötter sucht einen Mörder, der seine Opfer mit einem Dolch ersticht. Kein leichter Fall, nicht nur weil der Kripo-Beamte sich einfach nicht an den Anblick von Blut gewöhnen kann, sondern auch weil ihm die Zeit im Nacken sitzt. 
Der Mörder scheint seine Opfer willkürlich auszuwählen. Wer weiß, ob er nicht bald wieder zuschlagen wird? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kriminalhauptkommissar Pielkötter sucht einen Mörder, der seine Opfer mit einem Dolch ersticht. Kein leichter Fall, nicht nur weil der Kripo-Beamte sich einfach nicht an den Anblick von Blut gewöhnen kann, sondern auch weil ihm die Zeit im Nacken sitzt. </strong></p>
<p>Der Mörder scheint seine Opfer willkürlich auszuwählen. Wer weiß, ob er nicht bald wieder zuschlagen wird? Trotzdem: Nur keine voreiligen Schlüsse, ermahnt Pielkötter seinen jungen Mitarbeiter Barnowski. Akribisch ermitteln sie, finden heraus, dass die getöteten Frauen von ihren Männern getrennt lebten. Ist es Zufall, dass sie denselben Psychologen aufsuchten? Und welche Rolle spielt dieser selbst sehr labile Therapeut? Schließlich ist es doch die Intuition, die Pielkötter auf das mysteriöse Mord-Motiv stoßen lässt. Früh genug, um ein weiteres Blutbad zu verhindern? </p>
<p>Mit dem häufig bärbeißigen Pielkötter hat Irene Scharenberg einen Romanhelden geschaffen, der als Ermittler durch seine Ernsthaftigkeit überzeugt. Privat jedoch lässt er sich von den Problemen mit seinem homosexuellen Sohn aus der Bahn werfen. Dass er schließlich doch über seinen Schatten springen und auch bei der Lösung seines Falls seinen Gefühlen nachgeben kann, macht ihn den Lesenden sehr sympathisch. Ein besonderer Reiz dieses Krimis liegt in dem unverfälschten Blick, mit dem Pielkötter, der eigentlich aus dem Münsterland stammt, den Pott und die Aufregung um die Kulturhauptstadt betrachtet – mit Distanz und Zuneigung. Darüber hinaus hält die Spannung, die schon das erste Kapitel verspricht, bis zum Schluss.</p>
<p><strong>Sabrina Komoßa</strong></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/04/cover_irene_schadenberg_die_suenderinnen.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/04/cover_irene_schadenberg_die_suenderinnen-102x150.jpg" alt="" title="Buchcover Irene Schadenberg Die Suenderinnen" width="102" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2749" /></a></p>
<p><strong>Irene Scharenberg &#8211; Die Sünderinnen.</strong> Ein Duisburg Krimi.</p>
<p><a href="http://www.prolibris-verlag.de/" class="liexternal">Prolibris Verlag Rolf Wagner</a>, Kassel, 2009. 186 Seiten, Euro 11.- (D).</p>
<p><strong>Bereich:</strong> Kriminalroman</p>
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		<title>Fakten, Fiktion und ein rundes Gefühl</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2010/03/29/fakten-fiktion-und-ein-rundes-gefuehl/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 08:18:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Die Maurin]]></category>
		<category><![CDATA[Drämer Knauer Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Lea Korte]]></category>

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		<description><![CDATA[Der historische Roman &#8222;Die Maurin&#8220; spielt in Andalusien im 15. Jahrhundert. Die Reconquista strebt ihrem Höhepunkt zu, die Mauren wurden nach vielen hundert Jahren Vorherrschaft immer weiter zurückgedrängt. Sie beherrschen nur noch das Königreich Granada. Hier setzt der Roman ein und bindet die fiktive Geschichte der jungen Hofdame Zahra in den historischen Rahmen ein.
Das Buch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der historische Roman &#8222;Die Maurin&#8220; spielt in Andalusien im 15. Jahrhundert. Die Reconquista strebt ihrem Höhepunkt zu, die Mauren wurden nach vielen hundert Jahren Vorherrschaft immer weiter zurückgedrängt. Sie beherrschen nur noch das Königreich Granada. Hier setzt der Roman ein und bindet die fiktive Geschichte der jungen Hofdame Zahra in den historischen Rahmen ein.</strong></p>
<p>Das Buch glänzt mit einer Reihe von Extras, angeführt von einer Aufstellung der historischen und fiktiven Personen des Romans. Es folgt eine kurze und knackige historische Einführung, die einen direkt in den  passenden Zeitrahmen versetzt, ohne dabei belehrend zu sein. Am Ende des Buches findet man eine Zeittafel, Stammbäume, ein Glossar sowie Literaturangaben, wenn man sich genauer informieren möchte.</p>
<p>Hier wird schon ein wesentlicher Aspekt des Buches deutlich: Es ist gründlich und sauber recherchiert. Die historischen Fakten stimmen, die Charaktere sind so authentisch wie möglich geschildert. Der historische Rahmen ist nicht nur lästiges Beiwerk für eine erfundene Geschichte, sondern die fiktive Geschichte wird sehr behutsam in die tatsächlichen Ereignisse eingebettet, und es wird darauf geachtet, die Fakten nicht zugunsten der fiktiven Geschichte zu verbiegen.</p>
<p>Aber auch die persönliche Geschichte der Hauptfigur Zahra ist sehr interessant und mitreißend beschrieben, so dass man von Kapitel zu Kapitel gespannt bleibt, wie sie weitergeht, und es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen. Die Balance zwischen historischen Fakten und persönlicher Geschichte ist perfekt gelungen, das Buch wirkt an keiner Stelle trocken, und es hat auch keinerlei Längen oder uninteressante Handlungsstränge.</p>
<p>Zum Schreibstil: Der Gesamtleseindruck ist sehr gut, das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Die Worte sind gut gewählt, niemals platt, keine Wiederholungen. Die Sätze sind an keiner Stelle zu kompliziert, dass man sie nochmal lesen müsste, um sie zu verstehen. Sprich: Man fühlt sich beim Lesen einfach wohl.</p>
<p>Das Buch hinterlässt nach dem Lesen ein rundes Gefühl. Sowohl das historische Kapitel der Mauren in Andalusien als auch die fiktive Geschichte sind an einem Endpunkt angelangt, die Handlung ist in doppeltem Sinne in sich geschlossen. Der Roman wird auch gegen Ende nicht hektisch, er wird einfach immer spannender und vor allem intensiver, so dass man ihn, je näher man dem Ende kommt, immer weniger aus der Hand legen mag.</p>
<p>Fazit: Ein sehr interessanter historischer Rahmen trifft auf eine sehr ereignisreiche und bewegende fiktive Geschichte. Der Roman ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, zeigt keinerlei Längen und ist hervorragend recherchiert, ohne dabei je trocken zu wirken. Ein sehr lesenswertes Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Schade, dass ich es schon durch habe &#8230;</p>
<p><strong>Hartmut Janssen</strong></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/03/cover_lea_korte_die_maurin.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/03/cover_lea_korte_die_maurin-98x150.jpg" alt="" title="Cover Lea Korte Die Maurin" width="98" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2709" /></a></p>
<p><strong>Lea Korte – Die Maurin.</strong> <a href="http://www.droemer-knaur.de/home" class="liexternal">Droemer Knaur</a>, München, 2010. 627 Seiten, € 9,95 (D)</p>
<p><a href="http://www.leakorte.com" class="liexternal">Webseite von Lea Korte</a><br />
<a href="http://www.leakorte.wordpress.com" class="liexternal">Blog von Lea Korte</a><br />
<a href="http://www.twitter.com/leakorte" class="liexternal">Lea Korte auf Twitter</a></p>
<p>&#8222;Vielleicht bin ich ein Träumer&#8220; &#8211; Rita Dell’Agnese von <a href="http://www.histo-couch.de/interview-mit-lea-korte.html" class="liexternal">Histo-Couch im Interview mit Lea Korte </a> </p>
<p><strong>Bereich:</strong> Geschichte &#8211; Belletristische Darstellung </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wir schreiben trotzdem!</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2010/03/17/wir-schreiben-trotzdem/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 09:39:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Metaanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Metz]]></category>
		<category><![CDATA[VDM Verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[Schreibkurse, Schreibseminare, Schreibtherapien finden immer weitere Verbreitung. Viele Menschen erhoffen sich vom Schreiben befreiende und entlastende Wirkungen. Ob diese allerdings tatsächlich zu erwarten sind, haben Psychologen in einer Studie am Beispiel der Methode des „Expressiven Schreibens“ untersucht.
Schreibende wissen, dass das „Schreiben über belastende Lebensereignisse“ nicht gesundheitsfördernd ist – immerhin liegt selbstzerstörerisches Verhalten bis hin zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schreibkurse, Schreibseminare, Schreibtherapien finden immer weitere Verbreitung. Viele Menschen erhoffen sich vom Schreiben befreiende und entlastende Wirkungen. Ob diese allerdings tatsächlich zu erwarten sind, haben Psychologen in einer Studie am Beispiel der Methode des „Expressiven Schreibens“ untersucht.</p>
<p>Schreibende wissen, dass das „<em>Schreiben über belastende Lebensereignisse</em>“ nicht gesundheitsfördernd ist – immerhin liegt selbstzerstörerisches Verhalten bis hin zum Selbstmord bei Schriftstellerinnen und Schriftstellern ziemlich sicher weit über dem statistischen Durchschnitt – Goethes Selbsttherapie während des Schreibens am Werther ist ja möglicherweise auch mehr Dichtung als Wahrheit. Trotzdem haben Pennebaker und Beall in den 80er Jahren das „Expressive Schreiben“ über die so genannten belastenden Lebensereignisse entwickelt, mit dem sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit signifikant gesteigert werden sollten.</p>
<p>Sebastian Otte hat 2008 in Zusammenarbeit mit Birgit Kröner-Herwig und Carolin Mogk in einer Metaanalyse die bisherigen Studien zum Thema untersucht und ist zu dem uns nicht überraschenden Ergebnis gekommen, dass die Methode des „Expressiven Schreibens“ in der Tat keinerlei nachweisbaren Einfluss auf seelische oder körperliche Gesundheit hat.</p>
<p>Ärgerlich an dieser Veröffentlichung, wie an so vielen psychologischen Studien, ist aber etwas anderes. Wird im Umschlagtext noch über Menschen und über die möglichen Auslöser psychischer Belastungen geredet, wird spätestens nach der Einleitung nur noch gerechnet. Alles, was am Schreiben eine wichtige qualitative Erfahrung sein könnte, wird in Zahlen umgesetzt, hier mit Vorliebe in die Häufigkeit der Besuche bei Ärzten, in Gesundheitszentren und Krankenhäusern. Alles, was sich an Lebensproblemen während des Schreibens enthüllt, erklärt, eröffnet, wird unterschlagen zugunsten von Diskussionen über Varianzen, Variablen und über den Publikationsbias (ja, wenn sich in vielen Studien ein Effekt zeigt, nimmt man an, dies liege auch daran, dass Studien, die keinen Effekt hervorbringen, nicht veröffentlicht würden!), und so kriegt man am Ende alles klein. Aber wie gesagt: wir wussten das ja schon! </p>
<p>Wahrscheinlich sollten wir uns dann auch nicht ärgern, wenn in der Schlussfolgerung, nach endlosen Seiten von Methodik, Statistik und Sensitivitätsanalysen als alternatives Behandlungsmodell eine Arbeit eine der Mitautorinnen empfohlen wird. Aber schreiben wir lieber weiter … trotzdem.</p>
<p><strong>Peter Metz </strong></p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/03/cover_schreiben_ueber_belastende_lebensereignisse.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/03/cover_schreiben_ueber_belastende_lebensereignisse-150x150.jpg" alt="" title="Cover Schreiben ueber belastende Lebensereignisse" width="150" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2680" /></a></p>
<p><strong>Sebastian Otte, Birgit Kröner-Herwig, Carolin Mogk &#8211; Schreiben über belastende Lebensereignisse &#8211; Eine Metaanalyse zur Wirksamkeit</strong></p>
<p><a href="http://www.vdm-verlag.de/" class="liexternal">VDM Verlag Dr. Müller</a>, Saarbrücken, 2008. 100 Seiten, € 49,00 (D).</p>
<p><strong>Bereich:</strong> Sachbuch</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Chaotisch und durch den Wind</title>
		<link>http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2010/03/10/chaotisch-und-durch-den-wind/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 10:10:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Herr Merkwürden]]></category>
		<category><![CDATA[Make a Book]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula Jüngel]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr Merkwürden liebt das Chaos. So findet er sich dort ein, wo nicht aufgeräumt wurde. Sabine ist sein erstes Opfer. Um ihn loszuwerden, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Ordnung in ihr Zimmer und in ihren Schrank zu bringen. Jedoch Herr Merkwürden findet immer wieder neue Opfer. Bald ist der Stadtkern peinlich sauber. Aber was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Herr Merkwürden liebt das Chaos. So findet er sich dort ein, wo nicht aufgeräumt wurde. Sabine ist sein erstes Opfer. Um ihn loszuwerden, bleibt ihr nichts anderes übrig, als Ordnung in ihr Zimmer und in ihren Schrank zu bringen. Jedoch Herr Merkwürden findet immer wieder neue Opfer. Bald ist der Stadtkern peinlich sauber. Aber was geschieht nun am Stadtrand? Schimpfworttiere materialisieren sich. Damit hat niemand gerechnet. Sabine bekommt Angst und bittet zusammen mit ihrer Schwester Babsi und ihrem Cousin Luka eine gute Fee um Hilfe. Sie ist schon etwas durch den Wind; vermag sie dennoch den Kindern zu helfen?</p>
<p>Eltern, Lehrer/innen und Erzieher/innen verlangen von Kindern Dinge, die sie selbst kaum hinterfragen. „Herr Merkwürden“ spricht die Themen Aufräumen und Schimpfwörter gebrauchen an. Konflikte, die Eltern und Kinder in Streitigkeiten bringen. Wie wichtig ist das Aufräumen? Werden nicht Schimpfwörter dazu gebraucht, um als Ventil für Enttäuschungen zu dienen?</p>
<p>Die Probleme, die in „Herr Merkwürden“ thematisiert werden, schweißen die Geschwister Sabine und Babsi sowie  ihren Cousin Luka zusammen. Eine Lösung, die nur im Gespräch miteinander gefunden werden kann, um „Herrn Merkwürden“ loszuwerden. Von den Erwachsenen ist keine Hilfe zu bekommen. Sabine vertraut ihrem Teddy ihre Sorgen an. Er kann ihr weiterhelfen. Fantasie ist gefragt. Da „Herr Merkwürden“ eine Fantasiefigur ist, kann nur eine weitere Fantasiefigur aus der Ratlosigkeit den Kindern helfen. Als „Herr Merkwürden“ verschwindet, tritt der Alltag wieder ein. </p>
<p><strong>Ursula Jüngel</strong></p>
<p><strong>Die Autorin über ihre Tätigkeit:</strong><br />
„Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich den Drang, mich schriftlich auszudrücken. Nach dem Großziehen meiner beiden Söhne, Berufsarbeit mit Schulkindern und dem Aufbau eines Resthofs mit Tieren, kam der Wunsch nach einem Enkelkind auf. So entstand mein erstes Kinderbuch &#8218;Greta und das Sternenkind&#8216;. Weitere folgten, immer mit dem Gedanken, das Gespräch der Erwachsenen mit Kindern anzuregen. ‚Herr Merkwürden‘ ist vorerst mein 13. Kinderbuch.&#8220;</p>
<p><a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/03/cover_herr_merkwuerden.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2010/03/cover_herr_merkwuerden-109x150.jpg" alt="" title="Cover Herr Merkwuerden" width="109" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-2677" /></a></p>
<p><strong>Ursula Jüngel &#8211; Herr Merkwürden.</strong><br />
<a href="https://www.make-a-book.de" class="liexternal">Make a Book &#8211; Autorendienstleister</a>, Neukirchen, 2008. 110 Seiten, € 15,80 (D).</p>
<p>Text, Cover, Zeichnungen und Fotografien von Ursula Jüngel. Auf der Seite des Verlages gibt es eine kurze <a href="https://www.make-a-book.de/catalog/product_info.php?products_id=184" class="liexternal"> Leseprobe </a>.</p>
<p><strong>Bereich:</strong> Kinderbuch. Das Buch wird von der Autorin für Kinder zwischen 7 und 10 Jahren empfohlen.</p>
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		<title>Irene Ferchl (Hgin.): Auf einem Badesteg. Schriftstellerinnen am See</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Sep 2009 09:15:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Auf einem Badesteg]]></category>
		<category><![CDATA[Aviva Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Irene Ferchl]]></category>
		<category><![CDATA[Schriftstellerinnen am See]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Lesebändchen ans Gewässer
„Baden, Schwimmen, Spazieren oder Eislaufen und natürlich faul auf einem Badesteg liegen, was sonst kann man an einem See unternehmen?“
Diese Frage stellt Irene Ferchl in ihrem Vorwort von „Auf einem Badesteg. Schriftstellerinnen am See“. Man kann noch viel mehr an einem See unternehmen. Zum Beispiel in diesem Buch über Teiche, Seen, Flüsse, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Mit Lesebändchen ans Gewässer</h3>
<p><b>„Baden, Schwimmen, Spazieren oder Eislaufen und natürlich faul auf einem Badesteg liegen, was sonst kann man an einem See unternehmen?“</b></p>
<p>Diese Frage stellt Irene Ferchl in ihrem Vorwort von „Auf einem Badesteg. Schriftstellerinnen am See“. Man kann noch viel mehr an einem See unternehmen. Zum Beispiel in diesem Buch über Teiche, Seen, Flüsse, Meere lesen. Und über Menschen, deren Geschichten im Zusammenspiel mit dem Element Wasser handeln. </p>
<p>Die Kulturjournalistin und Herausgeberin von literaturblatt Irene Ferchl, selbst am Bodensee geboren, hat Prosa und Lyrik unterschiedlichster Autorinnen in acht nach Schwerpunkten geordneten Abschnitten versammelt. Zitate aus den jeweiligen Texten, und nicht „nüchterne“ Überschriften, übertiteln diese Abschnitte &#8211; ein poetischer Freiraum für die eigenen Gedanken. Ein kurzes Luftholen und dann ein Wieder-Eintauchen beispielsweise in Fanny Lewalds „Eine Winternacht am See“, Elisabeth Borchers „Später Nachmittag“, Virginia Woolfs „Die Faszination des Teichs“, Katharina Hagenas „Schwimmen ist Fliegen für Feiglinge“ oder in drei Gedichte von Elisabeth, Kaiserin von Österreich. Schwarz-Weiß-Fotos von Gewässern „aller Art“ vervollständigen das Bild eines wieder mit Hingabe gestalteten Buches – sowohl den Inhalt als auch die optische Aufbereitung betreffend.  </p>
<p>Überhaupt die Buchgestaltung: An dieser Stelle muß auch einmal auf die Praktikabiliät der Aviva-Bücher hingewiesen werden. Da ist erstens das Lesebändchen! Alle jene, die ihrer als Lesezeichen verwendete Postkarten, Kassenzettel oder Kuverts schon mal in Uferböschungen, zwischen Badesteg-Planken oder durch „leichte“ Meeresbrisen verlustig geworden sind, werden dieses „Utensil“ schätzen. Da ist zweitens der Buchdeckel. Er hält Wasserspritzern und Sonnenölattacken stand und läuft nicht Gefahr, Eselsohren aufzustellen.  Und jene, die sich nicht an und auf und in Gewässern tummeln können, sei versichert: Das Buch ersetzt auch einen Aufenthalt am See.</p>
<p><strong>Petra Öllinger</strong></p>
<a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2009/08/cover_irene_ferchl_auf_einem_badesteg.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2009/08/cover_irene_ferchl_auf_einem_badesteg.jpg" alt="Buchcover - Auf einem Badesteg" title="Buchcover - Auf einem Badesteg" width="80" height="142" class="size-full wp-image-2434" /></a>
<p><b>Irene Ferchl (Hgin.) – Auf einem Badesteg. Schriftstellerinnen am See.</b> </p>
<p><a href= http://tinyurl.com/lou47v> <b>Aviva Verlag</b></a>, Berlin, 2009. 192 Seiten, € 17,80 (D).</p>
<p><strong>Bereich:</strong> Frauen &#8211; Literatur</p>
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		<title>Colin Cotterill: Dr. Siri sieht Gespenster</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Sep 2009 08:58:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Colin Cotterill]]></category>
		<category><![CDATA[Dr. Siri sieht Gespenster]]></category>
		<category><![CDATA[Manhatten Verlag]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch die Hitze mit dreiundreißig Zähnen
Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer von Laos, ist auch in seinem zweiten Fall kein wohlverdienter Ruhestand gegönnt. Und auch dieses Mal ist der gewitzte Held mit allerlei Seltsamen konfrontiert.
Dem alten Fuchs Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer von Laos, ist auch in seinem zweiten Fall nicht der wohlverdiente Ruhestand gegönnt. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Durch die Hitze mit dreiundreißig Zähnen</h3>
<p><b>Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer von Laos, ist auch in seinem zweiten Fall kein wohlverdienter Ruhestand gegönnt. Und auch dieses Mal ist der gewitzte Held mit allerlei Seltsamen konfrontiert.</b></p>
<p>Dem alten Fuchs Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer von Laos, ist auch in seinem zweiten Fall nicht der wohlverdiente Ruhestand gegönnt. Und auch dieses Mal ist er in seinr Arbeit als Pathologe mit allerlei Seltsamen konfrontiert.</p>
<p>Laos leidet unter brütender Hitze. Eine Bestie treibt ihr Unwesen in den Straßen von Vientiane und zerfleischt unter anderem eine Frau auf dem Plumpsklo. Zwei tote Radfahrer landen auf Dr. Siris Seziertisch. Holzpuppen in einer Truhe treiben ihr Unwesen. Dtui, Krankenschwester und Siris Assistentin, verschwindet plötzlich spurlos. Ein Mann reißt sich den Kopf ab. Dies ist nur eine kleine Auswahl an Eigenartigkeiten, die Dr. Siri Gespenster sehen läßt. Daß er dazwischen auch tot ist, tut seiner Tatkraft keinen Abbruch.</p>
<p>In der wieder sehr gelungen Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Mohr führt der Autor Colin Cotterill durch das Laos der 1970-Jahre, und dies in einer sehr unterhaltsamen Mischung aus Spannung und Witz. Die Leserinnen und Leser treten in Kapitel wie &#8222;Ende einer Durchfallkranken&#8220;, &#8222;Der Krötenimitator&#8220; oder &#8222;Der Mond ist ausgegangen&#8220; eine Reise in das auch heute noch kaum bekannte Land an. </p>
<p>Colin Cotterill, der am 16. Juli dieses Jahres von der Criminal Writers‘ Association (CWA) mit dem Dagger in the Library (Auszeichnung für Kriminalliteratur in Großbritannien &#8211; Autor des Jahres in den Ausleihbibliotheken) ausgezeichnet wurde, gelingt wie schon im ersten in seinem ersten Krimi &#8222;Dr. Siri und seine Toten&#8220; der Spagat zwischen Glaubwürdigkeit und teilweise völlig absurdem Geschehen. Sei es  Dr. Siris Fähigkeit, mit den Geistern von Verstorbenen zu kommunizieren ist er doch kein geringerer als die Wiedergeburt des großen Yeh Ming (der englische Originaltitel &#8222;Thirty Three Teeth&#8220; bezieht sich auf den Umstand,<em> &#8222;dass man sozusagen als Brücke zur Geisterwelt geboren wurde&#8220;</em>). Seien es traditionelle Zauberer und &#8222;Genossen Schamanen&#8220;, die sich auf Geheiß des Kulturministeriums im Rathaus einfinden müssen, damit diese den Königsgeistern ein Ultimatum stellen (zum Schreien komisch das Kapitel &#8222;Der Exorzismus-Conga&#8220;) &#8211; die seltsamen Puzzleteile fügen sich immer zu einem kohärenten Ganzen.   </p>
<p>Das Ende sei hier natürlich nicht verraten, nur soviel, daß alles in allem gar nicht so schlecht ausgeht. Einziger Wermutstropfen: &#8222;Dr. Siri sieht Gespenster&#8220; ist vorerst der letzte ins Deutsche übersetzte Band. Jedoch sind weitere Titel bei <a href="http://www.manhattan-verlag.de" class="liexternal">Manhattan</a> in Vorbereitung (da wären noch „Disco fort the Departed“ und „Anarchy and Old Dogs“), denn, um es mit Loriots Worten in etwas abgewandelter Form zu sagen: Man kann ohne Dr. Siri leben, aber es lohnt sich nicht. </p>
<p><strong>Petra Öllinger</strong></p>
<a href="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2009/08/cover_colin_cotterill_dr_siri_sieht_gespenster.jpg" class="liimagelink"><img src="http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/wp-content/uploads/2009/08/cover_colin_cotterill_dr_siri_sieht_gespenster.jpg" alt="Buchcover - Dr. Siri sieht Gespenster" title="Buchcover - Dr. Siri sieht Gespenster" width="81" height="130" class="size-full wp-image-2432" /></a>
<p><b>Colin Cotterill – Dr. Siri sieht Gespenster.</b> Originaltitel: Thirty Three Teethes. Aus dem Englischen von Thomas Mohr</p>
<p><a href="http://www.manhattan-verlag.de/" class="liexternal">Manhattan bei Goldmann</a>, Randomhouse, München, 2009. 320 Seiten, € 18,50 (Ö).</p>
<p><strong>Bereich:</strong> Kriminalroman</p>
<p><a href="http://www.colincotterill.com/ " class="liexternal">Über Colin Cotterill:</a> </p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dagger_Award#Derzeitige_Kategorien" rel="nofollow" class="liwikipedia">The Dagger Award</a></p>
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