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Archiv für die Kategorie 'Brillis Wort zum Montag'

Brillis Wort zum Montag

Montag, 14. Mai 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Backpulver

Unser Haushalt ist, Sie, werte Leserin, werter Leser, werden es schon bemerkt haben, sehr tierfreundlich. BewohnerInnen, egal ob vier-, sechs- oder achtbeinig, befellt, gefedert oder gepanzert dürfen sich sicher fühlen vor Insektenspray, Fliegenpracker und Co. Liegt ein Bienchen erschöpft vom Fluchtversuch durchs geschlossene Fenster auf dem Boden, wird es vorsichtig ins Freie bugsiert. Hat sich ein Käferchen verirrt auf seinem Weg ins Blumenkisterl, bringt die Hand eines Hauskaspars es auf die richtige Fährte.

Die Ameisen hatten es dieser Tage jedoch übertrieben. Zu vierundneunzigst marschierten sie auf dem Fensterbrett entlang, verschwanden in einer Mauerritze, tauchten nach wenigen Minuten zu hundertdreiunzwanzigst auf, marschierten auf dem Fensterbrett die andere Richtung entlang, verschwanden in einer Mauerritze, tauchten nach wenigen Minuten zu hundertvierzigst auf. Drei von ihnen schleppten bei jedem Marsch ein seltsames braunes Etwas mit, das fünfmal größer war als die gesamte Dreiergruppe.

Hauskaspar II schätzte, wie vieler Märsche es bedurfte, damit der Trupp auf eine nicht mehr zahlenmäßig erfassbare Größe anwachsen würde und griff zu drastischen Maßnahmen. Eine Backpulverstraße am Fensterbrett sollte den Ameisen das Hin- und Herwandern verleiden. Opfer mussten gebracht werden. Die Idee einer Miniexplosion – Wasser auf Backpulver – verpuffte in weißem Zischen und Schäumen. Die Gruppe hielt kurz inne, schien erstaunt ob dieses Spektakels, um alsbald … – Sie werden es bereits erraten haben.

Am nächsten Tag blieb das Fensterbrett verwaist. Operation „Backpulver“ war ein Erfolg.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

PS: Hinter dem Heizungsrohr tauchten gestern geschätzte vierundneunzig … – Sie werden es bereits erraten haben.

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 7. Mai 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Dorfdeppen

Ich habe einen Kater. Als Brieffreund. Er lebt in Südfrankreich und heißt Brüno. Der hat, wie es sich für einen ordentlichen Kater gehört, seine Zweibeiner dazu angehalten, ihm einen eigenen Eingang – Stichwort: Katzen-Kater-Klappe – zu basteln. Als geborener Stadtkater, der nun seit einigen Monaten gezwungenermaßen auf dem Land leben muss, hält er alle hiesigen Dorfkater für Dorfdeppen.

Ich fürchte, das war und ist ein Fehler. Ich kenne viele Dorfkatzen und eines sind die ganz sicher nicht: deppert. Dass Brüno sie zum Beispiel glauben machen wollte, Stadtkater wie er könnten durch Wände marschieren, war so ein Fehler. Eine Samtpfote aus dem Dorf hatte kürzlich rausgefunden, dass es mit dem „Einfach-mal-so-mit-dem-Kopf-DURCH-die-Wand“ gar nicht weit her ist – Stichwort: Klappe. Jetzt, schrieb er mir kürzlich empört, kämen die ganzen Deppen aus dem Dorf, und dem Nachbardorf!, durch die Wand, sprich durch die Klappe, zu ihm nach Hause, lungerten im Vorzimmer herum, fielen über seinen Fressnapf her und hinterließen unangenehme Gerüche. Es hätten schon einige wilde Rangeleien zwischen ihm und dem von ihm als Oberdepp Titulierten stattgefunden. „Und das sind wahrlich keine Schaukämpfe, wie Du Dir vorstellen kannst!“, gab er mir in seinem Brief zu verstehen.

Letzte Woche hätte es dann auch seinen Zweibeinern gereicht und sie bauten eine hypermoderne Katzen-Kater-Klappe ein. „Die lässt nur jenen Bewohner rein, dessen Mikrochipnummer in diesem Hightech-Ding gespeichert ist.“ Weiters berichtete Brüno, er sitze jetzt völlig entspannt am Fenster und betrachte seine Kontrahenten, die nun draußen, teilweise mit Beule am Kopf, herumlungern. Und er strecke ihnen die Zunge raus.

Ich fürchte, das ist ein Fehler …

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 30. April 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Spinnereien

Letzte Woche erhielten wir Besuch aus dem zweibeinigen Verwandtschaftsclan. Bekannt als pingelig in Bezug auf häusliche Sauberkeit und gutes Benehmen, wollte es sich der Besuch trotzdem nicht nehmen lassen, unser Rudel zu Hause aufzusuchen. Zwetschke und ich wurden dazu angehalten, brav zu sein: nicht wild begrüßen, keine Pfotenabdrücke auf der Kleidung des Besuchs hinterlassen und vor allem: nicht betteln!

Wir taten unser Bestes. Wir begrüßten zurückhaltend. An der Hose des Besuchs fand sich lediglich eine Klette, die Zwetschke dort beim Begrüßen abgestreift hatte. Beim Essen bettelten wir nur die Hauskaspars an. Der Besuch war zufrieden.
Nach der Hauptspeise verschwand unser Gast auf der Toilette. Und kam blass zurück. Da wusste das ganze Rudel: Der Besuch hatte ihn entdeckt.
Um ihn zu erspähen, muss man schon sehr genau schauen; zum Beispiel auf dem Boden kniend hinter das Handwaschbecken-Siphonrohr schielen. Was hatte unser Besuch da auf der Toilette angestellt!

Die beiden Hauskaspars wechselten besorgte Blicke. Hauspatschensohlen scharrten unruhig über den Teppich. Ich nahm Witterung auf, es roch nach Fragen: Zuerst den Pudding auftragen und dann am Klo Nachschau halten? Wer trägt auf? Wer sieht nach?

Der Nachtisch verzögerte vorerst die Lösung dieser Probleme. Der Besuch mampfte wacker seinen Pudding, bald schon war die Blässe aus dem Gesicht wieder verschwunden. Die beiden jedoch befanden sich in höchster Alarmbereitschaft. Schließlich hielt Hauskaspar II es nicht mehr aus, entschuldigte sich und verschwand auf der Toilette. Zurück am Tisch: ein kurzes Nicken, ein aufmunterndes Lächeln. Weberknecht Gustav war noch da.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 23. April 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Mr. Grant

„Hugh Grant (51) kämpft gegen Hundehäufchen vor seiner Haustür. ‚Jemand hinterlässt jeden Tag Hundekot vor meiner Tür‘, sagte Grant dem Sender BBC.“ Dass Herr Grant täglich beinahe in die Kacke tritt, war vor wenigen Wochen einigen Gazetten eine (sehr) kleine Meldung wert.
Ich sag’s gleich: Ich war’s nicht.

Ich bin’s auch nicht, die Bierflaschen auf den Gehsteig krachen lässt. Ich bin’s auch nicht, die ungeniert auf Gehsteige kotzt. Ich bin’s auch nicht, die Zwei- und Vierbeinern grünen und gelben Auswurf vor die Füße spuckt.
Ich bin’s nicht und meine vierbeinigen Genossinnen und Genossen sind’s auch nicht. Und hier nun eine Auflistung jener, den Hundstrümmerln übrigens quantitativ in nichts nachhinkenden Umstände, für die wir jede Verantwortung ablehnen.
Pommes auf Parkbänken, Fleischlaberl auf Fensterbrettern, Aludosen in Blumenbeeten, Plastikflaschen in Sandkisten, Strandliegen in Bächen, Kastenwände auf Baumscheiben, Kühlschränke an Waldesrändern, Zigarettenreste in Trinkbrunnen, Zeitungsreste in Öffis, Nudeln-im-Karton im Rinnstein, (volle) Windeln in Wartehäuschen, Rotztücher auf Rolltreppen. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Und es ließe sich wohl noch lange darüber grübeln, warum Zweibeiner uns Vierbeiner ständig – Hund könnte hier schon von reflexartig sprechen – mit „Mist und Müll unserer Heimat“ in Verbindung bringen.

Er sei davon besessen, herauszufinden, wer dahinter steckt, wird Herr Grant weiters in den Gazetten zitiert. Ob es ihm in der Zwischenzeit gelungen ist? Vielleicht sollte er mal nachschauen, ob es tatsächlich Hundehäufchen sind.

Ich sag’s gleich: Ich hätte Besseres zu tun.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 16. April 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Altpapier

„Der muss noch da sein! Ich muss ihn wiederhaben.“ Hohl klingt’s aus der Altpapiertonne. Hauskaspar I beliebt neuerdings darin zu wühlen. In Werbeprospekten, Theaterprogrammen, Eierpackungen, Briefkuverts, Klopapierrollen, Konfetti, Supermarktrechnungen, Post-it-Zettel, Hochglanzmagazinen, Tages- und Wochenzeitungen. Gesucht wird, Kopf in die Tonne steckend, Füße aus der Tonne streckend, nach versehentlich Weggeworfenem. Einmal ist es eine ganz wichtige Zeitungsnotiz, einmal ist es eine ganz wichtige persönliche Notiz, einmal ein Kassazettel, einmal eine Gebrauchsanleitung.

Dieses Mal ist es ein Karton. 47 Zentimeter lang, 33 Zentimeter breit, 22 Zentimeter hoch. Zwetschkes Schlafkiste. Nachdem die beiden Hauskaspars ein richtiges Hundebett für sie gekauft hatten – O-Ton „Wir wohnen hier nicht auf einer Müllhalde!“ – wanderte die Pappschachtel in den Mist. Und Zwetschke wanderte suchend durch die Wohnung. Das neue Möbelstück erntete Nichtachtung, die Hauskaspars ernteten Verachtung. Viele Tage dauerte dieser Zustand an. Zwetschke hielt durch, die Hauskaspars nicht.

Beherzt – O-Ton „Lasst uns dies Trauerspiel beenden!“ – schreitet Hauskaspar I hinunter in die Hauseinfahrt. Öffnet den Deckel der Tonne. Taucht ab. Lässt die eingangs erwähnten Worte ertönen. Taucht auf. Hält triumphierend den Karton in der Hand. Eine Seitenwand ist eingedellt, der Boden etwas eingerissen. Das Klebeband macht’s wieder gut.

Zwetschkes Schlafkarton ist prima. Bedauerlicherweise ist er zu klein für mich. Passend wären die Maße: 60 lang, 40 breit, 30 hoch. Also, wenn Sie sich zufällig von einer Schachtel dieser Größe trennen möchten …

Vielen Dank im Voraus,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 9. April 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Sterberisiko

Zwei Herren unternehmen einen Osterspaziergang. Da sagt der eine Herr:

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.“

Sie haben die beiden sicher schon erkannt: Es sind dies Herr Doktor Heinrich Faust und seine wissenschaftliche Hilfskraft, Herr Wagner.
Der Osterspaziergang in Herrn Johann Wolfgang von Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Ein schwarzer Pudel folgt den beiden. Der Herr Faust nimmt den Vierbeiner schließlich mit in sein Studierzimmer.

In einer Meta-Untersuchung hat sich zum Beispiel gezeigt, dass bereits fünfzehn Minuten Bewegung am Tag das Sterberisiko deutlich senkt.

Was hat die Meta-Studie mit Faust zu tun? Keine Ahnung. Ich muss die Ostermontagskolumne irgendwie fertig bekommen …

Halt! Doch. Es gibt mehrere Gemeinsamkeiten zwischen Herrn Faust, dem Sterberisiko – und mir. Eine davon ist Herrn Fausts und meine Unzufriedenheit mit den Wissenschaften. Herr Faust will alles wissen. Und ich weiß nicht, wie das gehen soll, das Senken von Sterberisiko. Bin ich, nachdem ich 25 Stunden Bewegung gemacht habe, unsterblich? Mir wird schwindelig im Kopf, wenn ich auf Erläuterungen stoße, die da sinngemäß lauten: Jede Steigerung der Bewegungsmenge um eine Stunde pro Woche ist mit einer um vier Prozent verminderten Gesamtsterblichkeit verbunden. Herr Faust wusste davon wohl nichts, mahnt er den Vierbeiner doch mit den Worten: „Sei ruhig, Pudel! renne nicht hin und wider!“
Sei’s drum. Beide sind unsterblich geworden – Sterberisiko gleich null – unabhängig von ihrer täglichen Bewegung.

Und meine Kolumne ist jetzt auch fertig.

Ein herzliches Wuff und einen schönen Ostermontag,
Ihre Brilli Paralia

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 2. April 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Amortisieren

Zwölfeinhalb Kilo Spezial-Trockenfutter für den älteren Hund. Die wollen bezahlt werden. Die müssen vorher verdient werden, von Hauskaspar 1 und 2. Die koppeln die Zahlungsanweisung an leidvoll geseufzte Worte: „Du amortisierst dich nie.“

Ich bleibe davon unberührt.
Selber schuld sind sie.
Wer verweigerte das Angebot eines älteren Herrn, mir ein Sackerl mit Topfengolatschen und Plundergebäck zukommen zu lassen? Hauskaspar 1.
Wer verweigerte das Angebot eines mittelalterlichen Herrn in der U-Bahn-Station, Hauskaspar 1 drei Dosen Originalhundefutter in die Hand zu drücken? Hauskaspar 1.
Wer war peinlich berührt, als die reizenden Damen und Herren des Postamtes mir Hundewürstchen über die Budel reichten? Hauskaspar 2.

Würden die beiden Hauskaspars nicht ständig die zarten – kulinarischen – Bande vereiteln, die wohlmeinende Zweibeinern und ich zu knüpfen gedenken, fünfundzwanzig Kilo! Spezial-Trockenfutter für den älteren Hund wären abbezahlt. Mit einem Schlag.

Und wie war das mit der Dame im Park, die die Vogerl mit Kuchenbrösel fütterte und in mir eine dankbare Abnehmerin fand? Hauskaspar 1 – höflich, aber sehr bestimmt: „Nein, bitte keinen Kuchen geben, der Hund hat zur Zeit Durchfall.“

Wer solch einen Unfug verbreitet, verdient es nicht, sein Leben mit einem Vierbeiner zu teilen, der sich amortisiert.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli

Nachsatz: Der ältere Herr mit den Topfengolatschen und dem Plundergebäck war übrigens hartnäckig geblieben. Hauskaspar 1 musste vor seinen Augen die Köstlichkeiten im Rucksack verwahren. Fragen Sie nicht, wo die Herrlichkeiten schlussendlich gelandet sind …

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 26. März 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer BaskenmützeBumsköter1

„Heißt der wirklich Brilli?“ Wie oft schon haben wir2 diese Frage vernommen. Wie oft schon mussten wir alle Disziplin aufbieten, um nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Naja, so lustig ist der Name auch wieder nicht, werden Sie jetzt denken. Recht haben Sie. Es gibt komischere Namen. Zum Beispiel Hallmackenroither. Oder Planiblobski. Oder Böhmkutter.
Der Quell dieser Absurditäten: Die in Rudel und Haushalt allseits beliebten Szenen und Texte des Herrn Vicco von Bülow vulgo Loriot.

Zurück nun zu Herrn Hallmackenroither, dem zuvorkommenden, in der Bettenabteilung tätigen Fachverkäufer3. „Da haben wir hier das Modell Allegro mit doppeltem Federkern und Palmfaserauflage. … Die Federmuffen sind einzeln aufgehängt und kreuzweise verspannt. Also hüftfreundlich in der Seit- und Bauchlage.“ Wie dankt ihm die Kundschaft die eloquente Betreuung? Sie verhunzt seinen Namen. Macht einen Herrn Hackenreiter oder Heckmullenreiter aus ihm.

Berta Planiblobski, auch sie ihres schönen Namens – „Nein, nein, nein, nein. Meine Mutter heißt Berta Panislowski und wohnt in Massachusetts.“ – schnöde beraubt von zwei Klaviertransporteuren4.
Wer will es ihnen verdenken. Drei Mal das Tasteninstrument durch die Wohnzimmertür gehievt – „Ein Klavier, ein Klavier.“ – da geht sogar der amerikanische Bundesstaat flöten „ … aus Matscha, wie war das?“.

Es geht noch toller – in der Vertreterkonferenz5. „Sitzt da der ganze Außendienst zusammen?“ „Ja. Wir benötigen vor allem …“„Auch der Dicke mit der karierten Krawatte? Wie heißt der doch? Böhmkutter oder Bumsköter. A hahaha. Heißt der wirklich Bumsköter?“

Und nun denken Sie bitte kurz an die Eingangsfrage.
Bedarf es hier noch einer Erläuterung?

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli

Brillis Elektro Post

1: Jaaa doch. Der Text ist kinder- und welpengeeignet.
2: Gemeint sind Hauskaspar I, Hauskaspar II, Zwetschke und ich.
3: Loriot: „Der Bettenkauf“
4: Loriot: „Mutters Klavier (Heim TV)“
5: Loriot: „Vertreterkonferenz“

Brillis Wort zum Montag

Montag, 19. März 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Wo ist Ian Rankin?

„Wer von euch hat die Broschüre von der Literaturtagung gefressen?“ Der strenge Blick, die strengen Worte. Jetzt ist nicht zu spaßen mit Hauskaspar 1.
Zwetschkes Gesichtsausdruck ist eine einzige Empörung: „Moi?“
Ich halte dem Blick von Hauskaspar 1 stand. Ich weiß worauf da angespielt wird.
Meine Güte. Einmal ist es mir passiert. Ein einziges Mal. Und das ist schon Jaaaahre her.
Doch Hauskaspars Miene bleibt streng, trifft mich mit voller Härte, die sinngemäß meint: „Du bist die mit den Vorlieben für Druckwerke. Gib zu, dass du die Literaturtagung gefressen hast.“
Nur weil ich vor langer Zeit einmal einen Kriminalroman des schottischen Autors Ian Rankin gekostet habe, werde ich das Image des bücherverschlingenden Hundes nicht mehr los. „Die Tore zur Finsternis“ hieß das Werk. Es war ein Rezensionsexemplar und Hauskaspar 1 sollte, na, eine Rezension darüber schreiben.
Es schmeckte nicht einmal gut. Und das lag sicher nicht am Titel. Aber in der Not frisst der Hund auch Papier …
Leider hatte ich jenen Teil von Ian Rankins Roman verspeist, den Hauskaspar 1 noch nicht gefre…, Pardon, gelesen hatte. Den Verlag nochmals um ein Exemplar ersuchen? „Was, Ihr Hund hat das Buch …?“ „Nein, das ist aber originell …?“ „Mag nicht ihr Hund das Buch bebellen, haha …“ „Ja, wo ist denn der Ian Rankin? Such den Rankin! Buahaha.“ Sich dieser Schmach aussetzen?
In der Städtischen Bücherei wurde Hauskaspar 1 schließlich fündig. Und ich habe Ian Rankin nie wieder probiert. Ehrenwort!

Ich halte dem Blick von Hauskaspar 1 noch immer stand. Ich fühle mich in meinem Ehrgefühl verletzt. Mein Gesichtsausdruck ist nun auch eine einzige Empörung: „Moi?“
Literaturtagungen liegen mir schwer im Magen …

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli

Brillis Elektro Post

Brillis Wort zum Montag

Montag, 12. März 2012

Ein Hund ein Wort

Redaktionshund Brilli mit grauer Baskenmütze

Totholz

Praktisch so ein Totholz. Es bietet Wohnung, Supermarkt und Versteck. Für die Tiere des Waldes. Für die Zweibeiner der Großstadt bieten umgestürzte Bäume auch etwas: Sichtschutz. Und das geht so. Hauskaspar 1 begibt sich mit uns in die Botanik. Hunde und Mensch stromern durch zähen Matsch und zartes Grün. Der Frühling ruft. Es ruft die Blase. Mitten durchs Unterholz ruft sie. Es ruft Hauskaspar 1 uns zu: „Warten!“ Wir tun’s. Wir wissen was kommt. Wir schämen uns nicht, denn es kommt sowieso niemand durchs Totholz. Wir warten. Aber was für ein verlockender Ruf des Waldes erreicht uns da? Was erschnuppert meine Nase, und die meiner Kameradin Zwetschke?
Wir können nicht an uns halten. Zum Schämen darüber, dass wir nicht warten, darüber, dass wir unseren Hauskaspar 1 schnöde im Stich lassen zwischen gestürzten Silberpappeln und Hainbuchen, würde auch später noch Zeit sein. Auf zum Fangerlspiel.
Doch schon erschallt mein Name: „Brilliiii!“ Es erschallt der Name meiner Kameradin: „Zwetschkeeeee!“ Ein kurzer Blick zurück.
Da steht Hauskaspar 1 mit heruntergelassenen Hosen im Totholz. Mit roter Winterjacke („Damit ihr mich immer gut sehen könnt.“), die da leuchtet durchs unbelaubte Vorfrühlingsgebüsch. Wir würden gerne in Gelächter ausbrechen. Jedoch, die Mühsal des Ankleidens von Zweibeinern in der freien Natur in der noch kühlen Jahreszeit, das dauert, bis wieder alles hochgezogen ist. Nein, es mag der Hund sich nicht vergnügen, wenn sein Zweibeiner sich plagt.
Wir trotten zurück zu Silberpappel und Hainbuche, wo uns der Gedanke tröstet: Das Eichhörnchen hätten wir eh nicht erwischt.

Ein herzliches Wuff,
Ihre Brilli

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