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Der Geruch der Welt

18. Juli 2016 von eag

Ein olfaktorischer, und manchmal sehr mühsamer, Weg durch die Welt.

Cover: Der Geruch der Welt Es gibt Wege, die einen dermaßen anstrengen, dass sich Zweifel breitmachen, je ans Ziel zu gelangen. Es gibt Wege, die einen am eigenen Verstand zweifeln lassen, weil man die Besonderheiten auf dieser Strecke, die von MitgeherInnen bestaunt und bejubelt werden, nicht sieht. Aber es gibt auch Wege, die von Labstationen gesäumt sind, an denen man die Hoffnung schöpft, nicht völlig umsonst unterwegs zu sein.

Diese sehr gemischten Gefühle beschleichen einen, wenn man sich auf den Weg durch Paul Divjaks Essay begibt. Der Autor, Künstler und Kunstwissenschafter ist u.a in der Olfaktorik tätig und – „schenkt uns ein raffiniertes literarisches Plädoyer zum verfeinerten Gebrauch unserer Nase“. Und da taucht er schon auf, der Zweifel. Warum will sich die vom Verlag formulierte literarische Raffinesse nicht bemerkbar machen? Warum will sich die an „Wittgenstein erinnernde Strenge“, wie Rainer Rosenberg sie in der Ö1-Radiosendung „Von Tag zu Tag“ formulierte, nicht auftun? Ist man zu dumm, zu ignorant, zu oberflächlich, weil man sich diesem Staunen nicht recht anschließen mag?

Also ein paar Schritte zurück auf dem Weg und nochmals lesen. „Die prägenden Moleküle eines Geruchs verhalten sich auf ganz bestimmte Art und Weise zueinander. Die Art und Weise, wie die prägenden Moleküle eines Geruchs sich zueinander verhalten, bestimmt seine Charakteristik.“ S. 18
„Zum objektiven Geruchsbild gehört alles, was zum Geruch gehört, nicht aber die Projektionen / die Zuschreibungen / die (individuelle) Interpretation.“ S. 38
Das „No, na“ schwindet trotzdem nicht.

Wer sich mit dem menschlichen Riechorgan und der Wahrnehmung des Geruchs der Welt beschäftigen möchte, ist bei den eingangs erwähnten Labstationen besser aufgehoben. Davon gibt es in Paul Divjaks Text eine große Anzahl. Zitate, Hinweise, Querverweise zu Literatur, Musik, Werbung sowie zu wissenschaftlichen Erkenntissen und Erfahrungen aus der Welt der Olfaktorik, z.B. die Präsemantik – die unmittelbare Wahrnehmung abseits des Verbalen – als Merkmal bei der Bezeichnung/Beschreibung von Gerüchen.
Duftassoziationen durchbrechen in unregelmäßigen Abständen den Text auch typographisch. In Grossbuchstaben eingestreute Wörter – z.B. BACDEO. EINE KARBIDLAMPE. MERFEN ORANGE. TIPP-EX. – lösen Überlegungen aus wie: Gibt’s das überhaupt noch? Wie riecht so etwas? Vernachlässigen und unterschätzen wir unseren Geruchssinn tatsächlich? Warum fehlt’s an geeigneten Worten, um diesen zum Ausdruck zu bringen?

Wer durchhält, wird am Ende des olfaktorischen Weges mit einem umfangreichen Literaturverzeichnis belohnt, dass Möglichkeiten bietet, Antworten auf diese Fragen zu erhalten.


Petra Öllinger

Paul Divjak: Der Geruch der Welt. Essay. Gebunden mit Lesebändchen.
Edition Atelier, Wien, 2016.
80 Seiten, € 15.- (Ö)
Über Paul Divjak

Kurze Erinnerung an Ingeborg Bachmann

12. Juli 2016 von wela

Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren. Sie starb am 17. Oktober 1973 in Rom (gelegentliches Pseudonym Ruth Keller). Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Lyrikerinnen und Prosaschriftstellerinnen des 20.Jahrhunderts. Ihr zu Ehren wird seit 1977 jährlich der Ingeborg-Bachmann-Preis verliehen.

Von 1945 bis 1950 studierte sie Philosophie, Psychologie, Germanistik und Rechtswissenschaften an den Universitäten Innsbruck, Graz und Wien.
Als historischer Werdegang soll ein kurzer unvollkommener Überblick über ihr literarisches Schaffen dienen:

Die erste Veröffentlichung von ihr ist die Kurzerzählung: „Die Fähre“. (Erschienen 1946, in der Kärntner Illustrierten.)[1]
Weiters ist ihre Zeit als Hörfunkredakteurin beim Wiener Sender Rot-Weiß-Rot, (1951–1953) erwähnenswert. Sie schrieb 1952 ihr erstes Hörspiel „Ein Geschäft mit Träumen“ und verfasste elf Folgen der sehr beliebten wöchentlichen Radiofamilie und je zwei weitere mit Jörg Mauthe bzw. Peter Weiser.[2][3] 1953 las sie zum ersten Mal auf der Tagung der Gruppe 47.
Mit Hans Werner Henze entstanden ab 1955 das Hörspiel „Die Zikaden“, die Textfassung für die Ballettpantomime „Der Idiot“ und die Opernlibretti „Der Prinz von Homburg“ und „Der junge Lord“.
1956 veröffentlichte Ingeborg Bachmann ihren zweiten Gedichtband „Anrufung des Großen Bären“. Ebenfalls 1958 entstand das Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“, [4]
Der erste Erzählband von ihr „Das dreißigste Jahr“ erschien 1961. Dafür bekam Sie den Deutschen Kritikerpreis. Die zwei Geschichten „Ein Schritt nach Gomorrha“ und „Undine geht“ wird zu den frühesten feministischen Äußerungen der deutschsprachigen Literatur der Nachkriegszeit gezählt.[5]
Ungefähr 1965 begann Sie an der unvollendet gebliebenen Romantrilogie „Todesarten“ zu schreiben, von der sie 1971 den ersten Band „Malina“ veröffentlichte.

Sibylle Gramer schreibt: „In der Literatur von Ingeborg Bachmann sterben die Frauen am Denken, an ihrer scheinhaften Existenz als Männerphantasien, ihrer kulturellen Fremdheit und Außenseiterschaft. Sie gehen an ihrer Geschlechtsidentität zugrunde, die mehr und etwas anderes ist als die sexuelle Differenz vom Männlichen.[6]
Die österreichische Dichterin plante einen Umzug von Rom nach Wien, als sie nach einem Unfall, bei dem sie sich schwere Brandwunden zugezogen hatte, drei Wochen danach, am 17. Oktober 1973, ihren Verletzungen im San-Eugenio-Krankenhaus von Rom erlag.“

Wie genau sie sich mit den Verhältnissen in Österreich beschäftigte, geht aus einem Artikel von Ilse Leitenberger in der Tageszeitung „Die Presse“ aus dem Oktober 1973 hervor. Teile dieses Artikels wurden wortgleich zwei Jahre zuvor in „DIE ZEIT“ vom 9. April 1971 veröffentlicht, das Interview führte damals Toni Kienlechner. Leitenberger war als NSDAP-Mitglied im Zweiten Weltkrieg Redakteurin im Nachrichtenbüro des Goebbels-Ministeriums. Später avancierte sie zur Herausgeberin des Literaricum der Presse und zur stellvertretenden Chefredakteurin der Tageszeitung. Es scheint so, dass noch im Nachhinein diese Figuren, indem sie sich billige Nachrufe erlaubten, über die Antifaschistin Ingeborg Bachmann gesiegt haben. Sie schreibt: ”… ich habe schon vorher darüber nachgedacht, wo fängt der Faschismus an. Er fängt nicht an mit den ersten Bomben, die geworfen werden, … Er fängt an in Beziehungen zwischen Menschen. Der Faschismus ist das erste in der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau …” (GuI S. 144)

Auf die innere Auseinandersetzung – nach dem: „sozialen Befund in „Malina“ von Kienlechner befragt, antwortete Bachmann: „…, für mich wäre es wichtiger, dass beschrieben wird, wie aus dem schwarzen Markt der Nachkriegsjahre der wirkliche schwarze Markt geworden ist – der damals gar nicht so schwarz war wie der heute.Das hat natürlich nichts mit einer Analyse der Wirtschaftsstruktur zu tun, müsste sie aber auf die eine oder andere Weise treffen. Denn auf diese andere Weise trifft man die universelle Prostitution, die Prostitution des Menschen in allen Zusammenhängen und in der Arbeit …“.

Im Nachruf von Friedrich Heer über Ingeborg Bachmann in der Presse, erzählte er, dass sie ihm in Rom im Februar 1973 erzählt habe, sie möchte sich nur mehr mit österreichischen Problemen befassen, literarisch befassen, und dass es deshalb eben notwendig sei, in diese Stadt (Wien), die ihr unheimlich wär, unheimlich dem Mädchen aus Kärnten, das scheu mit seinen großen Augen die Welt sieht, wie sie ist, diese ungeheuerliche Welt. … .
Sie wurde 47 Jahre alt. Damals sah sie in der 68er Bewegung eine Weltjugend, die in Empörung und Verzweiflung aufbricht.

1. Kärntner Illustrierte: Die erste Veröffentlichung von Ingeborg Bachmann, die Kurzerzählung: „Die Fähre“.
2. Ingeborg Bachmann: Die Radiofamilie. Hrsg. Joseph McVeigh, Suhrkamp, Berlin 2011, ISBN 978-3-518-42215-1, S. 402 f.
3. Ina Hartwig: „Die Ingeborg hat ein Ei gelegt.“ Im Nachlass entdeckt: „Die Radiofamilie“. Ingeborg Bachmann überrascht als famose Unterhaltungsautorin. In: Die Zeit. Hamburg, Nr. 22, 26. Mai 2011, S. 54.
4. zum Hörspiel siehe Jean Firges: Literatur
5. Biographie auf Fembio.org
6. Gramer Sibylle, Von weiblicher Autorschaft zu feministischer Literatur.. Das Beispiel Österreichischer Autorinnen. Erschienen in „Literarische Moderne, Europäische Literatur im 19. Und 20. Jahrhundert. Rowohlt, 1995. Herausgegeben von Burghard König.

Ingeborg Bachmann – Biographie auf Wikipedia
Ilse Leitenenberger – Biographie

Lang Werner, Herzblut Beschädigte/r Erzähler/ Erzählungen,

21. Juni 2016 von wela

Lang Werner, Herzblut. Beschädigte/r Erzähler/ Erzählungen, Herausgeber: Werkkreis Literatur der Arbeitswelt Wien, ISBN 978-3-9503673-5-5.

Herzblut von Werner Lang Allgemein muß vorangestellt werden, dass jeder Autor die Sprache seiner Gesellschaft übernimmt. Er kann nicht anders sprechen. Auch alles, was sich Arbeiterliteratur nennt, spricht in dieser Sprache. Es geht nicht anders, aber Arbeiterliteratur kann andere Informationen liefern.

Denn, „was wir von den Bedingungen wissen, unter welchen wir handeln, entscheiden wir nicht selbst. Was wir von diesen Bedingungen wissen, hängt ab von den Informationen, die wir bekommen. Unser Einfluss darauf, welche Informationen wir bekommen, ist begrenzt. Wir können nicht Informationen finden, von welchen wir nicht wissen, dass sie uns fehlen. (…) Viele Arbeiter sagen zum Beispiel: ‚Das Geld arbeitet‘, obwohl nicht das Geld arbeitet, sondern sie. Arbeiter oder Angestellte sprechen nach, was sie gehört haben. Woher haben sie diesen Gedanken, der die Welt auf den Kopf stellt? Die Wirtschaftslehrer an den Schulen und Hochschulen behaupten dasselbe seit vielen Jahrzehnten. Sie sagen, der Boden, das Kapital und die Arbeit seien ‚Produktionsfaktoren‘ (‚Macher‘). Das Kapital macht nichts, der Boden macht nichts, die ‚Arbeit‘ macht nichts. Die Arbeiter machen, die Angestellten machen, manche Unternehmer machen.“ E. A. Rauter

Daher geht es in dem Buch „Herzblut Beschädigte/r Erzähler / Erzählungen“ nicht über Arbeit, sondern über Arbeiter, wie sie denken, träumen und leben. Werner Lang war fünfunddreißig Jahre lang hauptsächlich als Betriebsschlosser tätig.

Heimo Gruber schreibt: „Er kommt aus Betrieben, in denen die Geräusche von Maschinen und Werkzeugen nicht selten so laut sind, dass sie alle menschlichen Äußerungen übertönen. Er kämpft mit Worten dagegen an. Seine jahrzehntelangen Erfahrungen in der industriellen Arbeitswelt hat er zu Literatur verdichtet, die sich nicht mit dem Ausdruck des sinnlich Empfundenen und Erlittenen begnügt. In Werner Langs Literatur werden darüber hinaus die Bedingungen von Lohnarbeit theoretisch reflektiert und in eine Begrifflichkeit gegossen, die ihre Herkunft und Bildung im Denken der marxistisch inspirierten Arbeiterbewegung erkennen lässt.“

Als Einleitung der Erzählung „Opfer der Produktion“ schreibt Werner Lang:
„Die Sprache ist für mich, als Arbeiter, etwas Vorgegebenes, Fertiges, steht in Büchern, zum Lesen. Selber schreiben kommt mir, in der Rolle des Arbeiters, nicht in den Sinn. Bleibt mir nur das Sprechen. Auch gegen oder über das geschriebene Wort. Das gesprochene Wort, eines Arbeiters, ohne Verstärker über Rundfunk und Fernsehanstalten, geht verloren, wird sofort vergessen, nicht wichtig genommen. Darum der Sprechtext: Mit Hilfe des geschriebenen Wortes gegen das herrschende Wort, als ‚Gegensprech-Anlage‘. Das einmal schon Gesprochene (im Gasthaus, ‚am Stammtisch‘, auf die Frage: Siehst du dich als Opfer?) zum Nachlesen, Festhalten, noch einmal Gebrauchen, davon verwenden, was jeder gerade braucht.“ Werner Lang lässt in seinen Erzählungen Beschädigte zu Wort kommen.

Des Pudels Kern – Quartett der Weltliteratur

20. Juni 2016 von eag

Cover Des Pudels KernZocken mit Tolstoi
oder
Gut geschützt zwischen Jägerwurst

Lange Nachmittage und Abende vor und im Zelt. Man spielte Mensch-ärgere-dich-nicht, Halma und Mühle. Und wenn ein Würfel oder ein Spielemanderl verlorengingen – kein Problem. Irgendjemand hatte immer eine Alternative dabei; zwischen Jägerwurst-Dosen, Zwieback-Packungen und Kondensmilch-Tuben gut aufgehoben und stets vollständig: ein Quartett-Spiel. Schon ging sie los, die Jagd nach je vier zusammengehörenden Sportwagen, Flugzeugen oder Schiffen. Später folgten Ausgaben mit Atomkraftwerken, Ungeziefer und Tyrannen.

Ist man denn nun eine Tyrannin, wenn man Mitmenschen jenseits des Zelt-Abenteuer-Alters bittet, ein Quartett der Weltliteratur zu testen? „Quartett ist eines der bekanntesten und beliebtesten Kartenspiele für Kinder. Wegen seiner einfachen Regeln ist es schon für die Kleinsten geeignet, …“, das behauptet eine Internetseite, die sich den Regeln von Kartenspielen widmet.

Na also, es geht doch

Zu dritt nimmt man Platz. Die Spielkarten aus Karton liegen mit 10,5 mal 14,8 Zentimeter gut in der Hand. Man fragt die Mitspielerin zur linken Seite, ob sie die Karte 1A besitze. Es kommt kein Ja, es kommt kein Nein, stattdessen der Satz: „Das war soooo langweilig. Aber die Illustration hier ist toll.“ Die Mitspielerin zur linken Seite zeigt die Karte, ein Raunen geht durch die Runde. Man gemahnt, sich an die Regeln zu halten, dazu gehört auch, die Karten NICHT offen darzulegen. Zu spät. Die Spielrunde betrachtet die Thomas-Mann-Buddenbrooks-Karte. Es ist die Karte 1B und wäre mit 1A bereits eine Hälfte des Quartetts. Wäre. Denn die Mitspielerin zur linken Seite denkt gar nicht daran, Thomas Mann herauszurücken, sondern fragt, wer 1C und 1D habe. Mitspieler Nummer drei zückt Gustave Flauberts „Madame Bovery“. Laut Karte – 1C! – hat die Lesbarkeit des Romanes auf einer Skala von 1-10 den Wert 5. Das kostet Mitspieler Nummer drei ein müdes Lächeln, seinen Erfahrungen nach hätte Madame Bovary bei ihm mindestens 8 bekommen. Man selbst outet sich als Besitzerin von Karte 1D und legt Leo Tolstois Werk auf den Tisch: „Krieg und Frieden“.

Bluffen zwecklos

Schon bald sind sämtliche Quartett-Regeln perdu. Die Spielegemeinschaft hat ALLE Karten auf den Tisch gelegt und erfreut sich an den ansprechenden Zeichnungen von Julia Krusch. Sie illustrierte „Dracula“, „Robinson Crusoe“ oder „Stolz und Vorurteil“.

Ein kurzer Schwenk vom Spiel zum Ernst des Lebens bzw. zur literarischen Quartett-Ausstattung. Als da sind: eine Pappbox, 32 Karten mit jeweils 155,40 Quadratzentimetern, darauf Informationen zu 30 klassischen Romanen und 2Dramen. Die sind in 8 Kategorien unterteilt, diese wiederum mit Zitaten aus Shakespeare-Stücken betitelt. Auf jeder Karte findet sich der Erscheinungstermin des Buches, das Alter des/der AutorIn bei Erscheinen des Werkes, die Lesbarkeit auf einer Skala von 1 bis 10, der Hinweis darauf, um den wievielten Roman es sich handelt, die Anzahl der Verfilmungen sowie der Umfang des Werkes (sehr wenig bis sehr viel).

Nicht viele Worte verlieren

Lesemuffel kommen auf ihre Kosten, hält sich doch die Anzahl der Buchstaben in Grenzen – und trotzdem ist dem Quartett ein literarisches Bildungspotential nicht abzusprechen. Lernen en passant, quasi. Die Auswahlkriterien beschreibt Autorin Andrea Baron so: „Es wurden Klassiker gewählt, die ihr Genre auf besondere Weise geprägt oder gar erst etabliert haben, die eine Blaupause bildeten oder einen Skandal verursachten.“

Wer sich nun echauffiert, weil das eigene Lieblingsbuch nicht darunter ist oder weil es diese Klassiker sind und keine anderen, möge einen Blick ins Begleitbüchlein werfen: „Wir haben noch überlegt eine Liste mit ‚Titeln, die es nicht in dieses Spiel geschafft haben‘ anzulegen. Aber mal ehrlich, dann wäre dieses Begleitbuch umfangreicher geworden als Krieg und Frieden, …, ebenso die Buchhändler, der Regale eingestürzt wären, …“ Da ist was dran …

Literatur zwischen Camping-Proviant

Überhaupt, das Begleitbüchlein! Das macht jeder Reclam-Sekundärliteratur-Ausgabe alle Ehre. Die 32 Werke sind kompakt und kompetent beschrieben.

Nach dem Zocken können die Karten bis zur nächsten Runde in die Pappbox gelegt und diese in einem maßgeschneiderten Schuber verwahrt werden. Derart geschützt überstehen Tolstoi und Co. sogar einen „Aufenthalt“ zwischen Jägerwurst-Dosen, Zwieback-Packungen und Kondensmilch-Tuben.

Petra Öllinger

Andrea Baron (Text), Julia Krusch (Illustration): Des Pudels Kern: Quartett der Weltliteratur
Edition Büchergilde. Frankfurt/Main, 2015. € 20.-

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© Coverbild: Büchergilde Gutenberg / Julia Krusch

Schreibwerkstatt: Die eigene Ferne schreiben

16. Juni 2016 von eag

Alle mit Fernweh nach ihrer Persönlichkeit, die schreibend Kraft aus der eigenen Lebensreise schöpfen wollen: Das Reiseleitungsteam – René Merten und Petra Öllinger – heißt Sie willkommen an Bord der kreativen Schreibwerkstatt!

Was kommt ins Gepäck? Sie schreiben an einer alternativen Lebenslinie, gestalten Ihre persönlichen Ansichtspostkarte, dichten ein lustiges Reisepantun, entwerfen eine schaurige Urlaubsdystopie, begeben sich auf die „andere Reise nach Jerusalem“ und, und, und …

Wann geht‘s los?
Samstag, 09. Juli 2016: 14.00-19.00 Uhr

Wo? Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“ Garbergasse 13/Ecke Millergasse/Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Wie viel? € 69.- inkl. Reiseunterlagen und Proviant (Kaffee, Tee, Obst …).

Mit wem? Petra Öllinger & René Merten

Anmeldung: bitte spätestens 2. Juli 2016 per E-Mail an die Absolventenakademie.

Wie viele können mit an Bord? MindestteilnehmerInnenzahl pro Termin: 6 Personen, maximal 12 Personen.

Eine Kooperation von „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur, ABSOLVENTENAKADEMIE und „Der Duft des Doppelpunktes“ – Kultur- und Wissenschaftsinitiative.

Beiträge vor einem Jahr:
Eine neue Buchhandlung in Wien-Mariahilf, Herr Leopold bekommt gewaltigen Ärger

Wertigkeit der Bildung – Miniworkshop und Diskussion

11. Juni 2016 von eag

Goldpreise fallen, Kupferpreise steigen? – Über die Halbwertszeit meiner Bildungs- und Lebensziele

Kupferkabel werden heutzutage nachts von Bahngleisen geklaut, Goldschmuck gilt als billig und kitschig. In A. Lidgrens „Wir Kinder aus Bullerbü“ fragt Lasse, wer bestimmt habe, dass man sich über die scheinende Sonne freuen, über staubige Straßen aber beklagen solle?! Wie individuell Wertigkeiten sind, wie subjektiv Lernen ist und wann es Zeit zum Reflektieren über die eigene Persönlichkeit wird, fragt uns Dr. MMag. René Merten (Inhaber der ABSOLVENTENAKADEMIE) – Miniworkshop mit Diskussion!

Datum: Montag, 13. Juni 2016
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“ – Garbergasse 13/Ecke Mittelgasse – Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien
Beitrag: € 8.-/Person, fließt in die Leseförderung des „Wiener Bücherschmaus“
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Eine Kooperation von „Der Duft des Doppelpunktes“ – Kultur- und Wissenschaftsinitiative, dem „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur, ABSOLVENTENAKADEMIE sowie Zitierweise.

Kreative Schreibwerkstatt mit Altpapier

9. Juni 2016 von eag

Geschichten aus dem Alpapier„Geschichten aus dem Altpapier“
Eine Schreibwerkstatt der anderen Art.

Mit Schere, Klebstoff und alten Büchern erzählen wir eigene, neue Geschichten.
Die Schreibwerkstatt ist für AnfängerInnen und Fortgeschrittene geeignet.

Teilnahmegebühr: €20.-/Person inkl. Material und Stärkung
Termin: Samstag, 18. Juni 2016 von 14.30-16.30 Uhr
Ort: Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“, 1060 Wien, Garbergasse 13 / Ecke Mittelgasse – Oskar-Werner-Platz

Anmeldung bitte bis Montag, 13. Juni 2016, per E-Mail.

Eine Kooperation von „Der Duft des Doppelpunktes“ und dem „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur.

Brilli

8. Juni 2016 von eag

Heute vor genau zwei Jahren mussten wir uns von Brilli verabschieden.
Sie wird immer in unserem Herzen bleiben.
Brilli und ZwetschkeDanke für alles, Brilli.