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Erster Weltkrieg – Literaturquiz Teil 1

1. September 2014 von eag

Unser diesjähriges Literaturquiz widmen wir jenen AutorInnen, die den Ersten Weltkrieg erlebt und durchlitten haben, sei es an der Front, in der Etappe, als Kriegs- bzw. Zivilgefangene oder an der „Heimatfront“, und uns in ihrem Schreiben das Grauen des Krieges überliefert haben.
Ab 1933 wurden viele dieser SchriftstellerInnen im „Deutschen Reich“ verfemt, verfolgt und letztlich vergessen.

Neben der Herausforderung des Knobelns, der Anregung, Wohlbekanntes wiederzulesen oder sich auf Neues einzulassen, können Sie in jeder Quizrunde einige Bücher gewinnen.

Unter allen richtigen Einsendungen wird diesmal Literatur aus dem Dietz Verlag und dem Gmeiner Verlag verlost.

ANTWORTEN bitte bis zum 30. September 2014 um 12:00 Uhr an: Literaturquiz Duftender Doppelpunkt oder direkt via Kontaktseite des „Duftenden Doppelpunktes“. Am Abend des 30. September werden die Rätselfragen aufgelöst und die GewinnerInnen der Buchpreise bekanntgegeben.

Die Quizfragen

  • Wie heißt der im folgenden Rätsel gesuchte Autor?
  • Wie lautet der Titel seines 1920 erstmals veröffentlichten und mit dem Untertitel „Streiflichter zum Zusammenbruch“ versehenen Buches?
  • Zusatzfrage: Ihre Beantwortung ist für die erfolgreiche Teilnahme am Quiz nicht erforderlich: Unter welchem Titel wurde 1928 der Folgeband veröffentlicht und wer war der Schöpfer des Buchcovers, dessen Gestaltung zur sofortigen Beschlagnahmung des Werkes führte? Einen ersten Anhaltspunkt bietet das in diesem Beitrag abgebildete Foto.

ERINNERUNG: Wenn Sie an die jeweils aktuelle Quizrunde erinnert werden möchten, senden Sie uns bitte einfach ein leeres Mail mit dem Betreff „Literaturquiz Erinnerung“.

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Das literarische Rätsel

Es ist nicht viel, was über den 1890 in Stuttgart geborenen Autor und Journalisten in öffentlich zugänglichen Materialien nachzulesen ist. Nicht zuletzt ist er, „… ein begabter Erzähler, der seine Geschichte dem jeweiligen Empfänger ‚anpasste‘“. Alleine aus den Jahren 1912 bis 1927 sind fünf Variationen seiner Lebensgeschichte überliefert.

Foto: Karl Dietz Verlag, Berlin.

Foto: Karl Dietz Verlag, Berlin.

1912 eingezogen, desertiert er wenige Monate später und lebt in Paris. Heimgekehrt ins Deutsche Kaiserreich meldet er sich im Februar 1914 freiwillig im Arresthaus seiner Garnison als Fahnenflüchtiger. Trotz seiner Schrift „Geschichte eines deutschen Fahnenflüchtigen“, sie wird in der „Württemberger Zeitung“ in Fortsetzungen veröffentlicht und endet mit dem Aufruf „Werdet nicht fahnenflüchtig!“, erhält er acht Monate Militärgefängnis. Im November desselben Jahres wird er an die Front geschickt und verbleibt nach einem Lazarettaufenthalt in der Etappe im belgischen Gent. Dort arbeitet er als Schreiber und in den letzten Kriegsmonaten als Redakteur der „Kriegszeitung der 4. Armee“.

Als er im August 1919 in der „Weser-Zeitung“ unter dem Titel „Belgische Briefe“ seine Sichtweise über den Ersten Weltkrieg veröffentlicht, vertritt er durchaus noch als vaterländisch zu bezeichnende Gedanken.
In seinem zweibändigen Bestseller, der erste Band wird 1920 veröffentlicht und trägt den Untertitel „Streiflichter zum Zusammenbruch“, kann man ganz anderes lesen. Faktenreich setzt er sich darin mit dem deutschen Besatzungsterror in Belgien auseinander und dekonstruiert so erzählend, exakt und realistisch den 1. Weltkrieg.

Von 1921 an wird er mehrmals verhaftet, im Jänner 1923 aus dem damals von Frankreich besetzten Düsseldorf entführt und nach Leipzig gebracht. Dort kommt es wegen eines mit illegalen Mitteln aus dem Reichsarchiv beschafften Dokuments aus dem Jahre 1918 zur Anklage. In dem Verfahren, es wird auch als „deutscher Dreyfus-Prozess“ bezeichnet, wird er zu sechs Jahren Zuchthaus („Schweigehaft“) verurteilt.

Im Frühjahr 1925 thematisiert Paul Levi den Prozess in einer Reichstagsrede. Er sorgt dadurch im Ausland, insbesondere in Belgien, für Aufmerksamkeit und in der deutschen Justiz für Verunsicherung. Der Fall wird wieder aufgenommen und im Februar 1926 stimmt der Reichspräsident Hindenburg der Begnadigung des Häftlings zu.

Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten wird er abermals festgenommen. Er kommt allerdings rasch wieder frei und bleibt danach bis zum Ende des Nationalsozialismus weitestgehend unbehelligt. Finanziell hält er sich mehr schlecht als recht, unter anderem als Redakteur der „Deutschen-Destillateur-Zeitung“, über Wasser. Seine sämtlichen Werke befinden sich allerdings auf der „Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums“.

Nach dem Krieg wird er von der amerikanischen Besatzung als Pressereferent der Verwaltung von Berlin-Schöneberg eingesetzt: „Ein dickköpfiger Schwabe, direkt aus ‚Schtuagert‘. Saust gewöhnlich in seiner ganzen stattlichen Kürze durch die Gegend. (…) und blickt im allgemeinen ganz sauertöpfisch in die Welt, weil jedermann etwas über sich in der Zeitung gebracht haben will und keiner mit ihm zufrieden ist. Allen Angriffen weiß er allerdings mit jener Ruhe zu begegnen, mit der er ehedem die langen Jahre absaß, die ihm unsere Militaristen wegen seiner ‚Etappe Gent‘ verordnet haben.“ (Aus: Schöneberg tanzt wieder. 23. Dezember 1945, S. 19)

Aus der städtischen Verwaltung scheidet er 1948 aus und arbeitet wieder journalistisch, zuletzt in der B.Z. („Berliner Zeitung“).
Der in den 1920er Jahren vielgelesene Autor stirbt 1965 verarmt und vergessen in Berlin.

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Weitere Informationen über einschlägige Literatur, Ausstellungen und Themenportale finden sie im Duftenden Doppelpuntkt auf folgenden Seiten.

Eva Priester: Der Weltkrieg I – Ende und Anfang

28. August 2014 von wela

Am Donnerstag, dem 04. September 2014 um 19 Uhr stellen Gerald Grassl und Werner Lang vom Werkkreis Literatur der Arbeitswelt die Broschüre „Der Weltkrieg I – ENDE UND ANFANG“ mit Texten von Eva Priester (1910 – 1982) über den Ersten Weltkrieg (ca. 80 S.; Brosch., Euro 10,-. ISBN 978-3-9503673-0-5) im WERKL IM GOETHEHOF – SELBSTVERWALTETE KRITISCHE FREIRÄUME, Schüttaustraße 1-39/6/R02, 1220 Wien vor.

Der Inhalt der Broschüre ist Eva Priesters zweibändigem Werk „Kurze Geschichte Österreichs“ entnommen.

Neben ihrer Arbeit als Historikerin beschäftigte sie sich mit den Ereignissen des Ersten Weltkriegs auch aus belletristischer Sicht. So widmete sie in ihrem 1955 im Globus Verlag veröffentlichten Buch „Vom Baume der Freiheit“ eine der sechs historischen Erzählungen unter dem Titel „Begegnung im Morgengrauen“ dem Matrosenaufstand von Cattaro.

Eva Beatrice Feinstein, verheiratete Priester wurde am 15. Juli 1910 in St. Petersburg geboren. Es gehörte damals noch zum zaristischen Russland. Ihre Familie, die den Wirren des Bürgerkrieges entgehen wollte, emigrierte 1921 nach Berlin. Wegen ihres politischen Engagements wurde sie Anfang 1933 des Hochverrates bezichtigt und von März 1933 bis Dezember 1933 in Berlin in Untersuchungs- und Schutzhaft gesteckt.
1935 konnte Eva Priester Hitlerdeutschland verlassen und emigrierte nach Prag, wo sie auch mit österreichischen KommunistInnen in Kontakt kam. Sie wurde Mitglied der KPÖ und übersiedelte 1936 nach Wien. Während eines Aufenthaltes in Prag wurde sie 1938 von der Okkupation Österreichs überrascht und konnte nicht mehr nach Wien zurückkehren.
Über das „British Committee for Refugees from Czechoslovakia“, einen Hilfsfonds, den eine englische Zeitung als Reaktion auf das „Münchner Abkommen“ gegründet hatte, erhielt Eva Priester 1939 eine Einreisemöglichkeit nach England.

Eva Priesters -  Grafik von Bruno Furch

Portrait Eva Priesters von Bruno Furch

1943 begann sie im „Britischen Museum“ in London mit der Arbeit an der „Kurzen Geschichte Österreichs“, in der sie sich unter anderem mit den Ereignissen des Ersten Weltkriegs auseinandersetzte und die Eigenständigkeit der österreichischen Nation begründete. Sie schreibt: „Es ist der Versuch, in großen Zügen die merkwürdige und widerspruchsvolle Geschichte unseres Landes darzustellen, und es ist eine Diskussionsgrundlage. Ich bin der festen Überzeugung, dass die österreichische Geschichte, so wie sie heute in den Schulen gelehrt wird und schon vor der Okkupation gelehrt wurde, derart vom Gestrüpp der großdeutschen Darstellung überwachsen ist, dass sie ganz von neuem geschrieben werden muss. Es ist gleichfalls meine Überzeugung, dass eine solche gigantische Arbeit nur von einer großen Zahl von Menschen geleistet werden kann – von einer Kommission von Historikern, einem Sonderausschuss, einer wissenschaftlichen Körperschaft – allerdings nach vollzogener Entnazifizierung.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte sie 1946 nach Wien zurück und publizierte unter anderem im „Österreichischen Tagebuch“ und in der „Volksstimme“, in der sie auch als stellvertretende Chefredakteurin tätig war.
Ein Schwerpunkt in ihrem Schreiben bildete die kritische Sozialreportage.

Sie starb am 15. August 1982 während eines Kuraufenthaltes in Moskau.

Chronisten, Reporter, Aufklärer – Eva Priester. Ein Kanon des österreichischen Journalismus, Folge 20.

Beiträge vor einem Jahr:
80 Jahre Bücherverbrennung – Literaturquiz Teil 16

Wandelpartnerschaften – eine Initiative des Vereins SOL

27. August 2014 von eag

Es gibt in Österreich eine ganze Menge NGOs, Vereine, Initiativen und Unternehmen, die zu einem sozialökologischen Wandel beitragen. Oft arbeiten diese Gruppen allerdings isoliert und wissen wenig voneinander.

Wandelpartnerschaft Um dem Abhilfe zu schaffen wurde das Projekt „Wandelpartnerschaften“ vom Verein SOL (Menschen für Solidarität, Ökologie und Lebensstil), einem Verein welcher selbst zum sozialökologischen Wandel der Gesellschaft beiträgt, ins Leben gerufen. Dieses vom Lebensministerium geförderte Projekt ermöglicht es SOL Kooperationen mit engagierten Gruppen und Initiativen einzugehen und so deren Tätigkeiten zu unterstützen, sowie auch zusätzliche gemeinsam organisierte Aktivitäten durchzuführen. Diese Kooperation nennt sich „Wandelpartnerschaft“.

Darüber hinaus nehmen sich Wandelpartner auch „Wandelziele” vor, zum Beispiel eine spezifische Einsparungsleistung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt oder eine genauere Bilanzierung der gesetzten Tätigkeiten in Bezug auf ökologische und soziale Folgewirkungen. Die Ziele werden im Dialog zwischen SOL und den Wandelpartnern definiert. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ausgewählte Veranstaltungen der Wandelpartner werden von SOL finanziell und mit Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Dialoggespräche, Workshops uvm. werden den Wandelpartnern kostenlos angeboten.

Der Wandel findet JETZT statt!

Wenn du in einem Unternehmen, einem Verein, einer Schule oder einer anderen Organisation tätig bist und an einer solchen Wandelpartnerschaft Interesse hast, dann melde dich doch einfach ganz unverbindlich bei Simon Büchler um weitere Infos zu erhalten!

SOL – MENSCHEN FÜR SOLIDARITÄT, ÖKOLOGIE UND LEBENSSTIL

Sol-Logo Solidarität: Alle Menschen auf der Welt haben ein Recht auf ein Leben in Würde und Frieden, auf ausreichende Ernährung und Bildung.
Ökologie: Auch künftige Generationen sollen eine Umwelt vorfinden, die ein Leben in Fülle und Schönheit ermöglicht.
Lebensstil: Deshalb müssen wir die politisch Verantwortlichen zum Umdenken bringen – und zugleich unseren eigenen Lebensstil verändern.
Solidarische und ökologische Lebensstile können lustvoll sein; nachhaltig leben bedeutet mehr Genuss mit kleinerem ökologischem Fußabdruck.

SOL wurde 1979 gegründet, hat rund 2000 Mitglieder in ganz Österreich und ist unabhängig von Parteien und Religionsgemeinschaften.

Beiträge vor einem Jahr:
Anna Gmeyner

Ich bin eine kämpferische Sprachfeministin

20. Juli 2014 von eag

Herzlichen Dank an Michael Karjalainen-Dräger, der dem „Duftenden Doppelpunkt“ den Beitrag „Ich bin eine kämpferische Sprachfeministin“ aus seinem Blog „MEIN SENF ZU ALLEM“ zur Verfügung gestellt hat.

Die Minister sollen, so die Forderung, „dem Wildwuchs durch das sprachliche ,Gendern‘“ Einhalt gebieten. „Ein minimaler Prozentsatz kämpferischer Sprachfeministinnen darf nicht länger der nahezu 90-prozentigen Mehrheit der Staatsbürger ihren Willen aufzwingen“, sagen die Unterzeichner. Sie sehen darin einen Widerspruch zur Demokratie. „Was die Mehrheit der Sprachteilhaber als richtig empfindet, wird als Regelfall angesehen. Wo immer im Laufe der Geschichte versucht wurde, in diesen Prozess regulierend einzugreifen, hatten wir es mit diktatorischen Regimen zu tun.“

Jetzt ist das auch klar: Ich bin eine kämpferische Sprachfeministin – mit kleinem „i“. Damit habe ich in einem Satz mein Geschlecht gewechselt. Frage ich mich aber, ob es mein soziales oder mein körperliches Geschlecht ist. Denn je näher ich darüber nachdenke, desto verwirrender und unlogischer sind die Ansätze und Aussagen der rund 800 Kämpfer gegen das Binnen-I, die eine Rückkehr zur sprachlichen Normalität fordern.

Da befremdet mich erst einmal, dass extra betont werden muss, dass mehr als die Hälfte der Unterzeichner (männliche Form) weiblich sind. Als Aushängeschild hat sich Chris Lohner zur Verfügung gestellt. Bei den Herren der Schöpfung sind es aber wesentlich mehr Promis (Lissmann, Taschner, Mayer, Schröder, Sick).

Dann wird versucht die gendersensible Sprache als Ausdruck eines diktatorischen Regimes darzustellen, weil sie gegen den Willen von angeblich 90 Prozent der Staatsbürger (wieder nur männliche Form) sei.

Weiters wird auch jeder (und nicht nur jede), der für das sprachliche Gendern eintritt, als der 10-prozentigen Minderheit der kämpferischen Sprachfeministinnen zugehörig dargestellt. Hier ergeben sich zumindest zwei Fragen, nämlich diese nach dem Umgang mit Minderheiten in einer Gesellschaft und jene nach der Verweiblichung von geschlechtersensiblen Männern. Soll ich das jetzt als Diskriminierung verstehen? Ich tue es nicht, es ist mir eine Ehre, dazugerechnet zu werden. Dennoch nehme ich für mich in Anspruch, dass ich ein Feminist bin und keine Feministin.

Angeführt wird auch, dass diese Formulierungen die gewachsene Struktur der Sprache zerstören und den Grundregeln der Sprache widersprechen. Gefordert wird daher nichts geringeres als die Eliminierung derselben aus dem Sprachgebrauch. Was für ein starkes, männliches Wort! Ich bin beeindruckt von der mangelnden sprachlichen Sensibilität meiner Geschlechtsgenossen.

Abschließend wird der ÖNORM-Entwurf zur geschlechtergerechten Sprache als Lösung angeführt. Dieser schlägt vor beide Geschlechter getrennt und vollständig anzuführen. Das ist ja seit dem Gendern auch schon möglich, davor allerdings war bloß die männliche Formulierung normal, es gab für viele Begriffe keine weibliche Form.

Was ist also mit der von den Proponenten und Proponentinnen Rückkehr zur Normalität tatsächlich gemeint?

Betrachten wir es trotz all der Schärfe, die in der Art und Weise, wie das Anliegen kolportiert wird, liegen mal mit großer Milde: ein Thema, dass sich mit dem Sommer im Herbst verziehen wird. Die dahinterliegenden Motive jener Unterzeichnenden aber halte ich für potentiell gefährlich. Daher wird man weiter auf sie achten müssen.

Weiterführende Links:

Offener Brief zum Thema „Sprachliche Gleichbehandlung“

„Geschlechtergerechter Sprachgebrauch Empfehlungen und Tipps“ – ein kurze Zusammenfassung auf der Site des Bundeskanzleramtes

„Reaktionärer Backlash“ – ein Beitrag über den politisch-ideologischen Hintergrund in Zusammenhang mit dem Thema gendergerechte Sprache auf der Site „stoppt die rechten“

Severin Groebner: In diesem Sommerloch steckt ein großes „I“ – eine kabarettistische Annäherung an das Thema

Erster Weltkrieg – Literaturquiz

9. Juli 2014 von eag

Kurz bevor das Literaturblog „Duftender Doppelpunkt“ in seinen sommerlichen Ruhe- und Erholungsmodus fällt, sind die ersten Buchspenden für unser herbstliches Literaturquiz in Zusammenhang mit dem Gedenken an 100 Jahre Erster Weltkrieg eingetroffen.

Es sind dies drei Titel des Gmeiner-Verlages, in denen sich ebenso viele AutorInnen im Rahmen von (Kriminal-)Romanen mit der Zeit des Ersten Weltkrieges auseinandersetzen. Eva-Maria Bast: Mondjahre, Horst Bosetzky: Fahnenflucht und Heiger Ostertag: Potsdamer Affäre. Die Edition Atelier stellt Elena Messners Roman „Das lange Echo“ zur Verfügung. Last, but not least liegt aus dem Raetia Verlag Josef Feichtingers Buch über Tirol und den Ersten Weltkrieg „Kämpfen für das Heiligste“ für alle Quiz- bzw. RätselfreundInnen bereit.

Das im September stattfindende Quiz wird den Höhepunkt und Abschluss unseres heurigen Schwerpunktes „100 Jahre Erster Weltkrieg“ bilden.

Bis dahin bietet Ihnen der „Duftende Doppelpunkt“ anhand folgender fünf Beiträge vielfältige Anregungen sich mit den Ereignissen und Auswirkungen des Ersten Weltkriegs zu beschäftigen.

Folgende Bücher sind für das Literaturquiz im September bereits eingetroffen:

Elena Cover: Messner, Das Lange Echo

Elena Messner: Das Lange Echo

Elena Messner: Das lange Echo. Edition Atelier, 192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen, 18,95 Euro, E-Book: 12,99 Euro.

Ein österreichisch-ungarischer Offizier im Ersten Weltkrieg, seit 1916 im besetzten Belgrad stationiert, erlebt in bitterer Verzweiflung den Zusammenbruch seines Reiches. Hundert Jahre später sitzen die Direktorin des Wiener Heeresgeschichtlichen Museums und ihre Assistentin einander im Streitgespräch über Moral und Mitleid, Verbrechen und Verantwortung gegenüber.
Ein Roman über sinn- und schamlos vergeudetes und zerstörtes Leben, über ein finsteres Kapitel der österreichischen Geschichte und über die Sehnsucht nach Aussöhnung.

„Als nun der Mann vor ihm so überzeugend sprach, machte sich in seinem Kopf undeutlich die Vorstellung breit, dass es ein großes Wir gab, das er nicht mehr ganz fassen konnte, seit das Mütterchen am Galgen seinen Namen gejammert hatte, und dass es dann noch ein kleines Ich gab, das er zwar besser fassen konnte, an das er aber kraft seines Ranges und seiner Moral nicht glauben durfte. Es war eine ganz primitive Todesangst, die ihn stutzig gemacht hatte. Seit damals murmelte es in ihm immer wieder, ein auf das andere Mal, tage- und wochenlang, besonders wenn jemand das Wort Wir in den Mund nahm, leise, aber immerzu, es murmelte wiederholt seinen Namen, Milan, Milan, hör her, hör doch mal, hör zu, du!“ Via Edition Atelier

Josef Feichtinger: Kämpfen für das Heiligste. Tiroler Stimmen zum ersten Weltkrieg

Josef Feichtinger: Kämpfen für das Heiligste

Josef Feichtinger: Kämpfen für das Heiligste. Tiroler Stimmen zum Ersten Weltkrieg. Verlag Raetia, 424 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, 29,90 Euro.

Woher kam der Freudentaumel der Bevölkerung für den Ersten Weltkrieg? Tirol wurde ab 1915 zum Kriegsschauplatz, doch bereits bei Ausbruch des Krieges herrschte wie in allen Ländern eine euphorische Kriegsstimmung, die sich auch in der Literatur niederschlug. Zahlreiche Schriftstücke belegen eindrucksvoll, dass der Erste Weltkrieg als Heiliger Krieg verstanden wurde.
Volksdichter und Vertreter der Kirche wie Reimmichl oder Bruder Willram riefen in ihren Texten zum Kampf für Gott und Vaterland auf: Eine Kriegsverweigerung kam einer Todsünde gleich. Diesen kriegstreibenden Texten sind Splitter oppositioneller Literatur aus dem österreichischen und deutschen Sprachraum gegenübergestellt, die erst nach Ende des Krieges veröffentlicht werden konnten.

Josef Feichtinger hat die Archive nach Texten Tiroler Autoren durchstöbert, aber auch Journale, Frontbriefe, Aphorismen, Inschriften und Sprüche miteinbezogen. Seine kommentierte Zusammenstellung gewährt einen einzigartigen Einblick in die für uns heute unverständliche Stimmungslage.

Mit Hörbuch-CD „Der Heilige Krieg“ inklusive Originalmusik aus dieser Zeit. Hören Sie außerdem Kaiser Franz Josef im Originalton in der Kriegsbotschaft an sein Volk! Via Edition Raetia

Eva-Maria Bast: Mondjahre

Eva-Maria Bast: Mondjahre

Eva-Maria Bast: Mondjahre. Ein historischer Roman vom Bodensee.. Gmeiner-Verlag 2014, 466 Seiten, Taschenbuch 11,99 Euro, ePub 9,99 Euro, PDF 9,99 Euro.

Eva-Maria Bast erzählt eine spannende Geschichte. Nach guter alter Krimi-Tradition gibt es Cliffhanger und “Had-I-but-known”-Elemente, die trotz ihrer Offensichtlichkeit die Spannung tatsächlich steigern. In der Geschichte Überlingens ist Eva-Maria Bast sehr bewandert und setzt die Auswirkungen der Kriegsereignisse überzeugend in Szene: Handarbeitskränzchen und Gemüseanbau als kriegswichtiges Engagement der Frauen z. B.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, denn die Geschichte, und zwar gerade die, auf deren Spuren sich Zita in Gefahr begibt, ist noch nicht zu Ende erzählt. Auch Sophies und Pierres Geschick ist am Ende noch nicht geklärt. Es wird einen Folgeband geben. Der spielt dann aber nicht mehr im Umfeld des Ersten Weltkriegs, sondern in der Nazizeit und während des Zweiten Weltkriegs. Via Kölner Leselust

Horst Bosetzky: Fahnenflucht

Horst Bosetzky: Fahnenflucht

Horst Bosetzky: Fahnenflucht. Gmeiner-Verlag 2013, 304 Seiten. 304 Seiten, Taschenbuch 9,99 Euro, ePub 8,99 Euro, PDF 8,99 Euro.

Mord im Berliner Frisiersalon Berlin im Jahre 1917. Es gibt Massenstreiks gegen den Krieg und Hunger, auf den Märkten werden Stände geplündert, Schwarzhändler erzielen Höchstpreise. Um nicht an der Front verheizt zu werden, desertiert der junge Friseur Louis Maleike, verkleidet sich als Frau und lebt als Louise Schulz in einem kriegsbedingt geschlossenen Herrenfrisiersalon. Als ein Mord geschieht, gerät Louise alias Louis unter Verdacht und muss untertauchen. Kommissar Fokko v. Falkenrhede heftet sich an seine Fersen …

Horst Bosetzky wurde in Berlin geboren. Der emeritierte Professor für Soziologie veröffentlichte neben wissenschaftlichen Arbeiten zahlreiche, zum Teil verfilmte und preisgekrönte Kriminalromane. Er war zehn Jahre lang Sprecher des SYNDIKATS und Gründungsmitglied von QUO VADIS. Via Gmeiner-Verlag

Heiger Ostertag: Potsdamer Affäre

Heiger Ostertag: Potsdamer Affäre

Heiger Ostertag: Potsdamer Affäre. Kriminalroman. Gmeiner-Verlag 2013, 344 Seiten. Taschenbuch 11,99 Euro, ePub 9,99 Euro, PDF 9,99 Euro.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Hinter den Kulissen der europäischen Großmächte wird längst gekämpft, der Krieg der Geheimdienste hat begonnen. Der 23-jährige Oberleutnant Wedigo von Wedel aus dem 1. Garderegiment in Potsdam wird nach Berlin abkommandiert. Die Abteilung III b, die Geheimdienstabteilung des Deutschen Generalstabs, hat ihn angefordert, um feindliche Agenten aufzuspüren. Von Wedel stürzt sich in die glitzernde Halbwelt des künstlerischen Berlins, wo neben zwielichtigen Gestalten eine verführerische Gräfin auf ihn wartet.

Dr. Heiger Ostertag war zunächst Luftwaffenoffizier und studierte anschließend in München und Freiburg Germanistik, Geschichte und Nordgermanische Philologie. Seit den 90er-Jahren ist er als Autor und Historiker in Forschung und Lehre tätig. Nach Milieuromanen und Kriminalgeschichten schreibt Ostertag primär Romane mit historischem Hintergrund. Mit Potsdamer Affäre gab er sein Debüt im Gmeiner-Verlag. Via Gmeiner-Verlag

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung des „Duftenden Doppelpunktes“ durch Empfehlung des Literaturblogs an FreundInnen und Bekannte!

Beiträge vor einem Jahr:
80 Jahre Bücherverbrennung - sommerliche Zusatzrunde

Schnipsel aus Literatur, Wissenschaft und Politik – Teil 10

3. Juli 2014 von eag

Nach längerer Pause veröffentlichen wir im „Duftenden Doppelpunkt“ wieder einmal eine Auswahl von Beiträgen, die wir in den letzten Wochen auf Facebook, Twitter oder Google+ veröffentlicht haben.

Ausstellung in der Wienbibliothek „Es ist Frühling, und ich lebe noch“. Eine Geschichte des Ersten Weltkriegs in Infinitiven. Von Aufzeichnen bis Zensieren.

Übersicht über die Publikationen und Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb zum Thema „Aktiv gegen Rechtsextremismus“.

Österreichisches Deutsch als Unterrichts- und Bildungssprache. Durch die Broschüre Österreichisches Deutsch als Unterrichts- und Bildungssprache „soll es ermöglicht werden, den Stellenwert des österreichischen Standarddeutsch als gleichberechtigte und gleichwertige nationale Varietät der deutschen Sprache neben dem deutschen und Schweizer Standard zu unterstreichen und bei den Schülerinnen und Schülern eine entsprechende Sprachaufmerksamkeit zu fördern. (…) Die vorliegenden Materialien laden Lehrende, Studierende (als zukünftige Lehrende) und Lernende dazu ein, das österreichische Deutsch als Varietät der deutschen Sprache in der vielfältigen „Sprachenlandschaft“, die uns umgibt, bewusst wahrzunehmen und auf Basis von grundlegendemWissen zu reflektieren.“

Für eine Bibliothek des Erinnerns. Neue Bücher braucht das Land? Reichen die jährlich rund 80.000 deutschen Neuerscheinungen nicht, die auf den Buchmessen präsentiert werden? Wir werden begraben unter Bergen verzichtbarer Literatur, Eintagsfliegen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind. Und wie steht es um die wichtigen Titel, die heute kaum noch einer kennt? Kolumne von Fritz J. Raddatz in DIE WELT.

Leander Sukov schreibt über Lili Grün und ihr Buch Mädchenhimmel! „Ach, wie gerne hätte ich sie kennengelernt, jetzt, nachdem ich sie kennengelernt habe: Mädchenhimmel! hab ich gelesen. Ganz sehnsüchtig bin ich nach ihr, nach Lili Grün. Aber ich kann sie nicht kennenlernen und hätte sie auch nie kennenlernen gekonnt, denn Lili Grün wurde 1942 ermordet und da war ich, falls es diesen Zustand geben sollte, ungeboren.
Der Aviva-Verlag hat mir die Sehnsucht angetan. Er gibt seit 2009 das Werk von Lili Grün heraus. Bislang ist es ganz an mir vorbegegangen. „Herz über Bord“ und „Loni in der Kleinstadt“ – das muss ich unbedingt noch lesen. Unbedingt. Und so wie es mir geht, wird es auch anderen gehen.
Einen kurzen Blick nur wollte ich werfen in das Buch, das man mir zur Rezension zugesandt hatte und dann war der Abend gelaufen und ich las Mädchenhimmel!, dieses Buch, zu dessen Titel unbedingt das Ausrufezeichen gehört, weil auch das Gedicht, welches dem Buch den Titel spendet, eines hat. …“

50 Jahre Anwerbeabkommen Österreich-Türkei – Geschichte in Zitaten. Wer weiß in Österreich heute noch, dass „Gastarbeiter“ aus Spanien, der Türkei und Jugoslawien aktiv ins Land geholt wurden? Wer erinnert sich daran, dass Österreich den Wirtschaftsaufschwung in den 1960er und 1970er Jahren in beträchtlichem Ausmaß diesen „Gastarbeitern“ verdankt? Und wer hat schon von Österreichs Angst gehört, die „Gastarbeiter“ könnten sich für Deutschland oder die Schweiz entscheiden, weil diese Länder attraktivere Arbeitsbedingungen anboten?

Neonazi-Graffiti Epidemie. Die Stadtverwaltung in Salzburg kam mit der Reinigung nicht nach. Auf Hauswänden, in Toreingängen, auf parkenden Autos, Postkästen, Telefonzellen und Müllcontainern waren eines Morgens Aufschriften wie „NS statt US“ zu sehen, hingesprayt im Dunkel der Nacht, mit schwer zu entfernendem Sprühlack.

Online-Buchmarkt Amazon blockiert Buchverlage in Europa. In Amerika drückt der Online-Versandhändler Buchverlagen massive Preisnachlässe auf. Wer nicht pariert, dessen Bücher werden später ausgeliefert.

Die MindCrusher Studios bieten unter einer Creative Commons Lizenz professionell produzierte Hörspiele kostenlos zum Download an.

Die Stiftung Lesen unterstützt mit dem „Netzwerk Vorlesen“ Vorleser und Organisatoren von lokalen und regionalen Vorlese-Initiativen. MSie finden auf der Site neben allgemeinen Informationen rund um ehrenamtliches Vorlesen auch konkrete Tipps zum Vorlesen für verschiedene Zielgruppen, Kontaktadressen von Vorlese-Initiativen und Online-Schulungen.

Der kleine Plagiats- und Täuschungskompass. Auch wenn der Titel der Broschüre „Der Kleine Plagiats- und Täuschungskompass“ Hilfestellung bei der Verwendung unerlaubter Hilfsmittel suggerieren mag, so verbirgt sich hinter diesem bewusst ironisch gewählten Titel eine Sammlung von Informationen, in welchen rechtlichen Rahmen die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel einzubinden ist, welche Konsequenzen sich bei deren Verwendung ergeben und welche Hilfestellungen es gibt, diese unerlaubten Hilfsmittel zu vermeiden. Der Kleine Plagiats- und Täuschungskompass soll Leitfaden und praktische Arbeits- und Entscheidungshilfe sein.

Die Bücherfreundin Bona Peiser war die erste Bibliothekarin in Deutschland. Ausgerechnet im Jahr ihres 150. Geburtstages soll in Berlin eine nach ihr benannte Bücherei geschlossen werden.

Beiträge vor einem Jahr:
80 Jahre Bücherverbrennung – Literaturquiz Teil 12

Bezirksschreiberin von Wien Mariahilf – Petra Öllinger

2. Juli 2014 von eag

Petra Öllinger, eine der beiden „Duftenden Doppelpunkte“, ist 2014/2015 die „1. Mariahilfer Bezirksschreiberin“.
Im Rahmen der Finissage von „schau:zu_fuss“ im ega gratulierten Bezirksvorsteher Markus Rumelhart und Kilian Franer, Vorsitzender der Kulturkommission, Petra Öllinger und überreichten ihr symbolisch das Stipendium als Mariahilfer Bezirksschreiberin.

Petra Öllinger und Bezirksvorsteher Markus Rumelhart bei der symbolischen Überreichung des Stipendiums

Bezirksvorsteher Markus Rumelhart gratuliert Petra Öllinger

Die Ver­lei­hungs­ur­kun­des Stipendiums als 1. Mariahilfer Bezirksschreiberin

Die Ver­lei­hungs­ur­kun­de des Stipendiums

... verzeichnet in den Mariahilfer Annalen

In den Annalen Mariahilfs als 1. Bezirksschreiberin verzeichnet

Mit dieser Initiative möchte die Mariahilfer Bezirkspolitik AutorInnen anregen, sich mit dem 6. Bezirk schreibend auseinanderzusetzen. Teilnehmen konnten alle AutorInnen, die über einen Wohnsitz in Wien verfügen. Ein spezielles Thema war nicht vorgegeben, hingewiesen wurde auf das kulturelle Schwerpunktthema des Bezirks für 2014: „Zu Fuß in Mariahilf“.

Das Konzept, Mariahilf aus der Perspektive zweier Mäuse zu erleben, hat die Jury überzeugt.
So werden Sie Anfang 2015 zwei ganz besondere Vertreter dieser Spezies bei ihren Entdeckungen und Abenteuern im 6. Wiener Gemeindebezirk begleiten können: Herr Leopold, seines Zeichens Bibliothekar im Ruhenstand, und sein bei ihm urlaubender junger Neffe Theophilus.

Beiträge vor einem Jahr:
Martina Wied

Brillis Wort zum Montag

16. Juni 2014 von bp

Abschied von unserer Brilli

Wir sind so unsagbar traurig.

Hauskaspar I, Hauskaspar II, Zwetschke und die Doppelpunkte

Redaktionshund Brilli

Der du meine Wege mit mir gehst,
Jede Laune meiner Wimper spürst,
Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst -
Weißt du wohl, wie heiß du oft mich rührst?

Wenn ich tot bin darfst du gar nicht trauern.
Meine Liebe wird mich überdauern
Und in fremden Kleidern dir begegnen
Und dich segnen.

Lebe, lache gut!
Mache deine Sache gut!

Joachim Ringelnatz (1883-1934)