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Internationaler Frauentag 2013

Alljährlich wird am 8. März der Internationale Frauentag bzw. Weltfrauentag gefeiert.

Er geht auf eine Initiative von Clara Zetkin aus dem Jahre 1910 zurück. Erstmals begangen wurde er im folgenden Jahr am 19. März. Mehr als eine Million Frauen beteiligten sich an diesem 1. Internationalen Frauentag. In Wien demonstrierten damals mehr als 20.000 Menschen für die Einführung des Frauenwahlrechts.

Weitere Ziele waren beispielsweise: der 8-Stunden-Tag, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Festsetzung von Mindestlöhnen, Mutter- und Kinderschutz und das Engagement gegen den sich abzeichnenden Krieg.

„Brot und Rosen“: Die Fotografien der Rosen bzw. die E-Cards knüpfen an den Titel eines Liedes aus dem Jahre 1912 an. Es entstand bei einem Streik von 14.000 Textilarbeiterinnen für bessere Löhne und gegen Kinderarbeit in Lawrence, USA. Der Slogan „Brot und Rosen“ wurde zum Leitspruch nicht nur der amerikanischen Frauenbewegung. In ihm werden beide Komponenten eines schönen, menschenwürdigen Lebens vereint: Brot als Grundlage, um nicht in Armut leben zu müssen und Rosen als Ausdruck für das Schöne.

Seither wurde viel erreicht. Allerdings fiel den Frauen davon nichts in den Schoss. Jeder Schritt in Richtung Gleichberechtigung wurde durch das Engagement vieler Frauen, aber auch einer Reihe von Männern durchgesetzt.

Zurzeit ist es in Österreich recht ruhig um den Internationalen Frauentag geworden.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Möglicherweise knüpfen einige der frauenpolitischen Forderungen zuwenig an der Lebenswirklichkeit der meisten Frauen an.

Wir brauchen in Österreich Rahmenbedingungen, in denen Frauen sich umfassend entfalten können. Dazu sind beispielsweise Verbesserungen im Bereich der Kinderbetreuung und der Schule von existenzieller Bedeutung. Noch immer ist das Prinzip „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ nicht in allen Bereichen durchgesetzt, sind immer mehr Menschen von Präkarisierung und Lohndumping betroffen.

Ob die Mehrheit der Frauen, das Vorhandensein einer „Gläsernen Decke“, die sie voraussichtlich nie erreichen werden, sehr beschäftigt?

Die Grünen haben immerhin eine humorvolle Kampagne zum heurigen Internationalen Frauentag unter dem Motto „Mehr Frauen an die Spitze!“ auf die Beine gestellt. Das Plakat können Interessierte online bestellen.

Hans Rauscher schreibt über das Plakat am 6. März 2013 im „Einserkastl“ in „Der Standard“:
„Werner Faymann schaut in dieser Darstellungsform jetzt ein wenig so aus wie die nette Kassiererin von der SPÖ-Bezirksleitung Liesing mit Rollkragenpulli und kratzigem Wollkleid; aus Michael Spindelegger haben sie eine etwas altjüngferliche Leiterin bei der katholischen Jungschar gemacht, aus Stronach eine Omi mit Zinshaus, die den Enkerln immer etwas mitbringt; und aus Strache eine adrette Lehrerin in der Neuen Mittelschule.“

Es ist sympathisch, wenn Politik zur Abwechslung einmal witzig daherkommt.

Aber bitte keine weiblichen Politikerklone, die „ihre Originale“ mit einem Potpourri aus Populismus, Inkompetenz und Dogmatismus noch übertreffen.

Natürlich kann man es in diesem Zusammenhang auch mit Heidi Kabel halten: „Die Emanzipation ist erst dann vollendet, wenn auch einmal eine total unfähige Frau in eine verantwortliche Position aufgerückt ist.“

Ein weitestgehend ausgeglichener Anteil von Männern und Frauen in der Politik sollte selbstverständlich sein. Ob die anderen Parteien mit der Kampagne „Mehr Frauen an die Spitze!“ zu einem höheren Frauenanteil bei der Erstellung der KandidatInnenlisten für die nächsten Wahlen bewegt werden können?

Mehr Frauen in die Politik ist ohne Zweifel eine wichtige Forderung. Ob sie eine der zentralen Sorgen der Frauen im heutigen Österreich darstellt, darf bezweifelt werden.

Literaturliste: Frauentag – Frauengeschichte – Feminismus heute.

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