EIN WÜRDIGES GEDENKEN DER OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS
Im letzen Jahr thematisierten wir, unter anderem auch hier im „Duftenden Doppelpunkt“, mehrmals die Frage wie in Wien Mariahilf mit dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus umgegangen wird. Wir meinen, in einer Zeit, in der Rassismus, Antisemitismus und AusländerInnenfeidlichkeit wieder salonfähig werden, ist es ein Gebot der Stunde, aus der Geschichte zu lernen und der Opfer würdig zu gedenken.
In diesem Zusammenhang ersuchen wir Sie um Unterstützung unserer Petition „Mariahilfer Synagoge – Für einen würdigen Ort des Gedenkens“.
Petition „Mariahilfer Synagoge – Für einen würdigen Ort des Gedenkens“
In Anlehnung an das Zitat von Bert Brecht „Schwierigkeiten werden nicht dadurch überwunden, daß sie verschwiegen werden“ ist Petra Öllingers Beitrag zu entnehmen, wie man von Seiten der (politisch) Verantwortlichen glaubt, mit sachlicher Kritik umgehen zu können.
„Bestnote“ oder „Selten so gelacht“
Vom einzelnen „Beschwerdeführer“ zu vielen PetitionsunterzeichnerInnen.
Viele Menschen haben bereits die Petition unterschrieben und weitergeleitet. Auf diesem Weg ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung.
Langsam aber sicher scheint zumindest einigen (politisch) Verantwortlichen bewußt zu werden, daß die Forderung nach einem würdigen Gedenkort nicht dem Kopf eines einzelnen Beschwerdeführers (1) entspringt.
Antwort auf das Schreiben von Georg Schober vom 29. Oktober 2009 fehlen allerdings nach wie vor von Herrn Werner Haslauer (Die Grünen – Bezirksvorsteherin-Stellvertreter), Herrn Dfkm. Hubert Grillmayer (Klubobmann der FPÖ Mariahilf), Frau Waltraud Evangelisti (Direktorin des PensionistInnenwohnheimes Mariahilf), Frau Mag.a Sonja Wehsely (Präsidentin des Kuratoriums Wiener PensionistInnen-Wohnhäuser), Herrn Mag. Raimund Fastenbauer (Israelitische Kultusgemeinde, Generalsekretär für jüdische Angelegenheiten). (2)
Seitens der Geschäftsführung des Kuratoriums der Wiener PensionistInnen-Wohnhäuser zeigt man sich „engagiert“: Aus einem Antwortschreiben (unter „cc“ an die Initiative Mariahilfer Synagoge – Für einen würdigen Ort des Gedenkens) geht hervor, daß es ein Anliegen des Kuratoriums ist, die Beschmierungen rasch und dauerhaft zu entfernen. Wer einen Blick auf die Fotos wirft, wird feststellen: Von einer dauerhaften ENTFERNUNG kann nicht die Rede sein. Es gäbe auch tägliche Kontrollen und gegebenenfalls eine Reinigung. Es stellt sich nur die Frage, was wird kontrolliert: Beschmierung noch da, Gedenkort noch verpißt – paßt?
Zusammenfassend läßt sich festhalten: Dieses Für-dumm-Verkaufen der Menschen verdient die Bestnote. Selten so gelacht …
1 Beschwerdeführer: diesen Zusatznamen erhielt Georg Schober im letzten Jahr von der Direktion des PensionistInnenwohnheimes, als er auf die damaligen Beschmierungen neben der Gedenktafel aufmerksam machte …
2 Reagiert auf das Schreiben haben bis jetzt lediglich folgende Stellen bzw. Personen: Die MA 7 teilte mit, daß die Entfernung der Beschmierungen bereits in die Wege geleitet wurde. Frau Bezirskvorsteherin Renate Kaufmann ließ Georg Schober, lediglich unter cc, ein Mail an die Jüdische Kultusgemeinde zukommen (mit dem Inhalt, daß die Reinigung der Tafel veranlaßt wurde). Herr Dr. Hammerer (Obmann der ÖVP-Mariahilf) zeigte sein Interesse und seine Bereitschaft, sich für ein würdiges Gedenken einzusetzen.
Hintergrundinfos zur aktuellen Situation
Fotos der Gedenktafel vor und nach der Reinigung
Beschmierungen und würdiges Gedenken – die Vorgeschichte 2008: Die
Novembrpogrome in Wien und Vom konsequenten Nachhaken.
Beiträge vor einem Jahr:
Festival „anders gesehen, anders gehört“

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