Archiv für September 2009

Bücherflohmarkt in Krumbach

Dienstag, 15. September 2009

Wie jedes Jahr veranstalten die Bücherei Krumbach einen großen Bücherflohmarkt in 6942 Krumbach / Bregenzerwald.

Fr., 2. Oktober 2009 von 8 bis 18 Uhr
Sa., 3. Oktober 2009 von 8 bis 16 Uhr

im Gemeindesaal in A-6942 Krumbach (direkt im Ortskern).

NEU: alle 6.000 Bücher sind nach Genre sortiert, und Wegweiser sorgen für die nötige Übersicht beim Stöbern.

Auf die kleinsten Besucher wartet eine Spielecke.

Parkplätze sind ausreichend vorhanden (Dorfplatz und hinter dem Spar-Markt).

Irene Ferchl (Hgin.): Auf einem Badesteg. Schriftstellerinnen am See

Samstag, 12. September 2009

Mit Lesebändchen ans Gewässer

„Baden, Schwimmen, Spazieren oder Eislaufen und natürlich faul auf einem Badesteg liegen, was sonst kann man an einem See unternehmen?“

Diese Frage stellt Irene Ferchl in ihrem Vorwort von „Auf einem Badesteg. Schriftstellerinnen am See“. Man kann noch viel mehr an einem See unternehmen. Zum Beispiel in diesem Buch über Teiche, Seen, Flüsse, Meere lesen. Und über Menschen, deren Geschichten im Zusammenspiel mit dem Element Wasser handeln.

Die Kulturjournalistin und Herausgeberin von literaturblatt Irene Ferchl, selbst am Bodensee geboren, hat Prosa und Lyrik unterschiedlichster Autorinnen in acht nach Schwerpunkten geordneten Abschnitten versammelt. Zitate aus den jeweiligen Texten, und nicht „nüchterne“ Überschriften, übertiteln diese Abschnitte – ein poetischer Freiraum für die eigenen Gedanken. Ein kurzes Luftholen und dann ein Wieder-Eintauchen beispielsweise in Fanny Lewalds „Eine Winternacht am See“, Elisabeth Borchers „Später Nachmittag“, Virginia Woolfs „Die Faszination des Teichs“, Katharina Hagenas „Schwimmen ist Fliegen für Feiglinge“ oder in drei Gedichte von Elisabeth, Kaiserin von Österreich. Schwarz-Weiß-Fotos von Gewässern „aller Art“ vervollständigen das Bild eines wieder mit Hingabe gestalteten Buches – sowohl den Inhalt als auch die optische Aufbereitung betreffend.

Überhaupt die Buchgestaltung: An dieser Stelle muß auch einmal auf die Praktikabiliät der Aviva-Bücher hingewiesen werden. Da ist erstens das Lesebändchen! Alle jene, die ihrer als Lesezeichen verwendete Postkarten, Kassenzettel oder Kuverts schon mal in Uferböschungen, zwischen Badesteg-Planken oder durch „leichte“ Meeresbrisen verlustig geworden sind, werden dieses „Utensil“ schätzen. Da ist zweitens der Buchdeckel. Er hält Wasserspritzern und Sonnenölattacken stand und läuft nicht Gefahr, Eselsohren aufzustellen. Und jene, die sich nicht an und auf und in Gewässern tummeln können, sei versichert: Das Buch ersetzt auch einen Aufenthalt am See.

Petra Öllinger

Buchcover - Auf einem Badesteg

Buchcover - Auf einem Badesteg

Irene Ferchl (Hgin.) – Auf einem Badesteg. Schriftstellerinnen am See.

Aviva Verlag, Berlin, 2009. 192 Seiten, € 17,80 (D).

Bereich: Frauen – Literatur

Konzepte zur Literaturvermittlung

Mittwoch, 9. September 2009

Um die Bibliothekarinnen und Bibliothekare bei der Veranstaltungsarbeit zu unterstützen, gibt der Büchereiverband Österreichs eine Schriftenreihe in Form einer Online-Publikation mit dem Titel „Konzepte zur Literaturvermittlung“ heraus.

Heft 1: Lesenächte. Allgemeines, Tipps und Anregungen
Heft 2: Literaturkreise. Allgemeines, Vorbereitung, Durchführung
Heft 3: Vorlesestunden. Allgemeines, Tipps und Anregungen.

Via Österreich liest

Lesung – Wiener Schreibpädagogik

Dienstag, 8. September 2009

AbsolventInnen des Lehrgangs Wiener Schreibpädagogik präsentieren ausgewählte Texte.

Donnerstag, 17. September 2009, Beginn 19 Uhr im VORSTADT, Herbststraße 37, 1160 Wien

Es lesen:
Inge Böhm
Barbara Drucker
Erika Ferenczy
Katja Hendling
Roswitha Perfahl
Christl Scheiwein

Donnerstag, 8. Oktober 2009, Beginn 19 Uhr, Österreichische Gesellschaft für Literatur, Palais Wilczek, Herreng. 5, 1010 Wien

Es lesen:
Sonntraut Diwald
Michaela Holler
Margarita Kinstner
Hannah Sideris
Andrea Wendl

Twitter-Lesung und „Wanderung“

Dienstag, 8. September 2009

Eine Auswahl der schönsten „Früchte“ des vom Literaturblog „Duftender Doppelpunkt“ veranstalteten Literatur-Twitter werden in Lhotzkys Literaturbuffet kredenzt.
Zuvor werden die T-Shirts und Buttons mit den Texten der von der Jury ausgewählten Texten bei GuterStoff, dem Sponsor des Literatur-Twitter, an die anwesenden PreisträgerInnen überreicht.

Die Tweets werden von den JurorInnen Robert Lender, Nadine Pauland und den „Doppelpunkten“ Petra Öllinger und Georg Schober gelesen. Alle TeilnehmerInnen des Literatur-Twitter sind herzlich eingeladen, die Lesung durch die Präsentation ihrer, im Rahmen der Ausschreibung veröffentlichten Tweets, zu ergänzen.

Neben den zehn PreisträgerInnen, hatte jedes Jurymitglied einen persönlichen „Joker“ zur Verfügung. Damit konnte jede/r aus der Jury für einen seiner / ihrer Lieblingstweets, der nicht unter die ersten zehn kam, einen Spezialpreis vergeben. Im Rahmen der Twitter-Lesung werden auch die Texte der SpezialpreisträgerInnen vorgestellt.

Wann:
05. Oktober 2009 19:00 beziehungsweise 19:30

Wo:
Der Abend startet im Rahmend der Preisübergabe bei GuterStoff, Glockengasse 8a, 1020 Wien.
Danach geht’s weiter zur Twitterlesung im Lhotzkys Literaturbuffet, Rotensterngasse 2 (Ecke Taborstraße 28), 1020 Wien.
Die beiden Veranstaltungsorte liegen zu Fuß eine Minute auseinander und können somit auch ohne (t)witterungsbeständige Kleidung und Schuhwerk erwandert werden …

Colin Cotterill: Dr. Siri sieht Gespenster

Montag, 7. September 2009

Durch die Hitze mit dreiundreißig Zähnen

Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer von Laos, ist auch in seinem zweiten Fall kein wohlverdienter Ruhestand gegönnt. Und auch dieses Mal ist der gewitzte Held mit allerlei Seltsamen konfrontiert.

Dem alten Fuchs Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer von Laos, ist auch in seinem zweiten Fall nicht der wohlverdiente Ruhestand gegönnt. Und auch dieses Mal ist er in seinr Arbeit als Pathologe mit allerlei Seltsamen konfrontiert.

Laos leidet unter brütender Hitze. Eine Bestie treibt ihr Unwesen in den Straßen von Vientiane und zerfleischt unter anderem eine Frau auf dem Plumpsklo. Zwei tote Radfahrer landen auf Dr. Siris Seziertisch. Holzpuppen in einer Truhe treiben ihr Unwesen. Dtui, Krankenschwester und Siris Assistentin, verschwindet plötzlich spurlos. Ein Mann reißt sich den Kopf ab. Dies ist nur eine kleine Auswahl an Eigenartigkeiten, die Dr. Siri Gespenster sehen läßt. Daß er dazwischen auch tot ist, tut seiner Tatkraft keinen Abbruch.

In der wieder sehr gelungen Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Mohr führt der Autor Colin Cotterill durch das Laos der 1970-Jahre, und dies in einer sehr unterhaltsamen Mischung aus Spannung und Witz. Die Leserinnen und Leser treten in Kapitel wie „Ende einer Durchfallkranken“, „Der Krötenimitator“ oder „Der Mond ist ausgegangen“ eine Reise in das auch heute noch kaum bekannte Land an.

Colin Cotterill, der am 16. Juli dieses Jahres von der Criminal Writers‘ Association (CWA) mit dem Dagger in the Library (Auszeichnung für Kriminalliteratur in Großbritannien – Autor des Jahres in den Ausleihbibliotheken) ausgezeichnet wurde, gelingt wie schon im ersten in seinem ersten Krimi „Dr. Siri und seine Toten“ der Spagat zwischen Glaubwürdigkeit und teilweise völlig absurdem Geschehen. Sei es Dr. Siris Fähigkeit, mit den Geistern von Verstorbenen zu kommunizieren ist er doch kein geringerer als die Wiedergeburt des großen Yeh Ming (der englische Originaltitel „Thirty Three Teeth“ bezieht sich auf den Umstand, „dass man sozusagen als Brücke zur Geisterwelt geboren wurde“). Seien es traditionelle Zauberer und „Genossen Schamanen“, die sich auf Geheiß des Kulturministeriums im Rathaus einfinden müssen, damit diese den Königsgeistern ein Ultimatum stellen (zum Schreien komisch das Kapitel „Der Exorzismus-Conga“) – die seltsamen Puzzleteile fügen sich immer zu einem kohärenten Ganzen.

Das Ende sei hier natürlich nicht verraten, nur soviel, daß alles in allem gar nicht so schlecht ausgeht. Einziger Wermutstropfen: „Dr. Siri sieht Gespenster“ ist vorerst der letzte ins Deutsche übersetzte Band. Jedoch sind weitere Titel bei Manhattan in Vorbereitung (da wären noch „Disco fort the Departed“ und „Anarchy and Old Dogs“), denn, um es mit Loriots Worten in etwas abgewandelter Form zu sagen: Man kann ohne Dr. Siri leben, aber es lohnt sich nicht.

Petra Öllinger

Buchcover - Dr. Siri sieht Gespenster

Buchcover - Dr. Siri sieht Gespenster

Colin Cotterill – Dr. Siri sieht Gespenster. Originaltitel: Thirty Three Teethes. Aus dem Englischen von Thomas Mohr

Manhattan bei Goldmann, Randomhouse, München, 2009. 320 Seiten, € 18,50 (Ö).

Bereich: Kriminalroman

Über Colin Cotterill:

The Dagger Award