Archiv für September 2009

Twitter-Lesung und „Wanderung“

Dienstag, 8. September 2009

Eine Auswahl der schönsten „Früchte“ des vom Literaturblog „Duftender Doppelpunkt“ veranstalteten Literatur-Twitter werden in Lhotzkys Literaturbuffet kredenzt.
Zuvor werden die T-Shirts und Buttons mit den Texten der von der Jury ausgewählten Texten bei GuterStoff, dem Sponsor des Literatur-Twitter, an die anwesenden PreisträgerInnen überreicht.

Die Tweets werden von den JurorInnen Robert Lender, Nadine Pauland und den „Doppelpunkten“ Petra Öllinger und Georg Schober gelesen. Alle TeilnehmerInnen des Literatur-Twitter sind herzlich eingeladen, die Lesung durch die Präsentation ihrer, im Rahmen der Ausschreibung veröffentlichten Tweets, zu ergänzen.

Neben den zehn PreisträgerInnen, hatte jedes Jurymitglied einen persönlichen „Joker“ zur Verfügung. Damit konnte jede/r aus der Jury für einen seiner / ihrer Lieblingstweets, der nicht unter die ersten zehn kam, einen Spezialpreis vergeben. Im Rahmen der Twitter-Lesung werden auch die Texte der SpezialpreisträgerInnen vorgestellt.

Wann:
05. Oktober 2009 19:00 beziehungsweise 19:30

Wo:
Der Abend startet im Rahmend der Preisübergabe bei GuterStoff, Glockengasse 8a, 1020 Wien.
Danach geht’s weiter zur Twitterlesung im Lhotzkys Literaturbuffet, Rotensterngasse 2 (Ecke Taborstraße 28), 1020 Wien.
Die beiden Veranstaltungsorte liegen zu Fuß eine Minute auseinander und können somit auch ohne (t)witterungsbeständige Kleidung und Schuhwerk erwandert werden …

Colin Cotterill: Dr. Siri sieht Gespenster

Montag, 7. September 2009

Durch die Hitze mit dreiundreißig Zähnen

Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer von Laos, ist auch in seinem zweiten Fall kein wohlverdienter Ruhestand gegönnt. Und auch dieses Mal ist der gewitzte Held mit allerlei Seltsamen konfrontiert.

Dem alten Fuchs Dr. Siri Paiboun, einziger Leichenbeschauer von Laos, ist auch in seinem zweiten Fall nicht der wohlverdiente Ruhestand gegönnt. Und auch dieses Mal ist er in seinr Arbeit als Pathologe mit allerlei Seltsamen konfrontiert.

Laos leidet unter brütender Hitze. Eine Bestie treibt ihr Unwesen in den Straßen von Vientiane und zerfleischt unter anderem eine Frau auf dem Plumpsklo. Zwei tote Radfahrer landen auf Dr. Siris Seziertisch. Holzpuppen in einer Truhe treiben ihr Unwesen. Dtui, Krankenschwester und Siris Assistentin, verschwindet plötzlich spurlos. Ein Mann reißt sich den Kopf ab. Dies ist nur eine kleine Auswahl an Eigenartigkeiten, die Dr. Siri Gespenster sehen läßt. Daß er dazwischen auch tot ist, tut seiner Tatkraft keinen Abbruch.

In der wieder sehr gelungen Übersetzung aus dem Englischen von Thomas Mohr führt der Autor Colin Cotterill durch das Laos der 1970-Jahre, und dies in einer sehr unterhaltsamen Mischung aus Spannung und Witz. Die Leserinnen und Leser treten in Kapitel wie „Ende einer Durchfallkranken“, „Der Krötenimitator“ oder „Der Mond ist ausgegangen“ eine Reise in das auch heute noch kaum bekannte Land an.

Colin Cotterill, der am 16. Juli dieses Jahres von der Criminal Writers‘ Association (CWA) mit dem Dagger in the Library (Auszeichnung für Kriminalliteratur in Großbritannien – Autor des Jahres in den Ausleihbibliotheken) ausgezeichnet wurde, gelingt wie schon im ersten in seinem ersten Krimi „Dr. Siri und seine Toten“ der Spagat zwischen Glaubwürdigkeit und teilweise völlig absurdem Geschehen. Sei es Dr. Siris Fähigkeit, mit den Geistern von Verstorbenen zu kommunizieren ist er doch kein geringerer als die Wiedergeburt des großen Yeh Ming (der englische Originaltitel „Thirty Three Teeth“ bezieht sich auf den Umstand, „dass man sozusagen als Brücke zur Geisterwelt geboren wurde“). Seien es traditionelle Zauberer und „Genossen Schamanen“, die sich auf Geheiß des Kulturministeriums im Rathaus einfinden müssen, damit diese den Königsgeistern ein Ultimatum stellen (zum Schreien komisch das Kapitel „Der Exorzismus-Conga“) – die seltsamen Puzzleteile fügen sich immer zu einem kohärenten Ganzen.

Das Ende sei hier natürlich nicht verraten, nur soviel, daß alles in allem gar nicht so schlecht ausgeht. Einziger Wermutstropfen: „Dr. Siri sieht Gespenster“ ist vorerst der letzte ins Deutsche übersetzte Band. Jedoch sind weitere Titel bei Manhattan in Vorbereitung (da wären noch „Disco fort the Departed“ und „Anarchy and Old Dogs“), denn, um es mit Loriots Worten in etwas abgewandelter Form zu sagen: Man kann ohne Dr. Siri leben, aber es lohnt sich nicht.

Petra Öllinger

Buchcover - Dr. Siri sieht Gespenster

Buchcover - Dr. Siri sieht Gespenster

Colin Cotterill – Dr. Siri sieht Gespenster. Originaltitel: Thirty Three Teethes. Aus dem Englischen von Thomas Mohr

Manhattan bei Goldmann, Randomhouse, München, 2009. 320 Seiten, € 18,50 (Ö).

Bereich: Kriminalroman

Über Colin Cotterill:

The Dagger Award

Dialekt Poetry Slam

Montag, 7. September 2009

Die Slamsaison 2009/10 beginnt

… mit dem „Kick off“ des WELTWEIT einzigen, regelmäßigen Dialekt Poetry Slam

Kult-Ur-Verein Tschocherl
Wo: 1150, Wurmsergasse 42
Wann: 8. Sept 2009, 20.00 h

Literaturliste Lobbyarbeit

Montag, 7. September 2009

Der Berufsverband Information Bibliothek (BIB) hat in diesem Jahr das Thema „Lobbyarbeit für Bibliotheken“ zum Schwerpunktthema gewählt.
In diesem Zusammenhang steht der interessierten Öffentlichkeit eine Literaturliste zur Verfügung.

Via OPL-Arbeitskreis Berlin-Brandenburg

Werner Stangl

Sonntag, 6. September 2009

Werner Stangl, er twittert unter „west47″, wurde dieser Tage gleich zwei Mal für seine literarische Arbeit ausgezeichnet. Neben einem zweiten Preis im Rahmen des Literatur-Twitter des „Duftenden Doppelpunktes“ erhielt er den ersten Preis für die Texte “My Private Angel” sowie “Rück.Blick”. Der Preis wird durch die „Freunde zeitgenössischer Dichtung“ im Rahmen des Lyrik / Prosa /Märchenpreises der Gemeinde Alberndorf verliehen.

Die Jury des Literatur-Twitter und die „Duftenden Doppelpunkte“ Petra Öllinger und Georg Schober gratulieren herzlichst.

Lesung: Doris Nussbaumer

Samstag, 5. September 2009

Die Autorin: „Ich schreibe Lyrik voll von Fossilien, Eiskristallen und Polarmeeren. Meine Prosa kann im 21. Jahrhundert in einem Land namens Österreich, in einer Stadt namens Wien spielen oder in nicht näher festzulegenden Gebieten zu Zeiten, die historisch oder mythisch erscheinen. Hochdeutsch, Dialekt und die ganze Bandbreite der Sprachebenen dazwischen sind möglich.“

Doris Nussbaumer: „Unbestimmbar Unterschiedlich“
17. September um 19.30 im Cafe Amadeus, 1150, Märzstraße 4 (Linien U6, 49, 6, 9, 18)

Vita: Geboren 1973. Unterrichtet Kreatives Schreiben. 1997 Lise-Meitner-Literaturpreis. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften (Podium, DUM, Wienzeile, Morgenschtean). Vizepräsidentin der ÖDA (Österreichische DialektautorInnen), Gründungsmitglied des BÖS (Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen). Mitorganisation der ersten Widerstandslesung „Sprache ist Handeln“ (2000). 2007 erschien „Meine Sprache heißt Fram, und das Eismeer ist ihre Stille. Lyrik.“ im A-Uhudla-Verlag.

Ich mach was mit Büchern

Freitag, 4. September 2009

Wer noch?

Leander Wattig schreibt auf seiner Site:

Ich erlebe immer wieder, dass Bücher ein enormes Potenzial haben, Menschen zu verbinden. Im Internet wiederum sind aus meiner Sicht jene Menschen, die sich mit Büchern beruflich oder in ihrer Freizeit intensiv beschäftigen, vielfach nur schwach verbunden. Das finde ich schade. Daher habe ich mir eine kleine Aktion überlegt, die vielleicht dazu beitragen kann, die Buchbranche auch im Internet besser sichtbar zu machen und zu vernetzen: Ich mach was mit Büchern.

Diese Wahrnehmung deckt sich weitgehend mit der Sichtweise der beiden duftenden Doppelpunkte Georg Schober und Petra Öllinger. Neben einigen wenigen VorreiterInnen aus dem Bereich der Literatur und der Buchbranche, nähert sich der Großteil der LiteraturfreundInnen nur zögerlich dem Internet bzw. dem Web 2.0 an und nutzt so die Infos und Vernetzungsmöglichkeiten, die das Internet bietet, oft nur rudimentär.

Die Aktion von Leander Wattig Ich mach was mit Büchern bietet eine feine Gelegenheit für eine stärkere Vernetzung. Ergreifen wir sie beim Schopf.

Monika Zachhuber (Hgin.): 6 Worte und mehr über das Leben.

Dienstag, 1. September 2009

Geschichte(n) machen

Jeder Mensch hat eine Geschichte lautet das Motto von Monika Zachhuber. Zwölf Jahre lang stand sie in ihrem Buchladen „Ebbe und Flut“ im dritten Wiener Bezirk den Menschen mit Rat und Tat zur Seite – nicht selten lotste sie KundInnen auch durch persönliche Gezeiten.

Das Geschäft ist leider Geschichte, Monika Zachhubers Umtriebigkeit glücklicherweise nicht. Als Begleiterin für (auto-)biografisches Schreiben regt sie Menschen an, ihre (Lebens-)Geschichten aufzuschreiben. Eine spezielle Form von lebensgeschichtlichen Texten findet sich in „6 Worte und mehr über das Leben“. In diesem Kalender für 2010 brachten TeilnehmerInnen der Schreibwerkstatt „Jeder Mensch hat eine Geschichte“ und des Lehrgangs „Biografisches Schreiben in psychosozialen Berufen“ an der Alice Salomon Hochschule Berlin ihre wichtigsten Lebenstationen in sechs Worten auf den Punkt. Auch autobiographische Texte unter anderem von Isabel Allende, Ingeborg Bachmann, Ruth Klüger, Henning Mankell, Petra Öllinger, Julia Onken, Amos Oz, Brigitte Schwaiger, Karl Valentin finden sich in diesem außergewöhnlichen Begleiter für das kommende Jahr.

Nicht nur Termine können darin festgehalten werden, dieser Kalender motiviert zum eigenen Schreiben durch Anregungen, die zum Erinnern und Aufschreiben inspirieren, in Verbindung mit lebensgeschichtlichen Texten weltbekannter und noch kaum bekannter Autoren und Autorinnen. Darüber hinaus lassen spannende Infos rund ums Lesen & Schreiben, über Erinnerungsprojekte wie Memory Books, Steine der Erinnerung, den Tagebuchtag und Veranstaltungstipps (Schreibworkshops, Buchmessen) die Herzen lese- und schreibfreudiger Menschen höher schlagen.

Petra Öllinger

Buchcover - 6 Worte und mehr über das Leben.

Buchcover - 6 Worte und mehr über das Leben.

Zachhuber Monika (Hgin.) – 6 Worte und mehr über das Leben. Kalender 2010 Jeder Mensch hat eine Geschichte … 384 Seiten, € 14,90 (D).

Erhältlich ist der Kalender in A5-Format direkt bei Ebbe & Flut Textwerkstatt
Monika Zachhuber, Tel./Fax: 01/597 18 26, e-Mail und über den Buchhandel

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