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Archiv für April 2009

Best of BuroCRAZY

Donnerstag, 30. April 2009

Verleihung des goldenen Kaktus für Stolpersteine, Tretminen, Barrieren und sonstigem Wahnsinn in der Kulturverwaltung.

Gründe für Nominierung können z.B. folgende Aspekte umfassen: Vorinformation, Beratung; Einreichtermine, Verfahrensdauer, Bewertungsvorgänge, Kommunikation der Entscheidung, Überweisungsmodalitäten, Abrechnungsprozess, Finanzierungsquoten u.ä.

Belegbarkeit: Es braucht grundlegend eine Belegbarkeit, also z.B. Email- oder Briefverkehr, Vertragsauszüge, etc…Zeitraum: Die Vorkommnisse sollen nach 1994 stattgefunden haben.

IG Kultur Österreich; Kennwort: „Best of BuroCRAZY“, Gumpendorfer Str. 63b, 1060 Wien; office@igkultur.at

10. Internationaler Wolfgangsee Literatursommer

Mittwoch, 29. April 2009

Seminarprogramm vom 8. – 16. August 2009 in Strobl am Wolfgangsee in Österreich

Der Internationale Wolfgangsee Literatursommer ging aus den Strobler Literaturtagen hervor, die seit 1999 jedes Jahr zwischen Juli und September in Strobl am Wolfgangsee abgehalten wurden. Die Strobler Literaturtage hatten es sich zum Ziel gesetzt, ein internationales Diskursforum zu allen Belangen schriftstellerischen Wirkens zu etablieren. Das Forum hat über die Jahre Gestalt angenommen. In zahlreichen Diskussionen wurde aber auch eine Weiterentwicklung dieses Forums gefordert, ohne die derzeitige Struktur zu gefährden. Eine Folge war die Gründung des Internationalen Wolfgangsee Literatursommers.

Als erste Initiative werden vier Seminare für Autor/inn/en angeboten, in denen diese ihre literarischen und marktpolitischen Möglichkeiten ausloten und weiterentwickeln können.

Dabei liegt das Hauptaugenmerk aber nicht nur auf der Produktion von Texten, sondern vor allem auf all jenen handwerklichen Fähigkeiten, die notwendig sind, um auf dem Literaturmarkt zu bestehen.

LiteratursommerTeam und Anmeldung

Lyrikabend im Literaturhaus Mattersburg

Dienstag, 28. April 2009
30.04.2009
19:00

Gedichte von Eleonora Schulmeister, Michael Hess und David Stifter

Sinnlich, unkonventionell und schön antiquiert – so sind die Gedichte der drei burgenländischen LyrikerInnen, die am im Literaturhaus Mattersburg zu hören sind. Eleonora Schulmeister spricht in ihren verzaubernden Gedichten Erotik und Körperlichkeit an. Die Dialektgedichte und Sprachspiele von Michael Hess wirken alltäglich, folgen dabei dem Witz der Worte und bleiben manchmal im Hals stecken. David Stifter sorgt mit Übersetzungen von Liedtexten Nick Caves ins Heanzische oder Gedichten, die sich mit dem Keltischen und anderen alten Sprachen auseinandersetzen, für Überraschungen. Zu hören ist an diesem Abend auch Saxophonmusik von Sándor Rigó, einem ungarischen Musiker.

Wann: Donnerstag, den 30. April, 19.30 Uhr
Wo: Literaturhaus Mattersburg

Objekte von Silke Rath

Montag, 27. April 2009

Wieder zeigt sich, wie kreativ und produktiv die PreisträgerInnen des 1. Literaturpreises „Der Duft des Doppelpunktes – Literatur der Arbeitswelt“ sind.

Dieses Mal bietet Silke Rath einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen im Rahmen einer Ausstellung vom „Kunstkreis Schenefeld“: Objekte von Silke Rath und Rolf Rodde, Bilder von Klaus Kuhrt.

Die Eröffnung findet am Sonntag, den 3. Mai 2009 um 11.00 Uhr im Rathaus Schenefeld, Holstenplatz 5, D-22869 Schenefeld statt.

Die Ausstellung ist bis 17. Mai 2009 zu folgenden Zeiten geöffnet:
Montag bis Samstag 16.00 – 18.00 Uhr, Sonntag 11.00 – 13.00 Uhr, Donnerstag auch von 10.00-12.00 Uhr.

Verleihung des Theodor Kramer Preises

Samstag, 25. April 2009
15.05.2009
19:00

Der diesjährige Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und im Exil geht an die Lyrikerin Ilana Shmueli und den Erzähler Josef Burg. Es lesen: Ilana Shmueli und Felix Mitterer für Josef Burg.

Wann: 15.05.2009 um 19:00
Wo: Minoritenkirche Stein, 3504 Krems-Stein

VeranstaltrInnen: Theodor Kramer Gesellschaft und ULNÖ

Siehe auch den Beitrag „Bücherverbrennung – Exilliteratur“ im Literaurblog „Duftender Doppelpunkt“

VÖB-BLOG

Donnerstag, 23. April 2009

„VÖB-BLOG feiert den 300. Blogeintrag just am Welttag des Buches.“

Der „Duftende Doppelpunkt“ gratuliert! Innerhalb weniger Monate hat sich der VÖB-Blog zu einem der wichtigsten Infopunkte in der österreichischen Bibliothekslandschaft gemausert. Nicht nur für BibliothekarInnen eine Fundgrube rund um Buch und Bibliothek!

Verlag „Der Apfel“ am Wiener Naschmarkt

Donnerstag, 23. April 2009

Zum Welttag des Buches, am 23. April, war der Verlag „Der Apfel“ Gast beim Obst- und Gemüse-Händler Özyürek, Stand 609-610. Der Verlag versucht mit dieser Aktion auch jene Menschen zu erreichen, die sonst nicht mit Büchern in Kontakt kommen würden.

Welttag des Buches

Donnerstag, 23. April 2009

Der 23. April (der Todestag von Shakespeare und Cervantes) ist von der UNESCO 1995 zum Welttag des Buches erklärt worden. In ihrer Proklamation bekräftigt die UNESCO-Generalkonferenz, dass Bücher im Lauf der Menschheitsgeschichte stets einen entscheidenden Beitrag zur Verbreitung und Konservierung von Wissen geleistet haben. Die Etablierung eines Welt-Buchtages, der weltweit in Form verschiedenster Aktivitäten gefeiert wird, sehen die UNESCO und ihre Mitgliedsstaaten als eine der effektivsten Methoden, Leseförderung zu betreiben und das Medium Buch zu bewerben.

Welttag des Buches

Carl von Ossietzky zum Büchertag

Donnerstag, 23. April 2009

Ketzereien zum Büchertag von Carl v. Ossietzky aus: Die Weltbühne, 25. Jahrgang 1929, Nummer 12, Seite 441-445.

Ossietzky von, Carl (03. Oktober 1889 in Hamburg – 04. Mai 1938 in Berlin)
Journalist, Schriftsteller und Pazifist. Als Herausgeber der Zeitschrift „Die Weltbühne“ wurde er wegen Spionage verurteilt, weil die Zeitschrift auf die verbotene Aufrüstung der Reichswehr aufmerksam gemacht hatte. Ossietzky erhielt 1936 rückwirkend den Friedensnobelpreis für das Jahr 1935, dessen persönliche Entgegennahme ihm jedoch von der nationalsozialistischen Regierung untersagt wurde. Am 4. Mai 1938 stirbt er an den Folgen der Tuberkulose und den schweren Misshandlungen im KZ.

Via Wikipedia

Carl von Ossietzkys Biographie auf Shoa.de

Sueddeutsche – Wider die halbe Wahrheit

Wikipedia – die Weltbühne

Siehe auch die Zusammenstellung „Bücherverbrennung – Exilliteratur“ auf der Site petra-oellinger.at

Raphael Vogt – III Aufräumen mit Klischees – Teil 5

Mittwoch, 22. April 2009

Es stimmt nicht, dass der Bademeister abends mit der Gießkanne Chlor ins Becken kippt und das nicht nur, weil es eigentlich keinen „Bademeister“ gibt, sondern weil dafür in erster Linie ein paar große Maschinen im Keller zuständig sind.

Es stimmt auch nicht, dass Bademeister – bleiben wir der Gewohnheit zuliebe bei der fälschlichen Bezeichnung – nur die Frauen im Kopf haben, was ja impliziert, dass dort für anderes kein Platz mehr sein kann. Auch wenn sich nicht abstreiten lässt, dass man(n) im Aufsichtsdienst geneigt ist, schon von Berufswegen her ganz zwanglos nach dem rechten zu sehen. Natürlich mag mancher sich auch gezwungen fühlen, im ein oder anderen Fall besonders ordentlich hinzusehen, aber dazu noch später.

Und es stimmt nicht, dass der Bademeister einen Traumberuf hat aufgrund der Annahme, dass dieser grundsätzlich keinen Stress kenne. Denn die besagten großen Maschinen im Keller – welche neben der Chlorung auch zur Ozonversetzung- und Entziehung, zur Grob- wie Feinfilterung des Wassers, Rückspülung des Filters und Steuerung der Lüftung (um nur das Wesentlichste aufzuzählen) dienen, laufen nicht ohne eine ordentliche Bedienung, Überwachung und Wartung, was wiederum logische Denkfähigkeit und handwerkliches Geschick voraussetzt, sowie nicht ohne unerwartete Zwischenfälle vonstatten geht, auf die natürlich spontan und fachkompetent zu reagieren ist.

„Kinderbier?“ fragte der Schichtleiter und es sollte wohl bewusst abfällig klingen. „Trinken deine Kinder das?“ entgegnete ich ihm und er schwieg leicht betreten. Ich nippte genusslos an meinem Radler, presste mich von leichtem Unbehagen erfüllt in die pflegeleichte Stuhllehne aus Plastikrattangeflecht … während der Schichtleiter sich von meiner unerwarteten Schlagfertigkeit erholt hatte und große Reden schwang.

Ich stehe am Bahngleis 3, Abschnitt C. Die Sonne scheint, doch es ist ziemlich kalt für Anfang Oktober. Wasser vom letzten Regenschauer tropft vor meiner Nase vom Dach des Unterstands auf die Betonplatten und ich frage mich, während ich auf ein Werbeplakat für eine Versicherung und in die Augen einer hübschen jungen Frau schaue, warum zum Teufel ich urplötzlich auf Ursula Stürmer stehe und Rebecca kaum Platz hat neben ihr? 5 Grad Celsius, die Luft ist nasskalt, München-Moosach, ich warte auf die S, Gleis 3. Ich werde Rebecca am Flughafen überraschen.
Wir werden sehen, was passiert.

„Er hat gesagt er war Disco. Ich mag aber nicht, wenn er Tisco geht, vaschdeest-du!?“

„Fünfa-luu-bing war sooo laangweilig, ey!“

„Schau mal die Tussen!“

Ich räkelte mich in die Ecke, lehnte den Kopf ans Fenster und schloss die Augen, wobei ich mich fragte, ob die Ursache letzteren Kommentars in der Betrachtung der eigenen Spiegelbilder in der Scheibe gelegen haben könnte. Und urplötzlich freute ich mich darauf, Rebecca vom Flughafen abholen zu dürfen.

Noch drei Stationen.

Auch wenn ich damit aufgehört habe, eine Lösung finden zu wollen, so frage ich mich doch: Liegt in dieser quälenden Verwirrung irgend einen Sinn? Ich machte unwillkürlich ein Kreuzzeichen, dachte an Fußballer vor dem Elfmeter und traf Rebecca am Terminal 2 …

So ein Dampfbad sollte ja etwas Schönes sein und in einer gewissen Menge, bei entsprechender Temperatur empfinden wir Dampf als wohltuend und angenehm. Und irgendwo muss also Dampf in einem angemessenen Maße produziert werden, nicht zuviel und nicht zu wenig. Man braucht also irgendwo einen Dampfkessel. Ich meine, wir haben zwar keinen Dampfkessel, vielmehr haben wir einen Automat, der Dampf produziert, aber gehen wir einmal davon aus, dass wir einen hätten, so ist es doch so, dass der Druck im Dampfkessel gefährlich werden würde, wenn der Dampf nirgendwo eine Möglichkeit hätte, zu entweichen.

Wenn ich so das Sieb aus den Pumpen nehme und reinige, wobei ich natürlich zuvor den großen Hebel querstellen muss, um das Wasserrohr zu blockieren, kommt mir nicht selten der Gedanke, wie wichtig es ist, diese wirklich regelmäßig zu reinigen. Ich meine, in einem Bad gibt es so einige grobe und feine Filter, für das Beckenwasser, das Kaffeepulver, die Luft. Kurz gesagt hält der Filter Unangenehmes oder Schädliches fern und ohne ihn wäre das ganze System gefährdet zu verstopfen und damit – zu blockieren.

Nehmen wir nur einmal an, alle Filter im Kreislauf würden versagen und die Maschine den Geist aufgeben, so käme doch die Wahrheit über den Schmutz ans Tageslicht. Irgendwann aber wird auch die stabilste Maschine und das stabilste System den Geist aufgeben – das ist das Gesetz der Natur. Über dieses kann der beste Wille sich nicht stellen! Ich meine, mir gibt das zu denken und manchmal fasse ich demütig und ein wenig ehrfürchtig an die großen Rohre und fühle wie ihr Inhalt mit der Regelmäßigkeit eines Herzschlags pulsiert.

Schon so oft habe ich gefühlt, nur einen Quantensprung vom Glück entfernt zu sein. – Falls es nötig sein sollte, möchte ich Sie hiermit darüber in Kenntnis setzen, dass es sich bei einem sogenannten Quantensprung um die kleinstmöglich zurückgelegte Distanz bei zugleich größtmöglicher Wirkung handelt. Andernfalls seien Sie ob dieser Anmerkung nicht allzu gekränkt, da ich davon ausgehe, dass Allwissenheit dem Menschen weder steht noch zusteht und mir persönlich so manchen Zeitgenossen eher unheimlich erscheinen lässt. Ich bin weder altmodisch noch Kreationist, wenn ich stattdessen empfehle, die Allwissenheit lieber dem lieben Gott zu überlassen. Sogar ein gewisser Herr Karasek hat sich erst kürzlich in einem Fernsehquiz kalt erwischt gezeigt und damit nur all meine Sympathie gewonnen.

Nehmen wir einmal an, der Mensch wäre in naher Zukunft im Stande sich dem Absoluten anzunähern und alles zu wissen. Nehmen wir einmal an, er wäre nicht nur – was ich schon schrecklich genug finde – in der Lage, den genetisch restlos entschlüsselten, künstlichen Menschen frei nach Belieben im Reagenzglas zu (er)zeugen, sondern über die Manipulation der Natur hinaus, ganze Universen selbst zu erschaffen … Nein, nehmen wir das doch lieber nicht an und wünschen Stephen Hawking stattdessen, als guter Science Fiktion Autor in die Geschichte einzugehen.

Die einzelnen Teile werden im „Duftenden Doppelpunkt im Abstand von 14 Tagen veröffentlicht. Schreiben Sie Raphael Vogt Ihre Meinung zu seinem Text.

RAPHAEL VOGT – DIE TIEFE DES BECKENS – Teil 1
RAPHAEL VOGT – DIE TIEFE DES BECKENS – Teil 2
RAPHAEL VOGT – DIE TIEFE DES BECKENS – Teil 3
RAPHAEL VOGT – DIE TIEFE DES BECKENS – Teil 4

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