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Lang Werner, Herzblut Beschädigte/r Erzähler/ Erzählungen,

21. Juni 2016 von wela

Lang Werner, Herzblut. Beschädigte/r Erzähler/ Erzählungen, Herausgeber: Werkkreis Literatur der Arbeitswelt Wien, ISBN 978-3-9503673-5-5.

Herzblut von Werner Lang Allgemein muß vorangestellt werden, dass jeder Autor die Sprache seiner Gesellschaft übernimmt. Er kann nicht anders sprechen. Auch alles, was sich Arbeiterliteratur nennt, spricht in dieser Sprache. Es geht nicht anders, aber Arbeiterliteratur kann andere Informationen liefern.

Denn, „was wir von den Bedingungen wissen, unter welchen wir handeln, entscheiden wir nicht selbst. Was wir von diesen Bedingungen wissen, hängt ab von den Informationen, die wir bekommen. Unser Einfluss darauf, welche Informationen wir bekommen, ist begrenzt. Wir können nicht Informationen finden, von welchen wir nicht wissen, dass sie uns fehlen. (…) Viele Arbeiter sagen zum Beispiel: ‚Das Geld arbeitet‘, obwohl nicht das Geld arbeitet, sondern sie. Arbeiter oder Angestellte sprechen nach, was sie gehört haben. Woher haben sie diesen Gedanken, der die Welt auf den Kopf stellt? Die Wirtschaftslehrer an den Schulen und Hochschulen behaupten dasselbe seit vielen Jahrzehnten. Sie sagen, der Boden, das Kapital und die Arbeit seien ‚Produktionsfaktoren‘ (‚Macher‘). Das Kapital macht nichts, der Boden macht nichts, die ‚Arbeit‘ macht nichts. Die Arbeiter machen, die Angestellten machen, manche Unternehmer machen.“ E. A. Rauter

Daher geht es in dem Buch „Herzblut Beschädigte/r Erzähler / Erzählungen“ nicht über Arbeit, sondern über Arbeiter, wie sie denken, träumen und leben. Werner Lang war fünfunddreißig Jahre lang hauptsächlich als Betriebsschlosser tätig.

Heimo Gruber schreibt: „Er kommt aus Betrieben, in denen die Geräusche von Maschinen und Werkzeugen nicht selten so laut sind, dass sie alle menschlichen Äußerungen übertönen. Er kämpft mit Worten dagegen an. Seine jahrzehntelangen Erfahrungen in der industriellen Arbeitswelt hat er zu Literatur verdichtet, die sich nicht mit dem Ausdruck des sinnlich Empfundenen und Erlittenen begnügt. In Werner Langs Literatur werden darüber hinaus die Bedingungen von Lohnarbeit theoretisch reflektiert und in eine Begrifflichkeit gegossen, die ihre Herkunft und Bildung im Denken der marxistisch inspirierten Arbeiterbewegung erkennen lässt.“

Als Einleitung der Erzählung „Opfer der Produktion“ schreibt Werner Lang:
„Die Sprache ist für mich, als Arbeiter, etwas Vorgegebenes, Fertiges, steht in Büchern, zum Lesen. Selber schreiben kommt mir, in der Rolle des Arbeiters, nicht in den Sinn. Bleibt mir nur das Sprechen. Auch gegen oder über das geschriebene Wort. Das gesprochene Wort, eines Arbeiters, ohne Verstärker über Rundfunk und Fernsehanstalten, geht verloren, wird sofort vergessen, nicht wichtig genommen. Darum der Sprechtext: Mit Hilfe des geschriebenen Wortes gegen das herrschende Wort, als ‚Gegensprech-Anlage‘. Das einmal schon Gesprochene (im Gasthaus, ‚am Stammtisch‘, auf die Frage: Siehst du dich als Opfer?) zum Nachlesen, Festhalten, noch einmal Gebrauchen, davon verwenden, was jeder gerade braucht.“ Werner Lang lässt in seinen Erzählungen Beschädigte zu Wort kommen.

Des Pudels Kern – Quartett der Weltliteratur

20. Juni 2016 von eag

Cover Des Pudels KernZocken mit Tolstoi
oder
Gut geschützt zwischen Jägerwurst

Lange Nachmittage und Abende vor und im Zelt. Man spielte Mensch-ärgere-dich-nicht, Halma und Mühle. Und wenn ein Würfel oder ein Spielemanderl verlorengingen – kein Problem. Irgendjemand hatte immer eine Alternative dabei; zwischen Jägerwurst-Dosen, Zwieback-Packungen und Kondensmilch-Tuben gut aufgehoben und stets vollständig: ein Quartett-Spiel. Schon ging sie los, die Jagd nach je vier zusammengehörenden Sportwagen, Flugzeugen oder Schiffen. Später folgten Ausgaben mit Atomkraftwerken, Ungeziefer und Tyrannen.

Ist man denn nun eine Tyrannin, wenn man Mitmenschen jenseits des Zelt-Abenteuer-Alters bittet, ein Quartett der Weltliteratur zu testen? „Quartett ist eines der bekanntesten und beliebtesten Kartenspiele für Kinder. Wegen seiner einfachen Regeln ist es schon für die Kleinsten geeignet, …“, das behauptet eine Internetseite, die sich den Regeln von Kartenspielen widmet.

Na also, es geht doch

Zu dritt nimmt man Platz. Die Spielkarten aus Karton liegen mit 10,5 mal 14,8 Zentimeter gut in der Hand. Man fragt die Mitspielerin zur linken Seite, ob sie die Karte 1A besitze. Es kommt kein Ja, es kommt kein Nein, stattdessen der Satz: „Das war soooo langweilig. Aber die Illustration hier ist toll.“ Die Mitspielerin zur linken Seite zeigt die Karte, ein Raunen geht durch die Runde. Man gemahnt, sich an die Regeln zu halten, dazu gehört auch, die Karten NICHT offen darzulegen. Zu spät. Die Spielrunde betrachtet die Thomas-Mann-Buddenbrooks-Karte. Es ist die Karte 1B und wäre mit 1A bereits eine Hälfte des Quartetts. Wäre. Denn die Mitspielerin zur linken Seite denkt gar nicht daran, Thomas Mann herauszurücken, sondern fragt, wer 1C und 1D habe. Mitspieler Nummer drei zückt Gustave Flauberts „Madame Bovery“. Laut Karte – 1C! – hat die Lesbarkeit des Romanes auf einer Skala von 1-10 den Wert 5. Das kostet Mitspieler Nummer drei ein müdes Lächeln, seinen Erfahrungen nach hätte Madame Bovary bei ihm mindestens 8 bekommen. Man selbst outet sich als Besitzerin von Karte 1D und legt Leo Tolstois Werk auf den Tisch: „Krieg und Frieden“.

Bluffen zwecklos

Schon bald sind sämtliche Quartett-Regeln perdu. Die Spielegemeinschaft hat ALLE Karten auf den Tisch gelegt und erfreut sich an den ansprechenden Zeichnungen von Julia Krusch. Sie illustrierte „Dracula“, „Robinson Crusoe“ oder „Stolz und Vorurteil“.

Ein kurzer Schwenk vom Spiel zum Ernst des Lebens bzw. zur literarischen Quartett-Ausstattung. Als da sind: eine Pappbox, 32 Karten mit jeweils 155,40 Quadratzentimetern, darauf Informationen zu 30 klassischen Romanen und 2Dramen. Die sind in 8 Kategorien unterteilt, diese wiederum mit Zitaten aus Shakespeare-Stücken betitelt. Auf jeder Karte findet sich der Erscheinungstermin des Buches, das Alter des/der AutorIn bei Erscheinen des Werkes, die Lesbarkeit auf einer Skala von 1 bis 10, der Hinweis darauf, um den wievielten Roman es sich handelt, die Anzahl der Verfilmungen sowie der Umfang des Werkes (sehr wenig bis sehr viel).

Nicht viele Worte verlieren

Lesemuffel kommen auf ihre Kosten, hält sich doch die Anzahl der Buchstaben in Grenzen – und trotzdem ist dem Quartett ein literarisches Bildungspotential nicht abzusprechen. Lernen en passant, quasi. Die Auswahlkriterien beschreibt Autorin Andrea Baron so: „Es wurden Klassiker gewählt, die ihr Genre auf besondere Weise geprägt oder gar erst etabliert haben, die eine Blaupause bildeten oder einen Skandal verursachten.“

Wer sich nun echauffiert, weil das eigene Lieblingsbuch nicht darunter ist oder weil es diese Klassiker sind und keine anderen, möge einen Blick ins Begleitbüchlein werfen: „Wir haben noch überlegt eine Liste mit ‚Titeln, die es nicht in dieses Spiel geschafft haben‘ anzulegen. Aber mal ehrlich, dann wäre dieses Begleitbuch umfangreicher geworden als Krieg und Frieden, …, ebenso die Buchhändler, der Regale eingestürzt wären, …“ Da ist was dran …

Literatur zwischen Camping-Proviant

Überhaupt, das Begleitbüchlein! Das macht jeder Reclam-Sekundärliteratur-Ausgabe alle Ehre. Die 32 Werke sind kompakt und kompetent beschrieben.

Nach dem Zocken können die Karten bis zur nächsten Runde in die Pappbox gelegt und diese in einem maßgeschneiderten Schuber verwahrt werden. Derart geschützt überstehen Tolstoi und Co. sogar einen „Aufenthalt“ zwischen Jägerwurst-Dosen, Zwieback-Packungen und Kondensmilch-Tuben.

Petra Öllinger

Andrea Baron (Text), Julia Krusch (Illustration): Des Pudels Kern: Quartett der Weltliteratur
Edition Büchergilde. Frankfurt/Main, 2015. € 20.-

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© Coverbild: Büchergilde Gutenberg / Julia Krusch

Schreibwerkstatt: Die eigene Ferne schreiben

16. Juni 2016 von eag

Alle mit Fernweh nach ihrer Persönlichkeit, die schreibend Kraft aus der eigenen Lebensreise schöpfen wollen: Das Reiseleitungsteam – René Merten und Petra Öllinger – heißt Sie willkommen an Bord der kreativen Schreibwerkstatt!

Was kommt ins Gepäck? Sie schreiben an einer alternativen Lebenslinie, gestalten Ihre persönlichen Ansichtspostkarte, dichten ein lustiges Reisepantun, entwerfen eine schaurige Urlaubsdystopie, begeben sich auf die „andere Reise nach Jerusalem“ und, und, und …

Wann geht‘s los?
Samstag, 09. Juli 2016: 14.00-19.00 Uhr

Wo? Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“ Garbergasse 13/Ecke Millergasse/Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Wie viel? € 69.- inkl. Reiseunterlagen und Proviant (Kaffee, Tee, Obst …).

Mit wem? Petra Öllinger & René Merten

Anmeldung: bitte spätestens 2. Juli 2016 per E-Mail an die Absolventenakademie.

Wie viele können mit an Bord? MindestteilnehmerInnenzahl pro Termin: 6 Personen, maximal 12 Personen.

Eine Kooperation von „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur, ABSOLVENTENAKADEMIE und „Der Duft des Doppelpunktes“ – Kultur- und Wissenschaftsinitiative.

Beiträge vor einem Jahr:
Eine neue Buchhandlung in Wien-Mariahilf, Herr Leopold bekommt gewaltigen Ärger

Wertigkeit der Bildung – Miniworkshop und Diskussion

11. Juni 2016 von eag

Goldpreise fallen, Kupferpreise steigen? – Über die Halbwertszeit meiner Bildungs- und Lebensziele

Kupferkabel werden heutzutage nachts von Bahngleisen geklaut, Goldschmuck gilt als billig und kitschig. In A. Lidgrens „Wir Kinder aus Bullerbü“ fragt Lasse, wer bestimmt habe, dass man sich über die scheinende Sonne freuen, über staubige Straßen aber beklagen solle?! Wie individuell Wertigkeiten sind, wie subjektiv Lernen ist und wann es Zeit zum Reflektieren über die eigene Persönlichkeit wird, fragt uns Dr. MMag. René Merten (Inhaber der ABSOLVENTENAKADEMIE) – Miniworkshop mit Diskussion!

Datum: Montag, 13. Juni 2016
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“ – Garbergasse 13/Ecke Mittelgasse – Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien
Beitrag: € 8.-/Person, fließt in die Leseförderung des „Wiener Bücherschmaus“
Es ist keine Anmeldung erforderlich.

Eine Kooperation von „Der Duft des Doppelpunktes“ – Kultur- und Wissenschaftsinitiative, dem „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur, ABSOLVENTENAKADEMIE sowie Zitierweise.

Kreative Schreibwerkstatt mit Altpapier

9. Juni 2016 von eag

Geschichten aus dem Alpapier„Geschichten aus dem Altpapier“
Eine Schreibwerkstatt der anderen Art.

Mit Schere, Klebstoff und alten Büchern erzählen wir eigene, neue Geschichten.
Die Schreibwerkstatt ist für AnfängerInnen und Fortgeschrittene geeignet.

Teilnahmegebühr: €20.-/Person inkl. Material und Stärkung
Termin: Samstag, 18. Juni 2016 von 14.30-16.30 Uhr
Ort: Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“, 1060 Wien, Garbergasse 13 / Ecke Mittelgasse – Oskar-Werner-Platz

Anmeldung bitte bis Montag, 13. Juni 2016, per E-Mail.

Eine Kooperation von „Der Duft des Doppelpunktes“ und dem „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur.

Brilli

8. Juni 2016 von eag

Heute vor genau zwei Jahren mussten wir uns von Brilli verabschieden.
Sie wird immer in unserem Herzen bleiben.
Brilli und ZwetschkeDanke für alles, Brilli.

Thomas Weyr: Die ferne Stadt – Buchpräsentation

30. Mai 2016 von eag

Cover Die ferne StadtDer Limbus-Verlag, bekannt unter anderem für seine lesenswerte Essayreihe und – fürs Auge! – seine ansprechend gestalteten Bücher, lädt ein ins Wien der Nachrkriegszeit. Wien war „Die ferne Stadt“ für Thomas Weyr. Der Journalist, Schriftsteller, Zeitzeuge, Emigrant liest aus seinem Buch. Er gewährt Einblicke „in den Alltag einer Zeit, die nicht in Vergessenheit geraten darf: im nationalsozialistischen Wien, in England und in den USA als entwurzelter Emigrant, im zerbombte Wien der unmittelbaren Nachkriegszeit“.

Datum: Mittwoch, 1. Juni 2016
Uhrzeit: 19.30 Uhr
Ort: tiempo nuevo genussbuchhandlung, 1020 Wien, Taborstraße 17A

Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.
Über Thomas Weyr

„Das Lächeln meiner Mutter“ – Lesung

24. Mai 2016 von eag

Cover Das Lächeln meiner Mutter„Das Lächeln meiner Mutter“ – ein Buch für alle an Kunst und Geschichte interessierten LeserInnen von 9 – 99.

Wann: Montag, 30. Mai 2016, 19.00 Uhr
Wo: Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“, Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Caterina ist noch ein Kind, als sie ihren Dienst als Magd im Haus des genialen Renaissance-Künstlers Leonardo da Vinci antritt, der das Ende seines Lebens in Frankreich verbringt.

An diesem Abend tauchen die ZuhörerInnen in eine spannende Geschichte.
Die Autorin Marie Sellier ist eine bekannte französische Jugendschriftstellerin. Ihr Buch „Das Lächeln meiner Mutter“ – es ist im März 2016 im Wiener Verlag Edition Bernest erschienen – ist eine Zeitreise, die die LeserInnen in die Renaissance versetzt. Es liefert eine historisch dokumentierte Skizze der damaligen Epoche und einen Einblick in die Gesellschaft der Renaissance sowie die Lebensumstände des 16. Jahrhunderts.

„Marie Sellier – ist eine begeisterte Kunstliebhaberin und hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Leidenschaft mit ihren Lesern zu teilen. Sie hat 60 Jugendbücher geschrieben und 5 Dokumentarfilme gedreht. Sie hat auch mehrere Serien für französische Museen ins Leben gerufen, um den Kindern und Jugendlichen die Kunst schmackhaft zu machen. Ihr Roman ‚Das Lächeln meiner Mutter‘ (Le sourire de ma mère) steht seit Jahren auf der Liste der empfohlenen Lektüre des französischen Unterrichtsministeriums.“ Via Edition Bernest.

Der Eintritt ist frei. Spenden für die Leseförderprojekte des „Wiener Bücherschmaus“ erbeten.