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Papa ist doch kein Außerirdischer

16. Januar 2017 von eag

Humorvolle Hilfe gegen verbale Beleidigungen

Wie ist das nun, wen jemand von der ganz anderen Fakultät, vom anderen Ufer kommt? Ein Warmer ist, ein Tempelritter, ein halbseidener Zylindervergolder, ein Torfstecher“, ein Uranier? Und wie ist es, wenn der Papa so einer ist? Zumindest behaupten das die anderen. Die Ich-Erzählstimme (ob Mädchen oder Bub erfährt man am Schluss) führt die vielen und zum Teil beleidigend gemeinten Begriffe für männliche Homosexualität ad absurdum, in dem sie sie mit Esprit und Witz wortwörtlich versteht.

Wenn Onkel Marius denkt, dass Papa ein Uranier, also ein Außeriridischer sei, wird Oma darüber befragt, die wiederum feststellt, gar nicht vom Uranus zu stammen. Dass Papa nicht vom Hoch- und Tiefbau kommen könne, wie die Lehrerin gegenüber dem Direktor feststellt, ist auch klar; schließlich hat er zwei linke Hände, und die reichen gerade mal fürs Sandburgenbauen. Eigentlich schreibt Papa Geschichten, Gedichte und Theaterstücke, aber auf Französisch. Wie soll er da der griechichschen Liebe verfallen sein?

Der Charme dieser Wortwörtklichkeiten findet sich ebenso in den kleinformatigen Illustrationen. Reduziert auf die Farben rot, weiß, schwarz, hält die Autorin und Zeichnerin Anna Boulanger mit feinen Tusche- bzw. Tintestrichen besagten Papa in den unterschiedlichsten sprichwörtlichen Situationen fest, er ähnelt mit seinem schwarzem Zylinder und Frackschößen Scherenschnitt-Darstellungen. Wird er als Höhlenforscher tituliert, verschwindet er in derselbigen, mit einer roten Schnur an einem Baum festgebunden. Papa kommt vom anderen Ufer? Ja, und zwar in einem Ruderboot. Dass er auch eine Angelschnur dabei hat und hinter ihm Fische herumspringen, sind nur zwei Beispiele jener Kleinigkeiten, die den Bildern zusätzlichen Witz verleihen.

Das Buch erschien bereits 2007 und wurde nun von Anne Thomas aus dem Französischen übersetzt. Wobei hier höchstwahrscheinlich die Herausforderung bestand, die ins Deutsche übertragenen Begriffe (sie sind keine wortwörtlichen Übersetzungen, sondern Bezeichnungen, die meist auch im Deutschen für Homosexualtiät verwendet werden) mit den Bildern in Übereinstimmung zu bringen.

Und was ist nun z.B. ein Höhlenforscher? Die Erklärung dafür findet sich als Lexikonausschnitt auf dem Vorsatzpapier: ein Geologe oder Prähistoriker, der das Innere von Felsenhöhlen untersucht.
Ganz einfach.

Petra Öllinger

Anna Boulanger (Text & Illustration): Papa ist doch kein Außerirdischer
Originaltitel: „Papa, c‘est quoi une homme haut sèkçuel?“
Aus dem Französischen von Anne Thomas.
Buchgestaltung von Cäcilia Holtgreve.
Gebunden, durchgängig farbig illustriert
kunstanst!ifter, Mannheim 2016
40 Seiten, € 15,40.- (Ö). Ab ca. 5 J.
Einen Einblick in das Schaffen von Anna Boulanger (in französischer Sprache)

© Cover: kunstanst!fter / Illustratorin

Als die Esel Tango tanzten …

9. Januar 2017 von eag

Anregung zum Fabulieren

Wer denkt bei „Seinen Senf dazugeben“ an Rehe mit Flügeln? Wem kommt bei „Bekannt sein wie ein bunter Hund“ ein Pferd mit rosa Hut in den Sinn? Und wie sieht es aus bei „Auf heißen Kohlen sitzen“? Na? Vielleicht ein blaues Telefon?

Lustvoll und bunt macht die Illustratorin und Buchkünstlerin Stefanie Harjes den Anforderungen des Mainstream-Bilderbuchmarktes (lineare Erzählstruktur, „schöne“ Bilder, kindgemäß, „Ist das eh pädagogisch wertvoll?“ …) einen Strich durch die Rechnung.

Auf je einer Doppelseite widmet sie sich – ohne Text! – einer Redewendung und ihrem Gegenteil: Wer seinen Senf nicht dazugibt, hält hinter dem Busch; zum bunten Hund gesellt sich das Mauerblümchen; statt auf Kohlen zu sitzen, fühlt man sich pudelwohl. Und die titelgebenden Esel tanzen entweder nach jemandes Pfeife oder sind stur wie ein – Esel.

Bei jedem der zwölf Sprichwörter öffnet Stefanie Harjes ein Potpourri an Assoziationen, das schon beim Inhaltsverzeichnis beginnt: Statt Seitenzahlen finden sich Ausschnitte aus den jeweiligen Bildern. Der Reiz der Illustrationen liegt einerseits in der Vielfalt an Techniken: Blei-, Farb- und Filzstift, Kugelschreiber, Öl- und Acrylfarben u.v.m. Andererseits löst die Gestaltung der Seiten beim Betrachten einen Ideensturm aus: Bildausschnitte, verschiedene Papiersorten, Fingerabdrücke, Stoffteile fügen sich collagenartig zusammen. Eindeutige Erklärungen gibt es nicht; dafür Freiraum und Leerstellen fürs eigene (Weiter-)Fabulieren.

Petra Öllinger

Stefanie Harjes (Text & Illustration): Als die Esel Tango tanzten …
Mit einem Nachwort der Kinderphilosophin Kristina Calvert.
Mixtvision, München 2016
Gebunden, mit Leinenrücken, durchgängig farbig illustriert
32 Seiten, € 15,40.- (Ö). Ab 3 J.
Über Stefanie Harjes

© Cover: Mixtvision Verlag / Illustratorin

Frohe Weihnachten und alles Gute im Neuen Jahr

22. Dezember 2016 von eag

… wünschen die Duftenden Doppelpunkte.

Frohe Weihnachten Postkarte mit Schneeballschlacht

Von der Nase hängt ein Zapfen,
Blau und Rot sind beide Ohren.
Kalte Zeh´n in dünnen Schlapfen,
Fingerspitzen abgefroren.
Doch die Augen, Rot vom Wind
strahlen wohlgewärmt Behagen
weil sie voll von Freude sind!
Dank den Weihnachtsfeiertagen!

Vielen Dank für diese Zeilen an Alfred Cipera – langjähriger schreibender Doppelpunkt-Besucher

Beiträge vor einem Jahr:
Herr Leopold bekommt gewaltigen Ärger

Literatur am Montag – Alles glitzert, glänzet, leuchtet

9. Dezember 2016 von eag

NachbarInnen und FreundInnen des „Wiener Bücherschmaus“ lesen Winterlich-Weihnachtliches.

Winterzwerge Alice Wang und Barbara Haider begleiten die AutorInnen musikalisch mit Harfe und Gemshorn.

Wann: Montag, 12. Dezember 2016 – 19.00 Uhr
Wo: „Wiener Bücherschmaus“, Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Auf einen gemeinsamen erquicklichen Winterabend freut sich das Team vom „Wiener Bücherschmaus“.

Der Eintritt ist frei – Spenden für das Leseförderprojekt „Bücher auf Rädern“ erbeten.

WEGEN DES BEGRENZTEN PLATZANGEBOTES ERSUCHEN WIR UM RESERVIERUNG: Kontakt

Frau Wolle und die 7 Nadeln

8. Dezember 2016 von eag

Zur Erquickung in der Vorweihnachtszeit: Der „Wiener Bücherschmaus“ lädt zum Werknachmittag mit Märchen und Musik.

StricklieselWann: Samstag, 10. Dezember 2016, 15.00 bis 17.00 Uhr
Wo: „Wiener Bücherschmaus“, 1060 Wien, Garbergasse 13, Eingang Oskar-Werner-Platz/Mittelgasse

Die Gäste stricken, häkeln und sticken bei Lebkuchen und Tee. Petra Öllinger & Alice Wang begleiten die handwerkenden Damen und Herren mit Märchen, Harfe und Gemshorn. Bringen Sie Ihre Handarbeit(en) mit und verbringen Sie einen gemütlichen Nachmittag im „Wiener Bücherschmaus“.

Bitte um Anmeldung E-Mail oder telefonisch unter 0677/612 659 11.

Der Besuch ist kostenlos. Spenden für die Bücherschmaus-Leseförderprojekte erbeten.

Verführung zum Lesen

17. November 2016 von eag

Ein Infoabend für alle, die sich auf die Suche nach Geschichten für Kinder von 0-10 Jahren machen.

Verführung zum Lesen Wann: Donnerstag, 24. November 2016, 19.00 Uhr
Wo: „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur, Garbergasse 13 – Eingang Mittelgasse/Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Oft erscheint die Vielfalt an Kinderbüchern unüberschaubar. Wie wählt man aus dieser Menge ein geeignetes Buch aus? An diesem Abend widmen wir uns einigen Wegweisern, die bei der Pirsch durchs vermeintliche Geschichtenwirrwarr hilfreich sind.

Dazu gehören zum Beispiel:
Altersempfehlung – eine strenge Richtschnur oder eine EMPFEHLUNG?
Erst Lesenlernen und dann das Buch – oder geht es auch ohne Buchstaben?
Bilderbücher – nur etwas für ganz Kleine?
Serifen, Magenta, Längsformat – wie bedeutend sind Gestaltungsmerkmale von Büchern?
Praktische Tipps, wie man Kinder zum Lesen verführen kann, runden den Abend ab.

Referentin: Mag.a Petra Öllinger – Psychologin, Autorin, Schreibcoach, Vorlesepatin, Absolventin des STUBE-Fernkurses für Kinder- und Jugendliteratur.

Die Teilnahme ist kostenlos.
Spenden für die Bücherschmaus-Leseförderprojekte erbeten.

Begrenztes Platzangebot – bitte um Anmeldung unter E-Mail an den Bücherschmaus oder telefonisch 0677/612 659 11.

Petra und der Wolf

10. November 2016 von eag

Wir feiern die Fantasie

Petra und der Wolf So lautet das Motto des Vorlesefestes, das am 18. November 2016 in ganz Österreich an verschiedenen Orten stattfindet.

Mit „Petra und der Wolf“ – ein musikalisches Märchen, sehr frei erzählt nach Sergei Prokofjew – lädt der „Wiener Bücherschmaus“ kleine Menschen ab 4 Jahren ein, mitzufeiern.

Es sind dabei:
Petra Öllinger, einer der Doppelpunkte: Erzählerin
Alice Wang: Piano, Cajon
sowie der Großvater, der Wolf, die Ente, der Vogel, die Katze, eine Gruppe von Jägern

Datum: Freitag, 18. November 2016
Uhrzeit: 15.00 Uhr
Ort: „Wiener Bücherschmaus“, 1060 Wien, Garbergasse 13/Eingang am Oskar-Werner-Platz

Der Besuch ist kostenlos.

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.
E-Mail-Anmeldung zu Petra und der Wolf
Tel.: 0677/612 659 11

Eine Veranstaltung im Rahmen vonVorlesefest Logo

Beiträge vor einem Jahr:
Herr Leopold bekommt gewaltigen Ärger

ALFRED HRDLICKA – ALLE KUNST GEHT VOM FLEISCHE AUS!

6. November 2016 von wela

AUSSTELLUNG: HRDLICKA, WEGNER, NEMEC: FOTOS, BILDER, DRUCKGRAFIK

HRDLICKA2016_d Alfred HRDLICKA: Druckgrafische Mappen
Thomas NEMEC (Wien): Zeichnungen und Grafiken
Frank WEGNER (Berlin): Alfred Hrdlicka, Letzte Fotos

Eröffnung: 18.11.2016, 19.30 Uhr Eröffnungsworte: Mag. Reinhold STURM

Dauer: 19.11.-09.12.2016 Öffnungszeiten: Di.-Fr. 17:00-20:00 Uhr

Wo: Projektraum MAG3, Schiffamtsgasse 17, A 1020 Wien.
Erreichbar über U2 Taborstraße ODER U4 Schottenring / Ausgang U2 Herminengasse, FON: +43 676 3409218.

WEITERE VERANSTALTUNGEN:

25.11.2016, 18.30 Uhr: „Der Radikale Realismus in der Kunst Alfred Hrdlickas und das Politische in der Kunst“ Impulsreferat : Mag. Reinhold STURM

02.12.2016, 18.30 Uhr: „Zu Alfred Hrdlickas politischen Texten“ Impulsreferat: Prof. Dr. Philipp MAURER

9.12.2016, 18.30 Uhr: Abschlussveranstaltung: Musik Marwan ABADO

Diese Veranstaltungsreihe bietet eine erstmalige Ausstellung von Frank Wegners Fotos aus den letzten Lebensjahren Alfred Hrdlickas.

Frank WEGNER, Berlin, war der letzte von Hrdlicka autorisierte Fotograf, welcher die künstlerische Tätigkeit und private Situationen fotografierte.

Thomas NEMEC wurde schon zu Lebzeiten Hrdlickas als „Schüler“ des Meisters bezeichnet, in Hommage an Hrdlicka wird er Arbeiten der letzten Jahre präsentieren.

Mag. Reinhold STURM erinnert an Alfred Hrdlicka mit „Der Radikale Realismus in der Kunst. Alfred Hrdlickas und das Politische in der Kunst“

Prof. Dr. Philipp MAURER referiert „Zu Alfred Hrdlickas politischen Texten“.

Marwan ABADO, Oud-Spieler und Sänger libanesischer Herkunft, wird der Abschlussveranstaltung eine besondere politische und lyrische Note geben.

Veranstalter: Verein webbrain – Gesellschaft zur Verbreitung von Ton-, Bild- und Denkkunst im virtuellen und im realen Raum