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Amra und Amir. Abschiebung in eine unbekannte Heimat

19. April 2016 von eag

Amra und Amir CoverHeimat oder Geschlecht – wodurch werden wir (eher) definiert?

Das Jugendbuch „Amra und Amir“ wagt sich sehr einfühlsam an teils im dritten Jahrtausend immer noch tabuisierte Themen heran – Flucht und Abschiebung, Sexualität von Jugendlichen und geschlechtliche Stereotype sowie psychische Erkrankungen von Eltern. Die Geschichte einer jungen Deutschen, die ohne soziale Kontakte, Sprachkenntnisse oder finanzielle Mittel plötzlich in das alte Heimatland ihrer Eltern abgeschoben wird, steht stellvertretend für zahllose ähnliche Schicksale, die Autorin Monika Braig darin aufarbeitet.

Als Amra eines Tages einen Brief der Behörden öffnet, der ihre Abschiebung in den Kosovo feststellt, bricht für das burschikose Mädchen eine Welt zusammen. Mühsam war es für sie, ohne Vater für eine psychisch schwer kranke Mama da zu sein und gleichzeitig eine gute Schulausbildung zu absolvieren. Sich für Schwächere einsetzen und wenn nötig sich dafür prügeln wird ihr als „schlecht integrierte“ Frau später zum Verhängnis werden.

Amra will auf keinen Fall weg, sie kennt den Kosovo – die alte Heimat der Eltern, die während des Jugoslawien-Krieges geflohen sind – gar nicht, sie kann auch die Sprache nicht. Und was wird aus ihrer kranken Mutter? Lange glauben Amra und ihre zahlreichen Freundinnen und Freunde an einen Irrtum – Amra, eine faule, unredliche Ausländerin? Lächerlich! Doch kein „Kriegsrat“ der FreundInnen kann Amra beschützen, sie wird eines abends abgeholt und in ein Flugzeug verfrachtet. In Priština zieht sie zunächst zu Verwandten ihrer Eltern, die gar nicht glücklich darüber sind. Frauen leben hier völlig anders; vor allem Haushalt und Kinder sind der Mittelpunkt ihres Lebens. Amra kann nicht nach Deutschland zurück, ihr altes Leben scheint für immer verloren, ein neues kann sie hier als Frau alleine nicht führen. Also fasst sie einen Entschluss: Aus Amra wird Amir.

Abgesehen vom Handy der besten Freundin Nina ist er (Amir) völlig mittellos und muss sich umschauen, wie er zu Essen und einer Bleibe kommt. Auf einem Mistplatz beobachtet er Kinder beim Müllsortieren und überwindet sich, es ihnen gleich zu tun, um die Schrottplatzfunde zu Geld machen zu können. Dort erkennt der Besitzer Amirs Geschick für Autotechnik und stellt ihn zeitweise ein. Nach dem Winter scheint sich Amirs Situation zu verbessern – Nina und ein gemeinsamer Freund tauchen auf und schmieden gemeinsam mit ihm einen Plan, ihn wieder nach Deutschland zurückzuholen. Ob das gut geht?

Das Ansinnen Monika Braigs zahlreiche dieser schweren Schicksale darzustellen ist löblich. Auch die Themenauswahl ist zeitgemäß und spannend. Allerdings hat die Autorin zu viele Themen auf einmal eingeflochten, von denen, außer jenes der Abschiebung aus Deutschland, allerdings keines gründlich betrachtet wird. Das macht sich besonders bei Schlüsselstellen des Buches bemerkbar (zum Beispiel als Amra beschließt, als Mann zu leben!). Darin wird viel zu wenig genau darauf eingegangen, was in der Person alles vor sich geht. Außerdem wird viel Wert auf unterschiedliche Blickwinkel gelegt (Mutter, Freundin Nina, andere Personen um Amra/Amir), die der Geschichte massiv an Fahrt nehmen.

Empfohlen wird das Buch ab 13 Jahren, die Sprache ist an diese Altersgruppe angepasst. Bleibt zu hoffen, dass sich das junge Zielpublikum für das Leben von 18-Jährigen interessiert. Brisant sind die Themen und die Frage nach der eigenen Identität allemal – egal, wie jung oder alt man ist.

Natascha Miljković

Maria Brai: Amra und Amir. Abschiebung in eine unbekannte Heimat
Verlag 3.0. Zsolt Majsai, Bedburg, 2015. 188 Seiten, € 11,80

© Coverbild: Verlag 3.0. Zol Majsai

LyrikfreundInnen aufgepasst

18. April 2016 von eag

Heike Baller von der „Kölner Leselust“ ladet im Rahmen der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ ein, ein Gedicht über den April zu schreiben.

„Da haben Sie nun alle Freiheit, den Monat als Frühlingsboten oder wetterwendisches Naturereignis zu schildern oder den ihm zugesprochenen Charakter metaphorisch zu verwenden oder was Ihnen sonst noch dazu einfällt.“

Neben des Dichters Lorbeer sind zwei Exemplare des Buches „April, Gedichte“ aus dem Reclam Verlag zu gewinnen.

Alle näheren Infos im Beitrag „Blogger schenken Lesefreude – schreiben Sie doch mal ein Gedicht“ auf der Site der Kölner Leselust.

„Die erinnerte Insel“ von Andrea Stefanoni im Wiener Bücherschmaus

12. April 2016 von eag

DER LITERARISCHE MONTAG IM WIENER BÜCHERSCHMAUS

„Die erinnerte Insel“ von Andrea Stefanoni
Es liest die Übersetzerin Birgit Weilguny.

Wann: Montag, 18. April 2016, 19.00 Uhr
Wo: Garberg. 13/Ecke Mittelg./Oskar-Werner-Platz, 1060 Wien

Die erinnerte Insel - ein Buch von Stefanoni aus dem Septime Verlag Andrea Stefanoni schreibt anhand der Erzählungen ihrer Großeltern über den Spanischen Bürgerkrieg, Flucht und das Leben in der neuen Heimat Argentinien. Ihr Buch „Die erinnerte Insel“ ist im Wiener Septime Verlag erschienen.

Eva Karnofsky meint auf SWR2 in „Die Buchkritik“ über „Die erinnerte Insel“ von Andrea Stefanoni: „Stefanonis Sprache ist knapp, kühl und schafft eine Distanz die besonders eindringlich wirkt!“

Der Eintritt ist frei.
Wir ersuchen um Platzreservierung.

Über die Autorin
Andrea Stefanoni wurde 1976 in Buenos Aires geboren. Sie veröffentlichte journalistische Beiträge in Zeitschriften und Kulturmagazinen. 2009 gründete sie den Verlag Factotum ediciones, den sie seither leitet. 2012 veröffentlichte sie gemeinsam mit Luis Mey den Roman Tiene que ver con la furia. ?Mit ihrem ersten eigenen Roman Die erinnerte Insel landete sie einen Bestseller.

Über die Übersetzerin
Birgit Weilguny wurde 1980 in Wien geboren. Seit 2005 Mitarbeit am Festival Lateinamerikanischer Poesie in Wien. Daneben Übersetzungen für Film, Bühne, Lesungen, Literaturzeitschriften und diverse Anthologien sowie Lektoratsarbeiten. Von 2012 bis 2014 unterrichtete sie Übersetzen an der Universität Wien.??Für Septime lektorierte sie bereits Rodrigo Rey Rosas Stallungen und übersetzte Die erinnerte Insel von Andrea Stefanoni.

Häkeln am Welttag des Buches

11. April 2016 von eag

Rosen, Tulpen, Nelken – keine mehr verwelken.

HaekellesezeichenBei diesem Workshop bringen BücherfreundInnen mit Häkelnadel, Wolle und Perlen blumige Lesezeichen zum Erblühen.

Voraussetzungen: Häkel-Grundkenntnisse und Spaß am Miteinander-“Werkeln“.

Datum: Samstag, 23. April 2016
Uhrzeit: 14.30-16.30 Uhr
Ort: Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“, 1060 Wien, Garbergasse/Ecke Mittelgasse – Oskar Werner-Platz

Beitrag: € 20.- inkl. Material und kleiner Erfrischung.

Anmeldung bitte bis Freitag, 15. April 2016 per E-Mail.
MindestteilnehmerInnenzahl: 5
Maximale TeilnehmerInnenzahl: 12

Mann der Arbeit aufgewacht

8. April 2016 von wela

Vor – Lesung: Mann der Arbeit aufgewacht

Anmerkungen über die Anfänge der Arbeiterliteratur mit Hilfe des Buches von Klaus –Michael Bogdal „Zwischen Alltag und Utopie“, Arbeiterliteratur als Diskurs des 19. Jahrhunderts und darüber hinaus.

Zur Findung eines Selbstbildes der Arbeiterklasse gibt der Bergarbeiterdichter Heinrich Kämpchen eine erste Antwort: „Wir sind keine rohe, verwilderte Schar, wir wollen nur menschliche Rechte.“ (Kämpchen, hg, von R.P. Carl u.a., 1984)

Zeit: Mittwoch, 20.4.2016, 19 Uhr
Ort: Projektraum MAG 3, Schiffamtsgasse 17, 1020 Wien
Erreichbar über U2 Taborstrasse oder U4 Schottenring (Ausgang U2 Herminengasse)

Veranstalter: Volksakademie in Kooperation mit webbrain, werkkreis literatur der Arbeitswelt und MRP (Menschenrechtspartei)

Den Abend gestaltet Werner Lang, geboren 1955 in Hönigsberg, lebt in Wien. War Tätig als, Betriebsschlosser, Schweißer, Monteur, Verschieber, Kranführer, Zerstörungsfreier Werkstoffprüfer. War in der Gewerkschaftsbewegung, Friedensbewegung, und Umweltbewegung aktiv. Weiters: Ausstellungen, Vorträge, Puppentheater für Erwachsene, Kleintheater, Schreibt für die Kulturzeitschrift Tarantel und Theoretische, Sozialpolitische Artikel für das Magazin des Gewerkschaftlichen Linksblocks „Die Arbeit“. Letze Veröffentlichungen: Arbeitswelten in Bild und Wort (/VIZA Edit 2012), Gasthaus Sudy, ein Theater (edition tarantel 2013). Arbeitswelten, Beschädigte/r Erzähler / Erzählungen, 2016.

Beiträge vor einem Jahr:
Internationaler-Roma-Tag am 8. April

Kreative Schreibwerkstatt mit und über (Heil-)Pflanzen

6. April 2016 von eag

„Von Zauberpflanzen und Märchengemüse“.

Im Rahmen dieser Schreibwerkstatt begeben wir uns auf eine literarische Spurensuche von (Heil-)Pflanzen in Geschichten, Märchen und Sprichwörtern – und erfahren auch Wissenswertes über die praktische Anwendung von Kräutern. Wir entdecken unsere Lieblingspflanzen und setzen uns mit ihnen kreativ und schreibend auseinander. Und probieren verschiedene Schreibimpulse aus wie z.B. „Artemis und Gundelrebe – woher die Pflanzen ihre Namen haben“, „Pflanzen-Zauber-Sprüche“ oder „Geheime Gärten“. Weiters führt uns eine kleine Exkursion an einen Überraschungsort, den vielleicht viele noch gar nicht mit „Pflanzenaugen“ betrachet haben.

Die Schreibwerkstatt ist für AnfängerInnen und für Fortgeschrittene geeignet.

Termin: Samstag, 21. Mai 2016 von 14.30-19.00 Uhr
Teilnahmegebühr: € 58.-/Person
Ort: Buchhandlung „Wiener Bücherschmaus“, Garbergasse 13/Ecke Mittelgasse, 1060 Wien
MindestteilnehmerInnenzahl: 5 Personen (max. 12 Personen).
Bitte um Anmeldung bis Montag, 9. Mai 2016 per E-Mail.

In Kooperation mit dem „Wiener Bücherschmaus“ – Verein für Leseförderung und Buchkultur.

Beachten Sie bitte die Stornobedingungen: Bei einem Storno 7-3 Tage vor dem Workshop werden 50% der Teilnahmegebühren einbehalten. Bei einem Storno 1-3 vor dem Workshop sowie am Tag des Workshops bzw. bei Nichterscheinen wird die gesamte Teilnahmegebühr einbehalten. Sie können diese Stornobedingungen umgehen, indem Sie eine/n Ersatzteilnehmer/in nennen.

10 Jahre TARANTEL

30. März 2016 von wela

Drei gute Gründe um der „TARANTEL“ – Monatszeitschrift für Kultur von Unten im WERKL im Goethehof zum 10. Geburtstag zu gratulieren und gemeinsam zu feiern.

Wann: Donnerstag, 7. April 2016, 19 Uhr
Wo: Schüttaustraße 1, 1220 Wien

1. „HERZBLUT“

Werner Lang feiert Geburtstag und präsentiert sein neues Buch „Herzblut“.

2. „DER WIENER KREIDEKREIS“

Auch Alexander Weiss ist ein Jahr älter geworden und stellt sein Buch „Der Wiener Kreidekreis“ vor.

3. „6000 NÄCHTE LÄRMEN DES ALLOTRIA“

Außerdem: Buchpräsentation Eugen Bartmer „6000 Nächte lärmendes Allotria“ – Vorletzte Erzählungen

Herr Leopold bekommt gewaltigen Ärger

29. März 2016 von eag

Notizen und Aufzeichnungen aus Wien-Mariahilf

Herr Leopold Portraet28. August
Theophilus hat sich nach dem Unfall sehr gut erholt. Bereits heute war er munter und fidel.

30. August
Gestern ist er abgereist. Frau Elsbeth und Erwin versuchen, mich aufzuheitern. Ein netter Versuch. Ein schwacher Trost.


1. September

Die Kornkreiswiese und der Höllenwald: weg. Abgeholzt, niedergemäht. Zinnien, Korn- und Mohnblumen, Wicken, Steinklee, alles weg. Lediglich ein paar Sonnenblumen halten noch wacker die Stellung.

10. September
Ein Tag zum Mäusemelken. Es regnet ohne Ende. Die vom Sommer ermatteten und wie Papier knisternden Malvenblätter sehen aus wie schmutziges Papiermaché, das jemand an die Stängel geklebt hat.

12. November
Ich rieche den kommenden Schnee.

15. November
Ich werde ans Meer fahren. Ans richtige Meer!

***
Hier enden die Eintragungen von Herrn Leopold.

Abschließend eine editorische Notiz von Petra Öllinger

Die Serie „Herr Leopold bekommt gewaltigen Ärger“ versammelt Herrn Leopolds sämtliche Aufzeichnungen, die er von April bis November zu Papier brachte. Die Eintragungen erfolgten in unregelmäßigen Abständen. Täglichen Aufzeichnungen folgten Pausen von mehreren Tagen, oft sogar von ein, zwei Wochen.

Weitere Tagebücher, Notizen, Briefe, Postkarten usw. konnten in der Wohnung von Herrn Leopold nicht gefunden werden. Es ist möglich, dass sich diese Quellen an anderen Stellen befinden, die allerdings bis dato weder von Theophilus Makadamia noch von mir gefunden wurden und somit dieses Buch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Die Übersetzung spezieller Begriffe aus dem Mausischen – zum Beispiel für Bierkäse – wurden dem Wörterbuch „Was sagt die Maus? Übersetzen für Fortgeschrittene“ von Professorin Doktorin Mechthild Scheiblett entnommen. Die Orthografie sowie die Interpunktion orientiert sich im übersetzten Text an der Menschensprache. Eine besondere Herausforderung boten jene Stellen, in denen Herr Leopold das Ableben vom Einäugigen Erwin schildert. Einige Zeichen waren an teilweise wichtigen Stellen (befand sich hier ein Knöllchen am Silbenästchen, war ein Silbenbogen kurz, viertel- oder halbkurz gefasst?) zerlaufen. Sie konnten jedoch anhand des übrigen Inhaltes zumindest sinngemäß erschlossen werden.

Theophilus und ich kamen nach längeren Diskussionsprozessen zu dem Entschluss, inhaltliche Leerstellen und Ungereimtheiten in Herrn Leopolds Aufzeichnungen durch Gespräche mit den Hauptnagern so weit als möglich zu klären. Eine weitere Herausforderung stellte die Suche nach dem Einäugigen Erwin dar. Weder kannten Frau Elsbeth noch Theophilus seinen Wohnort, noch fanden sich in Herrn Leopolds Notizen exakte Hinweise darauf. Unsere Vermutung, der Einäugige Erwin müsse im Bereich des ehemaligen Ratzenstadls wohnen (Herrn Leopolds Notizen deuteten dies an einer Stelle kurz an), entpuppte sich als richtig, wobei uns, zugegebenermaßen, auch „Kommissar Zufall“ zu Hilfe gekommen ist.

Der Einäugige Erwin erklärte sich sofort zur Mitarbeit bereit, ebenso Frau Elsbeth. Die Gespräche wurden auf Mausisch geführt. Frau Doktorin Scheiblett unterstützte mich bei der Transkription der aufgezeichneten Gespräche und deren Übersetzung.

Alle Abenteuer finden Sie hier.

Und nun ist wirklich Schluss.